Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.
LG Ultralauf Startfoto vorm Langen Kanten
Es ist der Klassiker in Deutschland schlechthin: Der Rennsteiglauf

Schon an der 46. Auflage merkt man, es ist ein besonderer Lauf, zudem heimst dieser Lauf seit vielen Jahren den Titel als beliebtester Marathon Deutschlands ein (Umfrage von Marathon4you.de), nicht der teilnehmerstärkste, doch eben wertgeschätzt.

Es ist schon phänomenal was aus diesem Lauf entstanden ist, der vor 46 Jahren mit wenigen Studenten als Versuchsballon startete.

Verschiedene Kinder- und Jugendläufe, eine Wander- bzw Walkingstrecke (17Km), einen sehr beliebten Halbmarathon (er ist regelmäßig bereits Monate vorher ausgebucht), einen Marathon und natürlich der Supermarathon mit diesmal 73,7Km. Es ist der teilnehmerstärkste Ultralauf den es in Deutschland gibt, so waren diesmal weit über 2.000 Starter gemeldet. Das ist bei meiner 4.Teilnahme wieder meine Wahl.

Die Organisation ist wirklich sehr ausgereift, da die Läufe von unterschiedlichen Startpunkten (zu unterschiedlichen Zeiten) starten und alle im selben Ziel, in Schmiedefeld einlaufen – nach Bekunden der Veranstalter: Das schönste Ziel der Welt!

Es ist einer der wenigen Läufe, den ich persönlich mit einem Reiseveranstalter plane. Es ist einfach ein ziemlich logistischer Aufwand bei dem Punkt-zu-Punkt-Lauf von Eisenach nach Schmiedefeld. Bei eigener Anreise nach Suhl (nahe Schmiedefeld) ist am Vorabend ein kleines Briefing mit anschließenden Büffet, 180Teilnehmer, Starter bei den verschiedenen Disziplinen und einige Begleiter sind anwesend. Zuvor wurden schon die Startbeutel für alle Starter verteilt. Wir bekommen neben einem Laufshirt vom Veranstalter auch Gutscheine für die ganzen Bustransfers, eine extra Zielverpflegung in einem reservierten Bereich. Ich entdecke, es ist eine falsche Start-Nr. für mich im Beutel, versehentlich wurde ich für den Marathon gemeldet, statt für den „langen Kanten", wie die Thüringer ihren Supermarathon betiteln. Das Problem wird flugs per Telefon geklärt, nur gut das ich die Meldebestätigung gleich auf dem Handy parat hatte.

Eisenach 1Std vorm StartDer Startschuss in Eisenach fällt bereits um 6 Uhr, da ist frühzeitige Anreise angesagt. Unser Bus startet pünktlich um 3 Uhr vorm Hotel. Das ist zu bald für ein Hotelfrühstück, deshalb ist Kaffee/Tee und Frühstückspakete bereitgestellt, ein netter Service. Über eine Stunde dauert die nächtliche Fahrt durch den Thüringer Wald, wir werden direkt zum Startplatz gefahren. Mein erster Weg geht zum An-/Ummeldeschalter, wo ich meine Start-Nr. mit Aufpreis auf die lange Strecke update, das wird natürlich vom Veranstalter übernommen. Als ich beim Verlassen meinen Championchip auslesen lasse, ist der aber noch nicht angepasst. Anschließend genieße ich, wie das Gewusel am Marktplatz jede Minute etwas intensiver wird. Ich bereite mich vor, noch eine Banane reingezogen, Laufjacke aus, Trinkgurt an und den Dropbag nochmals gecheckt. Dann wird es Zeit für das verabredete Foto am Brunnen neben dem Startbanner. Fast alle LG Ultralauf-Starter die beim langen Kanten starten sind dabei und posieren für’s obligatorische Startfoto.

Ich gebe meinen Beutel beim entsprechenden LKW ab, der ihn zum Ziel nach Schmiedefeld bringt. Es bleibt noch Zeit um nochmals den Chip zu kontrollieren – und nun ist er auch richtig auf den Super-MA programmiert, alles Bestens!

Auf dem Weg zum Start und direkt dort führe ich noch einige kleine „Läufer-Gespräche" Schon wird die Rennsteig-Hymne und der Schneewalzer gespielt und um Punkt 6 Uhr machen sich über 2.000 Ultraläufer auf den Weg nach Schmiedefeld, wir starten bei 215Hm und 1.880HM warten auf uns.

Nach dem ersten fast flachen KM durch Eisenach, geht es auch gleich bergauf und das bleibt auf den ersten 25 Km größtenteils so, das ist für mich die Marke. Nach 25 Km sind wir auf dem "Großen Inselsberg, der auf 916Hm liegt. Nun wird es etwas entspannter, da kann man sich auch mal auf längere Downhill-Passagen freuen. Doch es beginnt gleich mit einigen Treppen und einem relativ steilen Stück abwärts, bei dieser Läuferanzahl ist Vorsicht geboten.

Bei KM 37,5 hat man die große Versorgungsstation „Ebertswiese" erreicht, es gilt als Halbzeit. Entsprechend wird man dort ausgiebig versorgt, wie eigentlich an allen VP's. Hier wird fast jeder Läufer von Moderatoren angekündigt und vom berühmten Haferschleim (in verschiedenen Geschmacksrichtungen) über Bratwürste, Fettbemme, sowie reichhaltiges Getränkeangebot (incl Bier) bleibt kaum ein Verplegungswunsch offen - ich halte mich doch etwas zurück, ich weiß es geht gleich mal wieder heftig bergauf und ich merke, wie meine Kraftreserven schwinden. Die Sonne brennt z.T. doch heftig herunter, immer wieder freut man sich auf schattige Waldpassagen.

Ich bin nicht so gut unterwegs wie bei meinen vorangegangenen drei Starts hier, was sicherlich meiner eingeschränkten Fitness geschuldet ist, doch ich sehe die Marathonmarke ist bald erreicht.

Doch bevor es soweit ist, durchzuckt ein stechendender Schmerz mein rechtes Knie und strahlt in den Oberschenkel und Unterschenkel aus. Ich spüre wie ein Muskelkrampf sich anbahnt .... nur nicht stehen bleiben, doch auf der steilen Bergaufpassage kann ich kaum aufwärts gehen .... ich entscheide mich ganz unkonventionell umzukehren, bergab zu gehen. Das geht gut und ich spüre nach gut 100m etwas Entspannung in der verkrampften Muskulatur. Ich kehre um und gehe weiter Richtung Ziel. Es geht also weiter und vorerst ist der Schmerz weg und bestätigt mich in meiner Grundeinstellung, alle Probleme die ich mir "reinlaufe", sind auch wieder "rauszulaufen". Es wird sich noch gelegentlich bemerkbar machen, doch ich weiß ja damit umzugehen. Also keine Panik, ich werde schon irgendwie ins Ziel kommen ... mit der Gelassenheit eines Ultraläufers....

Bei KM 62,2 ist nunmehr die höchste Stelle des Langen Kanten beim Rennsteig erreicht, 974Hm am Gipfel des Großen Beerbergs - so langsam wird die Reststrecke überschaubar. Doch meine letzten Körner sind aufgebraucht, ich schalte in den Ankomm-Modus um. Das wird nichts mehr mit unter 8 Std. Doch ich bemerke zwei Läufer um mich herum, die hadern wirklich sehr schwer und sind dem Ausstieg nahe - ich ermuntere Sie, jetzt wo Sie praktisch die 65Km erreicht haben, werden Sie es auch noch schaffen - und tatsächlich, ich schaffe es Sie aufzumuntern und zu motivieren. Später im Ziel glücklich .... gemeinsame Freude eben - so macht das Laufen einfach Spaß!

Die letzten 10Km sind relativ einfaches Streckenprofil, doch man darf nicht vergessen, selbst der kleinste Hügel wächst dann zum Berg. Hier hilft meine Erfahrung und das Wissen um das Profil um mich weiter laufen zu lassen und selbstverständlich die Freude auf "das Schönste Ziel der Welt" - also weiter und weiter. Schmiedefeld ist erreicht und es gibt so etwas wie einen Endspurt auf's Ziel (8:11:55) - immer wieder herrlich!

Nach Duschen und Umziehen am ZielEine jubelnde Menge erwartet einen in Schmiedefeld und die Supermarathonfinisher werden doch besonders gefeiert. Nach einer Verschaufpause im Ziel, trotte ich zur Extraverpflegung meines Veranstalters und genieße diesen "Luxus". Anschließend hole ich mir meine Soforturkunde und mein Finishershirt (nur für die Bezwinger des Langen Kanten) ab.

Ich laufe zur Bushaltestelle und bin 15 min später in meinem Hotel und kann dort in aller Ruhe Duschen, umziehen, kurz ausspannen - der Shuttlebus bringt mich komfortabel zum Festzelt in Schmiedefeld, wo kurz darauf die große Sause beginnt. Nur wer das schon erlebt hat, kann verstehen wie das gemeint ist. Kaum zu glauben mit welcher Restausdauer hier noch gefeiert wird. Ich treffe nochmal viele alte Laufbekannte und genieße mein Kloßessen und Finisherbier im reservierten Bereich .... genauso ist das hier beim Rennsteiglauf, was noch an Muskelkrampf vorhanden ist, wird auf den Bierbänken herausgetanzt.

Irgendwann so gegen 23 Uhr geht's zurück zum Hotel, nach einer Nacht im Tiefschlaf und einem tollen Frühstücksbuffet geht es bei besten Wetter wieder gegen Heimat.

Ich bin mir sicher: Das war nicht mein letzter Rennsteiglauf!

After Finisher Party im Festzelt Schmiedefeld 

Hier die Ergebnisse von LG Ultralauf:

Supermarathon 31 06:28:44 02503 Meinke Markus        LG Ultralauf GER M 40 10

Supermarathon 44 06:35:22 00773 Sittner Falk             LG Ultralauf GER M 35 11

Supermarathon 59 06:46:28 00715 Jancker Hans-Dieter LG Ultralauf GER M 65 1

Supermarathon 116 07:07:28 00965 Riegel Waldemar    LG Ultralauf GER M 50 8

Supermarathon 194 07:29:40 02004 Haake Klaus           LG Ultralauf GER M 45 39

Supermarathon 438 08:11:55 02790 Krauss Roland        LG Ultralauf GER M 55 44

Supermarathon 618 08:40:10 01078 Geier Jürgen           LG Ultralauf GER M 55 63

Supermarathon 838 09:06:00 01968 Hofirek Klaus          LG Ultralauf GER M 50 171

Supermarathon 1099 09:49:08 00362 Seewald Matthias   LG Ultralauf GER M 45 211

Supermarathon 1338 10:50:21 01537 Jochheim Martin     LG Ultralauf GER M 60 80

Supermarathon 1384 11:08:10 00171 Heinle Matthias      LG Ultralauf GER M 40 210

Die Fallers mit Lauffreunden nach dem MarathonDie Faller's sind nicht unter Verein LG Ultralauf gelaufen, aber trotzdem entdeckt:
Marathon 56   04:11:44 08436 Faller Sylvia GER W 50 5

Marathon 768 04:25:29 08437 Faller Franz GER M 45 129

Andere Ergebnisse konnte ich leider nicht finden

 

Text und Fotos Roland Krauss - 08.06.2018

Verlängerung im Hohen Venn (Belgien)

Der Lauf heißt "Grand Trail des Lacs et Châteaux 2018 - Les Doux Dingues - 60 km" und die zugehörigen, offizielle Information des Veranstalters sind: 61.6km, 1600 Höhenmeter (Aufstieg), 1790 Höhenmeter (Abstieg), Start in Waimes (BE), Ziel in Surister - Jalhay (BE)

Es sollte nach meinem ersten Ultra-Marathon in Monschau (2017) mein zweiter Ultralauf werden! Worauf ich mich da eingelassen hatte, wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und dann auch noch der erste Lauf für meinen Verein: die LG ULTRALAUF!!!

Auf jeden Fall stimmte mich meine fünfmonatige Vorbereitungszeit sehr zuversichtlich: Lange langsame Läufe, gelaufene und/oder gestiegene 32.000 Höhenmeter im Aachener Wald, jede Mittagspause für kürze Läufe genutzt (12 18 Kilometer Läufe). Mein gestecktes Ziel unter 12 Stunden sollte ich um ganze 12 Sekunden verpassen, aber ich habe Erfahrungen auf dieser Strecke gemacht, die ich in Sekunden nicht aufrechnen kann.

Der Start erfolgte nach einer kurzweiligen Busfahrt und einer in französisch gehaltenen Einweisung um 08:00 in Waimes an der Kirche.

HoherVenn1

Und die ersten Kilometer hatten es höhentechnisch schon in sich, aber die Landschaft mit ihren Aus- und Weitblicken entschädigte dafür.

HoherVenn2 

Nach abwechslungsreichen ersten 30 Kilometern durch die kleine Stadt Maldmedy mit steilen Ab-und Anstiegen vorbei an dem Skigebiet von Ferme Libert erreichten wir die ersten Ausläufer des Hohen Venns.

HoherVenn3 

Die für das Hohe Venn typischen Bohlenwege sollten uns jetzt etwas länger noch begleiten.

Im Moorgebiet des Hohen Venns haben meine Füsse so manches Moorloch nicht umlaufen können und meine Zehen sind heute noch nicht ganz sauber davon. Aber Moorpackungen sollen ja ziemlich gesund sein!

HoherVenn4 

Ja ich habe vorhin „uns" geschrieben, denn wo ich die ersten 12 Kilometer alleine am Ende des Feldes gelaufen war, traf ich in Malmedy auf Erhard aus Karlsruhe, der bereits erfolgreich über 190 Ultras seit 1989 absolviert hatte. Es war für mich eine sehr intensive Begegnung und wir sind dann die meiste Zeit bis ca. Kilometer 50 zusammen gelaufen bzw. gegangen. Erhard sollte später bei ca. 60 Kilometern das Rennen aufgeben. Die Verpflegungsstellen waren recht spärlich und die Wasserknappheit hat wohl sein Übriges getan, denn irgendwann und obwohl ich mein Wasser mit ihm geteilt habe, waren doch seine Akkus leer. Schade: Es war mir eine große Ehre, mit ihm über das Laufen philosophiert zu haben.

HoherVenn5 

Meine beste Zeit war so zwischen Kilometer 50 und 60, wo ich die meiste Strecke laufen konnte, entlang an frischen Moorbächen und schattigen Passagen. Ich habe gespürt, dass mein Training in den Aachener Wäldern sich auszahlte und obwohl ich als letzter gestartet war, konnte ich sogar noch ein paar Läufer überholen, was mich wohl zusätzlich motivierte. Zu diesem Zeitpunkt war ich also wieder allein und so sollte es bis zum „bitteren" Ende bleiben.

Und jetzt zum „bitteren"Ende und dieser anstrengenden Verlängerung, denn die Strecke entpuppte sich doch nach etwas mehr als den angegebenen 61,6. Sie war nach meiner Messung doch ca. 66,5 Kilometer weit und mit 2.064 Höhenmetern nach meiner Garmin-Uhr entsprechend herausfordernd. 

Die letzten zusätzlich knapp 5 Kilometer habe ich schon verflucht, denn die haben mich doch ganz schön geschlaucht und gerade dann, wenn ich das Ziel schon in Sicht- und Hörweite vor mir hatte liegen sehen, wurde ich noch einmal auf eine zusätzliche Schleife durch Wiesen mit Hindernissen, hinunter in dunkle Täler mit einem abschließenden Zielanstieg geschickt.

Kurz nach dem Ziel habe ich gesagt: Kann ich laufen, muss ich aber nicht noch mal – aber jetzt heute und mit einem gewissen Abstand: Warum nicht im nächsten Jahr wieder?

Mein Resümee als Ultra - Laufnovize: Landschaftlich wunderschöner Lauf, streckenweise für mich nicht „laufbar", sondern nur gehbar (Wurzelstiege, steinige und sehr rutschige Pfade rauf und runter), sehr anspruchsvolle Strecke und für mich schon ein kleines Abenteuer" - aber meine mir selbstauferlegten „Prüfung" bestanden und innerlich wunderbar glücklich und hochzufrieden.

HoherVenn7

Text und Bilder: Josef Graf 08.06.2018

20180607 Bild1Bild 1: Unser erstes Team läuft bald durch Canowindra.

Beim Kilometerspiel befindet sich unser erstes Team in New South Wales kurz vor dem Örtchen Canowindra mit ca. 2.300 Einwohnern. Bei 12 Grad Celsius haben wir gute Laufbedingungen. 

In der letzten Woche ist Franz mit 198 km am meisten gelaufen. Dahinter folgen Jens mit 171 km und Jonathan mit 154 km. Beste Frau ist mit 84 km vor Kathi mit 67 km und Judith mit 61 km.

 

20180607 Bild2Bild 2: Unser zweites Team ist gerade in Deutschland kurz vor Frankenberg.

Unser zweites Team befindet sich kurz vor Frankenberg an der Eder in Hessen. Es liegt inzwischen auf Platz 6 auf einem Aufstiegsplatz in die 5. Liga. 

Die besten Kilometersammler im zweiten Team waren letzte Woche Waldemar mit 144 km vor Sebastian mit 81 km um eine Zehenspitze vor Rachel mit 80 km.

20180607 Bild3Bild 3: Der 6. Platz berechtigt zum Aufstieg in die 5. Liga.

Die Saison endet am 1. Juli. Ca. zwei Wochen vor dem Saisonende tritt eine Beitrittssperre zu den Teams in Kraft, um die Tabellenstände durch Beitritte von Mitgliedern befreundeter Team nicht durcheinander zu würfeln. Wer also unser zweites Team in dieser Saison unterstützen möchte, sollte bald beitreten, bevor es zu spät ist. Die wichtigsten Schritte, um mitzuspielen, sind im Handbuch beschrieben. Außerdem sollte man sich einmal die Spielregeln durchgelesen haben.

 

1 Monat vor dem großen Mozart100 habe ich mich am 21.05.2018 auf die 62-km-Strecke (Mozart Ultra) gemacht, die auch Teil der 103-km-Strecke (Mozart100) ist.

01 Kapitelplatz

Zum Start- und Zielbereich auf dem Kapitelplatz sind es von meiner Haustüre ca. 2 km, die habe ich dann zum lockeren Ein- und Auslaufen genutzt. Wobei, die gesamte Strecke habe ich als „lockeren Trainingslauf“ ohne Zeitdruck für mich genutzt. Durch die engen Altstadtgassen kommt man schnell auf die Hellbunner Allee und von dort über die Salzach in die Glasenbachklamm.

02 Glasenbachklamm

Nachdem hier vor einigen Wochen Bäume gefällt und transportiert wurden ist der Weg etwas eingeebneter und nicht mehr ganz so steinig und unruhig wie früher. Heraus aus dem Wald bei Hinterwinkl führt der Weg auf einer wenig befahrenen Straße weiter um bald nach links auf einen Schotterweg abzubiegen. Hier geht es langsam aufwärts und in einer Linkskurve darf man nicht dem Hauptweg folgen sondern geradeaus auf den nächsten Schotterweg wechseln. Dieser führt wieder abwärts nach Ebenau. 03 Ebenauer Märchenwanderweg

04 Ebenau

In Ebenau geht es hinter einem Gehöft entlang der Weide und dem Ebenauer Märchenwanderweg über lockeren Boden Richtung Plötz-Wasserfall.

05 Ploetz

06 Ploetz

08 Ploetz

09 Ploetz Wasserfall

Der Wasserfall selbst liegt in einer kurzen „Sackgasse“, wem es nicht auf jede Minute ankommt darf gerne die paar Meter dorthin laufen (es sind wirklich nur ein paar Meter!). Ansonsten geht es über einen kurzen wurzeligen Aufstieg hoch zum oberen Ende des Wasserfalls und auf Waldboden weiter bis zum nächsten Gehöft. Dort muss man dann wieder ein Stück auf Asphalt laufen und die Wiestalstraße queren. Beim Queren sollte man vorsichtig sein, denn die meisten Motorradfahrer und auch viele Autofahrer scheinen auf diesem Abschnitt zu vergessen, dass es ein Tempolimit gibt. Am Wettkampftag stehen hier aber Warnschilder und Posten.

10 Richtung Hof

11 Richtung Hof

12 Richtung Hof

Gleich nach Querung der Straße geht’s dann im Wald ordentlich aufwärts bis man nach einem kurzen Wiesenweg wieder auf eine Straße kommt. Diese führt bis Hof, am Sportplatz vorbei (da wird dann eine Labe sein und Wendepunkt für Mozart-Marathon-Teilnehmer) und dann bald über einen Schotterweg kurz in den Wald. Über forstwirtschaftliche, zumeist geteerte Wege folgt (aktuell durch Erdaushub ein wenig versteckt) eine Trampelpfad, der hinter einigen Häusern vorbei und dann über einen Feldweg hinab zur L202 führt. Auch dort wird am Wettkampftag der Verkehr auf die Laufveranstaltung hingewiesen werden, denn die Straße muss gequert werden und weiter über Asphalt und landwirtschaftliche Wege Richtung Fuschlsee, den man schon bald gut sehen kann. Nochmals muss eine vielbefahrene Straße, die Salzkammergut-Bundesstraße gequert werden. Hier gibt es extra eine bauliche Querungshilfe zwischen beiden Fahrtrichtungen, die das Leben sicherer macht! Nach rechts kommt man bald hinunter zum See und läuft dann auf guten Wald-Spazierwegen bis Fuschl.

15 Fuschlseeblick

Direkt vor Fuschl kommt man nochmals kurz zur Bundesstraße hoch und sieht auf der gegenüberliegen Straßenseite das architektonisch sehr interessante Verwaltungsgebäude von Red Bull. Wir wechseln aber nicht die Straßenseite sondern biegen bald nach links ab. Beim Seebad verlassen wir den See um einen Abstecher durch den Ort zu machen. Unterwegs sieht man rechter Hand eine Unterführung, hier werden die Mozart100-Läufer und Läuferinnen wieder von ihrem „Abstecher“ zurückkommen. An der Seepromenade wird dann auch wieder ein VP sein, ziemlich genau die Hälfte (Km, nicht HM!) der MozartUltra-Strecke, hier startet auch der MozartLight.

16 Rast am Fuschlsee

17 Fuschlsee Promenade

Nach der Seepromenade geht es kurz auf dem Gehweg entlang der Straße. Die Mozart100-Teilnehmer dürfen hier dann recht abbiegen und Richtung Schafberg weiter. Alle anderen biegen gleich wieder links auf einen schmalen Weg zum See ein. Bald wird der Weg trailiger mit kurzen Anstiegen bis man wieder aus dem Wald herauskommt. Ein gemütlicher Schotterweg führt am Bad vorbei und dann geht’s durch den Wald neben dem Golfplatz wieder aufwärts zur Bundesstraße.

18 Fuschlsee

Jeder, der sich beim Weg vom Wasserfall zum See über das Gefälle gefreut hat, darf sich jetzt auf dem Rückweg über die Steigung freuen. Bis kurz vor dem Plötz-Wasserfall geht es jetzt auf dem selben Weg zurück. Eine Holzbrücke führt über den Bach und dann folgen wir dem (früheren Hin-)Weg Richtung Watzmannblick. Jetzt werden die Wege trailiger und das Laufen macht richtig Spaß.

19 Watzmannblick

Wenn das Wetter passt, sieht man in der Ferne wirklich den Watzmann durch ein „Fenster“ aus Ästen und Blättern. Abwärts geht’s und an einer Wiese entlang bis kurz hinter die Pertillmühle. Auf der Straße gewinnt man einige Höhenmeter Richtung Koppl. Bei einem Gehöft biegt man dann links zum Koppler Moor ab. Das Moor ist klein, bald schon führt der Weg über eine Wiese auf eine Straße. Die richtigen Höhenmeter kommen jetzt so langsam. Nach einer weiteren Labestation geht’s bald über einen Landwirtschaftsweg in den Wald.

20 Nockstein

Es wird immer steiler im Wald, denn es muss der Nockstein bezwungen werden (naja, ganz hoch zum Gipfel kann man, ist aber nicht in der Roadmap vorgesehen). Anschließend weiter Richtung Gersbergalm - erst runter, dann wieder hoch - hinter der man aus dem Wald kommt und nach Querung der Gaisbergstraße am Wiesenrand entlang weiter.

An einer Wegkreuzung im Wald darf man dann rechts runter Richtung Gnigl über viele Stufen. Jetzt werden die Wege wieder einfacher zu laufen. Zunächst am Höhenweg entlang kommt man an die Bundesstraße. Neben der Leitplanke (!) ist ein Trampelpfad, dem man folgt und dann über unregelmäßige Stufen hinab zum Stadtteil Gnigl kommt. Jetzt muss man wieder auf Asphalt laufen. Die Eisenbahnbrücke ist wegen Bauarbeiten gesperrt, so dass sie in einem kleinen Bogen umlaufen werden muss. Auf der anderen Bahnseite kurz zurück und nach einer Straßenquerung (Ampelschaltung) darf man dann die letzten Höhenmeter sammeln.

22 Kapuzinerberg

Der Kapuzinerberg wird über viele Stufen erklommen. Die letzten Stufen aus Metall beim Franziskischlössl zeigen, dass jetzt die allerletzten Höhenmeter kommen.

23 Franziskischlössl

Wenn man dann im Wald ist geht’s nur noch abwärts, zunächst auf Waldboden, zuletzt über Steinstufen.

24 Imbergstiege Altstadtblick

Nach dem Kapuzinerkloster links die Imbergstiege hinunter (vorsichtig bei den steilen Stufen sein!). So, die letzten Meter kommen. Rechts geht’s kurz in die Linzergasse und dann gleich wieder links zur Salzach. An der linken Ampel wird die Straße gequert, dann über die Salzach und durch eine Unterführung links zum Rathausplatz und wieder links in die Getreidegasse. Über den Alten Markt und den Residenzplatz recht am Dom vorbei durch die Bögen und schon steht man wieder auf dem Kapitelplatz.

25 Kapitelplatz

Insgesamt eine schöne Strecke, die mit vielen Ausblicken belohnt. Da doch relativ viel Waldboden, Pfade und Wurzelwege mit Steigungen bzw. Gefälle vorhanden sind, ist insbesondere bei Nässe die Rutsch- und Sturzgefahr hoch, so dass es sicher nicht übertrieben ist, für die Strecke Trailschuhe zu fordern.

Den „Anhang“ zur Vervollständigung des Mozart100 hatte ich bereits letztes Jahr beschrieben (https://www.lg-ultralauf.de/neuigkeiten/643-mozart100-streckencheck.html).

Text und Fotos: Martin Kurz, 07.06.2018

 

MIUT 2018 - Meine am härtesten erkämpfte Finisher Medaille ever!

Dachte ich schon im letzten Jahr der WiBoLT mit seinen 320km und 11.700 Höhenmetern wäre hart, war es doch nichts im Vergleich zum MIUT.

Wie ich auf die Idee gekommen bin? Madeira kannte ich bereits von zwei wunderschönen Wanderurlauben. Dazu kam, dass mich der Western States 100 fasziniert und einer der wenigen Qualiläufe in Europa die zu einer Teilnahme an der Startplatzlotterie berechtigen, der MIUT ist. Vorausgesetzt man bleibt unter 29h.

Die Organisatoren auf Madeira haben dafür eine unfassbar anstrengende Strecke über sprichwörtlich Stock und Stein gewählt. Die Streckenführung der 115 km mit 7.200 Höhenmetern geht fast ausschließlich über Wanderwege und Wege die eigentlich keine sind.

Collage

Dazu kam in diesem Jahr Wetter, das alles gegeben hat. Am Freitag um 24 Uhr beim Start noch perfekte 15 Grad und trockene Bedingungen. Die ersten Anstiege geht es mit viel Schwung im Gänsemarsch endlos bergan.

Foto1Foto2Foto3Foto4

Doch gegen 4 Uhr fing es an zu regnen wie aus Gießkannen und hörte erst in den Vormittagsstunden wieder auf. Die Strecke verwandelt sich in eine Schlammwüste.

Dann um die Mittagszeit beim Abstieg nach Curral habe ich mich trotz meiner Stöcke ein weiteres Mal hingelegt. Mein bis dahin heftigster Sturz mit aufgeschlagenem Knie und zerstörtem Carbonstock. Zum Glück war der nächste VP und damit Cathrin nicht weit. Nachdem ich mein Knie von den Sanis habe versorgen lassen, T-Shirt, Socken und Schuhwechsel erledigt sind, konnte es weiter auf die zweite Streckenhälfte gehen. Von meiner anvisierten Zielzeit hatte ich mich längst verabschiedet. Ziel war einfach nur noch unter 29h finishen. Zum Glück hatte Cathrin ihre Leki Stöcke im Auto und ich konnte nun auch mit einem Paar neuen Stöcken weiterlaufen.

Foto5

Es war schon früher Nachmittag und beim 1.350 Höhenmeter Anstieg zum Pico Ruivo ging es durch die pralle Sonne. Im krassen Gegensatz dazu dann 2 Grad im Bereich der Gipfel und heftiger Sturm auf 1.900 m Höhe.

Zwischen den Gipfeln des Pico Ruivo und Pico Aeiro gibt es traumhafte Aussichten, allerdings auch viele, viele Stufen.

Foto6Foto7Foto8Foto9

Genug gejammert! Irgendwie habe ich auch die zweite Nacht überstanden und kam um 4:39 Uhr ins Ziel. Finisher! Von 887 gestarteten Teilnehmern kamen nur 496 im Zeitlimit von 32h ins Ziel. Von 16 Startern aus Deutschland sahen das Ziel nur 6 Läufer, zwei davon noch nach mir.

Foto10

Das Rennen habe ich auf Platz 384 in 28:38:20h beendet. Platz und Zeit sind mir völlig egal.😀

Damit bin ich im 29h Limit geblieben und kann mich für die Startplatzverlosung des Western States 100 in 2019 registrieren lassen.

Ohne die super Unterstützung von Cathrin entlang der Strecke, aufmunternde Worte, Küsse und ihr Lächeln hätte ich das alles kaum geschafft. Auch für Begleiter eine strapaziöse Tour mit viel Fahrerei über winzige Straßen und stundenlanges Warten an der Strecke verbunden.

Wie es mir am Tag nach dem Lauf ging? Schmerz in allen Körperteilen und Treppen schier unüberwindbare Hindernisse. Beim Frühstück im Hotel sehe ich Profiläufer die auch arge Probleme mit jeder Treppenstufe haben. https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/f57/1/16/1f609.png😉

Würde ich den MIUT noch einmal laufen? NEVER EVER!!!! (…..habe ich direkt danach gesagt. Mit Abstand von 4 Wochen…..????)

Text und Bilder von Klaus Haake 05.06.2018

Bitte beachten Sie, dass unsere Webseite Cookies zur Verbesserung und Gewährleistung der Funktionalität verwendet. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise, bevor Sie unsere Seite nutzen. Indem Sie auf unserer Seite weitersurfen oder auf den Einverstanden-Button klicken, bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise gelesen haben und damit einverstanden sind.
DATENSCHUTZERKLÄRUNG UND NUTZUNGSHINWEISE LESEN EINVERSTANDEN