Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

2018 Plakat CBis zum 1. Septemberwochenende, an dem dieses Jahr das Bottroper Ultralauf Festival ausgerichtet wird, sind noch gute zwei Monate.

Wie im letzten Jahr gibt es einen 6h-, 12h- und 24h-Lauf, aber keine Staffeln, denn wir sind Ausrichter der Deutsche Meisterschaft der DUV im 24h-Lauf und wollen hier für otimale Rahmenbedingungen für die Läufer sorgen. Diese Woche wurde die 100. Anmeldung für die DM bestätigt! WOW! Könnte ein Teilnehmerrekord werden! Bis Ende Juni gibt es für alle Wettbewerbe noch günstigere Preise, ab dem 1.7. wird es etwas teurer.

Aktuell planen wir, die Strecke NICHT zu verlängern, da wir sonst aus dem schönen Park heraus laufen müssten und die Strecke an Attraktivität verlieren würde. Anfang Juli treffen wir allerdings auf Basis der Anmeldezahlen eine endgültige Entscheidung.

Der bisherige DM-Rekord steht übrigens bei 137 "Finishern", daher glauben wir, dass wir mit dem Teilnehmerlimit von 200 Startern für den offenen Lauf über 24h eigentlich auskommen sollten.

Zu den kulanten Stornierungsbedingungen haben wir jetzt auch noch eine Ummeldemöglichkeit in der Ausschreibung vorgesehen, damit Leute, die sich angemeldet haben, aber nicht kommen können, ihren Startplatz übertragen können. Auch werden wir angemeldete Teilnehmer, die der Zahlungsbitte nicht nachkommen, rigoros von der Liste streichen. Die Anzahl derer kann man aus den Zahlen der Starter und der freien Plätze berechnen.

Aktuell werden die Startplätze für 6h knapp, d.h. das entsprechende Kontingent von 50 Plätzen ist beinahe erschöpft.

Ansonsten liegen die Vorbereitungen alle im Plan. Als Besonderheit können wir zusätzlich zu der Übernachtung im Park eine Übernachtung in der Turnhalle anbieten. Wir freuen uns auf alle Fälle auf eine großartige Meisterschaft und ein spannendes Finale bei der Ultramarathon Bundesliga.

Wer eine Einstimmung oder noch Entscheidungshilfe für eine Teinahme braucht, kann sich beispielsweise einmal die Berichte von den Vorjahren durchlesen:

Veranstaltungsbericht 2017: Link

Bildergalerie 2017: Link

Veranstaltungsbericht 2016: Link

Bericht vom Deutscher Rekord M80 2016: Link

Bildergalerie 2016: Link

Als ideale Vorbereitung empfehlen wir einen Mehrtageslauf und hier speziell den von uns ausgerichteten ELAN, dem Etappenlauf am Natursteig Sieg. Hier kann man beispielsweise am Wochenende vom 27. bis 29. Juli erst 23 km, dann 68km und schließlich 93 km laufen. Infos: Link

Teilnehmerliste & Anmeldung: Link

Michael Irrgang, 22.06.2018

Vergangenes Wochenende begannen die alpinen Trails mit Veranstaltungen an der Zugspitze und in Salzburg. Nachdem Martin Kurz, der in Salzburg wohnt und stets begeistert von seiner Heimat im Allgemeinen und vom Mozartlauf im Besonderen schwärt, war klar: dieses Jahr machen wir einen kleinen Ausflug nach Österreich, in die Geburtsstadt von Mozart, wo die nach ihm benannten Mozartläufe ausgerichtet werden. Evi Piehlmeier strebte das Double an, bestehend aus dem 6h-Lauf in Hoyerswerda und dem 60km-Lauf in Salzburg. Die anderen Vereinsmitglieder waren für den 100km-Lauf gemeldet, der eigentlich 103,9 km lang war und immerhin mit 4.400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg seine Schwierigkeit dokumentiert.

Wir reisten bereits am Donnerstag an, um uns vor dem Lauf noch ein wenig Salzburg anzuschauen und waren zunächst von unserer Ferienwohnung überrascht, deren Ausblick vom Wohnzimmer und Terrasse auf eine imposante Felswand ausgerichtet war.

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Abends trafen wir uns dann mit Frank Gehle und Martin Kurz, um die spannenden Geschichten seit dem letzten Treffen auszutauschen.

Am Freitag wurde dann zunächst Salzburg besichtigt. Die Festung, die vielen Kirchen und großzügigen Plätze, die vom frühen Reichtum, insbesondere aus dem Gold- und Salzhandel herrühren, waren beeindruckend. Heute lebt die Stadt mehr vom Tourismus und den Gästen, die aus der ganzen Welt nach Salzburg strömen, insbesondere zur Zeit der Festspiele und der Mozartläufe.

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Kunst und Kultur begegnen einem überall in der Universitätsstadt, in der Mozart das Licht der Welt erblickte. Sehr einfallsreich und humorvoll fand ich eine Ausstellung in der Kollegienenkirche, bei der verschiedene Zahlengrößen bildlich durch die Anzahl von Reiskörnern verdeutlicht wurden. Diese Reihe handelt sogar von Läufen und Läufern.

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Sylvia und Franz Fallen, die letzte Woche den Brüder-Grimm-Mehrtageslauf liefen, trafen wir bei der Startnummernabholung.

Auf dem großen Kapitelplatz gab es die Startnummernausgabe, sowie eine nette Abendveranstaltung mit Briefing, Vorstellung der Favoriten und einem kleinen Musikprogramm.

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Der Start folgte dann kurz nach Sonnenaufgang um 5 Uhr in der Früh und viele sollten es sogar schaffen, im Hellen das Ziel zu erreichen. Vom Verein waren außerdem auch Katharina Bey und Stefan Henscheid am Start der großen Runde.

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Letzte Woche noch bei der DM am Start, am Samstag ging es auf die 61km-Runde durch die Voralpen: Evi Piehlmeier mit ihrem Mann Guido, der diesmal die Rolle Zuschauer und Betreuer übernahm.

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Die ersten 15 Kilometer sind recht angenehm zu laufen, es geht zunächst aus Salzburg heraus, dann durch die Glasenbachklamm zum ersten Versorgungspunkt (VP) nach Hinterwinkel und folgend auf dieser Landstraße weiter Richtung Fuschl. Das Wetter könnte besser nicht sein, die Landschaft ist schön und die Wege noch recht einfach zu laufen. Der Gitzenberg bringt die ersten nennenswerten Höhenmeter im Auf- und Abstieg, sind aber in dieser frühen Phase des Laufes leicht zu meistern.

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Irgendwann sieht man dann den Fuschlsee, zu dem man herunterläuft, dann an der Südseite entlang und im Ort Fuschl gibt es den großen VP mit Dropbag-Station, den viele für eine etwas längere Pause nutzen. Damit ist auch das erste, das einfachste Renndrittel geschafft. Jetzt geht es auf die Marathonstrecke zum Wolfgangsee, bevor man wieder in Fuschl ist und den etwa 30 km langen Rückweg nach Salzburg antritt. Man hätte auch die Option, jetzt schon den Heimweg anzutreten, aber diese Frage stellt sich nicht ernsthaft für jemanden, der verletzungsfrei angetreten ist mit dem Ziel die 100 km zu finishen. Mein Training lief nicht optimal und so hatte ich mir einen Zeitplan erarbeitet, der ein sicheres Finish im Zeitlimit zum Ziel hatte. In Fuschl hatte ich auf diese Marschtabelle bereits eine Stunde Vorsprung, aber ich war mir recht sicher, dass sich dieser Trend nicht fortsetzen würde.

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Nun wurde der Weg spannend. Ein tolles Highlight gab es beim Aufstieg zum Plombergstein. Hier wurde der Weg sehr felsig, teilweise gab es Stufen und Gittertreppen.

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Teils ging es an steilen Felswänden vorbei, teils mitten durch. Tolle Wegführung!

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In diesem Felsenmeer habe ich mich leider etwas verlaufen. Zum einen, weil hier ein zweiter Weg mit ähnlichen Pfeilen markiert war, zum anderen, weil in diesem Abschnitt viele den falschen Weg genommen hatten und die Taktik „einfach dem Vordermann folgen“ vielfach eine schlechte Idee war.

Nach dem nächsten Versorgungspunkt bei km 47 ging es 750 Höhenmeter den Schafberg hoch. Auch wenn uns der Gipfel verschont blieb, war dieser VP die höchste Stelle der Strecke. Der anspruchsvolle Abstieg stand bezüglich der Schwierigkeit dem Anstieg in nichts nach.

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Bei km 65 befindet sich auf der Mittelstation der Zwöferhornbergbahn ein kleiner VP mit einer tollen Sicht auf den Wolfgangsee. Hatte man hier die Idee, dass es jetzt nur noch bergab nach Fuschl und dann wieder 30 einfache Kilometer zurück nach Salzburg gehen könnte, so hatte man sich das Profil nicht gut angesehen.

Auf den nächsten Kilometern war die Wegemarkierung minimalistisch und ich war froh, den Track auf meiner Uhr gespeichert zu haben. So konnte ich ohne Zeitverlust und Extrameter das zweite Mal Fuschl erreichen, wo ich von Guido und Martina empfangen wurde.

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Der erste von uns sowohl in Fuschl als auch später im Ziel war Frank Gehle.

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Sylvia hat auch nach dem sehr schweren Mittelstück noch richtig gut ausgesehen.

Von Fuschl führte die Laufstrecke zunächst nördlich vom See weiter und dann folgten wir etwa 10 km vom Hinweg. So einfach vor 12 Stunden die ersten Kilometer waren so garstig waren die letzten. Bei km 89 begann der lange Aufstieg zum Nockstein, der die Läufer noch einmal auf über 1000 Meter nn führt und freundlicherweise durch einen der zahlreichen, gut ausgestatteten Versorgungspunkte unterbrochen wurde.

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Die Sonne stand mittlerweile recht tief und ließ die Gegend in warmen Farben erscheinen. Der Downhill wäre mit all den Stufen, Steinen und Wurzeln fantastisch gewesen, hätte man nicht schon fast 100km hinter sich – so ging es vorsichtig und mühsam hinunter nach Salzburg.

Der Kapuzinerberg war dann der letzte „Berg“, der einem noch einmal zeigte, wieviel 200 Höhenmeter sein können.

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Salzburg bei Nacht. Wer zu schnell war, konnte diese tolle Stimmung nicht erleben. Zugegebenermaßen war mir in diesem Moment auch nicht nach Romantik und Genießen zu mute, sondern ich wollte jetzt einfach nur möglichst schnell ins Ziel kommen.

So ging es dann flott die Treppen der Imbergstiege herunter, durch die jetzt am Samstag-Sommerabend gut gefüllten Straßen der Neustadt und Altstadt zurück zum Dom und zum Ziel auf den Kapitelplatz, wo ich von einigen Vereinsmitgliedern empfangen wurde.

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Martin empfing mich im Ziel.

Ich habe mich sehr über mein Finish gefreut, da sowohl das Training als auch die Form nicht optimal waren und die Strecke, von den ersten 30 km abgesehen, wirklich sehr anspruchsvoll ist.

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Unmittelbar nach dem Zieleinlauf bekommt man ein gerahmtes Bild vom Zieleinlauf und die Finishermedaille. Sagenhaft!

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War die ganze Zeit schon sehr auf den Lauf fokussiert und freut sich angemessen frenetisch über sein tolles Finish. Ohne größere Probleme erreichte er als schnellster aus der Gruppe das Ziel.

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Martin, einmal in Fuschl und einmal im Ziel. Auch er konnte den Lauf gänzlichen genießen und sich über eine tolle Leistung freuen.

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Für Sylvia war es ebenfalls ein gelungenes Rennen. Einerseits war sie mit viel Respekt vorsichtig gestartet andererseits war sie gut vorbereitet und wollte dies auch durch eine gute Zeit bestätigen. Am Ende des Tages kann man ihr bescheinigen, alles richtig gemacht und sich das Rennen toll eingeteilt zu haben.

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Von Stefan existiert leider nur dieses etwas unscharfe Bild vom Zieleinlauf. Er hatte unterwegs einigen Läuferinnen und Läufern geholfen und daher mehr Zeit benötigt.

Franz und Kathi konnten ihre Läufe leider nicht beenden und reihten sich in die Zahl der Leute mit DNF (did not finish) ein. Von beiden habe ich leider überhaupt kein Laufbild. Franz bekam beim Downhill vom Schafberg derartige Knieschmerzen, dass er froh war, das Rennen beenden zu können und Kathi hatte ungewohnt heftige Magenprobleme und konnte keine Nahrung mehr aufnehmen. Sie musste leider das Rennen bei km 83 beenden.

Wie so oft bei einem schweren Ultralaufabenteuer gab es im Ziel beide Emotionen, zum einen die Enttäuschung und zum anderen die Freude über das Erreichte. Aber selbst, wenn man die Runde nicht zu Ende gelaufen ist, bleiben doch hoffentlich die Erlebnisse über das großartige, was man geschafft hat und einige positive Eindrücke zurück.

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Nach einer kurzen Nacht wollten wir auch den Sonntag vor unserem Rückflug nutzen, um noch etwas von dieser bezaubernden Stadt zu sehen. So scheuten wir weder Treppen noch Wegeslänge und wurden regelmäßig mit tollen Ausblicken auf die Stadt belohnt.

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Am Sonntag gab uns Antje, Martins Frau, noch eine sehr interessante und kompetente Führung durch die Stadt, die schon zur Römerzeit bedeutend war. Spätestens nach ihren Ausführungen war klar, dass man noch einmal nach Salzburg kommen muss. Beispielsweise, um sich ein paar Gebäude und Museen genauer anzuschauen und vielleicht noch einmal an dieser schönen Laufveranstaltung teilzunehmen.

Fazit: War wieder einmal ein tolles Wochenende im Kreise netter Vereinskollegen mit einer wunderschönen Veranstaltung im Kern.

Homepage der Veranstaltung: https://www.mozart100.com/

Ergebnisse: https://www.abavent.de/anmeldeservice/mozart1002018/ergebnisse?de

Text: Michael Irrgang, Fotos: Michael Irrgang, Martina Stumpf-Irrgang, Evi Piehlmeier, Sylvia Faller und Stefan Henscheid und Veranstalter, 18.06.2018

Beim Kilometerspiel gibt es folgende Entwicklungen:

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Unser erstes Team hat inzwischen Neuseeland erreicht.

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Der Vorsprung vor dem Greif-Team beträgt inzwischen über 35.000 km. Dahinter geht es deutlich knapper zu.

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Die Wochenwertung hat diesmal Volker vor Dietmar gewonnen. Auf Platz 3 folgt Dirk. Bei den Frauen hat Heide mit 138 km den 1.Platz belegt. Dahinter kommen Mechthild mit 92 km knapp vor Sylvia mit 90 km.

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Unser zweites Team ist ziemlich genau auf der anderen Seite der Erdkugel in Potsdamm eingetroffen.

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Die ersten 10 Plätze steigen in die 5. Liga auf. Auf Platz 6 liegt unser zweites Team knapp hinter den Running Twins und vor den Schönbuch Läufern.

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Im zweiten Team hat in der KW 23 Waldemar die meisten Kilometer gesammelt. Bine ist beste Frau auf Platz 3.

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Erfreulich ist, dass fast alle ihre Kilometer zeitnah eintragen. „aktuell“ bedeutet, dass der letzte Eintrag innerhalb der letzten sieben Tage erfolgte.

Unser zweites Team hat bisher 11 Mitglieder und jede Menge Platz für weitere Unterstützung. Wer mitspielen möchte, braucht sich einfach nur anmelden und seine gelaufenen Kilometer auf der Webseite per Computer oder Smartphone eintragen. Bei der Anmeldung ist das Handbuch eine gute Hilfe. Außerdem sollte man sich einmal kurz die Spielregeln durchlesen.

Text und Bilder Jens Allerheiligen 17.06.2018

Bild1Frohnleichnamstouren

Als ich wahr nahm, dass meine Vereinskollegen der LG Ultralauf von Stuttgart und Karlsruhe eine Tour an Frohnleichnam von Pforzheim nach Karlsruhe vorhatten, war ich sofort angetan. Die Startzeit 10 Uhr war gerade richtig, da ich wusste, dass ein Zug von Rottweil nach Pforzheim um 10:06 Uhr in Pforzheim einfährt. Ich nahm sofort mit Jonathan Kontakt auf und schon war der erste Teil meiner Fronleichnams-Tour bestätigt. Der zweite Teil wäre dann von Karlsruhe nach Rottweil die Nacht hindurch. Soweit war erst mal die Planung.

Am gesetzten Tag ging es mit dem Auto nach kurzer Fahrt zum Bahnhof in Rottweil. Der Zug um 8:16 Uhr nach Pforzheim fuhr pünktlich ab. Als ich um 10:06 Uhr in Pforzheim ausstieg, haben die Kollegen schon am Bahnhofseingang auf mich gewartet. Schnell noch ein Foto gemacht, meinen Rucksack noch der Frau Gärtner übergeben, den sie mit dem Auto mitnahm nach Karlsruhe.

Schon begann der erste Teil der Tour nach Karlsruhe. Es war eine angenehme Tour durch die Landschaft. Das Wetter machte super mit und auch die Atmosphäre innerhalb der Gruppe war super. Zur Halbzeit der 45 km Strecke war eine kurze Rast zur Ergänzung der Verpflegung. Die Zeit verging relativ schnell vorbei und damit war Karlsruhe erreicht. Das Ziel war der Garten der Fam. Gärtner und war für ein Grillfest super vorbereitet. Auch eine Dusche stand zur Verfügung und das mit viel Liebe zubereitete Essen, das herrlich schmeckte. Hier noch ein herzlichstes Dankeschön an Franziska und Hilmar Gärtner und Eltern vom Hilmar. Danke es war super bei Euch.

Gegen 19Uhr machte ich mich auf den Weg Richtung Rottweil. Zuerst zum Bahnhof von Karlsruhe denn von dort ab war meine Route über Komoot gespeichert. Über Rüpurr ging es hinaus zum Teil über die Strecke von Fidelitas-Nachtlauf Richtung Ettlingen. Aber bald verlor ich dann die Orientierung, irgendwann kam ich dann doch an Ettlingen vorbei. Komoot hat eine Eigenschaft besser 20 km Umweg als auf Asphaltwegen zu laufen. Dabei wurde ich auf eine Mountainbike strecke hoch geführt steil und mit Schilder versehen nicht für Fußgänger und Lebensgefahr. Ich habe es überlebt, nur die Zeit lief davon, denn an Laufen war bei deren Steigung nicht zu denken.

Bild1bBald wurde es dunkel und die Nacht brach herein. In der Ferne zeigten sich die ersten Blitze. Wieder einmal meldete sich das Navi „ Du hast deine Route verlassen, schaue nach in Deiner Karte“. Es blieb nichts anderes übrig als umzukehren, nachdem ich in einem privaten Firmengelände umher geirrt war. Dafür kam das Gewitter immer näher und näher und ließ auch der Regen nicht mehr lange auf sich warten. Wollte eigentlich Bad Herrenalb noch erreichen, aber habe mich dann doch in Marxell entschieden das schlimmste vom Gewitter abzuwarten. Es war inzwischen 24 Uhr, als ich mich auf den Boden vom Vorplatz vom Bahnhof Marxell ausbreitete. Auf die Eisenbänke wollte ich mich nicht unbedingt bei dem Gewitter legen. Wollte nicht durch einen Blitz auf der Eisenbank gegrillt werden.

Bild4Nach zwei Stunden habe ich meinen Rast- und Schlafplatz wieder verlassen. Das Gewitter hatte sich wieder beruhigt. Es ging immer noch aufwärts in der Nähe von Bad Herrenalb. Es ist immer wieder schön nachts durch den Wald zu streifen. Es ist ruhig, auch die Tiere schlafen, man hört und sieht nichts umher huschen. Auch kein Wolf ließ sich im Wolfgebiet erblicken. Die Wege vom Westweg wurden von Komoot benutzt oder überquert. Ab 4 Uhr morgens kam wieder Leben in die Natur, die Vögel erwachten wieder und so manch anderes Tier ließ sich erblicken. Aber ansonsten tiefer Schwarzwald, nur Wald rings herum, tiefer schwarzer Wald, keine Menschenseele, man ist alleine für sich und der Natur.

Bild5Nach 8 Uhr morgens ging es dann hinunter Richtung Forbach. Es dauerte. Man sollte nicht meinen, das ginge schnell, es zog sich dahin immer weiter hinunter. Um ca. 9 Uhr habe ich Forbach erreicht und hier suchte ich ein Cafe zum Frühstücken. Wurde gleich mal fündig, nur die Auswahl fürs Frühstück war ein wenig mickrig, aber besser wie gar nichts. Die Steckdose im Gastraum musste herhalten zum kurzfristigen aufladen der Akkus.

Bild7Anschließend ging es weiter Richtung Freudenstadt, aber zu allererst die Anhöhe wieder hoch. Gerade hoch ohne Schleife die Zugspitze ist nichts dagegen. Hoch, es will nicht enden, 2 Stunden hoch, wann hört es endlich auf. Irgendwann hatte ich es dann doch geschafft und die Hochebene des Schwarzwaldes erreicht. Alsbald wurde es mir klar, Rottweil erreiche ich nicht mehr im Laufe des Tages. Somit war mein Gedanke Freudenstadt bis abends zu erreichen und dann mit öffentl. Verkehrsmittel nach Rottweil weiter zufahren. Es zeichnete sich auch ab, dass meine Akkus nicht mehr solange durch halten würden. Die Nähe zu Freudenstadt zeigte sich dann das sich der Wald zurück zog und wieder einmal freies Land sichtbar wurde. Erste Ortschaften zeigten sich dann bald und somit auch mal die Gelegenheit Einzukehren bei Kaffee und Kuchen. Anschließend holte ich mir noch ein halbes Kilo Erdbeeren und so gestärkt ging es weiter nach Freudenstadt zum Bahnhof.

Hier kam das böse Erwachen. Es fährt kein öffentliches Verkehrsmittel nach Rottweil, was nun. Akkus sind leer, das heißt kein Handy mehr, die Uhr ist schon längst leer. Es sind noch 48 km bis Rottweil, hinter mir waren es bisher 150km. Bekenntnis wenn man 150km laufen kann dann kann man auch noch die restlichen Kilometer laufen. Im Bahnhof-Restaurant noch kurz das Handy für das Navi aufgeladen und dann nichts wie weiter. Inzwischen sind zwei Stunden vergangen und es ist 21 Uhr. Auf ging es Richtung Rottweil, schöne Strecke, schöne Trails. Dieses Schöne musste ich bald verlassen, kein Navi mehr Akkus leer. Es blieb mir nichts anderes mehr übrig als den Hauptstraßen nach zu laufen.  Für die Stirnlampe hatte ich noch einen vollgeladenen Akku dabei, wenigstens sehe ich nachts noch was.  Irgendwann fingen die Fußsohlen an zu brennen. Sie schmerzten nicht, aber es war unangenehm. Also bevor sie Feuer fingen, Schuhe aus und mal ein paar Kilometer barfuß gelaufen in den Socken. Gegen 1 Uhr kam die Kälte und ich fror, mir war kalt. Dann nächstes Dorf, es ist Flourn und jetzt habe ich meine mir bekannte Umgebung erreicht. In Flourn die Sparkasse aufgesucht, nicht zum Geld abheben, nein zum aufwärmen und mal schlafen. Würde ich durchlaufen, wäre ich spätestens um 4Uhr morgens beim Auto. Nach Hause fahren würde nicht funktionieren. Da würde ich einschlafen, im Auto schlafen wäre zu kalt ohne Schlafsack. Also in der Sparkasse mal schlafen und später mal zulaufen, so dass ich um 6 Uhr in Rottweil bin zum Frühstücken beim MC. Es war ein schöner Lauf und bestimmt nicht der letzte in dieser Art, nur die Stromversorgung muss überdacht werden.

Text und Bilder: Franz Holzleitner, 12.06.2018

15 Martin KurzHinter den 7 Bergen …

Am Samstag, 02. Juni 2018 fand der „Schwarzach Trail Salzburgerland“ statt. Heuer war es für den Organisator Fredl Zitzenbacher eine Jubiläumsveranstaltung: 20 Jahre Schwarzacher Lauffest und 5 Jahre SchwarzachTrail, das wollte er gebührend feiern und ich durfte mit teilnehmen. Üblicherweise steht eine Strecke mit 47 km und 2.600 HM zum Trailrunning zur Verfügung, dieses Mal bestand die Option, auf 84 km und 5.000 HM zu erweitern.

Organisatorisch war ein ordentlicher Mehraufwand notwendig. Startnummernabholung und Briefing war bereits am Vorabend. Anschließend konnte man noch gemütlich beisammen sitzen. Dieses Angebot nahmen aber wohl nur die wenigsten wahr, sollte der Start doch schon um 05:00 Uhr in der Früh sein.

Freitagabend gewitterte und regnete es noch ordentlich, auch als ich zu Bett ging - kein gutes Omen für den nächsten Tag. Die Nacht über hatte ich erstaunlich gut geschlafen und ich kam auch relativ gut um 03:30 Uhr aus dem Bett. Ab 04:00 Uhr gab es Frühstück im Festsaal der Gemeinde Schwarzach mit Brot, Semmeln, Marmelade, Kaffee - alles ausreichend vorhanden. 04:30 war noch der Gemeindepfarrer da und segnete ganz ungezwungen die Veranstaltung und die Läufer.

Pünktlich 05:00 Uhr war dann direkt vor dem Festsaal der „leise“ Start des Laufes für alle Teilnehmer. Keine laute Musik, kein Startschuss - nur ein Herunterzählen durch Fredl ohne Mikrofon. Das Wetter war bewölkt, aber trocken, die Temperatur angenehm. Nur kurz ging es auf Asphalt durch den Ort, bald schon durften wir auf einen Schotterweg abbiegen und langsam konnte man sich an trailige Verhältnisse gewöhnen, obwohl bis zum 1. VP Böndlsee die Strecke noch nicht wirklich anspruchsvoll war.

01 Klaus Spielbuechler

Ich hatte aber trotzdem erstmal Probleme meinen Platz im Rennen zu finden. Zunächst bin ich absichtlich langsam und gemütlich losgelaufen, konnte dann aber nicht so mein Tempo laufen, wie ich wollte, da es bereits einige schmale Pfade gab, auf denen ein Überholen schwer möglich war. Bis VP Böndlsee hatte ich dann aber meinen Takt gefunden. Ab hier ging es dann deutlich steiler und trailiger aufwärts.

02 David Geieregger

04 David Geieregger

Wegen des Regens am Vortag war die Strecke zum Teil ziemlich aufgeweicht, matschig und immer wieder mit Pfützen unterbrochen. Als die Füße erst mal nass waren, hat das dann nichts mehr ausgemacht. Im Gegenteil: Je mehr Gatsch und je mehr Pfützen desto mehr Spass machte es, fast so wie in der Kindheit, als man absichtlich in die Pfützen gesprungen ist - das war immer noch toll. Fredl, wie hast es nur geschafft, die Piste so toll zu präparieren? Trailrunning vom Feinsten! Ich kannte die Strecke inzwischen schon etwas, dieser Lauf war meine dritte Teilnahme am SchwarzachTrail. So war ich eher überrascht, wie schnell die ersten Gipfelkreuze Gamskögerl und Hochegg abgelaufen waren.

05 Klaus Spielbuechler

Beim K47 war der höchste Punkt der Schneeberg, auch der wurde ohne große Mühen überwunden. Jetzt ging’s erstmal wieder abwärts zum nächsten VP. Aber nicht zu früh freuen, eine größere Erhebung, der Großglocker, stand noch als Hindernis zurück zum Ziel Schwarzach. Diesmal alles kein Problem und so erreichte ich in meiner persönlichen Bestzeit das „Festgelände“ im Ortszentrum Schwarzach nach 06:51:21. Hier hätte ich aufhören können (der „klassische“ SchwarzachTrail), von Anfang an aber hatte ich die 84 km im Auge und mit meiner Durchgangszeit die Cut-off-Zeit locker unterboten.

Zeit für Socken- und Schuhwechsel und die Füße nochmals ordentlich zu fetten. Dabei betrachtete ich vorsorglich auch meinen rechten Außenknöchel, hatte ich doch ein paar Mal Ganzkörperkontakt mit dem gesunden pongauer Boden. Ausser einer kleinen Rötung war nichts zu entdecken und so ging es nach kurzer Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme weiter auf die aufgepimpte Strecke.

07 Fredl Zitzenbacher

Letztes Jahr hatte ich eine Einladung zur Streckenvermessung angenommen und so war auch die nicht ganz neu für mich. Die Sonne kam jetzt auch langsam heraus und so wurde es deutlich wärmer. Zunächst ging es auf einer Forststraße wieder aus Schwarzach heraus. Bevor es dann aufwärts ging, gab es nochmals einen VP. ja, und dann ging es aufwärts, aufwärts, aufwärts. So hatte ich es nicht mehr in Erinnerung, naja, jetzt hatte ich auch schon mehr als 47 km und 2.600 HM hinter mir. Irgendwann hatte ich das Gefühl, die Strecke würde direkt in den Himmel führen. Oberhalb des Paarsees wurde dann das 5. Gipfelkreuz (Gasteiner Höhe) erreicht. Weiter ein kleiner Abstecher zum 6. Gipfelkreuz Haßeck (Nomen est omen?). Ein Stückerl wieder zurück und dann abwärts zur Heugatalm, wo wieder ein VP eingerichtet war. Jetzt war das Ziel mental schon ziemlich nahe - aber es sollte doch noch ein bisserl dauern.

09 Martin Kurz

Wenige Kilometer befand sich der VP Herzogalm, ca. 2 Stunden vor dem Cut-off war ich dort und durfte deshalb auch den letzten Gipfel erklimmen. Am Heukareck stand dann das 7. und letzte Gipfelkreuz. Die Betreuer dort waren besonders gut drauf und gratulierten zu den bewältigten 5.000 HM, jetzt ging’s nur noch bergab. 1.500 HM auf 10 km - ging besser als ich erwartet hatte. Bis zuletzt konnte ich dann doch noch laufen, obwohl ich die 5.000 HM schon deutlich in den Beinen spürte. Beim Abwärtslaufen sah und hörte ich dann schon das Gewitter über Schwarzach. Kurz überlegte ich, ob die letzten 5 Kilometer der Strecke auf die Regenjacke verzichten sollte. Letztendlich entschloss ich mich dann doch noch die Regenjacke aus dem Rucksack heraus zu holen und anzuziehen.

11 Klaus Spielbuechler

12 Klaus Spielbuechler

Schließlich erreichte ich nach 14:52:38 erschöpft aber glücklich und zufrieden wieder das Ziel in Schwarzach.

Anschließend duschte ich erstmal und durfte mir frische Kleider anziehen. Im Festsaal gab es Essen und Getränke. Mit der Siegerehrung wurde gewartet, bis der letzte Läufer im Ziel angekommen war. Fredl forderte uns dann kurz vor dessen Zieleinlauf auf, uns im Einlauf aufzustellen und ihn gemeinsam zu empfangen - eine super Idee und ein krönender Abschluss des Laufes! Nach der Siegerehrung konnte dann noch weiter gefeiert werden, ich musste leider nach Hause fahren denn am Folgetag hatte ich schon wieder Dienst.

14 Martin Kurz

Das war wirklich ein super Lauffest mit super engagierten Helfern! Die Strecke war nicht nur kilometer- und höhenmäßig zweigeteilt sondern auch vom Untergrund her. Die 2. Runde war deutlich technischer als die 1., kein Gatsch, keine Pfützen, dafür trockene steinige und wurzlige Singletrails. Tja, und hinter den 7 Bergen … kein Schneewittchen, „nur“ Fredl, der jeden Läufer und jede Läuferin persönlich begrüßte, anfangs nach dem Start auf der Strecke mit anfeuerte und beim Durchlauf in Schwarzach die 84-km-Läufer und -Läuferinnen extra moderierte und motivierte. Danke lieber Fredl, dass ich wieder bei Deinem Fest dabei sein durfte! (http://www.schwarzach-trail.at)

Text: Martin Kurz, Bilder: Martin Kurz, Klaus Spielbüchler, David Geieregger, 11.06.2018

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