Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Bei großer Hitze fand die diesjährige Ultratrail-Meisterschaft in Veitshöchheim in der Nähe von Würzburg statt. Der Veranstalter des Maintal Ultratrails warb mit dem Slogan „Hier steckt Trail drin“ und bot eine Strecke von 64 km Länge mit 1700 Höhenmetern im Auf- und Abstieg an. Der Lauf führte durch Weinberge, Wiesen und viel Wald, was als sehr attraktiv bewertet wurde. Ja, der Lauf hat Spaß gemacht, auch wenn es unerwartet heiß war.

Für die Mitglieder und Betreuer der LG Ultralauf war es ein schöner und erfolgreicher Tag.

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Morgens kurz vor dem Start war unser Team voller Tatendrang und Vorfreude. Mit 17 Männern und 4 Frauen hatten wir wieder einmal das größte Team am Start. Aber andere Vereine hatten auch sehr starke Mannschaften gemeldet und so bestand unser Ziel mit unseren ersten Mannschaften jeder Wertung auf das Podest zu kommen.

Auf dem offiziellen Mannschafts-Foto sind von links nach rechts: Hans-Dieter Jancker, Michael Irrgang, Claudia Lederer, Franz Berger, Wolfgang Metzger, Falk Sittner, Fank Gehle, Fanz Holzleitner, Jonathan Gakstatter, Margit Messerer, Sylvia Faller und Florian Bachmaier.

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Walter Hösch und Klaus Haake konnten auch noch für ein Foto gefunden werden.

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Walter Hösch, Michael Irrgang, Aaron Dorn, Sylvia Faller, Hans Brunnmüller und Claudia Brunnmüller stellen sich für ein weiteres Gruppenfoto zusammen.

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Christoph Janthur und Stefan Beckmann gut gelaunt vor dem Start.

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Peter Hübner und Konrad Vogl erwischte unsere Fotografin erst auf der Strecke am VP 4.

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Von Michael Frenz, der kurzfristig für einen verletzten Läufer eingesprungen war, ist kein brauchbares Foto vorhanden gewesen, daher hier sein aktuelles Facebook-Profilbild.

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Das Wochenende begann wie so oft mit einem gemeinsamen Pasta-und Pizzaessen. Die Freude über ein Wiedersehen war groß und es gab viel zu erzählen.

Am nächsten Morgen fuhren wir recht zeitig zum Veranstaltungsgelände, wo nach dem Foto-Shooting und einem kurzen Briefing um 7 Uhr der Startschuss für die Läufer der Ultrastrecke erfolgte. Viele von uns hatten gehörigen Respekt vor der Länge, den Höhenmetern und den vorhergesagten, heißen Temperaturen.

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Auf der ersten Rennhälfte lief ich ab und zu mit Franz zusammen. Franz läuft lieber bei einstelligen Temperaturen und hatte an diesem Samstag zu kämpfen, was er auch klaglos auf beeindruckende Weise machte. Der Hinweg verlief Main-abwärts an der Kante zwischen Weinbergen und einem Wald und bot oftmals Blicke auf den die Landschaft prägenden Fluss. Für viele war es von Anfang an zu heiß, aber die ersten Stunden fand ich noch ok.

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Am ersten VP traf ich auf Claudia Brunnmüller. Nach der 50km DM in Ebershausen war es erst ihr zweiter Ultra, aber sie widerlegte bravourös alle Zweifler und lief stets genießend, mit einem Lächeln im Gesicht und erreichte reichlich vor mir das Ziel.

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Ich gönnte mir zum Fotografieren Pausen. Hier säumte eine tolle Blumenwiesen den Weg.

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Irgendwo da hinten links waren wir vor Stunden gestartet. Die Streckenführung war im ersten Teil wirklich klasse.

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Die Strecke im zweiten Teil war vermutlich auch schön, aber mir blieben vor allem solche Abschnitte in Erinnerung, bei denen man durch sonnige Felder lief, auf denen die Hitze stand. Auch wenn ein angenehmer, leichter Wind wehte waren dort gefühlt 35 Grad.

Am vierten Versorungspunkt (VP) standen unsere Betreuer, halfen ein wenig und machten ein paar Fotos.

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Hans-Dieter Jancker bei einem Downhill, Falk Sittner sammelte Kräfte. Sie liefen auf Platz 3 und 2 der Vereinswertung. Aaron Dorn war bereits vorbei und wurde erst im Ziel wieder gesehen.

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Die Versorgungspunkte waren anfangs etwa alle 10 km, später waren die Abstände etwas kürzer. Dennoch war es unerlässlich, stets seine Wasservorräte aufzufüllen. Jonathan nahm sich alle Zeit der Welt, dabei war er turboschnell unterwegs.

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Sylvia ist mittlerweile eine unserer erfahrensten und erfolgreichsten Läuferinnen. Mit ihren Zeiten rennt sie in ihrer Altersklasse stets um die Podestplätze mit und legt den Grundstein für eine gute Leistung bei den Frauenmannschaften. Bei dieser DM wollte sie es langsamer angehen lassen und nahm sich an den VPs geduldig Zeit – diese Taktik wurde am Ende mit dem 3. Platz ihrer Altersklasse belohnt.

Nicht nur mir ging es so: Ich habe bei diesem Wettkampf geschwitzt, wie selten zuvor!

Letztendlich erreichten 194 Männer und 49 Frauen auf der Meisterschaftsstrecke das Ziel, davon alle von uns gestarteten DM-Teilnehmer. In dem top besetzen Feld konnten alle Läuferinnen und Läufer von uns kämpferisch überzeugen und belegten insbesondere in allen Mannschaftswertungen klasse Platzierungen, auch wenn die Sieger-, bzw. Podestzeiten der Männer und Frauen aktuell für unsere Besten noch außerhalb der möglichen Reichweite lagen. Deutsche Meister wurden Pia Winkelblech (Landau Running Company) in 6:09:44 bei den Frauen und Moritz auf der Heide (LAZ Puma Rhein Sieg) in 4:47:57 bei den Männern.

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Aus Datenschutzgründen zeigen wir ausschließlich Vereinsmitglieder von der Siegerehrung. Diese drei erzielten mit ihren Leistungen einen Podestplatz ihrer Altersklasse. Pechvogel Hans-Dieter stürzte gleich dreimal auf dem Weg zum Sieg und wurde nach dem Lauf kurz zur Behandlung ins Krankenhaus gefahren - dennoch überwog die Freude über seinen dritten Meistertitel in diesem Jahr. Ein fantastisches Rennen lief Claudia Lederer. Auch sie ist noch gar nicht so lange dabei und erzielte damit ihre beste Platzierung bei den Frauen bei einer DM. In ihrer gut besetzten Altersklasse wurde sie Zweite. Sylvia Faller wurde Dritte ihrer Altersklasse.

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Ein Foto mit allen Medaillengewinnern. Bei den Männern und Frauen mussten wir nur den Teams der LG Nord Berlin den Vortritt lassen, bei den Männern 50+ dem Team von LG Allgäu Kempten, aber bei den Frauen 50+ konnten wir die Goldmedaille erzielen – worüber wir uns sehr freuten, auch wenn hier die Konkurrenz zugegebenermaßen nicht ganz so stark war.

Claudia Brunnmüller (oben rechts) komplettierte das Frauenteam, Walter Hösch (ganz rechts) ist Teil der erfolgreichen M50+-Mannschaft. Sehr erfreulich und etwas überraschend ist der 2. Platz bei den Männerteams. Es waren einige sehr starke Teams am Start und da die Computerergebnisse nicht vorlagen, musste man die Einzelzeiten zunächst überschlagen und die Ergebnisse waren lange Zeit nicht gesichert. Letztendlich lagen zwischen Platz 2 und 6 nur 33 Minuten Abstand, was verglichen mit dem Abstand zwischen Platz 1 und 2 mit etwa 1:45h wirklich knapp ist. Den Löwenanteil daran hat unser in Norwegen lebendes Vereinsmitglied Aaron Dorn, der unter den Trailspezialisten und Kaderathleten einen hervorragenden 13. Platz erreichte. Auch er steht noch am Anfang seiner Ultra-Karriere und deutete bei seinem erst 4. Ultra-Wettkampf sein Potential an. Für Falk war es bereits die dritte Trail-DM und auch diesmal platzierte er sich wieder weit vorne. Und das Hans-Dieter Weltklasse in seiner Altersklasse ist, ist uns allen ja schon lange klar, aber dass er sich auch im Gesamtklassement so weit vorne platziert und diesmal mit drei Stürzen … ist schlicht phänomenal. Auf dem Bild fehlen Margit Messerer, die das Team W50+ verstärkte und Christoph Janthur im Team M50+. Beide mussten bereits vor der Ehrung die Heimreise antreten.

Jonathan Gakstatter war nur 4 Minuten hinter Hans-Dieter im Ziel. Er war mit 21 Jahren einer der jüngsten Starter im Feld und lief ein tolles Rennen. Schon länger dabei ist Walter Hösch – und er wird jedes Jahr besser! Frank Gehle startet ebenfalls wie auch Aaron und Jonathan in der Klasse M20 und komplettierte unsere zweite Mannschaft, die als „beste zweite Mannschaft“ auf einen hervorragenden 8. Platz von 20 gewerteten Mannschaften kam.

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Letztendlich hat das gesamte Team gewonnen, denn nach ersten Hochrechnungen konnten wir wieder den zweiten Platz in der Tageswertung der Ultramarathon-Bundesliga erzielen und damit unseren Gesamtplatz festigen. Und so kamen alle, die noch da waren und wollten auf das obige Gruppenbild.

Anschießend gab es noch einen gemütlichen Abschluss mit einer Verabredung zu den nächsten Veranstaltungen. Bereits in zwei Wochen treffen sich viele der Trailspezialisten zu dem Etappenlauf am Natursteig Sieg (ELAN) wieder, andere treffen sich in Bottrop zur 24h DM.

Insgesamt war es wieder einmal ein sehr schönes Wochenende. Die Veranstaltung war sehr professionell organisiert und das schöne Wetter und die schöne Strecke sorgten ihrerseits für einen angenehmen Rahmen. Vielen Dank an die Organisatoren und vielen Helfer, die bei dieser Meisterschaft mitgewirkt haben!

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Eine Randbemerkung, die unbedingt erwähnenswert ist, ist das Ergebnis von Stephan Finster und Michaela Kirchner, die mit Rücken-, bzw. Knieproblemen über Monate nicht laufen konnten, aber unbedingt dabei sein wollten, um das Meisterschaftsteam zu treffen und zu unterstützen. Dabei entschied sich die Vizepräsidentin der LG Ultralauf erst morgens von den geplanten 13 km hochzumelden, um wie Stephan die 30 km zu laufen. Beider erreichten glücklich und beschwerdefrei das Ziel.

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Ebenfalls extra angereist, um das Team zu unterstützen war Jens Allerheiligen, der, wie Karin, die Frau von Wolfgang Metzger, vor Ort die 13km-Runde lief. Ergebnisse unserer Vereinsmitglieder auf der Meisterschaftsstrecke

Platz Name Zeit AK Platz AK
13 Dorn, Aaron Gerrit 05:39:40 M20 4
24 Sittner, Falk 06:06:08 M35 4
47 Jancker, Hans-Dieter 06:30:43 M65 1
52 Gakstatter, Jonathan 06:34:11 M20 8
63 Hösch, Walter 06:47:55 M55 5
65 Gehle, Frank 06:50:43 M20 10
76 Frenz, Michael 07:01:48 M45 12
90 Janthur, Christoph 07:10:00 M55 10
91 Haake, Klaus 07:12:02 M45 14
102 Vogl, Konrad 07:22:02 M55 11
115 Hübner, Peter 07:38:47 M55 12
116 Metzger, Wolfgang 07:40:24 M55 13
127 Berger, Franz 07:49:37 M45 21
134 Bachmaier, Florian 08:10:59 M35 18
147 Beckmann, Stefan 08:27:32 M55 17
160 Irrgang, Michael 09:03:28 M50 25
163 Holzleitner, Franz 09:09:39 M65 5

 

Platz Name Zeit AK Platz AK
8 Lederer, Claudia 06:40:16 W40 2
21 Faller, Sylvia 07:34:35 W50 3
35 Brunnmüller, Claudia 08:46:32 W50 7
39 Messerer, Margit 09:06:35 W50 8

 

Ergebnisse auf den Unterdistanzen

Platz Name (30 km) Zeit AK Platz AK
11 Michaela Kirchner 03:06:23 W50 2
23 Stephan Finster 02:50:03 M50 3

 

Platz Name (13 km) Zeit AK Platz AK
14 Jens Allerheiligen 01:12:01 M50 3

 

Text und Bilder: Michael Irrgang, Michael Frenz (1).

 

Die neue Saison des Kilometerspiels ist inzwischen eine Woche alt. Diesmal laufen wir in Südafrika los. Unser erstes Team hat sich gleich wieder an die Spitze gesetzt. Es sind dort noch 12 Plätze frei. Ramona und Torsten sind in das zweiten Team gewechselt. Neu begrüßen dürfen wir Anke aus Bochum. Herzlich Willkommen.

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Auch unser zweites Team ist gut gestartet und liegt gerade auf Platz 13. In beiden Teams fehlen noch diverse Einträge, so dass noch einige Kilometer dazu kommen können.

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Diese Woche können alle Spieler noch Tipps abgeben, wieviele Kilometer das Team bis zum Saisonende erreicht.

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In beiden Teams sind neue Mitspielerinnen und Mitspieler herzlich eingeladen sich uns anzuschließen. Sucht euch eines unserer beiden Teams aus. Entweder „LG Ultralauf“ in der ersten Liga oder in der 5. Liga bei „LG Ultralauf Die Verfolger“. Bitte tretet nicht bei beiden Teams ein, da wir Überschneidungen vermeiden möchten. 

 

Bei der Anmeldung ist das Handbuch eine gute Hilfe. Außerdem solltet ihr euch einmal die Spielregeln durchlesen.

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Text und Bilder Jens Allerheiligen 09.07.2018

Zur Vorbereitung des Etappenlaufes am Natursteig Sieg (ELAN), der ja Ende Juli stattfindet, wollte ich inmehreren Teilen die gesamte Strecke ablaufen und einen aktuellen Track aufzeichnen. Die Sonntagsetappe führt in der längsten Variante über eine Länge 119 km von Mudersbach zum Hotel nach Herchen. Vor einiger Zeit bin ich mit Thorsten Klenke das Stück bis Au gelaufen, nun sollte der Rest folgen.

Also packte ich am Freitag nach der Arbeit meine Sachen und fuhr mit der Bahn nach Au. Von dem Bahnhof ist man nach 1 km auf dem Natursteig und nach weiteren 35 km im Ziel in Herchen. Eine schönere Beschäftigung für diesen sonnigen Freitagnachmittag kann es eigentlich gar nicht geben.

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Ein erster Höhepunkt ist am Alten Stuhl erreicht, von dem man einen schönen Ausschnitt des Siegtales und einem Hinweisschild zufolge wohl auch ab und zu Gleitschirmflieger beim Starten sehen kann.

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Die Bank hier oben sah auch sehr einladend aus, aber die Markierung am Baum zeigte deutlich, weswegen ich heute und hier unterwegs war. Außerdem bin ich ja gerade erst los und hatte mir noch keine Pause verdient.

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Es ging dann einen sehr schönen Höhenweg entlang, bis man schon aus der Höhe unseren letzten Versorgungspunkt sehen kann, den man auch kurze Zeit später, nachdem man einen steilen, felsigen Weg heruntergegangen ist, auch erreicht. Von hier sind es noch ca 26 km bis ins Ziel.

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Der Weg ist wirklich sehr abwechselungsreich. Hier kann man trockenen Fußes einen Bach überqueren, selbst wenn der Wasserstand ein wenig höher ist.

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Der Weg führte heute viel durch Laubwald und Wiesen, meist auf wunderschönen Strecken, die technisch nicht schwer zu laufen sind, aber doch das Gefühl der unmittelbaren Nähe zur Natur gewährleisten.

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In Altwindeck befindet sich eine alte Burg, von der nur noch einige Grundmauern erhalten sind.

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Und wie schon bei der Burg in Stadt Blankenberg läuft man nicht nur dran vorbei, sondern mitten drüber.

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Von der Burg kann man wunderbar im warmen Licht der Abendsonne ein Naturschutzgebiet bei Dreisel sehen, durch welches man läuft, wenn man in Windeck auf die andere Seite der Sieg gewechselt ist.

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Wer sich die Zeit nimmt und für die Wunder der Natur interessiert, sollte sich unbedingt die seltene und funktionierende Dreiecksbeziehung zwischen einer Blume, einer Ameise und einem Schmetterling durchlesen. Absolut einzigartig!

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Etwas übertrieben formuliert hätte ich fast gesagt, dass es über baufällige Brücken über tiefe Schluchten ging, aber so gefährlich sind die Wege hier nun wirklich nicht.

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Auf diesem Teilstück bis nach Dattenfeld läuft man tatsächlich entlang der Sieg - ein seltenes Vergnügen auf dem Natursteig.

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Die Brücke im wärmer werden Abendlicht begeistert mich jedes Mal, jedoch trügt die Idylle denn schon in wenigen Metern folgt ein steiler Aufstieg.

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Die letzten Kilometer sind überwiegend recht einfach zu laufen, wenn da nicht ab und zu die sehr steilen Anstiege wären.

An einigen Stellen hatte ich mich unmittelbar an frühere Situationen erinnert, an denen ich mich dort verlaufen hatte. In der Tat sind manche Einstiege in die kleinsten Wanderpfade sehr schlecht zu finden, obwohl sie zweifellos prima markiert sind. Sicher eine anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere, weil einige Teilnehmer diese Stellen bei Dunkelheit passieren werden. Hier, etwa 3 km vor dem Ziel war es dann auch passiert, dass ich mich selbst verlaufen hatte, bzw. ich hatte leider erst 200m nach der Abzweigung auf den unscheinbaren Wiesenweg den Fehler erkannt. Der absolut unsichtbare Weg führt auf dem Bild von rechts nach links über diese Wiese bis ein Pfosten mitten auf der Wiese anzeigt, dass man jetzt rechts abbiegen muss. Dann kommt man etwa bei der Baumreihe im Mittelgrund raus und kann ohne weitere Herausforderungen das Ziel erreichen. So ist das mit unbenutzten Trampelpfaden.

Insgesamt war der Abschnitt wieder sehr schön. Allerdings hat er einige trickreiche Stellen, die wirklich schwer zu finden sind. Dazu die üblichen knackigen Auf- und Abstiege und immer wieder schöne Landschaftsbilder. Bei dem Wetter, wie ich es hatte, war der Lauf, bzw. die Wanderung ein Traum.

Diese Etappe wird am 29. Juli gelaufen. Wer Lust bekommen hat, kann noch mitlaufen. Alle Infos stehen hier: https://lg-ultralauf.de/elan-start.html und dann unter 3. Etappe weiterlesen.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 8.7.2018


JungleUltra Peru  230km in fünf Etappen    02.06.18 bis 09.06.18

Bereits frühzeitig hat sich der Gedanke in mir breit gemacht, den JungleUltra noch einmal in Angriff zu nehmen, nachdem ich 2016 wegen Krankheit nach der dritten Etappe ausgestiegen bin. Nach einer guten Trainingsvorbereitung (diesmal ohne lange Grippepause) bin ich guter Dinge nach Cuzco in Peru gereist.

Bereits bei einem ersten Stadtbummel haben ich einige Bekannte von früheren Läufen getroffen. Die Freude war natürlich groß! Am Freitagabend sind wir dann in einer bereits größeren Gruppe Essen gegangen und haben schon mal gemeinsam dem Lauf entgegengefiebert.

Für Samstag früh um 5 Uhr war die Abfahrt Richtung Basecamp geplant, sodass es schon früh ins Bett ging.

Samstag 02.06.18 Anreise ins Basecamp, Briefing und Race-Check’s

Ab 04:30 Uhr begann das Verstauen des Gepäcks und das Verteilen der 50 Läufer und des Betreuerteams auf ca. 10 Kleinbusse.  Einige waren erstaunt, dass der Veranstalter keinen großen Bus für die Fahrt einsetzt. Ich habe da nur angedeutet (ich wollte ja niemandem das Abenteuer nehmen), dass auf den Straßen, die wir heute fahren würden, keine großen Busse passen! Die Fahrt kannte ich ja schon.


Es gibt im Fernsehen (ich glaube Arte oder 3Sat, was sonst), eine Reportage mit dem Titel, „Die gefährlichsten Straßen der Welt“.


Über genau solche Straße ging es dann in einer 5 stündigen Fahrt durch die Anden bis zu unserem Basecamp. Dieses befand sich am äußersten Rand der Anden in einer Höhe von 3700 Meter. Vor uns breitete sich das Amazonasgebiet mit seiner endlosen Weite aus. Was wir heute begeistert bestaunten, sollten wir in den kommenden Tagen noch intensiv „genießen“ können.

 

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Nach der Ankunft haben wir uns zunächst erst einmal „häuslich“ eingerichtet. D.h. wir haben unsere Hängematten aufgehängt.


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Beim späteren Briefing fing es leider an zu regnen. Dann folgte der Ausrüstungs- und medizinische Check. Die allgemeine Stimmung kann man am besten mit „freudig erregt“ bezeichnen. Da es in diesen Breitengraden bereits um 18:30 Uhr stockdunkel ist, wurde es auch zeitig ruhig im Camp. Die Nacht war mit ca. 3 Grad sehr kalt. Dieses spürt man in einer Hängematte viel mehr als in einem Zelt.  Am nächsten Morgen um 5 Uhr beendeten die ersten unruhigen Geister die Nacht. Leider regnete es noch immer.


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Etappe 1 (Cloud 9), ca. 38km

Nach Frühstück und Verpacken der Ausrüstung erfolgte dann um 8 Uhr der Start der ersten Etappe. Das Gewicht meines Rucksacks betrug beim Start ca. 10 kg. Wir mussten ja unsere gesamte Ausrüstung und Nahrung für diese Woche selbst transportieren.


Hinzu kamen dann noch 2,5 Liter Wasser, mit denen man jeweils die Checkpoints verlassen musste.  Nach ein paar Kilometern auf einem Schotterweg ging es dann über einen schmalen Trail die nächsten 12 Km insgesamt fast 2000 Höhenmeter teilweise sehr steil bergab.

 

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Das Abenteuer hatte begonnen! Unten angekommen ging es quer durch ein Flussbett und dann gleich wieder ca. 300hm steil bergauf. Hier ging es Anfangs nur auf allen „ Vieren“ vorwärts. An einigen Abschnitten war zum Glück ein Seil gespannt, sonst wären wir dort nicht hinaufgekommen!

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Das alles sollte jedoch nur ein kleiner Vorgeschmack sein, auf das, was uns in den kommenden Tagen noch bevorstand.

Nach der steilen up-Hill Passage ging es dann über einen Weg, permanent bergab bis in das heutige Camp. Wir waren im Amazonasgebiet angekommen!

 

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Leider regnete es noch immer, was aber hier nichts Ungewöhnliches ist- „Regenwald“ eben.

Aber es war hier unten immerhin schon bedeutend wärmer (nicht nur der Regen)!

Jetzt erst mal Hängematte mit dem Regendach aufhängen, damit man einen trockenen Platz unter der Hängematte hat. Dann die Ausrüstung für den nächsten Tag im Rucksack umpacken. Dann erst Essen usw. Ein Rhythmus, den ich mir bei meinen Etappenläufen angewöhnt habe und mit dem ich gut klar komme.

Ich habe so morgens keine Hektik beim Zusammenpacken, sondern kann in Ruhe meinen Kaffee trinken und „entspannt“ der nächsten Etappe entgegensehen.

Etappe 2 (Amazonia), 35 km

Da sich bei Regenfällen auch kleine Bäche sehr schnell in reißende, unpassierbare Ströme verwandeln können, wird vor jeder Tagesetappe die Strecken nochmal von Einheimischen begangen und überprüft. Wenn notwendig wird die Route geändert.
Zusätzlich ist jeder Läufer mit einem militärischen GPS-Tracker ausgestattet, um im Notfall ein Hilfesignal sicher absenden zu können. Außerdem kann der Veranstalter zu jedem Zeitpunkt sehen, wo sich die Läufer aufhalten. Sicherheit hat oberste Priorität.

Auch heute wieder Start um 8 Uhr. Nach einem Stück auf einem Schotterweg ging es dann in einem kleinen Dorf links ab, hinein in den Dschungel.

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Sofort waren wir von der dichten Vegetation umgeben. Ab jetzt ging es weiter auf schmalen Trails mit Schlamm, Hitze und Feuchtigkeit. Permanent ging es Hügel hinauf und hinab.

In den Talsohlen galt es dann meist Bäche, schmale Flüsse oder Schammrinnen zu durchqueren. Die Schuhe und Füße waren , wie der restliche Körper, permanent nass.

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Wegen des vielen Regens in der vorherigen Nacht waren die Pfade schlammig und sehr rutschig. Da es ständig auf und ab ging, war es eine einzige Rutschpartie mit entsprechend vielen stürzen. 

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Einen Vorteil hatten die vielen Flüsse und Bachläufe dann doch noch. Hier konnte man sich mal den Schlamm und Dreck vom Körper und vor allem aus den Schuhe spülen.

Nach ca. 35 km und mehr als sechseinhalb Stunden erreichte ich das Camp.

Jetzt hieß es erst mal die Hängematte mit der Regenplane aufzuhängen, denn es sah nach weiterem Regen aus. Und dann ist die Plane der einzige Schutz. Anschließend ging ich mich im Fluss waschen und ließ vor allem meine Beine von dem kalten Wasser kühlen. Abends um halb sieben waren schon alle in den Hängematten verschwunden. Um diese Uhrzeit ist es im Regenwald auch schon stockdunkel. 

Etappe 3 (Logging), ca. 40km

Zunächst ging es 5 km über einen sehr unebenen, steinigen Weg, bis an einen breiten, reißenden Fluss. Über diesen war ein Drahtseil gespannt. Mit einer Seilwinde wurden immer drei Läufer zusammen übergesetzt.