Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Text: Michael Irrgang, Bild Frauenehrung: Steffi Dipps, Bilder Männer: Evi Piehlmeier

WOW! Was für ein Tag! 9 Starter, alle ins Ziel gebracht, alle standen in ihren Altersklassen auf dem Podest. Dazu der Gesamtsieg bei den Frauen durch Katrin Gottschalk und Siege mit der Frauenmannschaft und der Männermannschaft! In der Ultramarathon Bundesliga die Tageswertung haushoch vor LG Nord und LG Mauerweg gewonnen. Was für eine Teambilanz!

In dem erfolgreichen Team ragt die Leistung von Katrin Gottschalk heraus. Sie wurde in einer Zeit von 8:12 Meisterin und unterbot damit die Qualifikation für die 100km-WM, die im nächsten Jahr an gleicher Stelle stattfinden könnte, deutlich. Anke Libuda meldete sich dem dritten Platz der Frauenwertung nach langer Verletzungspause eindrucksvoll zurück. Dagmar Daubner verbesserte ihre Bestzeit um 20 Minuten und komplettierte die erfolgreiche Frauenmannschaft. Kerstin Hommel konnte sich trotz Trainingsrückstand nach einem gut eingeteiltem Rennen über ein Finish freuen.

100k 1 MS W

Katrin, Anke und Dagmar bei der Ehrung der Frauenmannschaft. Im Hintergrund Michael Sommer, der die Ehrung mitgestaltete.

Ergebnisse der Frauen

Platz

AK Platz

Name

Laufzeit

Bemerkung

1.

1. W40

Gottschalk, Katrin

08:12:03

Bestzeit, WM-Norm

3.

2. W40

Libuda, Anke

08:52:26

 

6.

2. W45

Deuber, Dagmar

10:28:12

Bestzeit

8.

1. W60

Hommel, Kerstin

12:36:27

 

100k 2 M

Boris Tomaschewski lief die erste Hälfte des Rennens mit Katrin, schaltete dann einen Gang zurück und verbesserte seine Bestzeit um etwa 10 Minuten! Hart umkämpft war die Altersklasse M60. Hier konnte Lothar Esser von Spiridon Frankfurt seinen Vorsprung vor Walter Hösch mit 1 Minute knapp behaupten, der ebenfalls seine Bestzeit erheblich steigern konnte. Guido Piehlmeier auf Platz 3 beendete das Rennen mit einer soliden Leistung.

Georg Kirsch ist eher auf superlangen Trails unterwegs, kann aber auch auf Asphalt und kurz laufen. Florian Gossenauer ist ein recht neues Mitglied und lief mit einer eher vorsichtigen Renngestaltung seinen ersten 100km-Lauf.

Ergebnisse der Männer

Platz

AK Platz

Name

Laufzeit

Bemerkung

7.

1. M45

Tomaschewski, Boris

08:28:26

Bestzeit

11.

2. M60

Hösch, Walter

09:12:45

Bestzeit

13.

3. M30

Kirsch, Georg

09:47:46

 

14.

2. M45

Gossenauer, Florian

10:05:20

Debut

16.

3. M60

Piehlmeier, Guido

11:42:40

 

Insgesamt hatte das Betreuungsteam rund um Präsidiumsmitglied Evi Piehlmeier einen nicht ruhigen, aber dennoch angenehmen Tag, auch wenn es morgens nicht nur dunkel, sondern auch kalt war. Für die Läufer waren die Rahmenbedingungen perfekt und so blieb unser Team von größeren Problemen verschont. Ein Dank geht an die Organisatoren der LG Mauerweg und der DUV für die Durchführung der Veranstaltung.

Link Ergebnisse: <hier klicken>

Text: Michael Irrgang, Bild: Max Hommel (Leistungszentrum Herzhogenturm), Logo: Michael Irrgang, 14.09.2021

Logo SW

Ziel: Die Teilnehmer laufen in geführten Gruppen drei Tage in der schönsten Gegend im Hochschwarzwald und absolvieren dabei einen Trainingsblock zur Steigerung der Grundlagenausdauer.

Termin: Dienstag, 19.4. bis Samstag, 23.4.2022 (Woche nach Ostern). Wir beginnen Dienstagabend mit dem Essen und beenden die Veranstaltung am Samstag nach dem Frühstück. Am Samstagvormittag bieten wir noch eine kleine Führung durch Freiburg an.

Zielgruppe: 20 bis 50 erfahrene Ultraläuferinnen und -läufer aller Leistungsklassen.

Unterkunft: Die Unterkunft ist das Leistungszentrum Herzogenhorn in der Nähe von Freiburg im Hochschwarzwald. Wir haben Halbpension gebucht und ergänzen diese Mahlzeiten durch einen Versorgungspunkt an der Laufstrecke und einen Stärkungs-Stand beim Zieleinlauf. Es ist auch eine komplette oder tageweise Teilnahme ohne Übernachtung möglich.

Herzogenhorn 1

Inhalt: Wir sind auf 1300m Höhe untergebracht. Der Westweg, der Schluchtensteig, der Feldberg und der Titiseee liegen in unmittelbarer Nähe und bieten Ziele und Wege auf vielfältige Weise. Wir werden an den drei Tagen drei verschiedene Ziele in der Umgebung anlaufen, zu denen es verschieden lange Strecke gibt. Die Teilnehmer bilden leistungsgleiche Gruppen, die gemeinsam vormittags zum Mittagspicknickplatz laufen, wo sich alle Teilnehmer treffen. Nachmittags bilden sich neue Gruppen für den Rückweg zum Hotel. Direkt bei Ankunft am Hotel gibt es eine kleine Zielverpfegung. Es wird nach Track gelaufen, drei Gruppen werden durch jemanden von der Organisation angeführt. Bei diesem Training geht es darum 2 lange Läufe bei niedriger Beanspruchung pro Tag zu laufen. Die Dauer ist für alle Gruppen vormittags etwa 4 Stunden und nachmittags variabel zwischen 3 bis 5 Stunden. Die Strecken haben zwar reichlich Höhenmeter, sind jedoch auch für Straßenläufer laufbar. Denkbar ist, dass auf den Höhen noch Schnee liegt

Die drei Guppen lassen sich folgendermaßen beschreiben.

  1. Gemütlich: In vier Stunden werden etwa 20km mit 1200 Höhenmeter gelaufen. Dabei wird etwa die Hälfte der Strecke, insbesondere alles berghoch, gewandert. Flache Abschnitte werden in einem Tempo von ca 6:30 bis 7:00 pro km gelaufen.
  2. Sportlich: In vier Stunden werden etwa 25km mit 1500 Höhenmeter gelaufen. Dabei werden längere oder steilere Anstiege gewandert. Flache Abschnitte werden in einem Tempo von ca 6:00 bis 6:30 pro km gelaufen.
  3. Leistungsorientiert: In vier Stunden werden etwa 30km mit 1800 Höhenmeter gelaufen. Dabei werden Anstiege nach Bedarf gewandert. Flache Abschnitte werden in einem Tempo von ca 5:30 bis 6:00 pro km gelaufen.

Für den Rückweg wird es zusätzlich auch eine reine Wandergruppe geben.

Am Dienstagabend gibt es einen Vortrag zu dem Thema Grundlagenausdauertraining und Regeneration. Ansonsten gibt es abends immer noch einen Tagesrückblick und ein Briefing für den Folgetag, aber sonst keine Vorträge.

Leute ohne Übernachtung kommen zum gemeinsamen Start zum Hotel und erhalten nach dem Lauf noch die Zielverpflegung.

Anmeldung und Kosten: Die Anmeldung erfolgt über die Internet-Seite der LG Ultralauf. Die Kosten belaufen sich auf 400 Euro im Einzel- und 320 Euro im Doppelzimmer. LG Ultralauf-Mitglieder erhalten einen Rabatt von 30 Euro. Für Etappenteilnehmer kostet ein Tag 40 Euro und alle drei Tage 100 Euro.

 

Text: Michael Irrgang, Bilder: Cathrin Haake, Ilona Thöß, Martina Stumpf-Irrgang, Michael Irrgang (falls kein Name angegeben), 12.09.2021

Am 11.9. pünktlich um 5 Uhr setzte sich in Suhl beim Südthüringentrail eine große Gruppe von Trailläuferinnen und -läufern in Bewegung, um in verschiedenen Wertungen die Meister zu ermitteln.

Knapp 300 Starter umfasste das Feld, wovon 240 das Ziel erreichten, 50 nach 47km ihren Lauf beendeten und etwa 10 als DNF (did not finish) gelistet wurden. Eine gute Finisher-Quote, obwohl die Strecke mit ihren 65km und 2500 Höhenmetern den Läufern einiges abverlangte, insbesondere steile Abschnitte, die hoch wie runter zu bewältigen waren. Anfangs war es dunkel, zwischendurch hat es geregnet, neblig war es, teilweise matschig und glatt, teilweise kam aber auch die Sonne raus und bot perfekte Bedingungen.

Das Team vom Veranstalter rund um Mirko Leffler hatte eine super Veranstaltung organisiert. Verlaufen war nahezu ausgeschlossen, sämtliche Kreuzungen waren bestens markiert und alle 50m gab es einen rosa Punkt auf der Strecke, damit man sicher war, richtig zu sein. Die Verpflegungspunkte hatten einen guten Abstand zueinander, waren bestens ausgestattet und mit total hilfsbereiten und netten Helfern besetzt. Etwa 130 Helfer sorgten wir für einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung, mit viel Service von einem Frühstück ab 4 Uhr bis zur Massage nach dem Lauf.

UT 00 Start

Bild Cathrin Haake. Ein Teil der Mannschaft vor dem Start: Franz und Sylvia Faller, Markus Meinke, Katharina Bey, Michael Irrgang und Klaus Haake.

Sportlich wurden sensationell gute Leistungen erzielt. Bei den Frauen überragte Almut Dreßler von LG Nord Berlin, die bisher eher flach unterwegs war, beispielsweise bei der 50km Weltmeisterschaft 2019. Bei den Frauenmannschaften überragte Landau Running Company, die mit ihren Frauen Platz 1 und 3 der Mannschaftswertung belegte. Bei den Männern gab es einen Doppelsieg von Alexander Dautel LG Nord Berlin und Lukas Kley von TV Refrath und einen überlegenen Mannschaftsmeister von GutsMuths-Rennsteiglaufverein.

Für die LG Ultralauf gestaltete sich das Wochenende gleichermaßen schön wie erfolgreich. Es war schön, viele Vereinskollegen wiederzusehen und neue kennenzulernen. Erfolgreich, weil wir sehr gute Leistungen mit einigen Podestplätzen erzielten und durch den zweiten Platz in der Tageswertung unsere Spitzenposition in der Ultramarathon-Bundesliga weiter ausbauen konnten. Unsere Neumitglieder Marian Mielke und Silke Jemlich liefen ihren ersten Lauf für unseren Verein und konnten mit ihren Ergebnissen gleich einen großen Beitrag zum erfolgreichen Ergebnis beisteuern.

Insgesamt sind fast alle gestarteten Teilnehmer super durchgekommen und konnten ihr Potential abrufen. Lediglich Ilona Thöß musste wegen Magenproblemen das Rennen nach 47km vorzeitig beenden.

UT 01 Ilona

Bild: Ilona Thöß. Ilona Thöß war lange Zeit mit Rainer Mika unterwegs.

UT 03 KathiBild: Cathrin Haake. Kathi Bey konnte sich ihre Kräfte gut einteilen und erreichte zufrieden als Vereinsbeste das Ziel.

Auch Sylvia Faller konnte ihre Erfahrung ausspielen und finishte sicher. Am Ende des Tages konnte sie sich sogar über einen dritten Platz in ihrer Altersklasse freuen.

UT 04 Sylvia

Bild: Martina Sumpf-Irrgang. Im Bild erfolgte die Ehrung die Ehrung der Altersklasse durch den Bratwurstkönig und Gefolge.

Die junge Mutter Silke Jemlich komplettierte schließlich die Frauenmannschaft. Durch das Online-Tracking konnte man gut verfolgen, wo sich die einzelnen Läufer auf der Strecke befanden und ein Finish im Zeitlimit war nie gefährdet.

UT 05 Silke

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Im Ziel freute sich die ganze Familie über Silkes Erfolg.

Spannend war auch die Mannschaftswertung der Männer. Mit Marian Mielke, der die ganze Zeit in der Spitzengruppe unterwegs war und sich am Ende über Platz 5 der Gesamtwertung freuen durfte und Markus Meinke, der nur wenig später einlief und Platz 7 in der Gesamtwertung und Platz 1 seiner Altersklasse erzielte, bestand Hoffnung auf eine Top-Platzierung. Wann kommt Nr. 3?

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann Sebastian Gonschorek ins Ziel, der sich sichtlich wunderte, Teil der ersten Mannschaft zu sein. Er war am Ende des Rennens froh, nach überstandener Verletzung und einem guten Training ohne Probleme ins Ziel gekommen zu sein.

UT 06 MSM

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Markus, Sebastian und Marian bei der Siegerehrung Mannschaften Männer. Für die drei gab es eine Bronzemedaille.

UT 07 MSM50

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Sogar eine Goldmedaille erhielt die Mannschaft Männer 50+ bestehend aus Klaus Haake, Franz Faller und Michael Irrgang. Klaus lief wie gewohnt ein souveränes, gut eingeteiltes Rennen. Er ist seit Monaten in einer dauerhaft bestechenden Form. Franz lief vermutlich sein bestes Rennen überhaupt. Er konnte alle Schwierigkeiten gekonnt meistern und schließlich mit einer guten Zeit und einem Lächeln ins Ziel laufen. Zu meinem Rennen später mehr.

UT 08 SvenBild: Martina Stumpf-Irrgang. Sven Furrer kurz nach seinem Zieleinlauf. Nachdem er eine Woche zuvor bei einem Charitylauf gestartet war, waren die Beine am Veranstaltungstag etwas schwer. Dennoch eine solide Leistung auch von ihm auf die er stolz sein kann.

Insgesamt haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gut abgeschnitten und insbesondere mit den drei Mannschaften wertvolle Punkte für die Bundesliga gewonnen. Am Ende belegten in der Tageswertung wir hinter der LG Nord Berlin den zweiten Platz.

Die Platzierung der Frauen

Platz W

Platz AK

Teilnehmer

Altersklasse

Nettozeit

17

8

Dr. Bey, Katharina

W 30-34

8:37:37

32

3

Faller, Sylvia

W 55-59

9:39:58

52

11

Jemlich, Silke

W 30-34

10:50:24

Die Platzierung der Männer

Platz M

Platz AK

Teilnehmer

Altersklasse

Nettozeit

5

2

Mielke, Marian

M 30-34

6:02:23

7

1

Meinke, Markus

M 45-49

6:15:41

75

22

Gonschorek, Sebastian

M 40-44

8:35:45

78

12

Haake, Klaus

M 50-54

8:37:05

108

18

Faller, Franz

M 50-54

9:20:56

128

11

Irrgang, Michael

M 55-59

9:50:50

130

26

Furrer, Sven

M 50-54

9:54:34

Die Frauenmannschaft belegte Platz 4, die Männermannschaften die Plätze 3 und 8 und die Männermannschaft 50+ Platz 1.

UT 09 duv

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Das DUV-Präsidium hatte bei der Vergabe der Meisterschaft einen exzellenten Ausrichter ausgewählt. Olaf Ilk, Annette Müller, Michael Sommer und Jürgen Schoch waren vor Ort, nahmen Aufgaben wahr und nutzten die Gelegenheit für Gespräche.

UT 10 mirco

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Ich kenne Mirko seit vielen Jahren und bewundere seine Leistung zur Etablierung dieser Veranstaltung. So war es klar, dass ich an dieser Meisterschaft teilnehmen musste, selbst, wenn meine Form gerade nicht so gut ist.

Am Abend vorher noch schnell ein paar Schuhe gekauft, da ich seit einiger Zeit Einlagen tragen muss, die nicht in meine alten Trailschuhe passen. Ansonsten hatte ich aber an alles gedacht, war nur etwas zu warm angezogen, weil ich im Wettbericht Regen, Gewitter, Kälteeinbruch herausgelesen hatte. Aber so schlimm war es ja gar nicht.

UT 11 skipiste

Die Schuhe waren wie erhofft echt gut. Ohne Probleme bin ich damit die rutschigen Skipisten rauf- wie runtergekommen.

UT 12 Gipfelkruez

Die Aussichten ins weite thüringische Land war begrenzt, so war ein Selfie vor dem Gipfelkreuz eine gute Alternative. Mir hat der Weg echt Spaß gemacht: sehr abwechslungsreich, durchaus anspruchsvoll, gut markiert und mit vielen gut ausgestattete Versorgungspunkten. Aufgrund meines Trainingsrückstandes bin ich eher langsam gestartet, aber letztendlich gut durchgekommen.

UT 13 Ziel

Bild: Martina Stumpf-Irrgang. Beim Zieleinlauf hatte die Sonne geschienen, wurde gerade die leicht kitschige Hymne des Südthürigentrails gespielt und erwartete mich meine Frau. Besser kann ein Lauf doch kaum enden.

Insgesamt war es ein rundum gelungenes Wochenende.

Links: Seite VeranstalterMeisterschaft DUV-Statistik, Ultramarathon-Bundesliga 2021

 

Text und Bild (Bad Blumau 2021): Michael Irrgang, Grafik: von der Statistikseite der DUV, 09.09.2021

Seit 2015 gibt es die Ultramarathon-Bundesliga und nachdem sie im letzten Jahr ausgefallen ist, wird sie in diesem Jahr fortgeführt. Bei dieser Vereinsmeisterschaft unter der Organisation der DUV erfolgt nach einem bestimmten Bewertungsschema eine Auswertung der Meisterschaftsläufe für Vereine.

Letzte Woche wurde die 24h-Lauf-DUV-Challenge in Bad Blumau ausgewertet und die LG Ultralauf, die Titelverteidiger bei der Bundesliga ist, konnte die Tageswertung knapp gewinnen.

Dieses Jahr kommen die vier DUV-Meisterschaften in die Wertung und in den nächsten Wochen folgen die Läufe im Ultratrail und 100km-Lauf. Den Abschluss bildet dann die 50km-DUV-Challenge Anfang November. Die platzierten Vereine erhalten neben der Ehrung ein Preisgeld.

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Die Bundesliga hat das Ziel, Meisterschaften und Vereinszugehörigkeit zu fördern. Durch ein durchdachtes Bewertungsschema werden alle Einzel- und Mannschaftsleistungen bewertet, die Punkte addiert und schließlich ein Vereinsranking gebildet. Dabei spielen die Platzierungen mit den Mannschaften eine sehr wichtige Rolle.

Mit einer überragenden Leistung konnten sich die Frauen von Die Laufpartner bei den Frauenmannschaftswertung durchsetzen und gleichzeitig in der Gesamtwertung und den Altersklassen punkten.

Mit diesen Punkten reichte es für einen sehr guten zweiten Platz. Auch das Laufteam Braunschweig hatte eine starke Frauenmannschaft, während die LG Würzburg und Lauffeuer Fröttstädt bei den Männern sehr erfolgreich waren. Dennoch hat die Tageswertung die LG Ultralauf mit einem ausgeglichenen Team gewonnen! Etwas überraschend, denn das Ergebnis ist knapper als es den Anschein hat. Aber unser Vorteil war, dass wir neben unseren Frauen- und Männermannschaften auch mit unserer Männer 50+-Mannschaft punkten konnten. Dazu kommen dann noch gute Ergebnisse in den Altersklassen dazu und so addieren sich die Punkte.

BL Tabelle1

Die Top 10-Vereine; DUV-Statistik: DUV Ultramarathon-Statistik (d-u-v.org)

Das Regelwerk wurde in diesem Jahr etwas angepasst, um die Chancen auf eine gute Platzierung kleinerer Vereine zu erhöhen. So kann ein Verein in einer Mannschaftswertung ab diesem Jahr nur noch mit einer Mannschaft punkten. Gleichzeitig wurde die Mindestpunktzahl für die Mannschaftswertungen angehoben, sodass ein Verein dafür, dass er eine Mannschaft in die Wertung bekommt, mit vielen Punkten belohnt wird, wobei es für weitere Mannschaften keine Punkte gibt. Vereine mit hervorragenden Einzelstartern können zwar auch punkten, sich aber niemals ganz vorne platzieren, wenn größere Vereine am Start sind.

Suhl ist kommenden Samstag, Meldeschluss für Bernau war gestern – da können sicher noch Nachmeldungen und Nicht-Teilnahmen das Bild verändern, dennoch ist auf Basis der aktuellen Meldungen eine Bundesligavorschau möglich.

Eine schöne Vorschau auf den Wettkampf in Suhl wurde auf der Internetseite der DUV veröffentlicht: Startseite DUV (d-u-v.org)

In Suhl wird es vermutlich um die 350 Starter geben, davon starten höchstens 100 für einen Leichtathletikverein und sind so für ihren Verein an der Bundesliga teilnahmeberechtigt. Konnte sich in Bad Blumau fast jeder Teilnehmer über einen Podestplatz in seiner Altersklasse freuen, so werden in Suhl die Platzierungen und Punkte schwer erkämpft sein. Da in der Gesamtwertung nur die ersten 6 und in den Altersklassen die ersten 3 mit Punkten ausgestattet werden, bringen nur Spitzenleistungen für die Bundesliga Punkte. Umso wichtiger sind die Mannschaftsergebnisse. Bei den Männern können etwa 9 Vereine Mannschaften bilden, davon 3 sogar eine Mannschaft „Männer 50+“, bei den Frauen gibt es maximal 4 Vereine mit einer Mannschaft und ein Verein - nämlich wir - mit eine Frauen-Mannschaft 50+.

Um bei der Bundesliga-Tagesauswertung vorne dabei zu sein, braucht ein Verein dieses Mal Masse und Klasse, also vordere Platzierungen in der Mannschaftwertung und zusätzlich Punkte in den Einzelwertungen.

Die besten Chancen auf eine vordere Platzierung sehe ich bei der LG Ultralauf, LG Nord Berlin Ultrateam und Landau Running Company. Alle drei Vereine haben sehr gute Frauen- und Männermannschaften gemeldet. Die Vereine aus Berlin und Landau haben möglicherweise die besseren Einzelläufer, aber wir haben zusätzlich noch Mannschaften in den 50+-Wertungen.

Auf den Ausgang der Mannschaftswertungen der Männer bin ich schon sehr gespannt. Auch wenn im Vorbericht unser Team nicht als Mitfavorit genannt ist, traue ich unseren besten Trailläufern einen Podestplatz zu.

Bei der 100km DUV-Challenge sind nur ca 50 Teilnehmer gemeldet, davon haben nur 3 Vereine 3 oder mehr Starter, was Teambonus-Punkte bringt. Die LG Ultralauf hat aktuell als einziger Verein die Chance, eine Männer 50+- und Frauenmannschaft in die Wertung zu bringen. Die Berliner Vereine LG Mauerweg und LG Nord sind die anderen beiden Vereine in Mannschaftsstärke und werden am Ende des Tages in der Tageswertung ebenfalls oben zu finden sein. Alle anderen Vereine laufen vermutlich nur um Platz 4.

Das ist schon etwas überraschend, dass die LG Ultralauf bei einer Veranstaltung in Berlin mit ca 10 Teilnehmern der teilnehmerstärkste Verein und in der Bundesligaprognose Favorit ist.

So kann es gut sein, dass nach Bernau der Titel in der diesjährigen Saison bereits vergeben ist, allerdings sind Prognosen immer Prognosen und ich weiß schon von einigen, die von uns angemeldet sind, dass sie nicht starten werden und nicht alle, die starten, werden ins Ziel kommen und überhaupt gilt die Aussage von Werner Sonntag: Ein Ultralauf bleibt immer ein Abenteuer mit unsicherem Ausgang.

Freuen wir uns auf spannende Wettbewerbe in den Einzel-, Mannschafts- und Vereinswertungen.

Text und Bilder: Jonathan Gakstatter, 1.9.2021
Bevor ich zum eigentlichen „Lauf“-Bericht komme, folgt nun eine längere Einleitung. Wer direkt den Rennbericht lesen möchte, bitte ab der fettgedruckten Überschrift weiter unten einsteigen.
Das bisherige Laufjahr war bislang nahezu optimal, keine Trainingsausfälle durch Verletzungen oder Krankheiten, die zwei Impfungen völlig problemlos verkraftet. Dies führte zu knapp 2800KM im ersten Halbjahr. Der erste offizielle Wettkampf war dann der Bienwald Backyard Ultra Ende Juni, nach 30h war ich mir sicher, dass dieses Format mir nicht liegt. So gut mein Allgemeinzustand nach dem Backyard war, umso schlechter ging es meinem rechten Knie. Nach einigen Tagen Pause startete ich einen kleinen Regenerationslauf, nach 2KM begannen starke Schmerzen in der rechten Knieinnenseite, die auch nicht mehr abklangen und der Einstündige Lauf wurde kein Spaß mehr. Die nächste Woche war dann Laufen gar nicht möglich, ein erneuter Laufversuch endete jäh nach 2KM mit Schmerzen, die zum Aufhören führten.
Da meine persönlichen „Waffen“ (Blackroll, Flossing, Dehnen, Kühlen) erschöpft waren, führte mich der Weg zum Physiotherapeut. Dieser attestierte mir eine sehr gute Flexibilität und auch lockere, nicht überlastete Muskeln, fand dann allerdings den Übeltäter im Psoasmuskel. Er bearbeitete die Stelle und gab mir einige Übungen mit dem Rat in zwei bis drei Tagen mal locker laufen zu gehen, der Schmerz könnte deutlich besser sein. Etwas ungläubig startete ich drei Tage später den ersten Laufversuch und das Knie war noch deutlich zu spüren doch der Schmerz war weg. An dieser Stelle möchte ich die Physiotherapie „Die Praxis“ in Ludwigsburg empfehlen. Meine Schmerzen wurden aus allen Blickwinkeln betrachtet und ausführlich alle möglichen Ursachen besprochen und viele Tipps für die Optimierung im Alltag gegeben.
Nachdem nun Laufen wieder möglich war, steigerten sich die Umfänge über 40KM in der dritten und 89Km in der vierten Woche wieder auf „normale“110KM fünf Wochen nach dem Backyard. So wie die Zuversicht in meinen Körper stieg umso realistischer war nun die Teilnahme am Rennsteig Nonstop. Hierfür hatte ich mich Ende Juni angemeldet, sofort nachdem ich die Ausschreibung gelesen hatte. Nachdem ich beim Veranstalter Gunther Rothe um die Möglichkeit der Teilnahme bat und diese auch erhört wurde, stand der Lauf in meinem Kalender. Durch die Verletzung hatte ich allerdings schnell die Hoffnung aufgegeben an diesem Lauf teilnehmen zu können. Nachdem die Woche vor dem Lauf sehr gut lief, reifte der Gedanke doch zu starten und zu versuchen was der Körper zulässt. Nach einem 30er mit einigen Höhenmetern am Sonntag fünf Tage vor Rennstart war ich allerdings wieder unsicher, der Puls war sehr hoch und der Körper fühlte sich nicht bereit an. Die finale Entscheidung fiel am Dienstag nach einem lockeren 20er der sich einfach gut anfühlte. Die Entscheidung fiel mir schwer da das Knie zwar schmerzfrei war, allerdings noch nicht das volle Vertrauen da war und der längste Lauf seit dem Backyard 30KM betrug. Die nächsten zwei Tage wurde dann schnell das notwendige zusammengepackt und die Hinfahrt organisiert, so dass ich am Freitag den 27.08 gegen 9Uhr mit dem Auto Richtung Ziel in Hörschel startete.
Rennbericht:
Nach eine sehr entspannten Autofahrt kam ich gegen 13Uhr in Hörschel an, der Veranstalter hatte eine Busfahrt zum Start organisiert, so dass man am Ziel das Auto parken konnte. Ich holte meine Startnummer ab und unterhielt mich mit dem Vereinskamerad Michael Frenz, der dabei fallende Regen war Vorbote für die nächsten Stunden…
Um 14:30Uhr startete der Bus zum Start in Blankenstein, die Busfahrt dauerte 2,5h und war geprägt aus einer Mischung aus Respekt, Vorfreude und großer Motivation. Letzteres war aufgrund des dauerhaften Regens vor den Busfenstern etwas gedämpft. Nach Ankunft in Blankenstein konnten Drop-Bags für drei Stationen (57, 103 und 133) abgegeben werden. Ich gab meinen Beutel mit Wechselschuhen und Socken für Km 103 ab, mehr hatte ich nicht dabei. Meine Startausrüstung war ziemlich minimal und Bestand aus:
⦁ 2x0,5l Softflask
⦁ 6 Gels
⦁ Erste-Hilfe-Set
⦁ Zwei Stirnlampen + jeweils Ersatzakku
⦁ Handy
⦁ Kopfhörer
⦁ Powerbank + Ladekabel für die Uhr
⦁ Regenjacke
Um 17:45Uhr erfolgte ein kurzes Briefing durch Gunther, an dieser Stelle nochmal vielen Dank für die tolle und aus meiner Sicht perfekte Organisation. Die Rahmendaten des Laufes sind denkbar einfach: 168KM von Blankenstein nach Hörschel auf dem original Rennsteigweg immer dem weißen „R“ nach mit ca. 2600HM im Aufstieg (meine Garmin sagte 3400) und ca. 2800Hm im Abstieg.
Start Blankenstein nach VP1 Brennersgrün KM 20

Bild1

Nach dem Start geht es direkt erstmal bergauf durch den Ort bis in den Wald bzw. auf die Feldwege. Schnell ist der Führende enteilt, dahinter bildet sich eine Dreiergruppe in der auch ich mich befinde. Ich fühle mich gut und locker, die Beine sind erholt und es läuft sich rund. Bald beginnt es deutlich stärker an zu regnen, mittlerweile sind wir noch zu zweit unterwegs und laufen über die engen sehr matschigen Trails, welche die Waden bis obenhin mit Matsch bedecken. Die zwei Läufer vor mir und auch einige hinter mir haben eine Radbegleitung und/oder eine Autobegleitung. In der Ausschreibung wird dies explizit empfohlen, bei insgesamt 8 Verpflegungsstationen halte ich dies allerdings nicht für notwendig, wenngleich es natürlich Zeit spart ohne Rucksack unterwegs zu sein und unterwegs dauerhaft verpflegt zu werden. Allerdings haben die Radfahrer es bereits jetzt aufgrund der Bedingungen schwer und ehrlich gesagt hätte ich nicht tauschen wollen. Nach ca. 10Km komme ich mit dem Läufer neben mir ins Gespräch, niemand geringeres als der amtierende deutsche Meister im 24h-Lauf Martin Armenat. Wir laufen entspannt bis zum ersten VP bei KM20, kurz vor dem VP verliert Martin seine Radbegleitung an einer sehr engen Zweigstelle. Er wird die nächsten Minuten mit der Organisation seiner Begleiter und Verpflegung verbringen weshalb ich ab VP1 erstmal alleine weiterziehe.
VP1 Brennersgrün KM20 nach VP2 Kalte Küche/Tettau KM38
Nach einem Becher Wasser und ein paar Salzstangen laufe ich alleine weiter, ich fühle mich gut, dementsprechend bin ich zügig unterwegs (für meine Verhältnisse) und liege knapp unter einem 6er Schnitt. Die nächsten 10Km sind unspektakulär, es geht mitten durch den Wald, die Wege sind oft schmal und durchweicht aber insgesamt gut laufbar, daher komme ich gut voran. Alsbald stoße ich auf den Weg der direkt neben der Landstraße verläuft, das weiße „R“ zeigt eindeutig den Weg hier entlang an und doch versichere ich mich immer wieder über meinen Track auf der Uhr ob ich wirklich richtig bin. Es geht knapp 8KM auf diesem Weg entlang, der Regen wird stärker, mittlerweile laufe ich wieder mit Regenjacke über dem Rucksack. Da auch die Temperatur deutlich abgenommen hat, überlege ich zeitweise die Handschuhe auszupacken. Als ich durch einen Ort komme, bekomme ich die Info der Führende liegt 20min vor mir, ich bedanke mich, auch wenn mich meine Platzierung wirklich nicht interessiert. Nach dem langen Asphaltabschnitt komme ich viel zu früh bei VP2 an, dort befindet man sich gerade noch im Aufbau, trotzdem bekomme ich alles was ich brauche und gehe gut versorgt weiter.
VP2 Kalte Küche/Tettau KM38 nach VP3 Limbach KM57
Direkt nach dem VP läuft Martin wieder auf mich auf, er hat seine Radbegleitung wieder getroffen und kurzfristig umdisponiert, so dass seine zwei Helfer ihn nun im Auto unterstützen. Wir laufen den nächsten Anstieg hoch und unterhalten uns. Ich merke, dass sein Grundtempo etwas zu schnell für mich ist, er erklärt währenddessen entspannt, dass er bis zum Sonnenaufgang locker laufen will um ggf. dann nochmal Gas zu geben – es ist gerade 22Uhr also noch ca. 8h bis Sonnenaufgang. Wir laufen noch ca. 10KM gemeinsam bevor ich ihn alleine weiter schicke um mich nicht völlig in den Ruin zu laufen. Nachdem ich alleine bin, gehe ich den nächsten Anstieg an und merke wie kalt es wird, wenn es zusätzlich zum Regen auch noch windet. Daher trabe ich langsam wieder an, die nächsten Kilometer sind allerdings sehr hart, ich befinde mich in der ersten Krise und kämpfe mich langsam voran. Nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich bei VP3 an. Hier gibt es Tee, den ich sehr gerne in Anspruch nehme. Kurz darauf trifft der Läufer nach mir ein, auch er nicht in allerbester Verfassung. Er will sich erstmal komplett umziehen und daher verlasse ich den VP alleine.
VP3 Limbach KM57 nach VP4 Dreiherrenstein KM83
Die nächsten KM geht es langsam voran, zwar fühle ich mich besser doch kam zum Regen noch Nebel hinzu, dieser ermöglicht jetzt noch eine Sicht von ca. 1-2m was die Orientierung nicht gerade einfacher macht. Ich motiviere mich damit, dass ich vor einer Woche nicht sicher war, ob ich hier starten kann und jetzt bald mehr als 80KM ohne Schmerzen gelaufen bin. Ich finde langsam in ein Wohlfühltempo unterbrochen von Gehpassagen. Eigentlich hatte ich damit gerechnet bald von den Läufern hinter mir eingeholt zu werden allerdings ist noch keiner aufgetaucht. Meine Uhr zeigt bereits KM84 an und noch kein VP in Sicht. ich habe bereits beim VP vorher gemerkt, dass ich laut meiner Uhr immer ca. 2,5-3Km später an der VP ankomme als angegeben. Mental für mich nicht einfach aber ändern kann man es ja auch nicht. Ich erreiche VP4 und hier ist ein Zelt mit Heizlüftern aufgestellt, angenehm aber mir zu warm. Ich fülle meine Flaks mit Wasser (ein Fehler) und breche nach einigen Minuten wieder auf.
VP4 Dreiherrenstein KM83 nach VP5 Grenzadler KM103

Bild2

Kurz nach dem VP 4 überholt mich zuerst die Radbegleitung und dann auch der zugehörige Läufer. Es ist Peter Flock der bereits zweimal hier gewonnen hat und einmal dritter wurde. Wir werden die nächsten 30KM in Sichtweite bleiben und ab und zu gemeinsam laufen. Ich laufe erstmal dahinter her, mir geht es plötzlich wieder deutlich besser, ein Orientierungspunkt hilft mir sehr und so laufe ich erst hinter Peter und dann auf gleicher Höhe. Wir unterhalten uns kurz, sind aber eher ruhig. An einem Abstieg bin ich zügiger und setze mich wieder nach vorne. An der nächsten Straßenquerung wartet Peters Helfer im Auto, er zeigt mir sofort den richtigen Weg und so kann ich ohne zu suchen direkt weiter. Es beginnt nun ein nicht zu steiler aber auf unwegsamen sehr schlammigen Boden laufender Anstieg. Hier holt Peter mich wieder ein und wir kämpfen uns gemeinsam bis nach oben wo das Verpflegungsauto meines Mitläufers wieder wartet und er mir eine Cola anbietet, die ich nicht ablehne (Vielen Dank!). Mein Problem ist aktuell, dass ich das kalte Wasser nicht trinken kann, da es direkt zu Magenschmerzen führt. Die Cola hingegen vertrage ich gut und so beginnen wir den gemeinsamen Abstieg Richtung Grenzadler. Nachdem wir erst gemeinsam laufen bin ich wieder vorne, Peter ist im Anstieg deutlich stärker, im Flachen sind wir auf einem Level und im Downhill bin ich etwas zügiger. So kommt es, dass ich als erster an VP5 eintreffe, dieser ist aufgrund einer Veranstaltung etwas nach vorne verlegt ans Rondell. Ich wechsele hier Schuhe und Socken, einzig und allein um wieder trockene Füße zu haben, die Schuhe waren super, allerdings so nass, dass sich bereits Blasen ankündigten. Während meines Schuhwechsels läuft Peter wieder vorbei und ich verpflege mich erstmal mit Schokolade und Salzstangen.
VP5 Grenzadler KM103 nach VP6 Neue Ausspanne Tambach KM118
Nun bin ich erstmal alleine unterwegs, was mich allerdings nicht stört. Es ist seit gut einer Stunde hell und auch der Regen größtenteils abgezogen. Nachdem ich zuerst einige Minuten gehe, verfalle ich langsam wieder in den Laufschritt und komme gut voran, es folgt ein Hoch in diesem Lauf und ich bin gefühlt wieder zügig unterwegs. Nach einer Kurve treffe ich wieder auf Peter und seine Radbegleitung die ich etwas später überhole. Die folgenden Anstiege bremsen mich wieder aus und ich muss doch wieder ganz schön kämpfen. Ziel ist der nächste VP in der Hoffnung auf warmen Tee. Nach einem steinigen Downhill komme ich beim VP an und wie an allen vorherigen Stationen werde ich sofort umsorgt und fülle meine Flasks mit warmen Tee. Zusätzlich trinke ich eine Brühe und mache mich wieder auf den Weg. Peter sehe ich hier bis zum Ziel das letzte Mal, nach dem folgenden Anstieg verlieren wir uns aus den Augen.
VP6 Neue Ausspanne Tambach KM118 nach VP7 Großer Inselberg KM133
Das nächste Ziel ist sofort im Kopf, irgendwie zum Großen Inselberg kommen, das war ein wichtiger Meilenstein für mich. Warum genau, kann ich gar nicht sagen, wohl eine Mischung aus „es ist dann nicht mehr weit“ und bekanntem Terrain vom Rennsteig Supermarathon. Bekanntes Terrain finde ich weniger, da der Supermarathon ja doch eher auf Waldautobahnen läuft und der Renntsteigweg über die schmaleren Pfade. Beflügelt vom nächsten Zwischenziel und der Hoffnung im anschließenden Downhill gut voranzukommen laufe ich wieder locker los. Die Strecke zieht sich allerdings wie Kaugummi und ich komme nur sehr schleppend voran. Spannend sind die Wanderhütten: in zwei von diesen sind, soweit ich es erkennen kann, Radfahrer eingekehrt, die bei diesem bescheidenen Wetter den Rennsteig in Angriff genommen haben. Der Inselberg will einfach nicht näher kommen, was mir auch die Wanderschilder unmissverständlich zu verstehen geben. Dann folgt ein langer Anstieg und ich bin bereits freudig und gehe von einer baldigen Ankunft aus. Doch dann geht es genauso wieder bergab und meine Laune sinkt genauso nach unten. Meine Uhr zeigt mittlerweile 136KM und immer noch kein VP in Sicht. Dann allerdings das erlösende Schild Großer Inselberg 1,5KM und nach einer Parkplatzquerung startet dann auch der Anstieg. Ich kämpfe mich den Anstieg hoch, zieh mich am Geländer hoch und komme nach einer gefühlten Ewigkeit am völlig vernebelten Verpflegungspunkt an. Dort nehme ich kurz Platz, lasse meine Flasks mit Tee und Cola füllen und erhalte die Info, dass Martin als Führender bereits am letzten VP vorbei ist und somit bald im Ziel ankommen müsste. Ich mache mich dann auch auf den Weg und hoffe durch den folgenden Downhill nochmal zügig voranzukommen.
VP7 Großer Inselberg KM133 nach VP8 Hohe Sonne KM151
Nun folgte der Abstieg vom Inselberg und mit einem ordentlichen Tempo konnte ich diesen auch zügig hinter mich bringen. Allerdings war ich an einer Stelle etwas unaufmerksam, so dass ich mich um ca. 500m verlief, der Fehler war aber nach einem kurzen Querfeldeinmarsch behoben. Das Wetter war mittlerweile angenehm geworden und sogar die Sonne traute sich ab und zu heraus. Mittlerweile waren auch einige Wanderer und Radfahrer unterwegs und so wurde das ganze etwas „lebhafter.“ Ich kam einigermaßen solide voran, allerdings hatte ich leichte Probleme mit der rechten Ferse die nicht mehr so recht auftreten wollte. Der letzte VP kam immer näher und mit ihm wurde das Ziel greifbarer. Nach einem letzten längeren flachen Stück folgte die Querung der Straße und dann war ich am VP angekommen. Hier war beste Stimmung und es wurde alles geboten was man wollte. Ich füllte meine Flask mit Cola und nahm etwas Schokolade mit auf den Weg. Für Verwirrung sorgte die Frage nach meinem Radbegleiter, die allerdings schnell geklärte werden konnte in dem ich klar machte, dass ich alleine unterwegs war. Nach einer kurzen Pause ging es auf die finale Etappe.
VP8 Hohe Sonne KM151 nach Ziel Hörschel KM171

Bild3

Hoch motiviert lief ich direkt nach der VP wieder los, allerdings zeigte sich die Strecke zum Ende hin nochmal von der besten Seite. So bestanden die nächsten 10KM aus einem ständigen auf und ab welcher mich wirklich zermürbte. Die Cola in der Flask und ein letztes Gel gaben aber nochmal Energie und so ging es ca. 5Km vor dem Ziel mitten durch den Ort und auf dem Feldweg entlang Richtung Hörschel. Ein letztes Mal in den Wald hinein, dort nochmal mit einem Begleiter von Peter, der nun zu Fuß in dessen Richtung unterwegs war, abgeklatscht und dann waren es noch 2KM. Aus dem Wald heraus ging es auf einem Feldweg in den Ort hinein und dann kam das Ziel in Sicht, welches ich nach 21:04h und 171,5Km erreichte.
Im Ziel warteten bereits Martin als Sieger mit neuem Streckenrekord von 18:10h und Marcel Ernst als Zweitplatzierter in 20:10h. Ebenso Veranstalter Gunther Rothe und einige Helfer sowie andere Läufer die leider hatten aufgeben müssen. Nach einem kurzen Gespräch mit den zwei anderen warf ich meinen Stein den ich von Blankenstein hergetragen hatte in den Fluss und hatte damit meine Aufgabe erledigt. Etwa eine Stunde später nach 21:57h kam Peter Flock ins Ziel und kurz darauf gab es eine kleine Siegerehrung. Hier gab es neben dem Finishershirt auch noch eine Holzplakette für den dritten Platz sowie ein Anhänger als Erinnerung.
Fazit
Ich bin mit dem Lauf sehr zufrieden, heute zwei Tage nach dem Rennen geht es mir sehr gut, lediglich die rechte Ferse braucht noch etwas Pflege und die Schuhe trocknen noch auf dem Balkon. Die Teilnahme war kurzfristig und ohne großen Ambitionen. Ich hatte keinen Plan für den Lauf und wollte einfach Spaß haben und ein Abenteuer erleben und genau das hat geklappt.
Glückwunsch und Respekt an alle Läufer und Läuferinnen, die sich trotz der Bedingungen an den Lauf gewagt haben und stundenlang durch den nassen Thüringer Wald gelaufen sind
Den Lauf kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen, er wird mit großem Herzblut veranstaltet und alle Helfer und Helferinnen geben alles um es den Läufern so einfach wie möglich zu machen. An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an Gunther und sein Team, die sich in der kalten und verregneten Nacht in den Wald gestellt haben und wirklich alles gegeben haben. Sofern der Lauf nochmal stattfindet, bin ich sicher dabei und auch sonst gibt es in Thüringen ja tolle Veranstaltungen – wie mir mehrmals sehr glaubhaft erklärt wurde.
Bild4
Tonplakette und Urkunde gab es für jeden Teilnehmer

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