Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Seit 2015 veranstaltet die DUV eine Vereinsmeisterschaft unter dem Titel „Ultramarathon Bundesliga“. Nach drei zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren konnte das Team der LG Ultralauf in diesem Jahr erstmalig die Meisterschaft gewinnen.

BL Tabelle 2019

Die Ziele der Einführung waren, die Meisterschaften attraktiver zu machen und die Vereine, insbesondere die DUV-Förderstützpunkte zu stärken, da eine gute Tagesplatzierung nur mit guten Mannschaften zu erzielen ist. Meister wird ein Verein, wenn die Mitglieder bei den fünf Meisterschaften im Ultralaufbereich gut abschneiden.

Je Meisterschaft (Lauftag) werden die Einzel- und Mannschaftsergebnisse mit einigen Sonderregelungen in Punkten bewertet und addiert. Das sind in der Tabelle die Rohpunkte. Daraus ergibt sich ein Ranking der Vereine und je nach Platz eine definierte Anzahl von Wertungspunkten. Entscheidend für die Tabelle sind letztendlich die Wertungspunkte und als nachgelagertes Kriterium bei Gleichheit die Rohpunkte.

Das genaue Regelwerk sowie die vollständige Tabelle kann auf der Statistikseite der DUV nachgelesen werden: hier klicken.

Der Tagessieger eines Lauftages bekommt den Titel „Mannschaft des Tages“. Gab es in den vergangenen Jahren in einer Saison teilweise vier verschiedene Vereine, die den Tagessieg erringen konnten, weil sich einige Vereine auf einzelne Disziplinen spezialisiert haben oder andere aufgrund der räumlichen Nähe ein großes, leistungsstarkes Team mobilisieren konnten, so erzielte dieses Jahr die LG Ultralauf vier Tagessiege, davon in Mörfelden (6h) und Bottrop (24h) recht souverän, in Kandel (100km) recht knapp. In Bottrop wurde mit 99 Rohpunkten der höchste jemals erzielte Wert seit Einführung der Rohpunkte geschafft.

BL MdT 2019

Ausblick

Die Überlegenheit der LG Ultralauf in diesem Jahr ist etwas überraschend und eher dem Umstand geschuldet, dass andere Vereine bei den Meisterschaften schwächer als sonst vertreten waren. So brachten selbst größere Vereine oftmals keine Mannschaft in die Wertung. Die Teilnehmerzahlen bei den Meisterschaften lagen dieses Jahr deutlich unter den Werten der Vergangenheit. Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass in diesem Jahr neben den 100km-Meisterschaften drei weitere Meisterschaften nun vom DLV veranstaltet wurden.

Klar ist, dass die Attraktivität der Bundesliga direkt mit der Attraktivität der Meisterschaften zusammenhängt. Spannende Wettkämpfe sind dann zu erwarten, wenn auch kleinere Vereine die Chance auf ein gutes Abschneiden haben, zumindest an einem Lauftag und die Aussicht auf den Titel „Mannschaft des Tages“. Wie die Vergangenheit zeigt, ist das bei dem aktuellen Regelwerk durchaus möglich, es erfordert allerdings eine gewisse Präsenz. Dennoch werden gerade im DUV-Sportausschuss moderate Anpassungen der Berechnungen diskutiert.

K100B

Unser erfolgreiches Läufer- und Betreuungsteam aus Kandel: Eine gute Frauen-, Männer- und Männer50+-Mannschaft legten den Grundstein für den Vereinserfolg bei der 100km DM.

Für viele unsere Mitglieder sind die Deutschen Meisterschaften die wichtigsten Veranstaltungen im Jahr und so freuen wir uns schon auf eine neue Bundesligasaison 2020.

Text, Grafiken und Bild: Michael Irrgang, 13.10.2019

Auch im nächsten Jahr bieten wir wieder ein Laufseminar „Grundlagen Ultramarathon & Trailrunning“ an, in dem die Teilnehmer viele Grundlagen über unseren Sport lernen können. Seit kurzem ist die Online-Anmeldung freigeschaltet: Hier klicken

Sorpesee

Blick von der Terasse

Am Wochenende nach Ostern, vom 16. bis 19 April 2020 sind wir im Bildungszentrum Sorpesee untergebracht; wahlweise in Einzel- oder Doppelzimmer bei Vollpension. Die Gegend ist sehr schön und bietet viele hügelige Laufstrecken, die insbesondere für unseren Trailrunning-Workshop ideal sind. Wir lernen in Praxisübungen einfache Techniken zum Bergauf- und Bergablauf, die richtige Technik beim Stockeinsatz sowie typischen Trail-Running-Trainingselemente kennen.

Koordinationstraining

Koordinationstraining hat viele Facetten. Typische Übungen zur Rhythmisierung.

Zum Training gehören aber noch mehr wichtige Themen, die jeder Ultraläufer kennen sollte, z.B. das notwendige Athletiktraining, eine sportlergerechte Ernährung, mentale Strategien. Im Bereich Trainingsplanung werden die verschiedenen Trainingsbausteine erläutert, damit die Teilnehmer lernen, sie sinnvoll zu kombinieren.

Eine Besonderheit dieser Veranstaltung wird der Schwerpunkt Verletzungen sein mit den beiden Bausteinen Verletzungsvermeidung und Erste-Hilfe.

Insgesamt gibt es ein recht abwechslungsreiches Programm aus Theorie und Praxis, wobei der Schwerpunkt auf der Wissensvermittlung von Grundlagen liegt.

Eine Teilnahme ist offen für alle interessierten Läuferinnen und -läufer, unabhängig des Alters oder Leistungsniveaus oder der bisherigen Lauferfahrung. Besonders empfehlenswert ist eine Teilnahme für Leute, die entweder noch gar nicht oder noch nicht so lange Ultras laufen oder ihr Training selbst planen. Sie lernen die Bausteine des Trainings kennen, um gut vorbereitet am Start des Traumlaufes zu stehen und mit Freude die Ziellinie überspringen zu können.

Weitere Infos: Hier klicken

Vorläufige Agenda: Hier klicken

Bilder Bildungseinrichtung Sorpesee, Trainingslager Zierenberg 2019, Text: Michael Irrgang, 06.10.2019

Platzierungen

Edda Bauer und Michael Bohm vertraten die Fahnen der LG Ultralauf beim 6-Tagelauf in Policoro/Italien. Dabei lief Edda in ihrer Altersklasse einen neuen fantastischen Weltrekord mit 516,718 km. Nachfolgend schildern die beiden ihre Eindrücke von dem Lauf:

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Edda Bauer:

Für mich war’s der beste aller meiner bisherigen 6-Tage-Läufe. Gute Organisation, herzliche Atmosphäre, komfortable Unterbringung, Essen (z.B. konnte man sich den frischen Salat selbst anmachen – Balsamico, feine Speiseöle und Gewürze standen zur Auswahl nach persönlichem Geschmack bereit) und Getränke einschließlich Bier gab’s im Restaurant an der Strecke – da konnte man gemütlich sitzen, Beine hochlegen und ein Pläuschchen halten. Z.B. seinem Kummer über die drückende Hitze Luft machen. Das erhörten die Götter und schickten prompt am Ende des 2. Tages ein kurzes aber heftiges Unwetter. Danach ging ein frischer Wind. Pech nur, wenn (wie in meinem Fall) die hinsichtlich Blasenbildung günstigsten Laufschuhe vorerst unbrauchbar weil triefend nass waren.

Und wie verblüfft war ich, als nach 429 km Organisator und weitere nette Menschen mich mit großer Deutschlandfahne begrüßten! Das war der alte auf dem IAU-Dokument nicht aktualisierte AK-Rekord. Somit kam ich ein zweites Mal (dann an der richtigen Stelle) in den Genuss. Pasquale denkt darüber nach, einen Lauf in kälterer Jahreszeit zu organisieren.

Herzliche Grüße aus Offenburg von Edda

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Michael Bohm:

Ein Abenteuer namens 6 Tage Lauf.
Vom 16-22.9.19 haben Edda Bauer und ich am Ultra Marathon Festival in Policoro in Italien teilgenommen.
Für mich war es das erste Mehrtages Nonstop Event.

Ich habe mich zu Beginn des Jahres entschieden einen 24h Lauf und einen 6 Tagelauf zu machen und mein Training auf den Sommer ausgerichtet. Vor dem Event hatte ich ca 3800km abgespult, im Schnitt 100km pro Woche in 2019. Die 24h Läufe waren auch erfolgreich mit 2 Mal 190/192km, so dass ich mich optimal vorbereitet fühlte.

Am Montag 15h war der Startschuss von 32 Läufern bei Temperaturen weit über 30grd.
Ich bin vorsichtig angegangen in de Hitze und habe erst ab 22Uhr bei angenehmeren Temperaturen das Tempo angezogen.

Der Dienstag verlief ähnlich mit Hitze tagsüber.
Ich habe meine Schlafpausen auf die Tag gelegt und versucht nacht möglichst viel auf der Strecke zu sein. Die ersten 48h liefen normal, ohne ein spezielles 6Tage Lauf Gefühl.

Nach der 2. Nacht fand ich mich von P5 auf P2 verbessert, was sicherlich der unterschiedlichen Schlafstrategie geschuldet war (ich habe noch keine Analyse der Splitzeiten der Läufer)

Am Ende es Dritten Tages fingen Probleme mit den Füssen an. Scheuerstellen und Blasen wuden versorgt aber ich wollte oder konnte meine Laufschuhe nicht mehr anzieht, da diese so schmerzten. Glücklicherweise hatte ich noch meine Barfussschuhe mit, die ich auf der Arbeit trage. Lederhalbschuhe nich recht unsportlich aussehen. Mit diesen habe ich die 2. Rennhälfte beendet. Ich hatte mittlerweise meine P5 zurückbekommen.

Unabhängig von der Schuhthematik begann nun auch die zweite Rennenphase, mental und körperlich.
Ich fühlte mich in einen Notfall Modus versetzt, in dem sich alles dem Ziel unterordnet die Position zu halten und die Kilometer zu sammeln. Alles Störungen, die nun auftraten mussten schnell behoben werde. Muskuläre Probleme durch den geänderten Laufstil mit den Barfussschuhen , weitere Blasen , Phasen der Energiearmut, Aussetzter im Wachsein.
Der Notfall Modus war erstaunlich gut. Es ist mindestens 2x vorgekommen, dass ich es nicht mehr geschafft habe , den Wecker zu stellen, da ich vorher in einem komatösen Schlaf viel. Jedes Mal bin ich allein Sub 2h erwacht (einmal davon war ich "sicher" 60h geschlafen zu haben und damit das Rennen vorbei ist) .

Die letzte Rennphase begann am Samstag früh 32h vor Rennende.
Ich hatte 1,5 h Pause gemacht mit Duschen und 1h Schlaf.
Ich war knapp auf P6 gefallen , wollte aber nicht mehr schlafen bis zum Ende.

Die letzte Phase war vom Positionskampf P5/P6 geprägt, der gleichzeitig AK P2/P3 bedeutete.
Ich konnte über den Tag seine Pausen nutzen um 8k Vorsprung zu bekommen, den es zu verwalten galt. Um mit der Energie zu haushalten bin ich in der letzten Nacht nur gegangen mit exakt 5km/h.
Um halb 6 morgens am letzten Tag, als ich dabei war meinen "Endspurt" zu planen und den 700k nahe zu kommen, verspürte ich einen plötzlichen starken Schmerz in Fuss aussen, als wäre eine Sehne umgesprungen. Die Behandlung dauerte ca 2h und ich musste verschiedene Fortbewegungsarten (Ministry of Silly Walks) ausprobieren . Letztendlich bin ich laufend und gehend ins Ziel gekommen.

672km in 144h Platz 5 gesamt, AK P2.
Wir haben Eddas Weltrekord der AK W75 bestaunt. Einem Landesrekord von Weißrussland (Platz 4) und mindestens 3 weitere AK National Rekorde.

Eine im Wortsinn phantastische Reise, die ich noch gar nicht verarbeitet habe.

Liebe Grüße Michael

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30.09.2019 Text: Edda Bauer, Michael Bohm Bilder: Edda Bauer, Michael Bohm, Rennveranstalter

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Von Lausanne nach Genf

Am 20. und 21. September 2019 fand die dritte Ausgabe des LG Trail statt. Die Haupstrecke über knapp 120km mit ca. 3600 HM startete am Sonnabend Morgen 02:00 Uhr von Lausanne. Als ich gegen 23 Uhr am Freitag eintraf, war gerade der Zieleinlauf des Urbantrail über 18km. Im Zeitrahmen des LG 120 gab es auch noch die halbe Strecke und Staffeln.

Startnummer abholen, umziehen und dann konnte ich im Stadion Pierre de Coubertin sogar noch eine halbe Stunde schlafen vor dem Start. Was für ein Luxus.

Start mit Fackeln und dann ging es erstmal 10 km entlang des Genfer Sees, erstaunlich, dass es in dieser dichtbesiedelten Region nicht nur Seeboulevards sondern streckenweise noch Ufertrails gibt. Nach 10km gings dann aber nach Norden entlang eines Flüsschens in die Ausläufer des Jura-Gebirges. Es war sternklar mit Halbmond und der Weg war bis zum Morgengrauen nicht besonders technisch. Bei Kilometer 39 konnte man einen Drop-Bag deponieren, so dass man auf Rat der Veranstalter mit Strassenschuhen loslaufen und dort auf Trailschuhe wechseln konnte. Das habe ich getan und war damit sehr zufrieden.

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Danach wurde es steiler. Es ging hoch und runter mit insgesamt drei grossen Huckeln, die sich die Höhenmeter teilten. Es wurde aber nie so très, très, très technique wie im Briefing vor dem Start angekündigt wurde. Natürlich gab es ordentlich verblockte Wege aber auch super fluffige Waldtrails. Teilweise aber sowohl bergan als bergauf definitv zu steil für mich zum laufen. Sehr abwechslungsreiche Strecke und für mich immer gut passend die Wechsel zwischen Trail zu Asphaltstrassen  (immer, wenn es mir zu anstrengend wurde) und zurück (immer, wenn es mir zu langweilig wurde). Die Trails waren dabei deutlich in der Überhand. Viel Wald natürlich aber auch weite Aussichten auf die Alpen und den Mont Blanc, der sich aber in Dunst hüllte. Überall gab es Kühe, in allen Farben, kein Kilometer ohne Kuhglocken.

Mit vielleicht 120 Solo-Läufern und nochmal 40 Staffelläufern war das Feld nicht wirklich groß und dennoch bin ich nie allein gelaufen. Merkwürdigerweise war der Kontakt zwischen den Läufern gering. Irgendwie liefen fast alle nur mit sich, auf mein Hallo bei den häufigen Begegnungen hat vielleicht mal ein Viertel überhaupt eine Reaktion zurückgegeben. Nun ja, ein paar kleine Gespräche haben sich trotz meiner unterirdischen Französischkenntnisse ergeben und ich habe mich mit den Aussichten auf die fantastische Landschaft unterhalten.

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Es gab 7 Verpflegungsstationen abwechselnd einen großen mit Komplett-Angebot und einen kleinen, an dem es nur Getränke und manchmal noch irgendwas gab. Etwas vermisst habe ich Kartoffeln und Salztabletten, wie sie in Deutschland inzwischen gebräuchlich sind. Aber ansonsten das normale notwendige Angebot auch etwas gewöhnungsbedürftige Chia-Gels und vor allem sehr aufmerksame Helfer. Die Helfer waren dann auch wiederum äussert leicht in Gespräche zu verwickeln. Die Ausschilderung war umwerfend gut, verlaufen habe ich mich nur dreimal und das lag nur an mir.

Ein Wermutstropfen war die Versorgung nach dem Zieleinlauf. Natürlich ist es schick mitten in Genf auf dem See-Boulevard zu finishen. Aber mal ehrlich, wen von all den Leuten, die dort den Sonnabend Abend gefeiert haben, hat das interessiert? Die Duschen waren so gut in einem Strandcafe versteckt, ich musste zweimal meine Tasche hin und her schleppen bis eine Helferin mit mir auf die Suche ging und wir nach einigen widersprüchlichen Angaben die unbeleuchteten, kalten Duschen fanden.

Klar war dann auch, dass ich in diesem Festgewusel nirgends meinen Schlafsack würde ausrollen können und da ein Hotelzimmer in Genf nicht unter 300 Franken zu haben ist, musste ich also den letzten Zug bekommen, was für einigen Stress gesorgt hat. Aber naja, vielleicht bin ich nur darum so schnell gelaufen. Überhaupt war alles auf Läufer ausgerichtet, die mit dem eigenen Auto kommen aber das ist ja leider noch immer bei fast allen Läufen so.

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Dies war mit einer der schönsten Läufe, die ich bisher gelaufen bin. Fast alles super organisiert und durchdacht. Sehr empfehlenswert! Vielen Dank an die Veranstalter!

Weitere Infos unter lgtrail.com

30.09.2019 Text und Bilder Dina Böhm

 

29.09.2019 Nachtrag

SA

 

Es ist das Läuferziel von vielen, einmal im Leben den Spartatthlon zu finishen. Viele kehren am Tag danach voller Stolz mit ihren "Trophäen" zum Schauplatz zurück.

Florian hat nun zum dritten Mal in Folge den Lauf beenden können und es war jedes Mal knapp mit einer Zeit von 35:xx. Zwischendurch galt es mentale und physische Krisen zu meistern, aber eigentlich war er immer zuversichtlich und voller Willenskraft und Energie.

Respekt und Gratulation! Er hatte natürlich auch ein tolles Betreuungsteam dabei, welches nicht nur ihn immer wieder half, sondern auch mich mit Informationen versorgte.

Das ermöglichte mir, zusammen mit den Ergebnissen des Veranstalters einmal ein wenig von dem Lauf zu berichten. Im DUV-Forum wurde ebenfalls sehr fachkundig das Rennen analysiert. (Link: hier klicken)

Wer den Blog einmal lesen möchte, sollte den Bericht von unten nach oben in chronologischer Reihenfolge lesen. Viel Spaß dabei.

Ankündigung: Spartatraining 2020

In den letzten Tagen konkretisierte sich eine Idee, eine Trainingsgruppe für den Spartathlon 2020 ins Leben zu rufen. In Sparta zu finishen ist keine Zauberei - eine gute Vorbereitung ist alles. In den Monaten des Trainings werden die Teilnehmer physisch fit gemacht und erfahren alles, was man über den Spartathlon wissen muss. Ein individueller Gruppen-Trainingsplan, ein gemeinsames Trainingslager und gemeinsame Vorbereitungswettkämpfe sind die geplanten Bausteine zum Erfolg. Näheres folgt in ein paar Wochen. Noch sind es alles Ideen, aber das Ziel steht: 90% der Teilnehmer sollen Sparta (zu Fuß) erreichen!

 

19:15 Uhr - Geschafft!

Florian hat es geschafft, wie in den vergangenen beiden Jahren konnte Florian den Lauf erfolgreich beenden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.

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Insgesamt kamen von 30 deutschen Startern lediglich diese 12 an. Heldenhaft haben sie alle Schwierigkeiten des Laufes gemeistert. Mein Glückwunsch gilt allen 197 Finishern und mein Dank gilt den Betreuern Uschi und Heiko für ihre Infos und Fotos.

14:40 Uhr Endspurt für Florian

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Florian ist vor einiger Zeit bei CP 69 durch. Von hier sind es nur noch 20 Kilomter. Er hat genügend Zeit zum Zeitlimit und schafft das ziemlich sicher.

Problematisch ist, dass es einerseits wieder recht heiß geworden ist, nachdem es vormittags ein wenig bewölkt war und andererseits an den CPs häufiger das Wasser ausgegangen ist. Das klingt so unglaublich, dass ich nicht sicher bin, ob diese Nachricht stimmt, zumal es wohl auch gestern schon häufig vorgekommen sein soll. Nun, Florian hat ein paar Betreuer dabei, aber halt nicht jeder. 

Zwischendurch war Florian in einer Vierergruppe unterwegs, dann mit Hubert Karl, am VP kam er mit Markus Schubath an. Auf dem Bild läuft er alleine. In der Gruppe laufen ist schwierig, unterhalten wollen sich auch nur noch die wenigsten.

Aber Florian kämpft und läuft, auch wenn seine Schrittlänge auf dem Bild etwas anderes vermuten lässt.

Mittlerweile sind weitere Läufer im Ziel:

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Zuletzt ist Frank Ewen ins Ziel gekommen, was mich persönlich sehr freut, denn ich hatte Gelegenheit, ihn beim Trainingslager dieses Jahr kennenzulernen. Er ist ein großartiger Sportler, sehr fokussiert und ehrgeizig und jemand, der im Training regelmäßig an seine Grenzen geht. Das ist das Holz aus dem Spartathlon-Finisher geschnitzt sind. 

10:30 Uhr - Florian verbleibt im Feld

S7 1Dietmar Göbel hat als bester deutscher Teilnehmer das Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch, Hans-Dieter Jancker wurde leider nicht am CP 60 registriert und ist damit wohl ausgeschieden. Schade, schade. Es war ein Traum für ihn und er ist kurz vor dem Ziel geplatzt, nachdem er sich über einen Tag lang so tapfer durchgekämpft hat.

An jedem Checkpoint hängen diese Plakate mit sehr wertvollen Informationen. Viele der Läufer wollen einfach nur ankommen und laufen stets 15 bis 30 Minuten vor dem Zeitlimit. Hat man zu diesem Zeitpunkt den CP nicht verlassen, wird man aus dem Rennen genommen.

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Florian verbleibt als einziger von LG und läuft entschlossen dem Ziel entgegen. Bei CP 60 hatte er 42 Minuten Reserve zum Cut-off - das sollte reichen. Zuletzt lief er mit Markus Schubath und Martin Stahala zusammen und Hubert Karl war nur ein paar Minuten dahinter. Möglicherweise bringt die Gruppe das gemeinsam ins Ziel. Auf der anderen Seite ist dieser Abschnitt noch recht wellig und die Präferenzen zwischen wandern und laufen sind da oft unterschiedlich.

8:20 Uhr - Tendenzen der Platzierungen

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Während die Läufer auf wunderschönen Wegen Richtung Sparta laufen, haben die Daheimgebliebenen die Chance, die tollen Daten, die die Homepage liefert, auszuwerten.

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In der Tabelle werden die Platzierungen gezeigt, die die Läufer an den jeweiligen Checkpoints hatten. Da viele Leute einbrechen, bzw. ihren Lauf abbrechen, verbessert man sich kontinuierlich, wenn man einigermaßen konstant läuft. Hubert Karl ist (natürlich) ein gutes Beispiel dafür, Hans-Dieter hat eine "Wanne" - nicht gut, aber bei der Zeitreserve hoffe ich einmal, dass er sich ins Ziel rettet. Florian sieht nach einem sicheren Finish aus. Dietmar hat eine interessante Tendenz, die sich darin erklärt, dass er bis CP22 seinen Sohn begleitete. Hinter jedem Lauf steht eine Geschichte mit Höhen und Tiefen. Jede ist eine besondere und wert, erzählt zu werden.

7:50 Uhr - ein neuer Tag beginnt

Bódis Tamás aus Hungary hat den Spartathlon 2019 in einer Zeit von etwa 23:30 gewonnen, sein Landsmann Csécsei Zoltán sowie Radek Brunner aus Czech Republic sind ebenfalls bereits im Ziel. Alle anderen haben noch ein Stück.

Um 6:30 unserer Zeit wurde CP 52 Nestani bei km 172 geschlossen und seit einiger Zeit ist es auch wieder hell in Griechenland.

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Hans-Dieter Jancker ist noch im Rennen. Gerne setzen sich die Läufer an den VPs kurz zum Verschnaufen und Essen hin. In Nestani hat er einige Stunden Reserve auf das Zeitlimit, ist im Gesamtklassement aber etwas abgerutscht.

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Florian Bachmeier läuft ein prima Rennen. Er ist hochmotiviert und von Natur aus mit einem Kämpferherz ohnegleichen ausgestattet. Er hat sich letztes Jahr durch die Fluten nach Sparta gekämpft und wird es diesmal auch schaffen.

Andere hat es in der Nacht erwischt. So sind offenbar Falk Sittner und Ralf Guldermann neben vielen anderen ausgeschieden.

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Man hat oft das Ziel vor Augen: Es geht nach Sparta. Weiter, immer weiter!

22:00 Uhr - Nemea CP35 schließt

Der CP 35 ist etwa die Mitte der Strecke, etwa bei km 124 und hat einen Cut-Off von 16 Stunden, also 23 Uhr Ortszeit und 22 Uhr unserer Zeit.

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So richtig frisch sehen die Läufer und Betreuer nicht mehr aus, aber der Tag durch die Hitze hinterlässt halt Spuren. Florian hatt einen Hänger überwunden und ist recht zuversichtlich. Etwa 100 Läuferinnen und Läufer sind bereits ausgeschieden. Bei Peter lag ein orthopädisches Problem im Fuß vor, was ein Weiterlaufen nicht möglich macht. Das ist schade, denn am Training und an der Einstellung hat es sicher nicht gelegen. Und er ist auch vernünftig vorsichtig gestartet - leider hat er keine Chance gehabt. Die anderen der LG Ultralauf sind noch gut im Rennen, wobei Falk dem Zeitlimit am nächsten kommt.

Aus deutscher Sicht sind Hilmar Langpeter und Ralf Giese ausgeschieden.

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Vergleicht man die beiden Abschnitte vom Start bis Korinth und von Korinth nach Nemea erkennt man schon ein paar Verschiebungen. Einen gewaltigen Satz hat Dietmar Göbel gemacht, der aktuell sehr schnell unterwegs ist. Von unseren Läufern hat Hans-Dieter ein paar Plätze verloren, wären alle anderen ein paar Plätze gut gemacht haben.

Für mich war es das für heute. Im DUV-Forum wird sicher noch weiter analysiert und kommentiert.

18:58 Uhr - Was macht die Spitze?

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Die Spitze ist gerade am CP 41 angekommen, etwa bei km 140km. Mittlerweile ist es in Griechenland stockdunkel. Ca 44 Läuferinnen und Läufer sind am CP 35 durch, darunter aus deutscher Sicht ein erfreulicher Platz 18 von Sascha Dehling und Platz 40 von Oliver Leu.

Vermutlich werden einige noch Abstürzen, aber die Top 3 müssten schon in dieser Liste mit TOP 10 und Top 5 der Frauen platziert haben. Anfangs schien mir das Rennen sehr unruhig zu sein. Radek Brunner raste los und erkämpfte sich einen Vorsprung, dann kam Zach Bitter und setze sich an die Spitze und schließlich Tatsuya Itagaki. Häufige Wechsel prägten die Listen und auch schon der Vergleich der beiden letzten Abschnitte zeigt eher ein ungleichmäßiges Rennen.

S3 1

Ich finde es schon krass die 20 Kilometerabschnitte von zwischen 80, 100 und 120 so stark von einander abweichen. Lange Pausen machen diese Leute eher nicht.

Alla ist auch nicht am CP aufgetaucht, wo längst die Cut-Off-Zeit erreicht ist. Vermutlich ist auch sie ausgeschieden.

18:39 Uhr - Auf dem Peleponnes angekommen

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Auf diesem Bild sieht man Peter Hübner in Aktion. Leider musste er kurze Zeit später das Rennen abbrechen. Bitter. Näheres ist mir nicht bekannt. Wirklich schade, wie bei jedem, dessen Träume platzen.

S2 2

Alla fehlt aktuell noch am CP 28. In der Liste habe ich Frank Wiegand ergänzt, der keinen Eintrag am CP4 hatte und Thore Göbel, der als Land Schweiz angegeben hat.

Die Liste vergleicht einmal den Abschnitt von CP22 zum CP29, der genau 20,1 km lang ist und sortiert nach der benötigten Zeit. Möglicherweise verzerren genommene Pausen das Bild, aber wenn ich davon ausgehe, dass auch an den VPs eher kurze Pausen die richtige Strategie sind, so deuten sich bei einigen aufgrund der langen Dauer Probleme an. Entsprechend verschieben sich auch die Positionen. Interessant sind Vater und Sohn Göbel, die in Korinth noch zusammen waren, sich aber jetzt getrennt haben. Während Dietmar ordentlich Gas gegeben hat und fast 50 Plätze gutmachte, ist Thore eher gewandert und hat über 50 Plätze verloren. Erstaunlich, wenn man wie Katrin Grieger ein Tempo von 8:07 läuft und damit noch ein paar Plätze gutmacht! Aber die normale Arithmetik täuscht beim Spartathlon. Auf dem Peleponnes liegen die Höhenmeter rum, die abgearbeitet werden wollen und am Nachmittag war es noch recht warm.

 

16:18 Uhr - Der erste Abschnitt bis Korinth

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Seit heute Morgen 7 Uhr läuft der Spartathlon und etwa 370 Läuferinnen und Läufer haben sich von Athen aus auf den Weg nach Sparta gemacht. 246 km mit nicht zu unterschätzenden 3.000 Höhenmetern gilt es innerhalb von 36 Stunden zu überwinden. War letztes Jahr von einem Sturm mit Starkregen geprägt, so ist diesmal wieder das typische Spartathlon-Wetter angesagt – Sonne satt mit Temperaturen von über 30 Grad.

Der erste Abschnitt führt die Läufer über 81 Kilometer nach Korinth. Das Zeitlimit beträgt dafür 9,5 Stunden. Es ist der leichteste Abschnitt von allen – Einrollen sozusagen.

Doch jedes Jahr gibt es auch hier schon Überraschungen. Leute, die aus unverständlichen Gründen viel zu schnell starten und dann schon einbrechen, Leute, die schon jetzt den Kampf gegen die Zeitlimits verloren haben oder schlicht mit der Wärme, der Strecke oder der Verpflegung nicht zurecht kommen oder die leider nicht voll gesund am Start standen.

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Das sind die Deutschen, die noch im Rennen sind. Lange Harald, Burger Ruediger, Burger Frank, Rewig Adrian und Heinlein Marika sind offensichtlich ausgeschieden. Das der Chip nicht funktioniert und sie vom Live-Tracking nicht erfasst sind, scheint mir eher unwahrscheinlich. 313 Läuferinnen und Läufer sind noch Rennen. Beim CP 4, etwa bei km 20 waren es noch 374!

Die Zahlen in der Tabelle zeigen übrigens die Platzierung und die Zeit bis dahin an den jeweiligen Checkpoints. Man erkennt schon ansatzweise, wer zu schnell getartet ist und bereits abfällt und wer seine Position verbessert. Weitere Analysen folgen.

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Von der LG Ultralauf sind gleich 5 Starter dabei. Peter Hübner und Florian Bachmeier sind bereits einmal, bzw. zweimal gestartet und jedes Mal angekommen. Für die anderen ist es eine Premiere. Hans-Dieter Jancker war etwas zu schnell für den Fotografen und nur von hinten zu sehen und ganz rechts im Bild ist Falk Sittner. Ralf Gundermann gehört noch zum Team, aber aktuell haben wir noch kein Bild von ihm von der Strecke.

Mal abwarten, wie sich das Rennen entwickelt.

Vielen Dank schon einmal an dieser Stelle für Uschi Hübner und Heiko Völkl für die Fotos und Informationen von der Strecke!

Text: Michael Irrgang, Bilder: Uschi Hübner, Heiko Völkl 27.09.2019

 

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