Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Delm3Am 16. und 17. Juni fand in Delmenhorst zum 15. mal der Burginsellauf statt, ein stimmungsvoller 24 Stundenlauf mit einem hohen Anteil an Staffelläufern, von Prominenten- über Firmenstaffeln bis hin zu Menschen mit Behinderungen in 2 Staffeln der Lebenshilfe. Die kurze Runde von 1,205 km führt überwiegend durch parkähnliches Gelände mit Schotterwegen und einigen Pflaster- oder Asphaltanteilen. Da ich in Delmenhorst vor genau 10 Jahren meinen ersten 24stünder absolviert hatte, war für mich klar, dass dieses Jahr an Delmenhorst kein Weg vorbeiführt! Die Vorfreude war groß!

Dennoch machte ich mich am Freitagabend mit durchaus gemischten Gefühlen auf den Weg nach Delmenhorst. Einerseits steckte mir noch der Rennsteiglauf in den Knochen und ich spürte, dass eine Regenerationszeit von 3 Wochen für mich längst nicht mehr ausreichend ist, auch wenn ich den Ultra am Rennsteig eher gemütlich angegangen bin. Zum zweiten ist in den 10 Jahren seit Delmenhorst auch einiges an Zeit ins Land gegangen und bedingt durch eine schwere Tumorerkrankung hatte ich von Ende 2010 bis Herbst 2017 keinen einzigen längeren Lauf mehr absolviert. Erst der BUF 2017 hatte mich wieder für den Ultralauf motiviert.

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Am Veranstaltungsort angekommen, ließ ich mir meinen Stellplatz zuweisen und inspizierte dann den Streckenverlauf, der sich gegenüber dem von vor 10 Jahren doch ziemlich verändert hatte. Es waren auch schon andere Teilnehmer angekommen und bauten ihre Zelte auf, auch wenn der überwiegende Teil der Läufer erst am nächsten Morgen anreiste.

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Am Samstagmorgen füllte sich dann nach und nach das Gelände, die Staffelläufer bezogen ihre Pavillons, das Rahmenprogramm nahm Fahrt auf und viele Einzelläufer bauten in der Versorgungszone ihre Tische und Stühle auf. Die Anspannung nahm zu, das Treiben wurde bunter, dann war es zwölf und der Start erfolgte.

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Die Temperaturen waren doch auf höhere Werte geklettert und die Läufer freuten sich in den ersten Wettkampfstunden über die zum Teil durch Baumreihen etwas abgeschattete Laufstrecke. Leider waren die Parkwege sehr staubig und schon nach kurzer Zeit schlug sich der ganze Staub auf jede feuchte Körperfläche nieder. Der Staub brannte in den Augen und kitzelte in der Nase. Für Allergiker sicher keine Idealbedingungen!

Nach und nach sortierte sich dann das Feld der Einzelläufer. Jeder versuchte, den optimalen Rhythmus zu finden und seine Kräfte ökonomisch einzuteilen. Gegen Abend merkte ich dann doch deutlich, wie meine muskulären Probleme, bedingt durch die mangelnde Regeneration zunahmen. Die Geh-Phasen wurden jetzt länger, das erneute Anlaufen fiel immer schwerer. Erste Krämpfe stellten sich ein, vor allem während der Laufphasen. In der Nacht entschied ich mich dann, vorwiegend auf Gehen umzustellen. Kontinuierlich die Frequenz hochhaltend, sammelte ich dann doch einige Kilometer, ohne im Klassement durchgereicht zu werden.

Als die 100km erreicht waren, hatte ich noch genügend Restzeit, um auf ein für mich angemessenes Endresultat zu kommen. Ab der 125 km Marke setzte ich mir 111 Runden als Ziel. Am Ende verblieben mir ganze 10 Minuten zum Wettkampfende ,die ich entspannt im Stuhl sitzend verbrachte. 134 km waren unter den gegebenen Bedingungen für mich ein gutes Ergebnis. Mehr wollte ich dann auch einfach nicht!

Da am Montag wieder ein normaler Arbeitstag anstand, machte ich mich zügig auf die Heimfahrt und verschob die dringend nötige Körperpflege auf die heimische Dusche. Insgesamt war ich auch diesmal wieder vom Lauf und dem ganzen Umfeld begeistert. Die Läuferverpflegung ist top, die Stimmung an der Strecke motivierend und das ganze Drumherum so nett, das man gerne wiederkommt. Man muss nicht unbedingt immer 10 Jahre warten...

Text und Bilder: Martin Jochheim, 24.06.2018

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