Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

 

MIUT 2018 - Meine am härtesten erkämpfte Finisher Medaille ever!

Dachte ich schon im letzten Jahr der WiBoLT mit seinen 320km und 11.700 Höhenmetern wäre hart, war es doch nichts im Vergleich zum MIUT.

Wie ich auf die Idee gekommen bin? Madeira kannte ich bereits von zwei wunderschönen Wanderurlauben. Dazu kam, dass mich der Western States 100 fasziniert und einer der wenigen Qualiläufe in Europa die zu einer Teilnahme an der Startplatzlotterie berechtigen, der MIUT ist. Vorausgesetzt man bleibt unter 29h.

Die Organisatoren auf Madeira haben dafür eine unfassbar anstrengende Strecke über sprichwörtlich Stock und Stein gewählt. Die Streckenführung der 115 km mit 7.200 Höhenmetern geht fast ausschließlich über Wanderwege und Wege die eigentlich keine sind.

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Dazu kam in diesem Jahr Wetter, das alles gegeben hat. Am Freitag um 24 Uhr beim Start noch perfekte 15 Grad und trockene Bedingungen. Die ersten Anstiege geht es mit viel Schwung im Gänsemarsch endlos bergan.

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Doch gegen 4 Uhr fing es an zu regnen wie aus Gießkannen und hörte erst in den Vormittagsstunden wieder auf. Die Strecke verwandelt sich in eine Schlammwüste.

Dann um die Mittagszeit beim Abstieg nach Curral habe ich mich trotz meiner Stöcke ein weiteres Mal hingelegt. Mein bis dahin heftigster Sturz mit aufgeschlagenem Knie und zerstörtem Carbonstock. Zum Glück war der nächste VP und damit Cathrin nicht weit. Nachdem ich mein Knie von den Sanis habe versorgen lassen, T-Shirt, Socken und Schuhwechsel erledigt sind, konnte es weiter auf die zweite Streckenhälfte gehen. Von meiner anvisierten Zielzeit hatte ich mich längst verabschiedet. Ziel war einfach nur noch unter 29h finishen. Zum Glück hatte Cathrin ihre Leki Stöcke im Auto und ich konnte nun auch mit einem Paar neuen Stöcken weiterlaufen.

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Es war schon früher Nachmittag und beim 1.350 Höhenmeter Anstieg zum Pico Ruivo ging es durch die pralle Sonne. Im krassen Gegensatz dazu dann 2 Grad im Bereich der Gipfel und heftiger Sturm auf 1.900 m Höhe.

Zwischen den Gipfeln des Pico Ruivo und Pico Aeiro gibt es traumhafte Aussichten, allerdings auch viele, viele Stufen.

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Genug gejammert! Irgendwie habe ich auch die zweite Nacht überstanden und kam um 4:39 Uhr ins Ziel. Finisher! Von 887 gestarteten Teilnehmern kamen nur 496 im Zeitlimit von 32h ins Ziel. Von 16 Startern aus Deutschland sahen das Ziel nur 6 Läufer, zwei davon noch nach mir.

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Das Rennen habe ich auf Platz 384 in 28:38:20h beendet. Platz und Zeit sind mir völlig egal.?

Damit bin ich im 29h Limit geblieben und kann mich für die Startplatzverlosung des Western States 100 in 2019 registrieren lassen.

Ohne die super Unterstützung von Cathrin entlang der Strecke, aufmunternde Worte, Küsse und ihr Lächeln hätte ich das alles kaum geschafft. Auch für Begleiter eine strapaziöse Tour mit viel Fahrerei über winzige Straßen und stundenlanges Warten an der Strecke verbunden.

Wie es mir am Tag nach dem Lauf ging? Schmerz in allen Körperteilen und Treppen schier unüberwindbare Hindernisse. Beim Frühstück im Hotel sehe ich Profiläufer die auch arge Probleme mit jeder Treppenstufe haben. https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/f57/1/16/1f609.png?

Würde ich den MIUT noch einmal laufen? NEVER EVER!!!! (…..habe ich direkt danach gesagt. Mit Abstand von 4 Wochen…..????)

Text und Bilder von Klaus Haake 05.06.2018

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