Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

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Von Lausanne nach Genf

Am 20. und 21. September 2019 fand die dritte Ausgabe des LG Trail statt. Die Haupstrecke über knapp 120km mit ca. 3600 HM startete am Sonnabend Morgen 02:00 Uhr von Lausanne. Als ich gegen 23 Uhr am Freitag eintraf, war gerade der Zieleinlauf des Urbantrail über 18km. Im Zeitrahmen des LG 120 gab es auch noch die halbe Strecke und Staffeln.

Startnummer abholen, umziehen und dann konnte ich im Stadion Pierre de Coubertin sogar noch eine halbe Stunde schlafen vor dem Start. Was für ein Luxus.

Start mit Fackeln und dann ging es erstmal 10 km entlang des Genfer Sees, erstaunlich, dass es in dieser dichtbesiedelten Region nicht nur Seeboulevards sondern streckenweise noch Ufertrails gibt. Nach 10km gings dann aber nach Norden entlang eines Flüsschens in die Ausläufer des Jura-Gebirges. Es war sternklar mit Halbmond und der Weg war bis zum Morgengrauen nicht besonders technisch. Bei Kilometer 39 konnte man einen Drop-Bag deponieren, so dass man auf Rat der Veranstalter mit Strassenschuhen loslaufen und dort auf Trailschuhe wechseln konnte. Das habe ich getan und war damit sehr zufrieden.

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Danach wurde es steiler. Es ging hoch und runter mit insgesamt drei grossen Huckeln, die sich die Höhenmeter teilten. Es wurde aber nie so très, très, très technique wie im Briefing vor dem Start angekündigt wurde. Natürlich gab es ordentlich verblockte Wege aber auch super fluffige Waldtrails. Teilweise aber sowohl bergan als bergauf definitv zu steil für mich zum laufen. Sehr abwechslungsreiche Strecke und für mich immer gut passend die Wechsel zwischen Trail zu Asphaltstrassen  (immer, wenn es mir zu anstrengend wurde) und zurück (immer, wenn es mir zu langweilig wurde). Die Trails waren dabei deutlich in der Überhand. Viel Wald natürlich aber auch weite Aussichten auf die Alpen und den Mont Blanc, der sich aber in Dunst hüllte. Überall gab es Kühe, in allen Farben, kein Kilometer ohne Kuhglocken.

Mit vielleicht 120 Solo-Läufern und nochmal 40 Staffelläufern war das Feld nicht wirklich groß und dennoch bin ich nie allein gelaufen. Merkwürdigerweise war der Kontakt zwischen den Läufern gering. Irgendwie liefen fast alle nur mit sich, auf mein Hallo bei den häufigen Begegnungen hat vielleicht mal ein Viertel überhaupt eine Reaktion zurückgegeben. Nun ja, ein paar kleine Gespräche haben sich trotz meiner unterirdischen Französischkenntnisse ergeben und ich habe mich mit den Aussichten auf die fantastische Landschaft unterhalten.

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Es gab 7 Verpflegungsstationen abwechselnd einen großen mit Komplett-Angebot und einen kleinen, an dem es nur Getränke und manchmal noch irgendwas gab. Etwas vermisst habe ich Kartoffeln und Salztabletten, wie sie in Deutschland inzwischen gebräuchlich sind. Aber ansonsten das normale notwendige Angebot auch etwas gewöhnungsbedürftige Chia-Gels und vor allem sehr aufmerksame Helfer. Die Helfer waren dann auch wiederum äussert leicht in Gespräche zu verwickeln. Die Ausschilderung war umwerfend gut, verlaufen habe ich mich nur dreimal und das lag nur an mir.

Ein Wermutstropfen war die Versorgung nach dem Zieleinlauf. Natürlich ist es schick mitten in Genf auf dem See-Boulevard zu finishen. Aber mal ehrlich, wen von all den Leuten, die dort den Sonnabend Abend gefeiert haben, hat das interessiert? Die Duschen waren so gut in einem Strandcafe versteckt, ich musste zweimal meine Tasche hin und her schleppen bis eine Helferin mit mir auf die Suche ging und wir nach einigen widersprüchlichen Angaben die unbeleuchteten, kalten Duschen fanden.

Klar war dann auch, dass ich in diesem Festgewusel nirgends meinen Schlafsack würde ausrollen können und da ein Hotelzimmer in Genf nicht unter 300 Franken zu haben ist, musste ich also den letzten Zug bekommen, was für einigen Stress gesorgt hat. Aber naja, vielleicht bin ich nur darum so schnell gelaufen. Überhaupt war alles auf Läufer ausgerichtet, die mit dem eigenen Auto kommen aber das ist ja leider noch immer bei fast allen Läufen so.

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Dies war mit einer der schönsten Läufe, die ich bisher gelaufen bin. Fast alles super organisiert und durchdacht. Sehr empfehlenswert! Vielen Dank an die Veranstalter!

Weitere Infos unter lgtrail.com

30.09.2019 Text und Bilder Dina Böhm

 

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