Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Mein erster Rennsteiglauf – mein erster Supermarathon

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Über den Lauf an sich brauche ich sicher nicht allzu viel sagen, da dies der 47. Rennsteiglauf gewesen ist und der Lauf allgemein bekannt ist. Der Rennsteiglauf ist eine wirklich gut organisierte Veranstaltung, die Jahr für Jahr viele Läufer anzieht. Ich kann nun auch verstehen warum.

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RS 12Allein schon die tolle Landschaft ist es wert, dort einmal mitzulaufen. Jetzt ist dieser Tag nun aber auch schon wieder Geschichte.

Angemeldet war ich ja schon seit Dezember und dann war Tag X dann auch schon da.

Die Vorbereitung auf den Lauf war durchwachsen. Höhenmeter hatte ich kaum trainiert. Hinzu kamen einige Erkältungen, die die Vorbereitung behindert hatten.

Meinen Start bei der Harzquerung hatte ich kurzfristig abgesagt, weil ich befürchtet hatte, danach wieder eine Erkältung zu bekommen. Und wie das immer so ist – die Erkältung bekam ich trotzdem. Eine Woche vorher.

Bin dann ein paar Tage gar nicht mehr gelaufen, um zur Ruhe zu kommen. Letzte Woche dann wieder gestartet und ein paar km gesammelt. Mir ging es zum Glück wieder deutlich besser und mir war klar, dass ich auf jeden Fall starten würde. Man hatte 12 Stunden Zeit und das schien machbar.

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Und dann ging es am Freitag auch schon los Richtung Eisenach. Privat hatte ich einiges umdisponiert und konnte jetzt zusammen mit meiner Tante und meinem Onkel fahren. Meine Tante ist selbst auch gestartet.

Wir brauchten uns so also um nichts weiter kümmern. Mein Onkel hat alles geregelt mit Gepäck usw. Am Freitag haben wir dann die Startunterlagen abgeholt und waren abends noch zum Kloßessen. Ich war schon zu dem Zeitpunkt ziemlich nervös.

Abends sind wir früh ins Bett gegangen, aber an Schlaf war kaum zu denken. Ich habe immer wieder auf die Uhr geschaut und nur oberflächlich geschlafen. Egal, es ist wie es ist. Um vier Uhr sind wir aufgestanden. Ab fünf Uhr gab es Frühstück und dann ging es schon bald zum Startbereich.

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Dort wurden noch ein paar Fotos gemacht und ich habe kurz ein paar Mitglieder von der LGU kennengelernt. Mehr Zeit war einfach nicht. Die Stimmung am Marktplatz war toll. Man hat die Aufregung förmlich gespürt. Viel gesagt hab ich dann nicht mehr, war ich doch eher mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Aber dann ging es auch schon los…. ;-)

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Von meiner Tante wusste ich, dass es kurz nach dem Start erst mal bergauf geht. Und so war es dann auch. Mein Plan war, die Antiege schnell hoch zu gehen und bergab immer zu laufen. So hab ich gehofft, möglichst weit gut durchzukommen. Der Plan ging bis zum Schluss auf!

Auf den ersten 25 km dachte ich trotzdem, ich bin im falschen Film. Noch nie bin ich so viel bergauf unterwegs gewesen. Am Vorabend hatten wir schon das Hotel für nächstes Jahr reserviert, auf den ersten 10 km wollte ich das schon wieder stornieren ;-)

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Aber was soll ich sagen, man gewöhnt sich an alles und so hab ich dann km für km weitergemacht. Die Landschaft war so schön, die Aussicht richtig toll. Ich hab das einfach genossen. Hab nicht zu sehr an die Anstiege gedacht, ich war ja nicht allein. Viele andere Läufer hatten ja auch zu kämpfen. Als der Inselsberg erreicht war, hab ich mich schon mal sehr gefreut.

Kurz danach hatte mein Onkel gewartet. Dort dann kurz erzählt, was getrunken, Cap aufgesetzt und dann weiter gelaufen. Ich habe jeden Verpflegungspunkt (VP)mitgenommen. Dort immer getrunken und an den größeren VPs auch immer etwas gegessen.

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Eine kleine 250 ml Trinkflasche hatte ich auch dabei, so dass ich immer versorgt war. Die VPs waren super ausgestattet und alle waren dort sehr freundlich und hatten ein paar nette Worte für die Läufer übrig. Das fand ich klasse. Irgendwann bin ich bei der zweiten Zeitmessung angekommen. Und war dort immer noch guter Dinge.

Die Strecke wurde danach allerdings nicht einfacher und ich musste acht geben, mir meine Kräfte weiterhin gut ein zu teilen. Wichtig war für mich, dass ich in Oberhof nicht rausgenommen werden, weil ich das Ziel sonst nicht im Zeitlimit erreiche. Auch das hat geklappt und ab da waren es nur noch 20 km. Ich hab dann für mich immer gerechnet. Selbst, wenn ich nur noch gegangen wäre, hätte ich das Ziel rechtzeitig erreicht!

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Es ist wie so oft, ab 40 km konnte ich wieder besser laufen. Da macht mir das alles nichts mehr aus. Selbst die Anstiege gingen relativ locker vorbei. Manchmal bin ich schneller gegangen, als mancher gelaufen ist. Bergab war ein Segen für meine Beine und die letzten 10 km ging es ja auch fast nur noch bergab. Da konnte ich auch noch gut laufen.

Das Ziel war nun sehr nah. Und dann kam auch schon die Zielgerade; man wird namentlich genannt, bevor man über die Ziellinie läuft. Das war für mich ein großartiger Moment und man denkt nur noch, noch ein paar Meter und dann hast du es tatsächlich geschafft.

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Im Ziel bekam ich dann meine Medaille und auch das schicke Shirt konnte ich abholen. Ans Aufgeben hab ich zu keinem Zeitpunkt gedacht. Ich hatte auch keinen mentalen oder körperlichen Einbruch. Vielleicht habe ich an diesem Tag alles richtig gemacht. Ankommen war mein Hauptziel, ein kleines Wunschziel war eine Zeit unter 10 Stunden. Es sind nur wenige Minuten mehr geworden und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Für mich war ein Lauf dieser Art absolut Neuland, schon allein wegen der vielen Höhenmeter. Aber ich fand es toll und das Zimmer für nächstes Jahr ist natürlich nicht storniert.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – auch wenn dieser größtenteils bergauf geht ;-)

Text: Steffi Reuter, Bilder Steffi Reuter und Cathrin Haake, 22.05.2019

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