Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

 SAM 2494

Schluchtensteig, Mai 2019

Der Schluchtensteig ist immer wieder schön. Einen Teil davon, die Wutachschlucht, ist für viele bekannt. Auch wir als Läufer sind häufig mal in der Wutachschlucht unterwegs. Der Schluchtensteig selbst wird mit 120km und 3300 Hm angegeben und in 6 Etappen aufgeteilt. Dieser Steig beginnt in Stühlingen (an der Schweizer Grenze) und läuft bis Wehr und was dann? Man steht in Wehr und wie komme ich zurück? Fährt der Schluchtensteigbus und wann? Das ist offen. Somit habe ich mich entschlossen ,auch wenn es bisher nicht ganz gelungen ist, aber als Ziel bleibt: Den Hochrhein-Höhenweg von Wehr bis kurz vor Lauchringen zu benutzen und den Restweg auf Wegen von Komoot zu nehmen. Letztes Jahr habe ich den Einstieg dazu in Wehr nicht gefunden. Das Gebiet dort ist Bannwald und damit hat Komoot seine Schwierigkeiten. Es werden dann von Komoot Wege angezeigt, die längst schon verschwunden sind. Jetzt habe ich ihn gefunden, habe aber aus witterungsbedingten Gründen aufgegeben.

Freitagmorgen um 9 Uhr 30 ging es los. Bei trocknem kühlem Wetter lief ich los mit dem Handy und seinem Navi geführt von Komoot im Hintergrund. Beinahe die meisten Wanderer (die mit den großen Rucksäcken) hatten ein Kartenmaterial in den Händen. Nein, das möchte ich nicht will meine Hände frei haben. Lasse mir viel lieber die Strecke per Handy ansagen. Es lief gut bei dieser kühlen Witterung, ganz besonders vor Blumberg zum Buchenberg hoch. Der Schleifenbach-Wasserfall hat dieses Jahr den Namen verdient gegenüber letztem Jahr, als ich in diesem Becken gebadet hatte. Auch die Wutach konnte sich nicht am Wassermangel beklagen. sSe ist wieder die wilde stürmische Wutach. Dieses Wasserrauschen war beinahe zu 80% des Schluchtensteiges zu hören, obwohl das Wasser nicht immer zu sehen ist. Ganz oben kam das Rauschen des Waldes dazu. Bei der Wutachmühle am Kiosk schnell mal eine Bärlauch - Wurst verschlungen und weiter ging es wieder. Es dauerte nicht lange und der Regen setzte ein, mal schwach und dann wieder stark, aber damit war zu rechnen. Es ist immer wieder schön die Wutachschlucht durchzulaufen, auch die Haslachschlucht bevor es wieder hinaus geht ins freie Land. Hier trifft man dann gleich einmal auf Lenzkirch, wo ich mein Abendmahl einnahm bevor dann sich die Dunkelheit ankündigte.

Nach Lenzkirch ging es mal Ewigkeit nach oben, danach ging es dann über Fischbach nach unten nach Aha am Schluchsee. Über Muchenland führte der Weg weiter nach St. Blasien. Kurz vor St. Blasien geht es noch am Windberg-Wasserfall mit kräftigen Wasserrauschen vorbei. Ab St. Blasien nahm der Regen wieder kräftig zu. Die Sicht bei Regen und der Stirnlampe wurde immer unangenehmer der Atemnebel störte dabei gewaltig. Oben auf dem Lehenkopf hatte ich genug, der Sturm peitschte den Regen nur so ins Gesicht und der Wald rauschte als bäumte er noch mit letzter Kraft auf. Als ich den Aussichtsturm im Lichtkegel erfasste gab es für mich nichts anderes als hinein zu gehen, um dort zu schlafen mit der Hoffnung, dass dann sich wieder alles beruhigt hat. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei, als ich aufwachte. Meine Laufzeit von 2 Stunden schneller als 2018 war natürlich futsch. Aber was soll es, es war auf jeden Fall so besser. Der Regen war vorbei und der Wind kam meist nur sturmböenartig.

Inzwischen wurde es wieder hell, die Hochebene und das Hochtal um Ibach hat einen ganz besonderen Reiz. Nach dem Ibacher-Kreuz geht es dann durch die Hohwehrschlucht hinunter nach Todtmoos. Hier legte ich eine Frühstückspause ein, schließlich ist es bereits 9 Uhr morgens.

Die letzte Schlucht, die Wehratalschlucht, steht noch aus. Hier geht es nochmals ganz schön nach oben. Über 200m oben über dem rauschenden Wasser schlängelt sich der Weg am Wasser entlang. Es geht mal runter und auf der anderen Seite wieder heftig nach oben und dann am Ende runter zur Staumauer des Wehra-Stausees. Nach ein paar Kilometern kommt mit Wehr das Ende des Schluchtensteiges.

Für mich sollte das noch kein Ende bedeuten, will ich doch über den Hochrhein-Höhenweg wieder zurück nach Stühlingen. Diesmal hatte ich diesen Weg sofort gefunden und wieder ging es heftig nach oben. Umso weiter ich nach oben, kam umso unangenehmer wurde der Wind. Nein es war kein Wind mehr, das war schon Sturm. Vielleicht hätte ich mehr essen sollen, auf alle Fälle war ich fast zu leicht für dem Sturm. Konnte kaum noch gerade gehen; ans laufen war in der Höhe nicht mehr zu denken. Der Wald ächzte rauschte oder schrie er? Auf alle Fälle war ich bei so einer Witterung noch nie auf der Höhe und im Wald unterwegs.

Wenn in den Medien davon geschrieben wurde, dass jemand bei solcher Witterung im Wald erschlagen wurde, fragt man: Wie kann man nur bei der Witterung unterwegs sein? Selbst schuld! Und was macht man jetzt selbst? Nein jetzt ist Schluss! Es ist jetzt 18:15 Uhr. Wenn ich jetzt noch schnell hinunter laufe nach Säckingen, könnte ich den Zug nach Lauchringen noch erreichen.

Gedacht, getan. Mit dem Zug nach Lauchringen, dann mit dem Bus nach Stühlingen und mit dem Auto nach Hause. Es war außer der Witterung ein schöner Lauf, der nach Wiederholung schreit. Vorerst kommt mal kommendes Wochenende die 24 Std-Fernwanderung vom DAV.
Text und Bilder: Franz Holzleitner, 17.05.2019

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