Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

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25.-28.04.2019

Trainingslager, Zierenberg

8.6.2019
DM Ultratrail, Reichweiler

24./25.8.2019
DM 24h BUF, Bottrop

21.9.2019
100km, Kandel

(tw nicht offiziell)

 

Kilometerspiel:

Unser 1. Team in der 1. Liga

 

Unser 2. Team in der 3. Liga

 

SW 1

Burg befindet sich im Osten Brandenburgs, genauer gesagt im Oberspreewald. Hier leben die Wenden. Ein kleines Völkchen mit einer eigenen (slawischen) Sprache (Wendisch bzw. je nach Region Sorbisch) und einer eigenen Kultur. Da sie eine landesrechtlich geschützte Minderheit darstellen, ist diese Doppelsprachigkeit in vielen Regionen Brandenburgs auf Ortschildern und sämtlichen öffentlichen Gebäuden in der Lausitz sichtbar – sogar das Eingangsschild des Brandenburger Landtages ist in dieser Sprache beschriftet und es gibt einen eigenen Fernsehkanal.

SW 6In diesem 3000 Jahre alten, von unzähligen Kanälen durchzogenen Siedlungsgebiet der Wenden wird die Post sogar per Kahn zu den Einwohnern gebracht, weil manche Höfe nur über das Wasser erreichbar sind. Für die speziellen Spreewaldkähne benötigt man übrigens einen besonderen Kahn-Führerschein, um mit ihnen schleusen und staaken zu können. Selbst schwere Lasten wie Heuballen oder Baumaterialien werden damit transportiert. Die 300 Fließe (rund 970 km Wasserstraße) stellen ein Biosphärenreservat dar, da das Gebiet zur Unesco Schutzzone gehört. 

Für Berliner und Brandenburger ist der Spreewald das Sinnbild schöner Festtagstrachten mit aufwändigen Stickereien auf den ausladenden Kopfhauben (das Anziehen der Tracht kann bis zu 4h dauern!). Die Röcke sind ebenfalls reich und bunt in Handarbeit bestickt (weiß war bis 1900 die Farbe der Trauer). Typisch für den Spreewald sind auch die Urlaubs-Kahnfahrten, die mit Reet gedeckten Häuser (deren Glückssymbol die gekreuzten Schlangen sind) und die vielen Kanäle mit ihrer fast urwaldähnlichen Natur. Saure Gurken, Kartoffeln mit Quark und Leinöl, die Tradition der kunstvollen Ostereierverzierung gehören ebenso zur sorbisch-wendischen Kultur wie die Geselligkeit. In Chosebuz (Cottbus) ist das Staatstheater und der größte Faschingsverein Brandenburgs. Muss ich noch mehr erwähnen? Die Lausitzer können eben feiern – und zwar richtig feste!!!!

SW 2

Gedacht war dieser Lauf als Training und als Vorbereitung auf die Saisonläufe für alle. Ich hatte bei der Anmeldung zudem von wunderschönem Winterwetter mit FROSTWIESEN geträumt. Doch aus diesem Traum wurde nichts. Die Wiesen waren matschig im zauberhaften Spreewald und auf der 30 km-Strecke sah ich ab der 2ten Hälfte fast nur noch gut durchfeuchtete Ultras. Die Kleidung der hochmögenden Textilindustrie half beim Laufen auch nur sehr bedingt gegen dieses Schmuddelwetter. Die Startzeit war zwischen 9-11 Uhr angesetzt. Rund 2000 Läuferinnen und Läufer auf allen Strecken waren gemeldet. Allein für die 30 km-Strecke (die sich aus einer 10 km-Runde zusammensetzte und einer 20 km-Runde) waren es 261 Teilnehmer. Das Wetter war - wie oben schon angedeutet - ausgesprochen ungemütlich: Von Sonnenschein keine Spur, der Himmel grau in grau, kräftiger Wind, Spreewaldwasser von oben (damit der Spreewald nicht austrocknet und die „Wassernattern“ im Sommer ein Schwimmrevier haben) und mit 5 Grad recht frisch. Als man den Namen „FROST-Wiesenlauf“ für diesen Lauf erfand, hat man sich wohl etwas dabei gedacht. Ich brach auf und hatte den Ehrgeiz, dass mich die beiden Herren, nicht vor km 10 einholen und hielt Ausschau. Die Brücken über die unzähligen Fließe waren auf der 20 km-Runde etwas, das mich schwer ausbremste. Hans-Dieter überholte mich ca. bei km23,5 und Falk bei km25.

SW 4

Mit Falk konnte ich ein Selfie machen – die Stelle war günstig (auf der Strecke war es manchmal sehr eng) und ich wollte niemanden behindern oder von seinem Bestreben abhalten, diesen Lauf als tollen Trainingslauf zu nutzen. Hans-Dieter zog seiner Wege, doch das Warten im Ziel gestaltete sich bei solch unwirtlichem Wetter als unmöglich und so gibt es leider kein Foto von uns Dreien zusammen. Trotzdem wussten wir Drei, dass wir zusammen laufen und für unsere persönliche Zeit kämpfen. Die Zeit stand zwar nicht auf der Urkunde, jedoch gab es eine Cut-Off-Zeit und diese lag für 30 km bei 5h30. Sehr gut machbar für alle.

SW 3Die Verpflegung war spreewaldtypisch: Saure Gurken, Leberwurststullen, Schmalzstullen, Obst, Glühwein und allerlei leckerer Kleinkram.

Im Ziel standen sie da, die Wendinnen mit ihren äußerst kostbaren Festtagstrachten. Da der Wind so stark wehte, gab es weder einen Ziel-Einlaufbogen, noch die prächtigen handbestickten Hauben auf den Köpfen der wendischen Damen zu sehen (die nur mit Nadeln festgesteckt werden), was diese mit ihrem charmanten Wesen elegant zu überspielen wussten.

So standen diese mitten im Matsch und warteten geduldig auf die gut durchnässten Läufer. Das war so herzerwärmend, egal wie durchgefroren man ankam.

Dieses freundliche Lächeln in den Gesichtern und die vielen anderen schönen Eindrücke vom Lauf und dem Spreewald habe ich versucht, mit ein paar Fotos einzufangen.

 

SW 5

Ach ja, gelernt habe ich auch noch etwas: Die Umstände können noch so widrig und unveränderlich sein, niemand ist daran gehindert, trotzdem schöne Eindrücke und Erlebnisse nach Hause mitzunehmen, wenn man dafür offen ist. Es ist eben wie so oft im Sport: Auf die innere Einstellung kommt es an! Euch allen viel Spaß beim Trainieren!!!

Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 11.02.2019 

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