Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

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30.3.2019
DM 50km, Störitz

14.4.2019
6h, Mörfelden

25.-28.04.2019
Trainingslager, Zierenberg

8.6.2019
DM Ultratrail, Reichweiler

24./25.8.2019
DM 24h BUF, Bottrop

21.9.2019
100km, Kandel

(tw nicht offiziell)

 

Kilometerspiel:

Unser 1. Team in der 1. Liga

 

Unser 2. Team in der 3. Liga

 

Das Wetter ist regnerisch, sehr kalt, grau in grau und meine Motivation zu laufen, leidet. Spätestens nach 2 h ist die Kleidung durchnässt und so entschied ich mich für eine andere Art von „Nässe“. Die Schuhe sind neu (nicht bequem und ausgelatscht) und der Winter viel zu lang. Das Grün an den Bäumen fehlt, die Sonne hat Urlaub und so beschloss ich, Alternativtraining zu machen.

Da ich mit 6 Jahren zum Schwimmen abgeschoben wurde, weil ich fürs Turnen zu groß war, verbrachte ich meine Kindheit bis zum 16ten Lebensjahr mehr oder weniger im Schwimmbecken, bevor ich zur Leichtathletik kam. Immer ein Bein im Schwimmbecken und ein Bein auf der Laufstrecke. Wenn ich das Laufen nicht mag, gehe ich schwimmen. Wenn mir das Schwimmbecken auf den Keks geht, weil es zu eintönig ist, die Luft stickig, dann gehe ich laufen. 

Zu den Regeln des 24 h Wettkampfes: 25 m Bahn – es mussten immer 100 m am Stück geschwommen werden, in einem eindeutigen Schwimmstil. Um eine Medaille zu bekommen, mussten miindestens 5000 m erschwommen werden (entspricht 200 Bahnen) und um einen Pokal zu bekommen, musste man eine der längsten Strecken erschwimmen (in der AK oder der Gesamtwertung). Als Hilfsmittel war nur eine Schwimmbrille zugelassen, die Badekappe wurde gestellt. Am Bahnende musste angeschlagen werden. Der Schwimmstil war frei wählbar, auch die Art der Bahnwende. Die No-Gos waren: sich der letzten Mahlzeit im Schwimmbecken zu entledigen, Kopfnüsse, Beintritte, Tunken, Ellenbogen auszuteilen, was manchmal beim Überholvorgang dennoch passieren kann, wenn jemand einem entgegen schwimmt. Es bedarf einiger Koordination und Rücksicht mit zu schwimmen und sein eigenes Tempo zu finden. Das Schwimmbad durfte in den 24 h nicht verlassen werden. Die Pausenversorgung ist selbst zu organisieren durch das Mitbringen von Speisen oder dem käuflichen Erwerb im Bistro der Therme.

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In Bad Liebenwerda (im Süden Brandenburgs) am 12 Januar 2019 angekommen – stolz, dass ich es dorthin nach 2h Fahrzeit geschafft hatte, bepackt wie ein Esel, begebe ich mich morgens in das Alternativ-Ultra-Abenteuer ohne zu wissen, dass ich auf einen Ultra-Laufkollegen treffen würde. Ultras finden sich überall und es können über 100 Leute da sein – man findet sich!!!! Zufall??? Vielleicht, weil Ultras so neugierig sind – wir waren beide im Schwimmbad in der Pause unterwegs um mal herauszufinden, was es da noch so gibt, außer einem Schwimmbecken. Wo kann man essen, wo kann man sich ausruhen, wo kann man noch planschen, wo sind die Erholungsecken und wo sind Gleichgesinnte? Ein Beutelchen immer dabei und so gesellte sich Volker Heine zu mir. Ich hatte zu jenem Zeitpunkt bereits 11,5 km hinter mir und er 12,5 km. Es war spät am Abend und die Nacht noch lang – eine gefühlte Ewigkeit. Im Schwimmbad war es laut und im Schwimmbecken kann man nicht quatschen, sich austauschen. Diese Dauersauna mit über 30 Grad, einer hohen Luftfeuchtigkeit begann anstrengend zu werden. Das Schwimmbecken wird gefühltermaßen, mit jedem Mal, wo man reinspringt – kälter. Objektiv: 28 Grad, doch man friert und so erwischte den Kollegen der Schüttelfrost und ich brauchte etwas zu essen. Im Wasser verliert man viel Flüssigkeit ohne es zu merken, weil man schwitzt und das Durstgefühl ist nicht da. Schweres Essen kann man nicht zu sich nehmen. Die Chloramine, der Wasserdruck, die sehr weiten Gefäße im Körper, die Nähte am Badeanzug begannen zu scheuern, die Haut begann aufzuquellen, also: P-A-U-S-E .

Das Ziel beim Schwimmen besteht darin, möglichst lange zu gleiten – leicht und elegant wie ein Fisch im Wasser. Nicht viel Energie einzusetzen und die gleichmäßigen Bewegungen mit einer maximalen Streckung in Harmonie zu bringen um mit wenig Atemzügen das nächste Bahnende zu erreichen. Die Körperspannung ist sehr wichtig und die Frage: „Wie schwimme ich?“ Welcher Stil, ist es rund, wie atme ich, greife ich genug nach vorne, stimmt der Arm-Rumpf-Winkel, paddeln die Füße gleichmäßig?

Man musste immer noch so viel Kraft haben um am Ende der Bahn aus dem Becken auszusteigen – nee, nicht querschwimmen um dann an der Leiter auszusteigen. Ist die Blase voll, dann muss man sich durchaus überlegen, ob man noch die 100 m schafft, wenn das Wasser auch noch auf den Körper einwirkt? Ich habe mir immer die 100 m unterschiedlich gestaltet: 2 Bahnen Kraulen, 1 Bahn Rücken, 1 Bahn Brust, oder 4 Bahnen Kraulen (hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten) oder ich schwamm 600 m Pyramide, immer im Gedanken, mein eigenes Tempo beizubehalten. Die Helfer von der Wasserwacht und der DRLG, die Aufsicht führten, waren sehr nett – gaben Rückmeldung über die geschwommene Strecke, so manch leises, aufmunterndes Wort oder auch mal ein: „Greif weiter vor.“ „Streck mal mehr die Knie.“ Und für die Tipps war ich sehr dankbar.

swim 02Meine Taktik bestand darin, dass ich sowohl tagsüber schwimmen wollte (11 km) und nachts (4 km) - meine Gesamtstrecke von 15 km habe ich in 4 Etappen absolviert. Heißt: 11 km in 3 Sessions und nachts 4 km am Stück. Nachts um 3 Uhr bin ich raus, hatte meine Starterkarte voll. Gestartet war ich mit dem Vorsatz, die Mindestdistanz von 5 km schaffen zu wollen um die Medaille zu bekommen. 10 km wären schon toll – zweistellig – das war in meinem Hinterkopf und geträumt habe ich von den 15 km, weil dann die Starterkarte voller Kreuzchen wäre, doch wer weiß schon beim Start, wie weit er kommt und v.a. weil ich nicht jede Woche 3-4 mal ins Schwimmbecken steige. Was bietet das Schwimmen für Vorzüge für Läufer? Das Vertrauen zum Wasser und die Koordination der Bewegungen führt dazu sehr effizient den Bewegungsablauf gestalten zu wollen. Das Brustbein bzw. der Oberkörper müssen geöffnet werden um gut zu atmen. Es trainiert die Kondition auf schonende Art, weil das Wasser für die Gelenke weitaus schonender ist als der Lauf auf hartem Asphaltboden. Mein Kollege hatte – ohne es mir zu sagen- einen ganz ähnlichen Plan und so kam es, dass wir viel Zeit hatten um zu plaudern über das Laufen. Wir zogen redlich viele Blicke auf uns, weil wir gute Laune hatten, unterwegs waren und sehr zufrieden mit dem persönlichen Ergebnis waren. Wir wussten noch nicht, dass es für eine sehr gute Endwertung reichen würde, doch wussten wir: wir halten die 24 h durch und wir werden nicht ins Krankenhaus abtransportiert mit Wasser in der Lunge oder einem Kreislaufversagen. Gummibärchen, Brausetabletten mit Magnesium, Plaudereien über die nächsten Läufe und so verging die Zeit.

Da vergisst man zwischendurch, dass einem eigentlich gar nicht zum Lachen hier ist, weil man übermüdet in einem lauten Gebäude ist, das von den klimatischen Verhältnissen dem tropischen Amazonas gleicht. Am Ende? Volker Heine erreichte den 3ten Platz in seiner AK mit 13,1 km und ich hatte die 15 km geschafft (600 Bahnen) und den 2ten Platz in meiner AK. Zur Siegerehrung gesellte sich der Ultraschwimmer Manfred aus Stuttgart zu uns. An dieser Stelle möchte ich Euch allen Mut machen, das Schwimmen auch mal auszuprobieren, denn oftmals durfte ich mir anhören: „Wenn ich gut schwimmen könnte, wäre ich Triathlet.“ „Ich habe schwimmen nicht als Kind gelernt und kann das nicht.“ Freunde, schwimmen kann jeder lernen, egal wie alt er oder sie ist und wenn ihr nicht wisst, wo – dann fragt mal auf den Wasserwachten nach oder bei der DRLG. Da sitzen Schwimmer mit Herz, deren Herzensanliegen es ist, den Menschen das Schwimmen beizubringen. Sie gestalten Schwimmveranstaltungen im Breitensport und freuen sich, wenn sie nicht nur „unter sich“ sind. Schwimmer sind etwas stiller, beobachten, aber wenn man fragt, bekommt man auch eine Antwort. Die Startgelder im Schwimmen sind sehr oft für caritative Zwecke. Egal ob Schwimmen, Turnen, Tanzen, Eislauf – habt Spaß und probiert im Training auch mal andere Sportarten aus, dann freut man sich umso mehr auf das Laufen und es hilft in Zeiten der Verletzung, sich abzulenken. Ich wünsche Euch allen einen guten Start in das Jahr 2019 und viel Freude beim Sport!!!

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Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 15.01.2019

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