Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Im Juli hatten Guido und ich bereits an der Sommer-Edition (USU) dieses Laufes teilgenommen, damals jedoch wegen aufkommender Hitze die Ausstiegsoption bei Merzig (64 km) gewählt (siehe Bericht). Wir hatten uns nun vorgenommen, auch an der Winter-Edition dieses Laufes teilzunehmen und spekuliert, diesmal – wenn es gut läuft – sogar die volle Distanz (110 km) zu machen. Mit dabei waren diesmal auch Sylvia Faller und Fabian Benz, der schon 2017 diesen Lauf von Saargemünd nach Konz gewinnen konnte.

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Wieder traf man sich nachts am Hauptbahnhof in Saarbrücken und fuhr dann mit anderen Laufverrückten um 23:40 Uhr mit der Saarbahn nach Saargemünd. Dort war dann mit Öffnen der Türen um 00:10 Uhr zugleich der Start zu diesem Lauf. Die Temperatur war so um die -2 Grad, es war trocken. Fabian lief wie erwartet vorne weg, wir drei wollten es ruhiger angehen, zumal Guido die Woche zuvor noch recht erkältet war. Bis zum ersten VP in Völklingen (km 30) ging es auch recht gut, zusammen mit Sylvia war es sehr kurzweilig, wir plauderten und waren ganz gut unterwegs. Der Tee und die Bouillon am VP waren eine Wohltat. Die Helfer waren ungemein herzlich, haben uns gefragt, was sie Gutes für uns tun können und standen selbst stundenlang in der Kälte.

Trotz der wärmenden Getränke wurde es uns allerdings nun am VP mangels Bewegung sehr schnell kalt. Weiter ging es somit fröstelnd in die Nacht. Etwa nach 35 km kam dann bei mir so langsam die Sinnfrage auf, ich dachte an das kuschlige Hotelbett, das wir um 23 Uhr verlassen hatten. Und es ging nicht nur mir so, aber wir lachten auch darüber, was wir hier wieder machen. Leider fingen dann plötzlich meine Füße, v.a. der linke, sehr zu schmerzen an und ich wurde immer langsamer, fiel hinter Guido und Sylvia ab. Es begannen dann die ersten gemeinsamen Gehpausen, die Kilometer bis zur Marathonmarke zogen sich und wir fingen nun alle an, etwas zu kämpfen. Auch die Schnäuzphasen meiner beiden Mitläufer wurden immer häufiger.

Irgendwann waren wir uns auch einig, in Merzig aufzuhören. Wir sehnten den nächsten VP sehr herbei, aber die Kilometer wollten nicht vergehen. Die Anlaufphasen nach den Geheinheiten wurden immer anstrengender und das Laufen fühlte sich sehr unrund an. Sylvia hat dann am VP in Beckingen (km 53), den wir dann doch endlich erreichten, ihren Franz angerufen, ob er uns in Merzig abholen möge. Nach einer kurzen Stärkung machten wir uns wieder auf den Weg – es waren ja nur noch 11 km… Aber man sollte nicht meinen, wie schwer diese paar Kilometer dann doch waren (also für mich auf alle Fälle).

Ich habe schon sehr mit mir gehadert, da ich mich gut vorbereitet fühlte und mehr Trainingskilometer hatte als im Frühjahr vor den 100 km in Rheine. - Und jetzt sollte es überhaupt nicht gehen. Irgendwann nach einer scheinbar endlosen Geraden tauchte dann Merzig in der Morgendämmerung auf und wir sahen das Trampoliniland, in dem der für uns letzte VP untergebracht war. Hier waren auch unsere Dropbags, wir konnten uns umziehen und uns stärken.

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Ich zeigte Sylvia stolz meine neuen Schuhe, die ich zum Weiterlaufen anziehen wollte und dann zog sie genau die gleichen aus ihrer Tasche raus – unglaublich. Wir bekamen unsere Kneifzangen, diesmal mit einem roten Band.

Der gute Franz kam dann auch schon bald und hat Guido und mich nach Saarbrücken mitgenommen, das war wirklich unsere Rettung. Man konnte nämlich in Merzig nicht duschen und so wie im Sommer zum Bahnhof gehen und mit dem Zug zurückfahren, wäre diesmal kein Spaß gewesen. In Saarbrücken haben wir uns erstmal ins Hotel geschleppt, endlich heiß geduscht und geschlafen.

Via Facebook haben wir dann erfahren, dass es Fabian wieder geschafft hat. Ganz großer Respekt! Abends haben Guido und ich uns mit einer saarländischen Spezialität (Dibbelabbes) und einem Glas Rotwein gestärkt und belohnt, auch wenn ich immer noch etwas beunruhigt wegen meiner Füße war. Meine Fußsohlen haben richtig „nachgebrannt“ – es wird der Untergrund gewesen sein (Asphalt und teilweise doch eher auch Beton), ich weiß es nicht. Jetzt nach 2 Tagen geht es wieder, ein erster Probelauf heute war wieder schmerzfrei. Und ich freue mich schon wieder auf die nächsten Laufveranstaltungen, die Verdrängung macht es möglich ;-)

Nächstes Jahr gibt es dann bei der Sommer-Edition den dritten Versuch, endlich bis nach Konz durchzulaufen. Im Sommer ist es doch etwas angenehmer als im Winter. Ein Aufgeben gibt’s dann aber nicht mehr, denn Kneifzangen haben wir jetzt schon genug.

Text: Evi Piehlmeier, Bilder: Franz Faller, 31.12.2018

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