Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

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25.-28.04.2019

Trainingslager, Zierenberg

8.6.2019
DM Ultratrail, Reichweiler

24./25.8.2019
DM 24h BUF, Bottrop

21.9.2019
100km, Kandel

(tw nicht offiziell)

 

Kilometerspiel:

Unser 1. Team in der 1. Liga

 

Unser 2. Team in der 3. Liga

 

Von der Wahner Heide zum Traildorado oder besser gesagt: vom Jubiläumslauf zum 24h- Trail-Lauf.

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Wenn der eigene Laufclub 10-jähriges Bestehen feiert, wollte ich dabei sein. Unbedingt!!!! Und da war mir kein Weg zu weit!!!! Mein Laufwochenende begann mit dem Marathon der Baustellen auf den bundesdeutschen Autobahnen und insgesamt 1261 km gefahrenen Kilometern an einem Wochenende. Diese km sollten meiner Freude, dabei gewesen zu sein, keinen Abbruch tun.

td1Das Startgeld für Traildorado in Arnsberg hatte ich geschenkt bekommen und so war ich da bereits angemeldet, bevor ich von dem Jubiläumslauf wusste. Doch wie sollte man dies kombinieren? Ich fuhr am Freitag zur Unterkunft in Arnsberg, um dann am Samstagmorgen nach Troisdorf zum Jubiläumslauf aufzubrechen. Dort angekommen, empfingen mich strahlende Gesichter und ganz liebe Lauffreunde. In meinem tiefsten Inneren hoffte ich Tipps bekommen zu können für mein Wagnis des Trails. Also habe ich erfahrene Leutchen gelöchert und bereitwillig haben sie mir Tipps rausgerückt: Anke Libuda, Claudia Lederer und alle, die ich gerade zur Hand hatte, verschönerten meine selbst gebastelte Startnummer mit Autogrammen. Ich freute mich, alle wieder zu sehen und so richtig tolle Lauffreunde, die doch so unglaublich mehr und viel schneller laufen können als ich: Spartathlon oder 200 km in 24h und dennoch: Keine Spur von Arroganz, kein Argwohn, kein Neid. Nee, man war beisammen und freute sich, dass da 'ne Runde ist, die man gemeinsam laufen kann. Richtig toll und nach einer halben Stunde, habe ich meine Runde als Gastläuferin beendet. Somit durfte Michael die erste Urkunde an mich ausstellen, denn ich düste nach 2 h wieder ab. Ich fuhr zum Traildorado, dem 24h-Lauf, der bereits um 12 Uhr begonnen hatte und fing 2 h später an. Alle haben in Troisdorf in mein Beutelchen vom LG Ultralauf Wertvolles gepackt, damit ich gut in mein Abenteuer starten konnte. Der gelbe Laufbeutel bekommt einen Ehrenplatz, denn der hat mir Glück gebracht. Darin war die Wegzehrung (Apfel, Müsliriegel) drin, die tolle Startnummer und eine Urkunde, wo drauf stand, det ick Höhenmeter bewältigt hatte. Urkundlich verbrieft, … da stand sie nun, die Zahl: 58 Höhenmeter hatte ich auf der Runde zurückgelegt und war nicht mal die Letzte. Nicht nur, dass ich aus einem Bundesland komme, dessen höchster „Berg“ 100 m misst und wo schon bei einer Erhebung von mehr als 10 m einem Flachlandtiroler die Puste ausgeht. Also nix mit: „Berge in die Wiege gelegt bekommen“ und 'ne Bergziege werde ick wohl nie werden. Aaaaaaaaaaaber es gibt doch so schöne Landschaftsläufe, wenn nur nicht diese Anstiege wären, wo ich zu Schulzeiten bei den Wandertagen immer als Letzte ankam. Die Ausblicke im Schwarzwald waren toll. Auch die Burgen im Elsaß – super! Nur dieses dumme Gefühl, det man sich quälen muss, um dann der letzte Trottel zu sein, der völlig am Ende ankommt – na ja, det Jefühl war nicht schön und immer noch da. Doch wie will man sowas in Brandenburg trainieren? Uff SandHÜGELN!!!! 70 Höhenmeter sind schon echt viel, die sich auch noch strecken. In meiner tiefen Trainingsverzweiflung bin ich in die Turnhalle gegangen und habe auf einem Turnbalken 100 mal versucht, auf dem Ding zu loofen. Die Blicke waren vielsagend und die Frage war: „Wie heißt diese Turnübung?“ Die Eleganz, mit der ich diesen Turnbalken bestiegen habe, glich ungefähr dem eines Elefanten, der versucht, einen Baum zu erklimmen. Von Grazie keine Spur! Wie denn auch? Dieses hölzerne Dingsbums hat eine Höhe von 1,20 m über dem Boden, 5m Länge und 10 cm Breite. Genau! Diese Kombination ist doch für Läufer eine Qual und dann noch ohne die Laufschuhe, aber ich wollte doch zu Traildorado, zu dieser „Meisterschaft“ und was tut ein Läufer nicht alles, um die Strecke zu schaffen? Ich habe fleißig 100-mal Drehungen, Standwaagen auf dem Balken geübt und dabei auch öfter mal die Härte des Hallenbodens überprüft. Turnerisch war das alles andere als perfekt. Aber was soll’s: Ich komme von der Laufabteilung und von den Ultras - die sind ja nun mal bekannt für etwas „unorthodoxe“ Strecken und det wir etwas „anders“ sind. Wir haben Stil, aber nicht die tänzerische Eleganz, dennoch wollte ich nicht auf der Laufstrecke aussehe wie ein Trampeltier auf Tour. So hatten alle die ersten 2 h schon mal kein Verkehrshindernis auf der Strecke, denn an Schnelligkeit bergaufwärts ist bei mir nicht zu denken!

 

Die Sachsen haben die Sächsische Schweiz, die Bayern die Alpen, die Schwaben die Alb und ick hatte den Ravensberg von Potsdam oder die Schuttberje von Berlin (Trümmerhaufen aus dem letzten Weltkrieg). Ihr könnt Euch also jetzt vorstellen, wie mein Training aussah??? Ich fing an, erfinderisch zu sein: einbeinige Kniebeugen auf einem Luft-Sitzkissen, Sandhügel ruff und runter – det is ja besser als nüscht und denn hab ick mir mal die Bücher von Michel Ufer rinjepfiffen, weil da stand wat von „Mentaltraining für Läufer“. Die hochgeistige trainingswissenschaftliche Literatur der Sportwissenschaftler erfordert manchmal optimale Umgebungsbedingungen, die ick nicht hatte, mal abgesehen von einem Körper, der für det Loofen zu „stämmig“ ist, wie mir det der Orthopäde mal erklärt hat. Dünner werd ick aba nich ohne zu hungern. Sportprofis denken wohl manchmal landläufig: „Da muss man zum Trainingslager!“ Dummerweise gibt es noch so ein Leben neben dem Laufen, das man meistern muss – die Kiste nennt sich „ALLTAG“ und eine Orchideensportart wie das Ultralaufen bringt einem nicht die Kohle ein, um sich super optimale Bedingungen heranzuzaubern. Wer kennt sie nicht diese Schwierigkeiten?

Den Traum von einem bestimmten Lauf haben wir alle. Dann fangen wir an zu basteln und zu hoffen, dass wir unser Ziel erreichen – dafür leiden wir allesamt in den Wettkämpfen so schön zusammen, wie das kaum eine andere Sportart zu bieten hat – nämlich KOLLEGIAL! Wir kämpfen nicht gegeneinander, sondern füreinander, damit alle det persönliche Ziel erreichen können.

Also fuhr ich in der Wahner Heide los: Reich beschenkt mit tollen Eindrücken. Ist doch die Heide sozusagen Michaels Trainingsgebiet, das ich gesehen habe. 'Ne Urkunde, 'ne Medaille, die klasse Startnummer, Wegzehrung, tolle Tipps, super Wetter – viel Neues kennengelernt, alle wiedergesehen und mein Herz war voller Freude. Was sollte da noch schief gehen? Um 14 Uhr stand ich an der Startlinie und zuckelte los. Erst mal die Strecke kennenlernen. Etwas Bammel hatte ich ja schon. Die offizielle Einweisung verpasst, aber der Veranstalter wusste Bescheid und mein Hirn sagte nur: „Det sind Ultras. Die helfen Dir.“ Entourage in Form von begleitenden Personen hatte ich nicht, auch nicht Trailschuhe oder Stöcke. Die Meisten lesen gerne die Zahlen, die ick so erreiche, aber 24 h mitzuleiden? Nee, da ist det eigene Bettchen schöner und am WE hat man meistens Besseres vor. Ooch det kennen wir doch alle irjendwie! Man muss Leute bequatschen, det sie sich für uns überhaupt interessieren.

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Ich machte mich los und siehe da – innerhalb der ersten 2 km hatte ich alle Infos, die ich brauchte. Ist so etwas nicht wunderbar? Die Herzensbotschaft kam an: „Freunde, ick hab keenen Plan wie ick det hier schaffen soll.“ Ultras können so schöööööööööööön basteln und diese Blicke: „Na klar, das schaffst du!“ Ich hatte in der ersten Runde gar nicht die Zeit, die Anstiege fürchterlich zu finden, weil ich vollauf damit beschäftigt war, mir die Strecke zu merken, die Infos einzusammeln und siehe da!!! Da war die erste Runde auch schon fertig. Ich hatte mir 3 Zielzahlen vorgenommen: 11 Runden wären det, wat ick da wollte (45km)! 13 Runden wären super prima! 15 Runden 'nen richtjer Traum. Von dem ich eigentlich nicht zu träumen wagte, weil jede Runde von 4,1km 130 Höhenmeter beinhaltete, denn das wäre das Doppelte von dem an Höhenmetern, was ich überhaupt trainieren konnte.

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Das Läuferbuffet war mit viel Herz gemacht und die „Romantik“ kam abends zum Vorschein: ein Himmel mit Sternen, das Lagerfeuer am Verpflegungspunkt und Michel Ufer, der seines Zeichens als Psychologe sein Bestes gab, um alle zu motivieren. Keene Sorje – det is een Ultra, der quatscht einem nicht mit det übliche Psychoklempnerjesülze an die Ohren ran. Ultras sind schon een sehr direktes Völkchen und vor 17 Uhr kam eine große Pause gar nicht erst in Frage, zumal meine lieben Lauffreunde in der Wahner Heide schon längst schwitzten, nämlich beim 50 km Jubiläumslauf. Für mich war es in gewisser Weise ein Rendezvous mit meinen Grenzen, Ängsten und Erinnerungen. Ein Flirt mit dem, was ich kann und könnte, um diese Grenzen zu überwinden und um die blöden Erinnerungen zu repositionieren. Leicht war dieser Lauf sicherlich nicht, denn jeder Ultralauf hat so seine kleinen und großen Schwierigkeiten, die man alle bewältigen muss. Nach 11 Runden war ich jedenfalls glücklich – ich hatte „mein Ziel“ erreicht. Sagt doch Michel zu mir: „Und was ist Dein nächstes Ziel?“ Ich: „Pennen, Genießen, Ufftanken. Und war hier nicht die Rede von Party?“

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Ich machte Pause, denn noch nie in meinem Leben hatte ich für diese Höhenmeter so geschwitzt, noch nie habe ich so viele Untiefen von Zweifeln und Verzweiflung druchleiden müssen. Vor allem der stets präsente und beharrlich nagende Zweifel (Kopfkino Ahoiii!!!), ob die Zeit reicht oder nicht. Neurotraining hin oder her, ich hatte Sprünge (Changements) auf dem Baumstamm geübt, aber Traildorado war eene janz andere Liga. Uff jeden Fall wollte ick die 11 Runden. Dann aber die Erlösung! Ich konnte es nicht fassen: Flachlandtirolerin hatte den Ultra mit 1430 Höhenmetern geschafft!!!! Ich gönnte mir eine Pause und schnabulierte mich einmal quer durchs Buffet. Det hatte ick mir redlich verdient. Und plötzlich sagte mir mein Kopf: „Na, da geht doch noch was!“ Nach 3 h Pause, machte ich mich wieder auf den Weg, um dann morgens ganz begeistert festzustellen, dass ich sogar nachts gelaufen war! Jawohl – Icke -Ploch! Berg hoch und det im Dunkeln – ohne Straßenbeleuchtung!!! Mit meinem Rucksack und der Stirnlampe bin ick uff die Strecke, wo ick doch die Risiken immer versuche zu bedenken. Ich überwand die Ängste, die Zweifel. Immer wenn Kopfkino als Meldung brachte: „Holla! Gefahr in Verzug.“ Da sagte mein Innerstes: „Du hast eine Urkunde bekommen, da steht druff, dass Du Höhenmeter kannst. Und jetze bewegste die Füße vorwärts, kiekst nicht ständig in den Abgrund und beschäftigst dich nur noch damit, die Gräten elegant (wie uff‘m Balken) manierlich in der Landschaft zu sortieren.“

td5Na klar, war det an manchen Punkten verdammt schwer für mich. Schnell ging nicht, ungeübt bin ick in den Bergen, aber ick war doch ausgestattet mit feinen Tipps. Egal wie sehr ich auch versuchte, die Berge zu trainieren, es ist anders, wenn man vom Flachland kommt und 1 h vor Schluss hatte ich gefinisht. Ich hatte 16 Runden – jawohl – unglaubliche 16 Runden geschafft!!!!! Dies entspricht 65 km und 2080 Höhenmeter Aufstieg, … die Abstiege darf man nicht vergessen. Dankbar und froh über all die hilfreichen Tipps, die funktioniert hatten, fuhr ich am gleichen Tag nach Hause. Müde und sehr glücklich. Keinen einzigen Kilometer bereue ich – weder gefahren, noch gegangen, noch gelaufen zu sein. Ganz im Gegenteil: Diese Tour würde ich jederzeit wieder machen – genau so und nicht anders! Einen Wermutstropfen gab es für mich allerdings doch noch: Es gab bei Traildorado keine Erinnerungsplakette und die Urkunde musste man sich selbst im Internet runterladen und ausdrucken. Ich weiß: Ich bin altmodisch, aber dafür habe ich von Traildorado ein T-Shirt mitgenommen, mein Trauma überwunden und ganz wunderbare Erinnerungen an ein bewegtes Wochenende in meinem Lebensrucksack.

Ich wünsche Euch allen, dass es auch Euch gelingt, Euren Lebensrucksack mit wunderschönen Erinnerungen zu füllen. Habt weiterhin viel Spaß beim Laufen!!!!

Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 1 Bild von Manfred Nowottny, 18.10.2018

Der LGU Jubiläumslauf wurde auf einer 3,88km langen Runde gelaufen, die dreizehnmal gelaufen werden musste, um in die 50km-Wertung zu kommen. Genauer waren es eher 50,5 km und die Höhenmeter rauf wie runter summierten auf 750m.

24 Männer und 7 Frauen haben diese Leistung vollbracht. 

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Bei den Frauen belegten Claudia Lederer, Rita Nowottny-Hupka und Monika Lux die ersten drei Plätze.

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Bei den Männern gewann Hans-Dieter Jancker vor den zeitgleichen Christoph Janthur und Wolfgang Metzger.

 

Pl ges Pl WM WM Zeit Vorname Nachname Verein
1 1 M 4:27:00 Hans-Dieter Jancker LG Ultralauf
2 2 M 4:33:38 Christoph Janthur LG Ultralauf
2 2 M 4:33:38 Wolfgang Metzger LG Ultralauf
4 1 W 4:41:55 Claudia Lederer LG Ultralauf
5 4 M 4:42:36 Andreas Häußler Team Kölnpfad
6 5 M 4:44:08 Walter Hösch LG Ultralauf
7 6 M 4:46:00 Frank Gehle LG Ultralauf
8 2 W 4:52:00 Rita  Nowottny-Hupka  LG Ultralauf 
9 7 M 4:58:00 Fabian Benz LG Ultralauf
10 8 M 5:10:00 Wolfram Andrae Hunsrück-Marathon e.V.
11 9 M 5:17:00 Volker Greis LG Ultralauf
12 10 M 5:18:00 Dirk Jost Die Muskelkater
13 11 M 5:28:00 Stefan Henscheid LG Ultralauf
14 12 M 5:37:00 Mario Luther  LG Ultralauf 
15 13 M 5:37:58 Stefan Scherzer Team KoBoLT
16 3 W 5:40:18 Monika  Lux
17 4 W 5:41:03 Jasmin Schmerfeld  
18 14 M 5:41:03 Birger Jüchter Running Team Grafenberg
19 5 W 5:42:32 Kerstin Conrad LG Ultralauf
20 15 M 5:43:29 Michael Hillen Die Muskelkater
21 16 M 5:48:00 Juergen Titze Troisdorfer LG M.U.T.
22 17 M 5:49:52 Norbert Glaesner AWO Lauftreff Dortmund
23 18 M 5:50:46 Jan Förster LG Ultralauf
24 19 M 5:50:47 Alexander  Retzlaff  LG Ultralauf 
25 20 M 5:51:43 Frank Breuer Troisdorfer LG M.U.T.
26 21 M 5:57:00 Matthias Kröling LG Ultralauf
27 22 M 5:58:00 Franz Holzleitner LG Ultralauf
28 6 W 6:19:00 Kerstin Hommel LG Ultralauf
29 23 M 6:19:59 Mike Sieburg BSG Evonik Rheinland
30 24 M 6:30:00 Carsten Groh OTV Endurance Team
31 7 W 7:00:00 Manuela Groh OTV Endurance Team

Darüber hinaus gab es einige Gastläufer, die sich mit weniger Runden zufrieden gaben. Zwischen den Klammern steht die Anzahl der gelaufenen Runden: Axel Densing (11), Daniela Brandenburg (11), Sabine Heiland (11), Ralf Kappus (10), Carmen Tautges (10), Jens Allerheiligen (9), Jürgen Mosler (9), Guido  Kreuzberg  (8), Werner Kempken (8), Oliver Schell (8), Stefan Beckmann (8), Achim Conrad (7), Dieter Liebig (7), Dieter Schlaefke (7), Guido Althausen (7), Andrea Krajenski (6), Patric  Wurmbach  (6), Sylvia Faller (6), Martina Odenthal (6), Oliver Ruf (6), Axel Brandenburg (6), Gabriel Brandenburg (6), Katrin Wachsmann (5), Joachim Mertens (5), Anke Libuda (5), Rainer Wachsmann (4), Andrea Thomas (4), Seán Libuda (4), Christian Mohr (4), Uschi Meister (4), Franziska Brandenburg (3), Ralf Simon (3), Dagmar Floßdorf (3), Franz Faller (3), Heike Nordick (3), Anke Siemers (2), Gila Thomas (2), Michael Irrgang (1), Elisabeth Ploch (1), Barbara Brandenburg (1).

Text: Michael Irrgang, 17.10.2018

Anlässlich des zehnjährigen Vereinsjubiläums richtete die LG Ultralauf einen kleinen 50km-Lauf in der Wahner Heide in Troisdorf aus. Gelaufen wurde auf einer schönen Runde von 3,8 km Länge, die etwa 60 Höhenmeter aufwies. An einer Stelle befand sich der Verpflegungspunkt und die Cafeteria, so dass die Läufer sich gut mit Speisen und Getränken versorgen konnten, denn das Herbstwetter war mit 10 Sonnenstunden und über 25 Grad außergewöhnlich sommerlich.

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Außerdem wurde eine „Gipfelbar“ organisiert, in der einmal zur „Eiszeit“ verschiedene Eissorten an die Läufer verteilt wurde und später gab dort es Cocktails, also verschiedene alkoholfreie Säfte. Die gesamte Veranstaltung war sehr locker und familiär und hat den Teilnehmern dem Vernehmen nach viel Spaß gemacht.

Zu dem Lauf kam es, weil der Verein einen Ultralauf mit einer Jubiläumsfeier verbinden wollte. Nach einigen Vorüberlegungen hatte sich der Gedanke durchgesetzt, selbst einen Lauf zu organisieren. Die Fragen Wo? und Wie? waren schnell geklärt, denn die Troisdorfer LG M.U.T., bei dem ich seit vielen Jahren Mitglied bin, war schnell für die Idee gewonnen gemeinsam einen Traillauf zu veranstalten. So kam nach 2012, als in Troisdorf der 12. und letzte 6h-Lauf mit der 1. Deutschen Meisterschaft im 6h-Lauf ausgerichtet wurde, der Ultralauf in die Aggerstadt zurück.

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Da die Vereinsmitglieder in ganz Deutschland wohnen, kamen einige bereits am Freitag. Und so trafen wir uns traditionell am Wettkampfvorabend zum Pizzaessen, diesmal bei mir zu Hause – das Wochenende stand ja unter dem Motto „familiäre Veranstaltung“. Morgens gab es statt der üblichen Startnummernausgabe eine Registrierung, denn die Teilnehmer wurden darum gebeten, sich eine eigene Startnummer, mit denen sie eine Geschichte verband, mitzubringen. Eine Startnummer wurde vor zwei Wochen beim Spartathlon von Athen nach Sparta getragen, eine war über 20 Jahre alt und war die Nr des ersten Marathons eines Teilnehmers.

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Das Markierungsteam Jürgen Titze und Iris Jaschky-Sterzenbach von den mit-ausrichtenden MUTlern markierte die Strecke früh morgens vorbildlich. Jürgen, als Vorstandsmitglied, lief erst selbst 50 km und wirkte später noch bei der Siegerehrung mit. Das nenne ich einmal vorbildlichen Einsatz.

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Anna-Lena Schöttler und Andrea Densing waren zwei unserer guten Seelen am Versorgungsstand, die stets gut gelaunt und motivierend den Läuferinnen und Läufern halfen, Spitzenleistungen zu vollbringen.

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Im üblichen Toleranzbereich eines Ultralaufes wurde der Lauf pünktlich gestartet. Schon bemerkenswert, dass alle Teilnehmer respektvoll 5 Meter hinter der Startlinie starteten, denn so richtig eilig hatte es an diesem Tag zum Ausklang einer langen Saison wohl niemand. Ein Gruppenlauf wurde es dennoch nicht.

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Walter Hösch war es zunächst, der dem Rennen seinen Stempel aufdrückte. Er rannte los, als gelte es, seine 10km-Zeit zu verbessern und zeigte den Favoriten schnell seinen Rücken. Ebenfalls schnell gestartet waren Christoph Janthur und Frank Gehle, dahinter liefen zurückhaltend Hans-Dieter Jancker und Wolfgang Metzger.

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Im Frauenrennen gab es kein Taktieren. Nachdem Anke Libuda bereits im Vorfeld angedeutet hat, dass sie keineswegs 50 km laufen wollte und entsprechend entspannt unterwegs war, konnte Claudia Lederer sich sofort an die Spitze setzen und das Rennen von vorne gestalten. Sie teilte sich das Rennen sehr gut ein und ließ in der Gesamtwertung nur 3 Männer knapp vor sich.

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Ein klasse Rennen lief auch Rita Nowottny-Hupka. Auch sie teilte sich ihre Kräfte gut ein und erzielte einen ungefährdeten zweiten Platz. Nach ihr mussten die interessierten Zuschauer allerdings 50 Minuten warten, bis die dritte Frau ins Ziel kam. Schließlich hatte Monika Lux die Nase vorn, eine Minute vor Jasmin Schmerfeld, die ihrerseits eine Minute vor Kerstin Conrad ins Ziel kam. Kerstin hat es geschafft, etwa 500m nach dem Start, also förmlich über die erste Wurzel zu stolpern und zu stürzen. Wie sie dann mit einer Rippenprellung noch 49,5km lief, ist mir ein Rätsel.

Bei den Männern gab es ab der Mitte des Rennens jede Runde Positionswechsel in der Spitzengruppe. Plötzlich und unerwartet nahm Walter Tempo raus. Er wollte nur einen 30km-Tempolauf machen, joggte die Strecke zu Ende und wurde am Ende 5.

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Hans-Dieter Jancker lief relativ konstante Runden – was wirklich eine Meisterleistung ist – und arbeitete sich so Platz für Platz vorwärts, bis er schließlich die Führung übernahm und sie auf 6 Minuten ausbaute. Wolfgang Metzger konnte oder wollte nicht lange an Hans-Dieter dranbleiben, aber zu Christoph Janthur aufschließen. Gemeinsam liefen sie auf Platz 2 ein, nur knapp vor Claudia.

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Andreas Häußler hielt sich ebenfalls stets in der Spitzengruppe auf und folgte mit geringem Abstand auf Platz 4, Fank Gehle, der am Ende auch etwas rausnahm, wurde 6.

Direkt nach ihrem Zieleinlauf erhielten die Teilnehmer ihre Medaille und Urkunde.

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Die Gesamtsieger bekamen bei der Siegerehrung ihren verdienten Pokal aus den Händen von dem Präsidenten der LG Ultralauf Christian Mohr und vom Vorstandsmitglied der Troisdorfer LG M.U.T. Jürgen Titze.

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Anschließend saßen die Teilnehmer und Gäste noch länger in der „Cafeteria“ und sinnierten bei Kaffe&Kuchen oder einem Kaltgetränk über den Tag. Auch wenn alles wunderbar geklappt hat, ist eine Wiederholung nicht vorgesehen, wobei ich das nicht gänzlich ausschließen möchte. Mit einem engagierten Team Veranstaltungen zu planen und durchzuführen, macht ja auch Spaß, aber im nächsten Jahr werden wir andere Schwerpunkte setzen, so wird es beispielsweise nach Ostern wieder ein Trainingslager geben.

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Die Wanddeko zeigte viele Fotos von früheren Veranstaltungen, die nach der Veranstaltung verschenkt wurden.

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Nach dem Abbau und Aufräumen gab es die Jubiläumsfeier, an der etwa 50 Vereinsmitglieder und deren Partner teilnahmen. Christian Mohr erzählte aus der Vereinschronik ein paar spannende Geschichten. Im August 2008 gründete das damalige DUV-Präsidium die Laufgemeinschaft der DUV oder kurz LG DUV. Es folgten Jahre des Aufs und Abs, 2015 ein Präsidiumswechsel, 2017 die Umbenennung zur LG Ultralauf. Unter dem heutigen Namen und Logo gibt es uns also erst seit 1,5 Jahren und auch wenn wir vermutlich der größte Ultralaufverein sind, so sind wir nicht übermächtig, denn in der Bundesliga sind wir viermal Zweiter geworden. Christian hatte sogar ein Bild aus dem Jahr 2010 ausgegraben, als wir beide uns kennenlernten. Er war damals Teilnehmer bei dem DUV-Trainingslager in Bad Bergzabern. Zum Abschluss des kurzen, offiziellen Programms erläuterte ich die sportliche Entwicklung der Jahre 2015 bis heute und zeigte ein paar stimmungsvolle Filme von unseren Veranstaltungen. Mindestens so interessant wie die Geschichte des Vereins waren aber die zahlreichen Gespräche unter den Mitgliedern, die sich bei der Gelegenheit näher kennenlernen und für zukünftige Pläne verabredeten konnten. So wurde es ein schöner Abend und Abschluss eines gelungenen Tages.

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Am Sonntagmorgen trafen sich dann noch ein paar Unersättliche zum Auslaufen. Diesmal ging es auf herrlichen Singletrails durch die Wahner Heide über die höchsten, städtischen Erhebungen wie den Telegraphenberg, Fliegenberg und Ravensberg.

Fazit: Es war ein rundum schönes Wochenende mit vielen netten Menschen.

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Ihm verdanken wir eine Vielzahl der tollen Fotos: Manfred Hupka. Die anderen wurden von Martina Stumpf-Irrgang und Michael Irrgang gemacht.

Link zu den Ergebnissen

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Vielen Dank auch an die Stadtwerke Troisdorf, die uns unterstützten. Sie waren vor Ort mit einem Stand vertreten, schenkten den Teilnehmern einen Startbeutel und warben für ein neues Produkt, bei dem man für 10.000 Schritte eine Kilowattstunde Strom geschenkt bekommen kann. Das war für viele Läufer sehr interessant.

 

Text: Michael Irrgang, 15.10.2018

 

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Am letzten Wochenende im September steht mit dem Lauf von Athen nach Sparta für viele Läuferinnen und Läufer der Jahreshöhepunkt an; für viele Beobachter ein Computer-Marathon, denn der Veranstalter stellt an verschiedenen Checkpoints Messstellen auf und überträgt die Zwischenzeiten live ins Internet. So kann man dann sehr gut mitverfolgen, wer schnell und wer langsam läuft, wer um die vorderen Plätze mitläuft und wer gegen das Zeitlimit kämpft.

Sp 9Foto: Fabian Benz im Ziel

Die 246km weisen immerhin 3.000 Höhenmeter auf und müssen innerhalb von 36 Stunden zurückgelegt werden. Meistens ist es unerbittlich heiß und viele Teilnehmer mutieren im Kampf mit den Kilometern und dem Wetter zu wahren Helden, die einen Vergleich mit den griechischen Vorbildern nicht zu scheuen brauchen.

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Foto: Patrick Hösl erreichte einen hervorragenden 7. Platz

Dieses Jahr war vieles wie immer, aber entscheidendes komplett anders. Wie immer gab es ein etwa 30köpfiges Starterfeld aus Deutschland, welches vom Spartathlon-Koordinator Ralf Simon betreut wurde, darunter viele Mitglieder der LG Ultralauf. Patrick Hösl als bester Deutscher konnte dank einer klasse Renneinteilung auf den 7 Gesamtplatz vorlaufen und überzeugte insbesondere durch seinen fulminanten Endspurt auf dem letzten Renndrittel in der Nacht. Er gehört zu den erfahrensten Vereinsmitgliedern. So nahm er bereits 2010 an der 24h WM teil. Fabian Benz ist einer unserer Nachwuchstalente und lief die ersten ca 70 Kilometer sogar zusammen mit Patrick, bevor er abreißen lassen musste. Da das Wetter mit zunehmenden Rennverlauf immer schlechter wurde, hatte Patrick Glück und konnte der Regen- und Sturmfront davonlaufen, während Fabian in der zweiten Rennhälfte schwer zu kämpfen hatte. Er war ohne Betreuer unterwegs, was in diesem Jahr ein großer Nachteil war. Noch heftiger erwischte es Florian Bachmeier und Klaus Mantel, die kontrolliert vor dem Zeitlimit liefen und vom Unwetter voll erwischt wurden. Die Bilder, Videos und Berichte von den Leuten am Ende des Feldes sind unglaublich! Eigentlich hätte man den Lauf wohl abbrechen müssen, da es richtig gefährlich war. Hat man aber nicht und es ist wohl auch nichts passiert.

IMG 20180929 WA0013Foto: Wasserstraße auf dem Weg zum Ziel

Anbei der spannende Bericht von Anke Follner, der Betreuerin von Florian. Auch die Betreuer haben Gigantisches geleistet, um die durchnässten und unterkühlten Sportler immer wieder zu motivieren und ins Ziel zu pushen. Anschließend folgen noch die Eindrücke von Klaus Mantel.
Michael Irrgang 9.10.2018

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben...

(H.Hesse)

Diesen Zauber spürte ich auch, als mir Florian zum ersten Mal vor über einem Jahr von seinem Vorhaben erzählte, den Spartathlon mit seinen unglaublichen 246,8 km zu bewältigen. Fasziniert lauschte ich seinen Erzählungen über den Lauf, über die Geschichte des Spartathlons und schon hatte mich etwas gepackt, das ich nicht fassen konnte einige Monate später nach dem ersten Finish in Sparta erzählte er mir von seinem nächsten Ziel, wieder in Athen zu starten mit einem ganz eigen gesetzten Zeitlimit.Aber wie es so ist, lacht das Schicksal nur über unsere Pläne und wirft sie mit Liebe völlig durcheinander.Das Training der Monate zuvor verlief sehr gut. Es gab sicher das ein oder andere Tief dazwischen, aber die Tendenz, die sich abzeichnete, war verdammt gut.
Doch 2 Wochen vor Sparta sollte Florians Geduld und Willenskraft noch einmal auf eine gute Probe gestellt werden. Schmerzhafte Probleme im Wadenbein, die wohl mehrere Ursachen vereinten, machten ihm schwer zu schaffen. Osteopathen bemühten sich redlich und so war das Bein nach 2 Wochen wieder einigermaßen hergestellt. Was aber blieb, war die Unsicherheit im Kopf.
Florian versuchte das, so gut es ging, auszublenden und aufkommende Zweifel herunter zu schlucken. Dennoch blieb ein nagender Gedanke im Hinterkopf.

Als Brigitte (Florians Mutter) und ich am Donnerstag Abend in Athen ankamen, ging es eigentlich Schlag auf Schlag. Letzte Einweisungen seitens Florian, essen gehen und versuchen, schnell einzuschlafen. Und genau das funktioniert nicht, wenn man aufgeregt ist und weiß, dass die Nacht verdammt kurz ist.

Am nächsten Morgen ging es mit wenig Schlaf, aber total aufgekratzt los. Mit unserem Mietauto folgten wir dem Bus der Athleten bis zur Akropolis, um dort Florian (und natürlich auch alle anderen Athleten) gut auf die Strecke zu schicken.
Relativ schnell füllte sich der Platz vor der Akropolis mit 100en von Athleten und Supportern, aber es herrschte eine sehr ruhige, fast etwas unheimliche Atmosphäre.
Pünktlich um 7 Uhr Ortszeit fiel der Startschuss und mir blieb nichts anderes übrig, als Florian viel Glück zu wünschen und ihn in die Dunkelheit mit all den anderen Läufern zu entlassen.

Brigitte und ich hatten jetzt relativ viel Zeit, da der erste Checkpoint, an dem wir supporten durften, bei km 42 lag und wir gewiss sein konnten, dass Florian bis dahin locker alleine durchkam. Dass es das erste und fast einzige Mal sein würde, dass wir etwas Zeit für uns haben würden, war uns da noch nicht bewusst.
Unterwegs hatte es nun gut geregnet, aber zum Glück auch wieder aufgehört. Wir hatten uns mit unserem geliehenen Flitzer (das Mietauto hatte gefühlte 30PS...) durch Athen durchgewühlt und warteten nun an CP 11 bei km 42,2 in Mecara irgendwo mitten an einer gut befahrenen Straße auf die Ankunft von Florian. Er war sehr gut in der Zeit und erreichte den CP gegen 11:10 Uhr. Ich schöpfte Hoffnung. Waren die Probleme im Bein tatsächlich Vergangenheit? Es schien, als ginge es ihm recht gut.

Was folgte, war ein schneller Klamotten- und Schuhwechsel, ein paar Dehnungsübungen und etwas Verpflegung und schon ging es weiter. Der Schuhwechsel sollte sich allerdings noch als recht unangenehm herausstellen
IMG 20180928 WA0005Bis wir unsere eigene kleine Versorgungsstelle wieder im Auto verstaut hatten (da war eben noch keine Routine in den Abläufen bei uns...), war einige Zeit vergangen. So war Florian schon wieder einige km unterwegs, als wir ihn auf der Strecke einholten. Der nächste CP den wir anfahren durften, wäre nach insgesamt 80km in Korinth gewesen. Aber aus irgendeinem Grund, war mir das zu weit. Instinktiv wollte ich Florian nicht so lange aus den Augen verlieren. Und so fuhren wir ein Stück und hielten wie normale Passanten ab und zu auf der Strecke oder an ein paar anderen CP`s und warteten, bis Florian an uns vorbei lief.Nach ca. 60km veränderte sich Florians Miene. Schmerzen und Verzweiflung schauten uns an. Nach dem Wechsel der Schuhe, begannen die Schmerzen im Bein scheinbar Überhand zu nehmen. Verzweifelt wollte er im Affekt alles hinschmeißen. Der Satz: Ich höre auf, es geht nicht... war wie Feuer in meinen Ohren. Ich wusste, dass nun alles auf Messers Schneide stand. Zum Glück sagte er, dass er noch bis Korinth laufen wolle. So hatte ich Zeit zum Nachdenken. Mir fiel es schwer, die Situation in Florians Sinne richtig einzuschätzen. War es tatsächlich so schlimm, dass nichts mehr ging? Wäre es tatsächlich besser, abzubrechen? Oder brauchte es einen mentalen Schub, um ihn wieder in die Spur zu bringen? Dass es weh tun würde, war von Anfang an klar. Aber wie viel davon war noch in Ordnung und was war dann zu viel??Ich dachte an Peter, sein Partner beim ersten Spartathlon. Er hatte so viele Trainingsstunden, so viel Schweiß, Schmerzen und Tränen mit ihm geteilt. Wenn es einer einschätzen konnte, dann sicher er!
IMG 20180928 WA0009Als Florian den CP 22 bei km 80 gegen 15:45 Uhr in Korinth erreichte, war er vom Schmerz und von der Enttäuschung über den bisherigen Verlauf völlig aufgelöst. Schluchzend sank er auf dem Stuhl zusammen. In dem Moment zog ich meinen Joker Peter aus der Tasche. Ich hatte ihn schon vorgewarnt und ihn somit schnell an meinem Handy. Nach nur 3 min Gespräch gelang es ihm, Florian zu beruhigen, ihn vernünftig nachdenken zu lassen und am Ende wieder auf die Strecke zu schicken. Ich war unglaublich erleichtert! Es gibt kaum etwas schlimmeres für einen Athleten, als diesen Lauf irgendwie, irgendwo abbrechen zu müssen!
Aber Florian war wieder da, sein Blick klar und fest. Noch ein kurzer Abstecher auf die Massageliege, schnelle Anweisungen für die sehr motivierten Masseure und ein Wechsel auf die vorherigen Schuhe und schon war Florian wieder am Laufen.
Das nächste Übel ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Der Regen, der sich zwar immer wieder gemeldet hatte, aber zwischendurch auch mal Ruhe gab, setzte nun volle Kraft voraus ein. Ich hoffte noch, dass es nur bei einem heftigen Schauer bliebe, der sich ganz bald wieder legte, aber das sollte ein Wunsch bleiben bis zum Samstag Abend. Schnell verwandelte sich die Landschaft in einen einzigen Swimmingpool mit Dreck und Schlamm. Stunden später warteten so einige riesige Knöcheltiefe Seen auf die Athleten. Hier blieb niemand mehr trocken, weder Athleten, noch Supporter.
IMG 20180928 WA0013Ich fühlte, dass so langsam ein Kampf in Florian begann. Der Schmerz, die sowieso schon anstrengende Strecke und nun auch noch der starke Regen, der nicht zuließ, dass angemessene Pausen gemacht werden konnten. Und so beschlossen wir, die Punkte, an denen wir auf Florian warteten, noch dichter beieinander zu legen, um ihm zu zeigen, dass wir für ihn da waren. Leider wurden wir so einige Male von den Racemarshalls, die auf der gesamten Strecke für die Einhaltung der doch recht strengen Wettkampfregeln achteten, zum Weiterfahren angehalten. Des öfteren hörten wir den Satz, dass es nicht einmal erlaubt wäre, nur einfach dort zu stehen. Wir gingen ohne ein Wort des Einwandes, um Florians Teilname an diesem Rennen nicht zu gefährden. Eine Disqualifikation, aufgrund unserem Fehlverhaltens, wäre das letzte gewesen, was wir hätten bewirken wollen.
Nasse abgelegte Kleidung wurde im Auto säuberlich aufgehangen. Wir fuhren mit voll aufgedrehter Heizung. Immer in der Hoffnung, beim nächsten CP , Florian wenigstens ein trockenes Kleidungsstück anbieten zu können. Der Regen zeigte sich unbarmherzig und feuerte alles auf die Athleten ab, was er dort oben im Himmel finden konnte.
Ab ca. km 85 hatte Florian auch eine Begleitung in Form seines Vereinskollegen und Leidensgenossens Klaus Mantel. Wer hier wen zog, war unwichtig. Sie taten sich gegenseitig gut und das merkte ich auch an Florians Gemüt. Langsam ging es auf den Abend bzw. die Nacht zu. Bei CP 29 km 102,1 in Zevgolatio gegen 18:30 Uhr rüstete sich Florian mit Stirnlampe und Co. für die Dunkelheit. Ich hoffte, dass ihm das nicht zusetzte. Regen, Dunkelheit, ewig ins Schwarze laufen, können einen ziemlich zermürben. Aber es schien ihm nichts auszumachen. Nach einer kurzen Beinmassage meinerseits und etwas Verpflegung rief er beschwingt nach Klaus und die zwei starteten weiter auf ihrem noch langen Weg hinein in die Dämmerung. 
IMG 20180929 WA0001Die Abstände der CP`s, an denen wir offiziell supporten durften, wurden jetzt auch kleiner. Aber der Regen machte so einiges zu nichte. Die meisten CP`s waren im Freien, einige notdürftig in kleine Gebäude verlegt. So fanden wir uns zB. in einer kleinen Kirche in Nemea CP 35 km 123,3 wieder, an der Florian ca. 22:15 einlief. Alle quetschen sich dort hinein, um nicht im heftigsten Regen stehen bleiben zu müssen und damit innerhalb weniger Sekunden die Kälte bis auf die Knochen zu spüren. Die warmen Speisen, die normalerweise nicht so gefragt waren, da meistens bei diesem Lauf tagsüber 30 und nachts ca 24 Grad herrschten, waren fast immer schon ausgegangen, wenn wir einen CP erreichen. Trotzdem versuchten wir, auf Florians Wünsche einzugehen, die er uns im Vorbeifahren ins Auto rief. Ich habe ehrlich gesagt noch nie für einen einfachen Kaffee so kämpfen müssen...
Cp 43 km 148,3 in Lyrtkia Village war der letzte vor dem Sagas Berg, den wir anfuhren. Florian erreichte ihn ca. um 2:20 Uhr. Er hatte gut Puffer, um über den Sagas zu kommen. Wir hielten ihn an, noch einmal alle Taschen voll zu füllen. Denn über diesen Berg konnten und durften wir nicht mit ihm. Es war ein Singletrail, also unbefahrbar für uns. Aber da war ja noch Klaus. Und gemeinsam würden sie sich schon den Berg hochschrauben.
Der ursprüngliche Plan war, Florian ab ca 23 Uhr alleine zu lassen und irgendwann gegen 5 Uhr wieder zu treffen und in der Zwischenzeit ein Hotel zu nehmen, um etwas auszuruhen, duschen und frisch gestärkt wieder an der Strecke zu erscheinen. Doch wir beschlossen, am ersten CP nach dem Sagas wieder vor Ort zu sein. Ich fühlte, dass Florian uns brauchte, auch wenn wir kaum mehr etwas hätten tun können, da trotz Bewegung die Kälte durch seine Kleidung kroch.So fuhren wir CP 52 bei km 171,5, der erste nach dem Sagas, an dem wir wieder supporten durften, an. Dort stellten wir das Auto ab. Wir hatten jetzt ca 2,5h Zeit, zum Ausruhen. So gut es ging, machten wir es uns auf unseren Sitzen im Auto bequem und versuchten ein wenig zur Ruhe zu kommen.
Mir gingen 1000 Gedanken durch den Kopf. An Schlaf war nicht zu denken. Vom Auto aus sah ich einen Helfer, der stundenlang im Regen stand und auf freundlichste Art und Weise die ankommenden Athleten zur Zeitmatte lotste. Er musste selbst komplett nass geregnet sein und frieren, da er sich kaum bewegte. Ich bewunderte ihn, seinen Enthusiasmus und seine schier unendliche Freundlichkeit.Es war jetzt ca. 6:30. Wir stellten die Sitze in unserem geliehenen Flitzer wieder senkrecht und kramten die Box mit Verpflegung und Kleidung heraus. Florian kam genau in dem von ihm angegebenen Zeitfenster an. Er war gut über den Sagas gekommen und schaute besser aus als erwartet. Klaus schien in ähnlicher, für diese Umstände guter Verfassung zu sein.Ausziehen oder umziehen tat Florian kaum mehr etwas. Seine Füße waren völlig aufgeweicht. Dass er jetzt noch die Socken wechselte, war wohl ein verzweifelter Versuch, dass sich die Haut dort nicht ganz ablösen möge. Jetzt wurden nur noch eine Lage Kleidung über die andere gezogen. Florian versuchte irgendwie, eine Isolierschicht in Form von Regenjacken und Müllsack zu konstruieren.IMG 20180929 WA0002Er erzählte uns, dass auf dem Sagas der Wind unbarmherzig wehte. Er hatte dort von einem griechischen Mitathleten eine Regenjacke geschenkt bekommen, die unten angekommen, auch völlig durchnässt war. Aber für mich war es eine herzliche Geste in einem so kalten Moment!Und wieder waren wir auf dem Weg von CP zu CP. Wir sahen Athleten durch riesige Pfützen warten. Das schlammige Wasser floss in die Schuhe hinein und genauso wieder heraus. Autos vor mir fuhren völlig gleichgültig mit guter Geschwindigkeit an der Läufern vorbei und duschten sie noch zusätzlich mit Pfützenwasser. Ich versuchte, selbiges zu vermeiden. Es war sowieso schwierig, in der Dunkelheit die Läufer zu erkennen, die mal rechts, mal links liefen. Dazu waren die Straßen teilweise in einem desolaten Zustand, so dass uns Schlaglöcher das Fahren erschwerten. Mit zunehmender Zeit machte der Magen von Florian dicht. Es war verständlich, dass auch langsam der Appetit auf süße, pappige Riegel oder Gels verging. Aber er brauchte Energie für den noch vor ihm liegenden Weg und wie nötig das sein würde, merkten wir irgendwann nach dem Sonnenaufgang.
Der Regen hatte tatsächlich mal kurz pausiert. Wir standen an CP 54 km 177,5, den Florian ca.7:45 Uhr erreicht. Die Sonne wollte aufgehen, konnte aber nicht wirklich. Der Himmel war mit dicken schwarzen Wolken verhangen. Und wieder machte der Regen einfach weiter. Langsam gesellte sich sein Freund namens Wind dazu. Ich dachte mir nicht viel dabei. Doch irgendwie bekamen wir mit, dass ein Hurrikan auf Griechenland zusteuerte. Ich wollte es nicht glauben, es war doch so schon schwer genug. Kaum von der Hiobsbotschaft gehört, schwoll der Wind an. Und nein, der Regen hörte nicht auf, sondern machte kräftig mit.Klaus lief jetzt in einem Abstand von ca. einer halben Stunde hinter Florian. Sie hatten sich gut getan, so lange sie es brauchten und hatten sich getrennt, als es Zeit wurde. Sie machten aber beide einen entschlossenen Eindruck, so dass mich die Trennung nicht störte.
Wir standen bei CP 63km 206,4 um ca. 12 Uhr. Es war nicht mal mehr ein ganzer Marathon bis zur Statue von König Leonidas. Aber es wurden die härtesten 40km des ganzen Rennens. Der Hurrikan hatte uns erreicht und zog und zerrte an den Athleten. Ein gerades Laufen war nicht mehr möglich. Ich sah mit Entsetzen einen verzweifelten Läufer, dessen Rettungsdecke, die er sich zum Schutz beim Laufen umgebunden hatte, in einzelnen Fetzen davon flog. Die Läufer wurden wie Puppen durch die Gegend gewirbelt. Erdrutsche ergossen sich auf die Straße, Dachziegel flogen umher. Und ein CP (72/km 236,6, ca. 16:30 Uhr), der an einer Tankstelle aufgebaut war, glich einem Schlachtfeld. Dort mussten wir sogar um unser Auto Sorge tragen, da die Schilder der Tankstelle abrissen und meterweit durch die Gegend flogen.
Brigitte war verständlicher Weise sehr besorgt um Florian. Ich hatte Mühe, sie davon zu überzeugen, dass er sich selbst aus dem Rennen nehmen würde, wenn er absolute Lebensgefahr laufen würde.
IMG 20180929 WA0004Selbst schon komplett durchnässt, hielten wir noch öfter an und standen an der Strecke. Von Racemarshalls war nichts mehr zu sehen und so wurden wir mutiger. Der Regen war mir mittlerweile egal. Florian musste ins Ziel, das war die einzig würdige Belohnung für diese ganzen Qualen. Immer wieder schrie er seine Wut über die unfairen Bedingungen heraus. Ich sah es positiv. So lange er noch schreien konnte... Aber ich litt auch still mit ihm. Es zerriss mir das Herz, ihn so kämpfen zu sehen. Dieser Krieg da draußen und der Krieg in Florian selbst trieben mir fast die Tränen in die Augen. Nur brachten meine Tränen da gar nichts und ich schluckte sie wieder herunter.
CP 73 bei km 241,3 war der letzte, an dem wir Florian noch einmal alles Gute für die letzten 5km wünschten. Wir verabschiedeten uns und fuhren nach Sparta, um ihn dort in Empfang zu nehmen.
In Sparta angekommen, erwartete uns eine total überflutete Stadt. Die Häuser waren geschützt durch Sandsäcke und weder Straße noch Gehsteig waren als solches zu erkennen. Da, wo sonst beim Finish viele Leute stehen, waren nur eine Hand voll Menschen zu sehen, die dem Regen trotzten und die nach und nach einlaufenden Athleten beklatschten. Ansonsten war es still und nur der prasselnde Regen zu hören.
IMG 20180930 WA0002Aber da stand sie, die begehrte Statue König Leonidas´ und vor ihr die allerletzte Zeitmatte. Mit großen Augen sah ich den Athleten zu, wie sie langsam auf die Statue zusteuerten mit Unterstützung von Freunden, Familie oder gar alleine. Ich fühlte, dass es ein erhabenes Gefühl sein musste, so ein Rennen zu finishen, unter Leonidas zu stehen und mit der Stirn auf seinem Fuß zum Liegen zu kommen. Und ich glaubte, dass das an diesem Tag eine noch viel größere Bedeutung hatte als bei all den anderen Spartathlons zuvor.
Es war gegen 18 Uhr, als wir Florian die Straße entlanglaufen sahen, die direkt zur Statue führte. Er hatte immer noch den blauen Müllsack an, aber in diesem Müllsack steckte mein ganz persönlicher Held. Die letzten Meter liefen wir dann gemeinsam. Mir fehlten die Worte und so war ich wieder einmal, wie so oft in den letzten 35h, am Tränen schlucken.
35 h , 246,8km, über 3000 hm, unendlich viele Liter Regen und Windstärken, die Bäume entwurzelten, lagen hinter ihm. Das bewältigt man nur mit einem eisernen Willen und festem Glauben an die eigene Kraft, an sich selbst! Ich habe noch nie ein so hartes Rennen miterlebt unter solch widrigen Bedingungen. Noch nie habe ich Athleten so kämpfen gesehen. Und noch nie habe ich so zu ihnen aufgeschaut!
Florian war eigentlich schon über das Ende seiner Kräfte hinaus. Nach der ersten Gratulation, Olivenkranz und Auszeichnung, führte man ihn schnell zur Versorgungsstelle. Dort wurde er von den nassen Klamotten befreit und in Decken sowie Rettungsdecken gehüllt. Mit der Wärme ging dann auch sein Kreislauf in die Knie, was ein Aufstehen erst einmal unmöglich machte. Ich unterhielt mich mit der Ärztin vor Ort. Sie entschied sich, keine Infusion zu legen, da sie seinen Blutdruck als noch zu gut empfand. Nun ja, meine Meinung war da eine andere, da ich sah, wie Florian mit seinem Kreislauf kämpfte. Was ich nicht wusste, dass er mehrfach nach etwas zu trinken fragte und nichts bekam. Aber wir schafften es irgendwie per Taxi ins Hotel und ich wurde ruhiger, als ich ihn sicher in seinem Zimmer mit genügend zu trinken wusste.
Trotz dessen, dass es ihm eigentlich gar nicht gut ging, bestand Florian darauf, dass wir drei gemeinsam zu Abend essen. Und als ich ihn vor dem riesigen Eisbecher sitzen sah, wusste ich auch woher er noch das letzte bisschen Kraft nahm und mit uns raus ging. Dieses Lächeln von ihm würde ich nicht vergessen!!
Die Tage danach beschäftigte mich oft noch eine Frage. Ich lernte nun auch die anderen Athleten kennen. Und so einige von ihnen waren, wie Florian auch, mehrfache Wiederholungstäter, was den Spartathlon anbelangte.
IMG 20181002 WA0000Was bewegte einen Menschen, solche Strapazen immer wieder auf sich zu nehmen??? Ich konnte selbst einmalige 246,8 km nicht begreifen; nicht die Distanz und nicht die ganzen schwierigen Umstände. Also warum tat man sich das öfter an und träumte schon gleich einen Tag nach dem Finish von dem nächsten Mal??
Und irgendwann begriff ich es!
Der Mensch braucht in seinem Leben immer etwas, das hungrig macht und etwas, das satt macht. Der Spartathlon macht irgendwie beides. Immer wieder hungrig nach dieser immensen Herausforderung und so dermaßen satt am Fuße des König Leonidas!

Hier die Eindrücke von Klaus Mantel

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Meine erste Teilnahme und ich hatte am meisten Respekt vor Einhaltung der CuttOffs. Bin dann recht schnell los, der Marathon wurde mit 4:11 absolviert. Meine GPS Uhr auf ULTRA Trac Modus zu stellen und parallel meine alte GPS Garmin Laufuhr am rechten Handgelenk als Konrtrollorgan einzusetzen erwies sich als wenig tauglich um mich ruhiger werden zu lassen. Beide Uhren wichen ab. Eine zeigte 2 km weniger, die andere 1,5. Wie sollte ich da die Pace finden um die mir selbst gesteckten Zwischenzeiten kontrollieren zu können. Nach dem Marathon wurde ich deshalb sehr langsam. Bei einem CP (bei ca. 52 km) unterlief mir ein fataler Fehler. Ich las die untere Closing Time von der Tafel ab und meinte die gilt für diesen Punkt- anstatt für das Verlassen des nächste CPs. Über 1 Stunde Puffer und ich wurde noch langsamer. Einige Kilometer weiter fiel mir der Irrtum auf. Nun weniger als eine halbe Stunde. Dann traf ich auf meinen Retter, in Gestalt von Florian. Ich kannte ihn da noch nicht. Er stand da und als ich ankam bat er mich mit ihm zu laufen, da er aufgrund eines noch nicht augeheilten Muskelfaserrisses ans Aufgeben dachte.

P1170844Wir stellten dann schnell fest, das wir Vereinkollegen sind und unsere Teamarbeit (Er hatte das Zeitmanagament und die Streckenführung unter sich, ich kümmerte mich darum ihn abzulenken mit meiner Anwesenheit) hielt fast bist zum Ziel. Die letzten ca. 15 km zog Flori aber ich behielt in lange Sichtweite.

P1170933Und trotz des Sturmes ereeichten wir unsere Ziele (ich hatte in meinem Plan ein 35:30 h und in in 35:29 kam ich rein) War ein tolles Abenteuer und die Abschlußfeier nach anfänglich schwerem Start im Regen wurde auch noch gewaltig und lang)

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Texte: Michael Irrgang,  Anke Follner, Klaus Mantel
Bilder: Anke Follner, Klaus Mantel, Ralf Simon, Daniel Raum 11.10.2018

Die Aufregung steigt, denn am Samstag steigt am Aggerstadion in Troisdorf zunächst eine große Laufparty und anschließend die Jubiläumsfeier. Am 50km-Lauf können natürlich alle Trailliebhaber teilnehmen, denn aktuell sind noch etwa 20 Plätze frei. Auf den 13 Runden durch die Wahner Heide summieren sich die Höhenmeter auf immerhin 750! Für gutes Wetter sowie eine gute Verpflegung ist gesorgt und 7 Stunden Zeitlimit geben auch den Gemütlichen genügend Zeit für ein Finish. 

Die Medaille gibt es für alle Teilnehmer, die Schnellsten können schöne Pokale auskämpfen.

Preise660

Das Startfeld ist für einen kleinen, familiären Landschaftslauf sehr prominent besetzt. Fabian Benz beispielsweise hat erst vor zwei Wochen den Spartathlon erfolgreich beendet - wir planen davon am Donnerstag auf unserer Homepage zu berichten. Vor vier Wochen wurde Hans-Dieter Jancker Weltmeister seiner Altersklasse im 100km-Lauf und zahlreiche Meister des 24h-Laufes von Anfang September sind ebenfalls dabei, unter anderem die Meisterin Anke Libuda und die Vizemeisterin Claudia Lederer. Mit Rita Nowottny-Hupka, Kerstin Hommel und Sylvia Faller ist die komplette 100km-Frauenmannschaft am Start, die im März die Mannschaftswertung 50+ gewan und einen neuen deutschen Altersklassen-Rekord aufstellte. Mit der besten Zeit von 3:18h über 50km steht Volker Greis am Start, aber mit Stefan Beckmann und Chritoph Janthur hat er zwei Trailspezialisten im Schlepptau.

Spannend ist die Frage, wie sich die Troisdorfer Jürgen Mosler und Michael Hillen schlagen. Für Michael ist es sein Trainingsrevier, allerdings sein allererster Ultralauf. Da ist er sicher gut beraten, geduldig die Kilometer abzuspulen. Ebenfalls wie Jürgen sind auch Frank Breuer und Jürgen Titze vom mit-ausrichtenden Verein Troisdorfer LG M.U.T. gemeldet. Beide sind hervorragende Läufer, die mit dem Profil bestens zurecht kommen sollten. Allerdings starten sie als Gastläufer, d.h., dass sie zunächst nicht die Absicht haben, 13 Runden zu laufen.

wahner heide

Das Naturschutzgebiet Wahner Heide bietet zum zehnjährigen Jubiläum der LG Ultralauf die Kulisse für einen einmaligen Lauf.

23 Männer sind am Start und ein Favorit ist nicht auszumachen, denn am Ende der Saison sind möglicherweise viele schon erfolgsgesättigt und planen eher einen gemütlichen Gruppenlauf zum Saisonabschluss. 

Bei den 8 Frauen gibt es vermutlich ein größeres Leistungsgefälle. Favoritin ist Anke Libuda aus Bochum, die mit einer Weltklasseleistung die Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf gewann - sie belegt mit ihrer gelaufenen Strecke aktuell Platz 6 der Weltjahresbestenliste und ist die Nr 1 in Deutschland! Möglicherweise kann ihr Claudia Lederer Paroli bieten, die ähnlich wie Anke auf ein tolles Laufjahr zurückblicken kann mit weit überdurchschnittlichen Leistungssteigerungen. Interessanterweise nahmen beide an den gleichen Deutschen Meisterschaften teil, wobei Anke mit 3:0 die Nase vorne hat.

Mit Rita kommt eine dreifache deutsche Meisterin im 100km-Lauf, die dieses Jahr in Rheine in ihrer Altersklasse, aber auch mit den Frauenmannschaften der LG Ultralauf einige Preise abräumen konnte. Kerstin Conrad wurde beim Kölnpfadlauf 2. in einer sehr guten Zeit. 

Es sind aber bei weitem nicht nur Spitzenläufer am Start. Ganz im Gegenteil hat sich die Hälfe der Läufer als Gastläufer eingetragen, um den Rahmen zu nutzen, um vielleicht 1, oder 3 oder wer-weiß-denn-schon-vorher-wie-viele Runden zu laufen. Darunter beispielsweise Thomas Bitzer, der beim BUF für die Technik verantwortlich ist oder Heike Nordick, die ansonsten immer sehr fürsorglich die Läufer betreut oder Ralf Simon, der seit Jahren das DUV-Spartathlonbüro mit Leben füllt oder Ralf Kappus, Jan Förster und Oliver Ruf, die im letzten Jahr mehr betreut haben als selbst aktiv laufen konnten.

Es sind so viele nette Leute vor Ort, dass es bestimmt eine wunderbare Veranstaltung wird. Die meisten Teilnehmer kommen natürlich von der LG Ultralauf und räumlich aus allen Teilen Deutschlands, z.B. aus Hamburg, Berlin und München, aber auch aus Troisdorf und der Region kommen einige.

Vielleicht kommen noch ein paar Läufer spontan dazu, denn es sind ja noch ein paar Plätze frei und Nachmeldungen sind am Veranstaltungstag noch möglich. Maximal 50 Personen für den 50km-Wettkampf hat die Genehmigungsstelle zugelassen. Aber Achtung: Bitte eine eigene beliebige Startnummer mitbringen! Vielleicht vom ersten Lauf oder dem schönsten oder dem längsten oder dem entferntesten .... 

Weitere Informationen entnehmt ihr bitte der Ausschreibung (hier klicken) und dieser News mit wichtigen Infos (hier klicken). Online-Anmeldung: (hier klicken)

SWT quer

Mit den Stadtwerken Troisdorf fand sich sogar ein Partner, der die Veranstaltung auf Anhieb attraktiv fand, um für ein neues Produkt zu werben, bei dem man für täglich 10.000 Schritte eine Kilowattstunde Strom geschenkt bekommt. Passt gut.

 

Text und Bilder: Michael Irrgang 9.10.2018 

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