Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Was tut man, wenn man am Ende des Jahres feststellt, dass man für den nächsten UTMB nicht genug Qualifikations-Punkte hat, es aber keinen Lauf gibt, um sie noch zu erkämpfen? Logisch: Man organisiert selbst einen Lauf! So entstand aus einer Freundesgruppe um Michael Esser und Stefan Scherzer der Kobolt, der Koblenz-Bonn-Ultratrail. Damit er den Anforderungen für viele Punkte genügt, hat er viele Kilometer, viele Höhenmeter, aber wenige Versorgungspunkte. Seitdem haben es alle anderen ITRA-Punkte-Sammler einfacher, wenn sie am Ende des Jahres einen solchen Lauf suchen, denn der Kobolt findet seit nun mehr 10 Jahren regelmäßig statt und hat sogar im Laufe der Zeit kleine Geschwister bekommen, wie den Kleinen-Kobolt, der immerhin auch 99 km lang ist.

So ganz einfach ist das mit den Punkte-einsammeln aber immer noch nicht, denn zunächst muss man schnell sein, um überhaupt einen Startplatz zu bekommen, denn die Auflagen sehen nur ein begrenztes Teilnehmerfeld vor. Und einfach ist der Lauf ja nun auch nicht. Auf den Wegen liegen nicht nur jede Menge Laub über Steine und Matsch, sondern die meisten Teilnehmer nehmen die 15 Stunden Dunkelheit, die eine Spät-Novembernacht mit sich bringt, in voller Länge mit und wem schon einmal im ungünstigen Moment die Batterien ausgehen, kann sich nur wundern, wie dunkel es im Wald sein kann.

Kobolt1

Jonatahn Gakstatter, Christoph Janthur mit mir kurz vor dem Start. Voller Spannung standen wir nahe der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz und warteten auf den Start.

Kobolt2

Die Aussichtsplattform bot einen schönen Blick auf das Rheintal und die umliegenden Berge. Von den angemeldeten LG Ultralaufmitgliedern mussten einige leider kurzfristig wegen Krankheit absagen, dennoch waren auf den verschiedenen Strecken einige am Start. Da Abenteuer hin und wieder auch für manche selbst sehr erfahrene Läufer Schattenseiten bereithalten, nahmen nicht alle den gewünschten Weg ins Ziel. Wäre ja auch kein Abenteuer, wenn es zu einfach wäre, aber jedes DNF tut nun einmal weh, insbesondere wenn es mit einem lauten Knall plötzlich und unerwartet den Lauf abrupt beenden lässt, wie es bedauerlicherweise Thorsten Klenke passiert ist, der sich für den Kleinen-Kobolt entschieden hatte.

Zu dem Zeitpunkt war Christoph bereits aus dem Rennen, denn muskuläre Verhärtungen ließen keinen lockeren Lauf zu. Jonathan war flott unterwegs und stets recht weit vorne zu finden, auch wenn er die Spitzengruppe kurz nach dem Start aus den Augen verloren hatte. Tobias Krumm übernahm kurz vor dem ersten VP in Rengsdorf die Führung und baute sie kontinuierlich aus und gewann schließlich sehr souverän in einer fantastischen Zeit. Verfolgt wurde er von zwei Belgiern, die ungefährdet die nächsten Plätze belegten. Zum Schluss kam Jonathan bis auf 15 Minuten an die beiden ran und hätte sie möglicherweise überholt, hätte er sich nicht einige Wege genauer als notwendig angesehen. Aber kaum einer kam ohne Extrakilometer aus. Daher steht schon in der Ausschreibung 140 km, obwohl der Track doch nur 137km lang ist. Da ist es doch auch eine Frage der Ehre, die 140km voll zu machen.

Mein Plan lautet stets, mich nicht zu verlaufen – weil ich es mir bei meinem Trainingszustand schlicht nicht leisten kann, aber diesmal hat es auch mich ordentlich erwischt. Und zweimal total dämlich. Einmal an der gleichen Stelle, wie 2013, als ich zum ersten Mal am Kobolt teilnahm, kurz vor Hammerstein, wo eine Markierung „unklar“ ist. Das zweite Mal war auf meine reduzierten kognitiven Fähigkeiten zurückzuführen und war so überflüssig, dass ich mich darüber mehr amüsieren als ärgern kann. Zu Beginn des Siebengebirges, wo fürchterlich lange und steile Berge auf die bereits erschöpften Wanderer – von Läufer mag ich gar nicht mehr reden – warten, kam ich langsam in meine Heimatregion, also an Stellen, die ich schon oft gelaufen bin, allerdings fast immer in Nord-Südrichtung (also der anderen) aber seit 2013 nicht mehr. Der Weg zum Auge Gottes war so ein nie-enden-wollender Berg hin zu einer Kapelle, die Waldbesitzer zum Schutz vor Holzdieben erbauten mit der unmissverständlichen Drohung, dass Gott alles sieht. Dann kommt eine längere Passage, die selbst für mich noch gut laufbar war, weil es überwiegend bergab ging, aber dann kommt der Himmerich, der steil, steinig und matschig ist und den ich rauf wie runter einfach nur hasse. Unten war ein Wegekreuz und ich vergewisserte mich, den richtigen Weg zu wählen, allerdings übersah ich völlig, dass sich dieser nach 10 Metern teilt in einen steilen, steinigen und einen flachen asphaltierten Weg. Ich blieb auf dem asphaltierten und wunderte mich, dass sie mitten im Wald diesen Weg so schön gemacht haben und erfreute mich daran, dass er gleich auch viel weniger steil erscheint. Zweifel hatte ich nicht, sondern schaue ehe routinemäßig alle 10 bis 15 Minuten auf den Track. Nun waren die Wege auch noch so weit parallel, dass ich anfangs dachte, ich sei richtig! In Summe schätze ich, dass ich 1 km den falschen Berg hochgedackelt bin und dadurch ca eine halbe Stunde verloren habe. Ach ja, so früh am Morgen ist man halt seinen Träumen sehr viel näher als dem Verstand.

Aber irgendwann war ich dann auch auf dem richtigen Berg oben, habe die letzten Kilometer bewältigt und bin ins Ziel getrabt. Meine Zeit war sogar fast 30 Minuten schneller als 2013, was mich bei dem Trainingszustand und den Extrakilometern echt wundert.

Kobolt3

Nachts zu laufen, ist sicher nicht jedermanns Sache, aber mir gefiel die Strecke und die vielen Abschnitte mit Blicken auf den Rhein.

Diesmal war ich aber im Gegensatz zu damals bis auf den ersten 40 Kilometern überwiegend alleine unterwegs, also insbesondere die ganze Nacht. Das Wetter war prima. Nicht zu kalt, anfangs sogar etwas sonnig und nachts gab es nicht nur einen tollen Sternenhimmel und ein Feuerwerk in Bad Hönnigen, das alle Schnellen vermutlich nicht gesehen haben, sondern auch immer wieder fantastische Blicke auf den Rhein mit seinen niedlichen, romantischen Orten. Und die Verpflegungspunkte waren natürlich ach klasse. Nicht so oft, dass man sich daran gewöhnen konnte, aber immer da, wenn man sie brauchte und stets von supernetten Leuten betreut.

Insgesamt war es schon ein klasse Lauf und ich bin heilfroh, ihn gefinished zu haben. Die ersten 100km gingen recht gut, aber dann haben der Verstand und die Beine kollektiv stark nachgelassen, was die Lauffreude deutlich schmälerte.

Kobolt4

Für Frank Gehle, der auf der 73km-Strecke unterwegs war, war es ebenfalls ein lohnender Tag. Er startete den Versuch, ohne Navi den Weg zu finden, was leider etwas misslang. Nachdem er sich völlig verfranzt hatte, gab es nur noch die Chance, runter zum Rhein und dann ab nach Oberkassel, wo das Ziel war. Trotz einer hohen Zeitstrafe wurde er für seinen guten Lauf mit dem 3. Platz und einem Preis belohnt.

Ebenfalls erwähnenswert sind die Finishs von Katja Dasbach und Matthias Heinle beim Kleinen-Kobolt.

Gratulation allen Finishern und Mut-zur-Wiederholung für die, die das Ziel nicht erreichten. Thorsten war übrigens einer der ersten, die sich für den Lauf im kommenden Jahr registriert haben. Respekt zu dieser schnellen Entscheidung!

So gab es im Zielbereich und in den Tagen danach in den sozialen Medien sehr viele spannende Geschichten zu lesen, von Frust und Freude und den kleinen und großen Abenteuern auf dem Rheinsteig.

Text und Fotos: Michael Irrgang, 28.11.2019

 

Am Anfang diesen Jahres hätte ich nicht gedacht, dass dieses Jahr ‚mal ein „Frankreich Jahr“ werden würde. Anfang Januar hatte ich das Glück, für einen der raren UTMB-Startplätze (in meinem Fall den CCC) ausgelost worden zu sein.

Irgendwann im Februar stieß ich dann auf den „SaintéLyon“ Ende November und meldete mich spontan an. Und dann ergab sich im März, dass der diesjährige Familienurlaub in den Herbst fiel und wir ‚mal nach Südfrankreich fahren wollten.

Die Rahmendaten waren aufgrund der Ferientermine fix und so blieb aufgrund der langen Abreise (für uns Nordlichter zwei Tage) eigentlich nur eine Teilnahme am Freitag des „Festival des Templiers“ übrig.

Beim „Festival des Templiers“ handelt es sich um ein (Ultra-)Trail Festival mit 19 verschiedenen Strecken rund um das südfranzösische Millau als zentralem Zielort. Mit ca. 10.000 Teilnehmern handelt es sich gem. Veranstalter um die zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Frankreich nach dem UTMB. Leider waren die Ultrastrecken für den Freitag schon alle ausgebucht, so blieb mir ‚nur‘ die Teilnahme am „Marathon du Larzac“ mit 38 km aber immerhin 1.500 Hm. Das passte dennoch gut, hatte ich ja Ende August den CCC erfolgreich gefinished und noch in den Knochen stecken.

Wir näherten uns am Tag vor dem Rennen Millau von Süden und konnten so bereits bei der Anfahrt einen Eindruck vom Larzac (einem Hochplateau südlich des Zentralmassivs) und dem Tal des Dourbie (das im Rahmen des Marathon du Larzac durchquert werden sollte) verschaffen. Insbesondere der von der Straße erkennbare Schlussanstieg kurz vor Millau (ca. 350 Hm) war ‚eindrucksvoll‘. Im Tal des Dourbie konnten wir bereits viele der in der Region beheimateten Gänsegeier sehen und hören, während des Rennens konnte ich sie am nächsten Tag nur hören und leider nicht sehen. Beim Bezug des Hotels wurde bereits klar, was die Veranstaltung für Millau bedeutet: ein Plakat der Veranstaltung begrüßte die Läufer und das Hotel-Restaurant bot ein spezielles Menü für Läufer an – so etwas würde ich mir auch ‚mal in Deutschland wünschen 😊

IMG 6352

Es folgte die obligatorische Startnummernausgabe – hier gab es dann das erste Mal in diesem zweiwöchigen Frankreichurlaub echte Sprachprobleme: zwar bekam ich meine Startnummer ausgehändigt, aber Nachfragen zu Details (z.B. „Wo fährt mein Bus zum Start nachts ab?“) konnte mir niemand verständlich beantworten; mein Französisch reichte zwar für die Fragen aus, aber die Antworten verstand ich nicht und es dauerte eine ganze Weile, bis sich jemand fand, der Englisch sprach. Das ganze war aber sehr nett und vergnüglich – später bekam ich von einem Franzosen, der scheinbar nicht aus der Gegend stammte zu hören, dass „die Leute hier ein wenig eigentümlich sind“ …

Der anschließende Besuch der Trail Messe war verlockend, aber die Urlaubsgeldbörse war zum Glück schon leer und so beschränkten sich die Ausgaben auf ein paar sehr günstige Socken …

Der absolute Hammer waren die Frühstückszeiten im Hotel: am Freitag ab 2.00 Uhr nachts stand das sehr gute Frühstücksbuffet zur Verfügung und es war sogar ausreichend Personal anwesend. Zusätzlich gab es eine Auwahl an Nudel- und Kartoffelgerichten!

Nach dem opulenten Mahl (ich gebe es zu: ich habe mehr gegessen als sonst vor einem Lauf) ging es zu Fuß ca. 25‘ Minuten zum Abgangsort der Busse. Die Organisation war ein wenig chaotisch, fuhren doch die Teilnehmer von zwei verschiedenen Läufen vom selben Bushalteplatz zu unterschiedlichen Startorten. Aber auch ich landete schließlich in einen Bus, der mich zum richtigen Startort „auf den Larzac“ fuhr. Man wurde dort mitten im Nichts ‚ausgeladen‘ und ich trottete den französischen Läufern zum eigentlichen Startplatz auf einem Bauernhof hinterher. Dort wurde mit viel Musik die Stimmung angeheizt, auch gab es noch für den, der wollte einen heißen Kaffee. Pünktlich um 7.00 Uhr wurden wir im Dunkeln auf die Strecke geschickt. Die ersten Meter wurden noch u.a. durch Bengalos beleuchtet, aber bald war die eigene Stirnlampe der beste Freund. Unbefestigte landwirtschaftliche Wege wechselten sich mit spannenden Single Trails entlang von Hecken und Mauern ab. Auch der Untergrund wechselte permanent: rutschige, lehmige Abschnitte wechselten sich mit steinigen und tlw. geröllhaften  Strecken ab, jeder Schritt musste im Voraus abgewogen werden.

Wir Ultraläufer erleben ja viele schöne Momente in der Natur, aber der Sonnenaufgang bei diesem Lauf ist im Nachhinein kaum zu beschreiben: die Gipfel der umgebenden Berge tauchten durch Nebelschwaden und in vielen unterschiedlichen Pastelltönen auf.

Nach dem ersten Verpflegungspunkt (es ging durch ein kleines Dorfgemeinschaftshaus und auch hier war der Lauf mit Sicherheit der Jahreshöhepunkt des Dorflebens) auf Single Trails oberhalb des Doubier, der teilweise noch im Nebel steckte.

P1050748

Bei km 15 stürzte ich dann auf einem schwierigen, glitschigen Schräghang das erste Mal in meinem Trailläuferleben. Zum Glück nichts ernstes, aber auch nach über drei Wochen habe ich noch erhebliche Probleme mit dem kleinen Finger meiner linken Hand.

Ab- und Aufstiege wechselten sich permanent ab, es ging durch Buchsbaumwälder (ich wusste vorher nicht, dass es so etwas gibt), über Geröllfelder und durch Bachläufe, es wurde nie langweilig. Bei km 30 erreichten wir Läufer die Sohle des Doubier, es folgte der schon eingangs erwähnte Schlussanstieg. Hier holte ich das erste und einzige Mal die Stöcke aus dem Köcher und ‚zog‘ mich die 350 Hm hinauf. Viele andere Teilnehmer hatten hier erhebliche Probleme und der eine oder andere saß neben dem Trail und hatte sichtlich zu kämpfen. Aber auch ich hatte noch einige Herausforderungen zu meistern: erwartete ich auf den letzten ca. 5 km einen schnellen, einfachen Downhill ins Ziel, musste ich doch an der einen oder anderen Stelle im Steilhang nicht nur stoppen und tlw. wieder bergan, sondern als Höhepunkt ging es sogar durch eine (dunkle!) Höhle.

P1050771

Die anvisierte Zielzeit von weniger als 5 Stunden überschritt ich mit 5:06 zwar leicht, aber der Fokus der letzten Kilometer und nach dem Sturz war es, heile ins Ziel zu kommen. Hatte ich beim Zieleinlauf noch den Gedanken, mich mit meiner verstauchten Hand bei den Sanitätern zu melden, gab ich das aufgrund des Andrangs dort schnell wieder auf. Alle paar Minuten fuhr ein Krankenwagen mit Blaulicht vom Zielgelände in Richtung Millau …

Der Lauf war ein toller Abschluss meines Urlaubs. Ich kann zur Teilnahme an diesem oder einem anderen Lauf des „Festival des Templiers“ nur raten: neben der tollen Landschaft, der Stimmung an der Strecke und der speziellen Atmosphäre der Region gibt es eine Menge fürs (Start-)Geld, u.a. ein tolles Trailshirt und eine Finisherweste. Abschreckend ist nur die weite Anreise (mehr als 600 km ab/bis Freiburg), aber in Kombination mit einem Urlaub in Südfrankreich (ca. 2 Stunden sind es bis zum Mittelmeer) ist dies für den einen oder anderen ggf. machbar.

Und am 30.11. geht dann ins letzte Kapitel meines „Frankreich Jahrs“, zum „SaintéLyon“ – davon in einem späteren Bericht mehr.

13.11.2019 Text und Bilder von Jens Kruse

Am 5. September 2020 startet der kleine Jubiläums-BUF, immerhin schon die 5. Austragung. Nach zwei Meiserschaften in den letzten Jahren wollen wir wieder etwas kleiner und familiärer werden. Als eine Neuigkeit führen wir beim 24h-Lauf eine einzigartige Teamwertung ein, die im DUV-Sportausschuss einmal als Variante zur Mannschaftswertung diskutiert wurde. Die Besonderheit besteht darin, dass sie geschlechtsunabhängig ist, d.h. das Dreierteam kann sich beliebig aus Frauen und Männer zusammensetzen. Die Frauen bekommen bei der Berechnung einen Ausgleich von 10 Prozent. Diese neue Mannschaftswertung ermöglicht einen Wettbewerb von vielen Mannschaften und wir werden uns für die Siegermannschaften schöne Preise überlegen. Um an der Teamwertung teilzunehmen, müsst ihr nur bei der Anmeldung den Vereinsnamen identisch schreiben. Der Name muss kein Vereinsname sein. So könnt ihr auch mit euren Freunden oder Verwandten oder Arbeitskollegen ein Team bilden. Einzige Bedingung ist, dass alle Teammitglieder mindestens 45km laufen, was bei einem 24h-Lauf eigentlich kein Problem sein sollte. Wir sind sehr gespannt, wie viele Teams zustande kommen. Wir hoffen natürlich auf ganz viele und versuchen bei den Zwischenergebnissen auch Zwischenstände zu berechnen.

Logo4 gr 660

Ein paar Dinge sind außerdem noch geändert. So vereinfachen wir die Abläufe, in dem wir auf den Nachtlauf verzichten. Es gibt nun nur einen gemeinsamen Start der 6- und 24-Stundenläufer. Wieder ins Programm aufgenommen sind die 6h-Staffeln und die bewährten 24h-Staffel bleiben im Angebot.

Details könnt ihr der Ausschreibung entnehmen.

Die Anmeldung werden wir dann in den nächsten Tagen freischalten. Bis zum Jahresende gibt es den günstigen Frühbuchertarif.

Wer nicht so genau weiß, was ihn genau im Batenbrockpark in Bottrop erwartet, kann sich gerne einmal die Bilder ansehen und Berichte durchlesen, denn immerhin haben wir ja schon 4 Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt. 

Hier haben wir alle Infos zusammengestellt: https://lg-ultralauf.de/bottroper-ultralauf-festival.html

Auch im nächsten Jahr werden die bewährten Teams von Adler-Langlauf Bottrop und LG Ultralauf sich für euch wieder einiges einfallen lassen!

Text und Logo: Michael Irrgang, 21.10.2019

2 Wolfgang von hinten Bernath

Bild 1: Wolfgang in seinem Element

Im Heidelberger Regenwald

Als 2013 zum ersten Mal der Heidelberger "Trail-Marathon" ausgetragen wurde, war klar, dass ich dabei sein wollte. Die Runde über die drei "Berge" - Heiligenberg, Weißer Stein und Königstuhl - war nett und bot schon einige Höhenmeter. Mir hat es gefallen, die "Spezialisten" fanden es nicht "trailig" genug. Seitdem arbeiten die Veranstalter (die auch den Mannheimer "Dämmermarathon" im Program haben) daran, die breiten Wege durch schmale Pfade und die gemäßigten An- und Abstiege durch Steileres und Steinigeres zu ersetzen. Der Heidelberger Odenwald hat da ja schon etwas zu bieten. So wurde die Strecke mit der Zeit deutlich anspruchsvoller.

Als dieses Jahr dann der "Long Distance Trail" mit 50 Kilometern und 2000 Höhenmeter dazu kam war klar, dass ich mal wieder mitlaufen wollte. Prinzipiell klang mir das erstmal nach einem "Jokertrail" im Oktober, bei näherer Betrachtung sind die Unterschiede aber dann doch beträchtlich. Die "Berge" werden in umgekehrter Reihenfolge passiert und es gibt kaum gleiche Streckenabschnitte. Die etwas "wilderen" Abschnitte des Joker fehlen und natürlich auch die Unwägbarkeiten eines Traillaufs im Februar.

1 Briefing am Samstag

Bild 2: Briefing auf dem Karlsplatz in Heidelberg

Als es am 6. Oktober dann los ging, war schonmal das Wetter sehr "trailig". Es regnete praktisch von Startschuß bis zum Zielschluss. Die Wege waren also gut präpariert, es sollte schließlich niemand mit staubigen Schuhen nach Hause kommen. Start und Ziel sind mitten in der Altstadt auf dem Karlsplatz, entstanden im 19. Jahrhundert, als man das mittelalterliche Franziskanerkloster kurzerhand abriss. Neu gestaltet und mit Tiefgarage unterfüttert wurde der geräumige Platz dann im 20. Jahrhundert. Logistisch ist das nicht schlecht, auch die Bergbahn auf den Königstuhl für die Staffelläufer ist gleich vor Ort. Der erste Kilometer führt über Kopfsteinpflaster durch die Altstadt und über die alte Brücke, dann geht es gleich steil aufwärts. Wer richtig schnell sein will, sollte sich vorn aufstellen und den "Anlauf" zügig absolvieren, denn hier droht gleich ein kleiner Rückstau. Ein kurzes Stück führt die Strecke dann über den Philosophenweg, wer es nicht flach und geteert mag, kann wenigstens kurz den Ausblick genießen, denn nirgends hat man einen schöneren Blick auf Altstadt, Schloß und Neckar. Dann geht es zügig nach oben durch die sogenannte "Thingstätte". Eine Art Amphitheater aus der Nazizeit.

Kaum auf dem "Heiligenberg" angekommen (die Klosterruine wird nicht direkt angelaufen, wer aufpasst sieht die Hinweistafel auf den noch erkennbaren keltischen Ringwall), geht es auch wieder schön trailig nach unten. Nach gut sechs Kilometern dann die erste Verpflegungsstelle. Es gibt Iso und Wasser, Banane und Müsliriegel. Die nächsten zehn Kilometer sind so abwechslungsreich mit auf und ab, wechselnden Untergründen, alles auf Pfaden, dass ich ganz überrascht bin, als schon der "Weiße Stein" auftaucht. Auf der Kuppe (548m) steht ein weithin sichtbarer Fernmeldeturm und eine beliebte Ausflugs-Gaststätte. Heute sind die Läufer dank Regenwetter fast ganz unter sich. Auch hier gibt es Verpflegung - man muß bei diesem Lauf eigentlich nichts selbst mitschleppen. Die nächste Landmarke ist der "Lange Kirschbaum", auch dem Teilnehmer beim "Jokertrail" wohlbekannt. Der Wanderparkplatz bietet ideale Bedingungen für VP und Staffelwechsel.

Ging es von hier aus bei den früheren Austragungen erholsam aber etwas langweilig wieder bergab Richtung Neckar, haben die Streckenplaner sich jetzt etwas Spannenderes ausgedacht. Es geht über Trails runter aber immer wieder auch bergauf. Von steinig und verblockt über wurzelig bis hin zu fetten Downhill-Matschpassagen ist alles dabei. Vor allem bei letzteren bin ich recht stolz auf mich, dass ich das ohne unfreiwilligen Bodenkontakt schaffe. Wenigstens sehe ich nur von den Knieen abwärts aus wie ein frisch gesuhltes Wildschwein. Die Straßenlaufschuhe an meinen Füßen sind hier sicher nicht ideal. Trailschuhe die sich mit meinen Füßen gut verstehen werden jedoch noch gesucht.

So bleibt man immer voll konzentriert und ruckzuck ist man wieder im Neckartal. Auch dort gibt es wieder Verpflegung, es muß also niemand darben. Wir laufen durch das Stift Neuburg (der Abt hat's erlaubt) und kommen durch eine Unterführung direkt auf den Leinpfad am Neckarufer. So laufen wir nach rund 27 Kilometern jetzt gut 20 Zentimeter über dem Wasserspiegel. Ein ganzer Trupp von DLRG-Leuten und ein zugehöriges Boot sorgen dafür, dass keiner von uns absäuft. Als ich an ihnen vorbeilaufe kauen die meisten auf lecker duftenden Pizzastücken rum. Man könnte neidisch werden. Für die meisten dürfte sich aus dem Gang unterhalb der Straße, am Wasser entlang, eine ganz neue Sicht aufs Neckartal ergeben. Ich erinnere mich vor längerer Zeit bei Sommerhitze hier mal gelaufen zu sein. Wie auch immer, man spart sich eine Passage durch den Ort Ziegelhausen. Nur wenn der Neckar noch ein bischen höher steigt (was gelegentlich der Fall ist) wird man wohl auf eine parallel verlaufende Straße ausweichen müssen.

Die Flußquerung über die Brücke nach Schlierbach teilt der Lauf mit dem Joker (andere Richtung) und dem örtliche Halbmarathon. Die einzige Alternative hieße hier Schwimmen. Man hält sich aber nicht lange mit der Ortschaft auf sondern ist ruckzuck wieder im Wald, wo es gleich wieder ordentlich aufwärts geht. Auf dem Weg zur "Himmelsleiter" passiert man nach einer Weile die Stelle, wo die Extraschleife des "Long Distance Trails" wieder auf die Marathon-Runde trifft. Es ergibt sich somit ein relativ kurzer Streckenabschnitt, den man zweimal läuft.

Besagte Himmelsleiter - eine krummbuckelige Natursteintreppe, angelegt 1844, mit zum Teil recht hohen Stufen - tangiert man insgesamt drei Mal. Den ersten kurzen Abschnitt vor und nach der Extraschleife und den Hauptabschnitt beim finalen Aufstieg auf den Königstuhl. Sie führt über insgesamt 270 Höhenmeter vom Heidelberger Schloß zum Gipfel des Königstuhls, der höchsten Erhebung im Umkreis (568 m). Wenn man sich in der Heidelberger Altstadt aufhält und Bewegungsdrang verspürt kann man auch auf Treppenstufen von ganz unten über das Schloss zum höchsten Punkt der Gegend aufsteigen, das sind dann circa 1600 Stufen. Bevor ich nach oben darf, steht aber die 8 Kilometer lange Zusatzschleife an, die aus dem Marathon einen Ultra macht und rund 500 zusätzliche Höhenmeter bringt. Optisch empfinde ich das Felsenmeer immer wieder als Highlight. Ich bleibe meistens mal kurz stehen, damit ich mich in Ruhe umschauen kann ohne dabei auf die Nase zu fallen. In meinem Geschwindigkeitsbereich ist hier nicht gerade viel Verkehr. Nachdem ich auf den ersten zwei Dritteln der Strecke etwas zügiger unterwegs war, weil ich die cut-off Zeit an der Abzweigung in die Extraschleife nicht so richtig abschätzen konnte bei den herrschenden Wetterbedingungen, habe ich mich auf dem letzten Abschitt etwas zurückgenommen. Letztlich hätte ich dann genug Zeit gehabt, die Extraschleife zweimal zu laufen. Aber man soll ja nichts übertreiben. Trailtechnisch ist die Schleife nicht besonders schwierig, denn der steile Abschnitt durch das "Felsenmeer" bietet soliden und überwiegend griffigen Untergrund. Geröllhaltige Abschnitte fehlen aber auch nicht. Sollte man auf dem letzten Teil der Schleife dann doch noch ausrutschen, fällt man wenigstens zielsicher wieder auf die Marathonstrecke.

Die kleine Doppelung hat mich nicht gestört. Die Himmelsleiter empfinde ich persönlich nicht als besonder schwer. Nach den ganzen Matschpassagen habe ich es eher genossen, soliden Stein unter den Sohlen zu haben. Hoch laufen zu wollen, wäre nicht sehr sinnvoll, ich steige zügig und überhole auch so ständig. Auf dem Königstuhl angekommen gibt es bei schönem Wetter einen sehr netten Ausblick zu bewundern. Diesmal ist es eher diesig, aber ich wohne praktisch am Fuß des Königstuhls und kenne das Panorama zur Genüge. Dafür gibt es noch einmal Verpflegung. Die in Stücke geschnittenen Müsliriegel sind vom Regen gut eingeweicht und rutschen um so besser durch die Speiseröhre. An den letzten beiden VPs gibt es auch Cola. Die derzeit hier zu bewundernde Baustelle ist nicht so dekorativ und mein Versuch, unten in der Stadt mein baldiges Kommen telefonisch kund zu tun, läuft ins Leere. Kein Empfang. Ich passiere also die Endstation der Bergbahn und mach mich so locker, wie es halt noch geht, denn jetzt kommt der letzte aber nicht gerade der einfachste Downhill.

Gut, dass ich den in den letzten Wochen ein paarmal geübt hatte, denn solche technisch anspruchsvolleren und doch schon recht steilen Bergabpassagen gehören nicht grade zu meinen Lieblingsübungen und werden von mir sonst gerne gemieden. Heute kommt noch ordentlich Wasser dazu. Im allgemeinen finde ich das eher hilfreich. Wo Wasser fließt ist der Gripp in der Regel besser, da Sand und Schmodder ja weggewaschen werden. Die Füße sind eh seit langem schon nass. Weiter unten gibts dann einen letzten Gegenanstieg und nochmal einiges an Matsch. Davon hab ich jetzt doch die Faxen dicke und zieh' das Tempo nochmal ein bischen an. Am Schloss vorbei geht es schließlich durch den zugehörigen Garten, die Überreste des vor 400 Jahren hochgerühmten "Hortus Palatinus". Dann noch einige nasse Treppenstufen und ein bischen Kopfsteinpflaster und schon kommt der Karlsplatz wieder in Sicht. Der Zieleinlauf geht durch das Zelt, in dem auch die Gepäckaufbewahrung untergebracht ist.

Ich bin nicht wasserscheu, zumal beim Laufen, aber jetzt freu ich mich doch, aus dem ewigen Gepiesel rauszukommen. Zum Schluß gibts noch ne Medaille um den Hals und auch "Gelita 2019" ist gelaufen. Der Hauptsponsor verdient übrigens sein Geld mit Gelatine - ob es deswegen unterwegs mal Gummibärchen gab? Nachdem bei mir dieses Jahr viel Erholung und wenige Läufe auf dem Programm stand und ich mich auch nur relativ kurz spezifisch vorbereitet hatte, bin ich mit meiner Zeit von 5:53 sehr zufrieden. Das Kontingent von 150 Startplätzen für die 50Km-Variante war im Vorfeld ausgeschöpft worden. Dass nur 90 Ankommer in der Liste stehen mag dem Wetter geschuldet sein, aber man unterschätzt einen solchen Lauf auch leicht. 50Km höhren sich erstmal nach nicht viel an aber die grünen Hügel des Odenwaldes mit viel Auf und Ab können doch ganz schön Kräfte zehren. Der Sieger Nikki Johnston - ein Schotte aus Düsseldorf - hat die Sache in beeindruckenden 3:44 runtergerissen. An einigen Stellen der Strecke hätte ich ihm heute gerne zugesehen.

3 Im Ziel

Bild 3: Wolfgang im Ziel

Auch wenn es bei schönem Wetter - letztes Jahr gab es "goldenen Oktober" pur - natürlich netter ist, fand ich den Lauf sehr schön und habe es genossen. Aber ich laufe auch sonst gar nicht ungern bei Regen durch den Wald. Man hat seine Ruhe und alles glänzt so schön grün und frisch gewaschen.

Für süddeutsches Mittelgebirge bietet der Lauf ganz ordentlich Höhenmeter und Trailpassagen sicher auch nicht schlecht als Vorbereitung auf Höheres. Ansonsten gibt es Wald und Mehr. Die Streckenmarkierung ist sehr gut, auch wenn der stellenweise vorhandene Nebel dichter geworden wäre, hätte sich hier sicher niemand verlaufen. Viele Streckenposten harren am Wegrand aus bis auch der letzte durch ist. An kürzeren Strecken sind auch Runden mit 9 und mit 30 Kilometern (hier "Halftrail" genannt) im Angebot und natürlich der Marathon. Ich hoffe, auch der 50er wird uns in den nächsten Jahren erhalten bleiben.

16.10.2019 Text: Molfgang Metzger Bilder: Wolfgang Metzger, Wolfgang Bernath, Karin Zimmermann

 

Seit 2015 veranstaltet die DUV eine Vereinsmeisterschaft unter dem Titel „Ultramarathon Bundesliga“. Nach drei zweiten Plätzen in den vergangenen Jahren konnte das Team der LG Ultralauf in diesem Jahr erstmalig die Meisterschaft gewinnen.

BL Tabelle 2019

Die Ziele der Einführung waren, die Meisterschaften attraktiver zu machen und die Vereine, insbesondere die DUV-Förderstützpunkte zu stärken, da eine gute Tagesplatzierung nur mit guten Mannschaften zu erzielen ist. Meister wird ein Verein, wenn die Mitglieder bei den fünf Meisterschaften im Ultralaufbereich gut abschneiden.

Je Meisterschaft (Lauftag) werden die Einzel- und Mannschaftsergebnisse mit einigen Sonderregelungen in Punkten bewertet und addiert. Das sind in der Tabelle die Rohpunkte. Daraus ergibt sich ein Ranking der Vereine und je nach Platz eine definierte Anzahl von Wertungspunkten. Entscheidend für die Tabelle sind letztendlich die Wertungspunkte und als nachgelagertes Kriterium bei Gleichheit die Rohpunkte.

Das genaue Regelwerk sowie die vollständige Tabelle kann auf der Statistikseite der DUV nachgelesen werden: hier klicken.

Der Tagessieger eines Lauftages bekommt den Titel „Mannschaft des Tages“. Gab es in den vergangenen Jahren in einer Saison teilweise vier verschiedene Vereine, die den Tagessieg erringen konnten, weil sich einige Vereine auf einzelne Disziplinen spezialisiert haben oder andere aufgrund der räumlichen Nähe ein großes, leistungsstarkes Team mobilisieren konnten, so erzielte dieses Jahr die LG Ultralauf vier Tagessiege, davon in Mörfelden (6h) und Bottrop (24h) recht souverän, in Kandel (100km) recht knapp. In Bottrop wurde mit 99 Rohpunkten der höchste jemals erzielte Wert seit Einführung der Rohpunkte geschafft.

BL MdT 2019

Ausblick

Die Überlegenheit der LG Ultralauf in diesem Jahr ist etwas überraschend und eher dem Umstand geschuldet, dass andere Vereine bei den Meisterschaften schwächer als sonst vertreten waren. So brachten selbst größere Vereine oftmals keine Mannschaft in die Wertung. Die Teilnehmerzahlen bei den Meisterschaften lagen dieses Jahr deutlich unter den Werten der Vergangenheit. Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass in diesem Jahr neben den 100km-Meisterschaften drei weitere Meisterschaften nun vom DLV veranstaltet wurden.

Klar ist, dass die Attraktivität der Bundesliga direkt mit der Attraktivität der Meisterschaften zusammenhängt. Spannende Wettkämpfe sind dann zu erwarten, wenn auch kleinere Vereine die Chance auf ein gutes Abschneiden haben, zumindest an einem Lauftag und die Aussicht auf den Titel „Mannschaft des Tages“. Wie die Vergangenheit zeigt, ist das bei dem aktuellen Regelwerk durchaus möglich, es erfordert allerdings eine gewisse Präsenz. Dennoch werden gerade im DUV-Sportausschuss moderate Anpassungen der Berechnungen diskutiert.

K100B

Unser erfolgreiches Läufer- und Betreuungsteam aus Kandel: Eine gute Frauen-, Männer- und Männer50+-Mannschaft legten den Grundstein für den Vereinserfolg bei der 100km DM.

Für viele unsere Mitglieder sind die Deutschen Meisterschaften die wichtigsten Veranstaltungen im Jahr und so freuen wir uns schon auf eine neue Bundesligasaison 2020.

Text, Grafiken und Bild: Michael Irrgang, 13.10.2019

Bitte beachten Sie, dass unsere Webseite Cookies zur Verbesserung und Gewährleistung der Funktionalität verwendet. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise, bevor Sie unsere Seite nutzen. Indem Sie auf unserer Seite weitersurfen oder auf den Einverstanden-Button klicken, bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung und Nutzungshinweise gelesen haben und damit einverstanden sind.