Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

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Josef Hader, Alfred Dorfer, Klaus Eckl und Lisa Eckhart: Die Österreicher sind bekannt für ihre kabarettistischen Extreme. Aber sie können es auch im Laufen extrem. In der Alpenrepublik locken viele lange Trailläufe mit vielen Höhenmetern. Und es geht auch flach und extrem: Bereits zum elften Male wurde der 48-Stunden-Lauf in Gols am Neusiedlersee ausgetragen.

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Es begann mit drei weiblichen und acht männlichen Finishern im Jahre 2008. Aus dem Geburtsjahr resultiert auch noch der Rekord über 422 km von Ultralauflegende Iannis Kouros, die weibliche Bestleistung liegt bei 305 km, erlaufen von Karin Sperrer.

Beide Bestmarken wurden heuer nicht erreicht. Die Leistungen von 2019 können sich trotzdem sehen lassen, aber hallo !!! : Die Wienerin Judith Regner erreichte mit einem 48 Stunden lang durchgängigen, leichtfüßigen Laufstil (dem Autor dieser Zeilen ein bewunderndes Rätsel) 263 km, der (ebenso aus Sicht des Autors) junge Pole Tomasz Wasziewicz (hoffentlich mit genügend vielen „c“ und „z“ richtig geschrieben) bewundernswerte 348 km.

G9Die LG Ultralauf war ebenfalls vertreten: Die Berlinerin Elisabeth Ploch absolvierte ihren zweiten 48er und meiner einer als frischgebackenes LG Ultralauf-Mitglied wollte sich zum ersten Mal über dieses Format wagen und über die 24 Stunden hinaus neue Erfahrungen sammeln. Sozusagen, wie das Raumschiff Enterprise meiner Kindheit in neue Galaxien vorstoßen.

Bei der Anfahrt auf das Festivalgelände war Elisabeth, dank der LG Teambekleidung leicht zu erkennen. Sie wusste nichts vom „Vereinskameraden“ da ich mich zur Zeit der Anmeldung noch vereinslos registrieren ließ. Ich hingegen sah ihre Vereinszugehörigkeit ja aus der Teilnehmerliste.

Nach herzlicher Begrüßung wurden gleich die ersten gemeinsamen Fotos gemacht und Infos und Erfahrungen ausgetauscht bzw. bekam ich von ihr wertvolle und interessante Tipps bezüglich der 48 Stunden. Diese Tipps setzten sich während des Rennens hilfreich fort. Herzlichen Dank nochmal an dieser Stelle.

Elisabeth schaffte eine sehr deutliche persönliche Bestleistung von 177 km. Dies bedeutete Platz 4 bei den sechs weiblichen Finishern. Mein primäres Ziel war natürlich, die 48 Stunden überhaupt durchzuhalten. Auf Basis der 24-Stunden-Lauf Ergebnisse der letzten zwei Jahre, 118 -132 km, dachte ich mir, wenn durchkommen, dann wären 200 km super. Als selbstständiger Masseur und Manualtherapeut mit 60 bis 80 Stunden pro Woche bleiben immer nur das Wochenende und Feiertage zum Trainieren. Aber für diese Ultras, so sage ich mir, sind meine vielen 15 bis 17 Stunden Arbeitstage besser als mancher Trainingslauf. So kann man sich das halbleere Glas halbvoll reden.

Beide Ziele wurden erreicht: Knecht Rupprecht hat die 48 Stunden durchgehalten und mit 204 Kilometern noch den 18.Platz bei 27 männlichen Finishern erreicht. Besonders froh war ich, den Golser Lauf für das 48 Stunden Debüt gewählt zu haben: Ein absolut herzliches Betreuer- und Organisationsteam. Habe selbst bei Sri Chinmoy-Läufen keine solche Betreuung erlebt.

Das Buffet, „die Labe“ , ließ keine Wünsche offen.

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Die Laufstrecke selbst ist auf dem Volksfestplatz, neben der Neuen Mittelschule, in der Übernachtungsmöglichkeiten, Massage, Toiletten etc. waren, vor allem SAUBER!!! Ein flacher Rundkurs von einem Kilometer, an einigen Stellen ein paar Bäume. Eingebettet in den 48er ist noch ein Sechs-Stunden-Lauf,so dass es Samstag ab zehn etwas voller, aber nie störend wurde. Wolfgang Franz von www.zeitnehmung.at (Ergebnisse und Video), der sich für die Zeitmessung verantwortlich zeichnete war gleichzeitig Moderator und für die Musik zuständig. Vielen Dank für die Realisierung meines Ostbahnkurti – Musikwunsches. „War leiwand“. Hat mich aus einer Gehphase umgehend wieder in eine Laufphase gebracht. Wolfgang führte mit Sympathie, Sachkunde und respektvollem Schmäh durchs 48 Stunden-Programm.

Als ich am „after race day“ nachmittags, bei blauestem Himmel beim Apfelmohnstrudel und einer Melange am Neusiedler See auf der Seeterrasse saß, ärgerte ich mich nur, nicht noch ein, zwei Tage mehr angehängt zu haben. Die „cinemascope“-Landschaft der pannonischen Ebene mit dem See und den gemütlichen Menschen versetzen einen in einen äußerst angenehmen, regenerativen „chillout“-Modus.

Das Orga-Team des Golser Ultrafestivals um Magdalena Hafner will den Lauf auch für die Zukunft, von der Teilnehmeranzahl, sehr limitiert halten um diese Betreuung zu garantieren und um nicht auf ein anderes Gelände ausweichen zu müssen. Gott sei Dank. Um es mit den Worten eines anderen Österreichers (Bodybuilder, Schauspieler, Gouverneur) zu sagen: „I`ll be back“.

(Oliver Rupprecht)

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… Und wie es Oliver so schön beschrieben hat: „I´ll be back, too!!!“ Aber die Gründe meinerseits sind wohl etwas andere. Es ist die Landschaft der Pannonischen Tiefebene, die heute von 7 Ländern umfasst wird und bereits zu Zeiten der Römer gerne eingenommen wurde. Heute liegt ein Teil in Österreich, war früher „Westungarn“ – dort, wo Weine gedeihen und die Menschen die Gemütlichkeit pflegen. Stress ist hier ein Fremdwort, denn jeder gute Wein braucht Ruhe und Zeit. So startete ich mit dem Vorsatz 100 km in 48 Stunden laufen zu wollen oder zu gehen – so wie es eben geht und wenn nicht? Na dann wollte ich wenigstens die Melange trinken, Kaiserschmarren genießen und mit den Menschen reden. Ich wusste, dass ich in Österreich die Menschen finden würde, die mich nicht zur Leistung drängen würden und verstehen würden, dass ich vor allem eines wollte, nämlich "dabei sein". Dass ich einen Vereinskollegen finden, die Bestzeit meines Lebens zusammenbringen und mich bei mollig warmen Temperaturen von bis 26/27 Grad und einer stechenden Sonne über den Asphalt quälen würde, hatte ich mir erst mal nicht ausgemalt. Mein Köper tat es – freiwillig und ohne Allüren, ohne Malessen und Zimperlein. Doch woran lag das? An einem super Team und grandios tollen Mitläuferinnen und Mitläufern, die immer in den Pausen beim „Kaffeeeeeeeeeeeeeee“ (in der musikalischen, österreichischen Sprache) und bei der „Suppn“ im Zelt zu finden waren. Das Herz der Menschen schlägt hier im Dreiviertel-Takt wie beim Walzer und so wie die Betonung und die Pause zu jeder guten Musikkomposition dazu gehören, so muss man sich einen Lauf wie ein Musikstück vorstellen: Zäsuren, Pausen, unterschiedliche Lautstärken, unterschiedliche Laufrhythmen. Man lernte sich schnell kennen und Zeitdruck kennt man in Gols nicht. Die Hauptsache ist, mit dem Herzen dabei zu sein. Für überambitionierte Gelfreaks mit missionarischen Leistungsgedanken ist die Veranstaltung eher weniger geeignet, denn hier muss man es auch mit der Gemütlichkeit probieren, d. h. ordentliche Pausen machen, sich auch mal ins Zelt setzen und nach 200 km nicht nur die Beine, sondern auch noch Messer und Gabel bewegen zu können. Hinsetzen, Aufstehen und Pausieren beherrschen oder um es anders zu sagen: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

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So mancher Leser wird jetzt wohl denken: „Oh, die Arme – nur der undankbare vierte Platz!“. Oh nein, für mich war und ist das eine ganz tolle Platzierung, denn ich hatte die Ehre, mit Christian Stolovitz Runden gedreht zu haben, und das Vergnügen, an wundervollen Gesprächen teilnehmen zu dürfen. Wir wurden beide VIERTE – es hatte etwas schicksalhaftes. Wir finishten zusammen und hatten die gleiche Platzierung. Er mit 284 km und ich mit 177km – die Zahlenkosmetik musste schon stimmen. Nicht irgendwelche Zahlen. Für Oliver Rupprecht war es klar – es mussten 200 km sein. Für mich musste eine 1… mit x Kilometern her, aber wieviel sollte ich laufen und gehen? Und wie weit würden mich die Füße 14 Tage nach dem 24h Lauf in Basel tragen? 100? 130? 150? Und die 177 klingt doch super. Darum ein herzliches Dankeschön an alle! An Magdi und das Team: „Des hat passt!!!!“ Oder wie der Berliner sagt: „Det war richtig dufte und rundum jut.“

(Elisabeth Ploch)

Texte: Oliver Rupprecht und Elisabeth Ploch, Bilder: Elisabeth Ploch, 06.06.2019

Einige Mitglieder von uns waren bei der diesjährigen Austragung des Abtraumes, bzw. der kürzeren Variante Halbtraum. Der Veranstalter schreibt dazu auf seiner Homepage:

Der ALB-Traum100 ist ein Benefizlauf in der Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf.  Die einzigartige Landschaft mit reizvollen Ausblicken auf dem 115 Kilometer langen Albtraufgänger-Wanderweg im Landkreis Göppingen findet erstmals am 12. Mai 2018 statt.  Ein kürzere Variante über rund 57 Kilometer wird als HALB-Traum am gleichen Tag angeboten.

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Die Strecke bot alles, was eine Mittelgebirgslandschaft bei gutem Wetter bieten kann. Schöne Wiesenwege, herrliche Ausblicke, aber auch steile Auf- und Abstiege.

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Thorsten Klenke berichtet

(H)Albtraum - die halbe Distanz vom Albtraum100 - immerhin 57km mit 1.700HM. War ich im Vorfeld auch für die volle Distanz gemeldet, verlief mein Training bis hierhin doch eher suboptimal. Irgendwann kommt der Punkt, wo man den ungeschminkten Tatsachen ins Auge blicken muss und ein mögliches Downgrade die bessere Alternative zum absehbaren DNF darstellt. Erleichternd hinzu kam noch die deutlich schlaffreudigere Startzeit um 9:00 Uhr am Samstag morgen. Das Zeitlimit aufgrund von Wanderern und Nordic Walkern auf 19h angelegt versprach einen entspannten Rennverlauf, wenn es denn dann nicht mehr läuft ... Direkt nach dem Start ging es recht zügig und deutlich hoch. Der Albtrauf setzte die erste Duftmarke und den ersten Aussichtspunkt am Ostlandkreuz, einem Kriegerdenkmal zu Ehren der Vertriebenen aus den Ostprovinzen Mähren. Ich hab geschnauft wie eine der historischen Dampflocks, die immer wieder die Geislinger Steige erklimmen. Zumindest hatte der Körper Betriebstemperatur erreicht. Ich lief ein Stück mit Gerhard Börner, den ich aber dann doch ziehen lassen musste. Das Rennen ist noch lang und bloß keine überschüssigen Körner zu früh auf der Strecke verteilen. So kam ich doch erstaunlich gut in den Lauf und begann die Strecke zu genießen. Diese führte in stetigem Wechsel von feinsten Singletrails über Wald- und Forstwege - immer mal kurz unterbrochen von kleineren Schotter- Asphaltpassagen - in ebenso stetigen Wechsel von Auf- und Abstiegen ...

AT LogoInsgesamt 6 mal ging es im Verlauf der Strecke den kompletten Albtrauf hoch und runter. Aussichten wechseln sich mit wunderschönen kleinen Ortschaften ab, die drei VP‘s gut verteilt, und mehr als ausreichend bestückt mit allem was der Ultraläufer braucht ... incl. supernetten Helfern....

Wenn diese Strecke nicht so unfassbar anstrengend wäre 😜 insgesamt lief es doch erstaunlich gut und in einer für mich ansehnlichen Zeit von 8:57h bin ich ins Ziel gelaufen. Die Zeit täuscht ein wenig über meinen tatsächlichen Zustand hinweg... Ehrlich gesagt war ich im Ziel am Ende meiner Möglichkeiten. Das Ziel Sub 9h rein zu kommen hat mir nach hinten raus alles abverlangt und die komplette Strecke wäre ein weiteres persönliches Waterloo geworden. So bin ich zufrieden mit mir und meiner erreichten Zeit und Pflege meinen ausgeprägten Muskelkater...

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Der Albtraum100 ist aus meiner Sicht eine ganz klare Laufempfehlung im Kalender. 5/5 👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼👍🏼

Überhaupt ist dieser Lauf eine Bereicherung für den Ultralaufkalender. Inspiriert vom Konzept der Brockenchallenge ist er als reiner Benefizlauf angelegt und alle Startgelder werden zu 100% für gemeinnützige Zwecke gespendet.

AT 05Unsere Trail-Experten Christoph Janthur und Stefan Beckmann begnügten sich nicht mit der Hälfte, sondern lernten den gesamten Albtrauf-Wanderweg kennen.

Stefan schrieb dazu:

War das ´ne harte Nummer !! Der Albtraum 100 verlangt einem auf seinen wunderschönen 115 km alles ab. Auf meiner Uhr standen am Ende 3740 HM. Stetige harte An- und Abstiege zogen dir die Körner aus dem Körper. Dieser Lauf gehört mit zu meinen härtesten 100ern. Toll Christoph und Werner, dass ihr mich begleitet habt. Vielen Dank an das Orgateam. Klasse ein reiner Spendenlauf für den guten Zweck. Hier muss man einfach mal gelaufen sein. !!!!!

Die Ergebnisliste der langen Strecke zeigt Alexander Klass als besten LG-Läufer auf einem guten 18 Platz. 

Texte: Homepage des Veranstalters, Thorsten Klenke, Stefan Beckmann, Michael Irrgang, Bilder: Thorsten Klenke, Stefan Beckmann, Karen Keller, Logo: Albtrauf, 01.06.2019

Homepage: www.alb-traum-100.de 

 

Ralf Simon auf Platz 4 beim Olympian Race Nemea/GR

Heute erhielt ich von Ralf folgende E-Mail:

"Am 28.05.2010 wurde, bei 38 Grad Celsius, 'The 5. Olympian Race‘ von Nemea nach Olympia (Griechenland) gestartet.

In maximal 28 Stunden sind 180 km mit ca. 3800 HM zu bewältigen, wobei gut die Hälfte aus sogenannten 'Dirty Tracks' bestehen.

Ralf Simon (LG-DUV) konnte dieses Rennen in 23h 07min auf dem 4. Platz der Gesamtwertung beenden."

Dann auf zum Spartathlon lieber Ralf, dort hats du noch eine Rechnung offen und die sollte dieses jahr dann beglichen werden!

Herzlichen Glückwunsch!

Wolfgang Olbrich, Sportwart

 

12h und 24h Sri Chinmoy Self-Transcendence Lauf Basel (Schweiz)

„Run and Become. Become and Run. Run to succeed in the outer world. Become to proceed in the inner world“

(Sri Chinmoy 1931-2007)

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1. die „Verpflegungsstraße“

Ein Lauf jenseits von Grenzen, Nationalitäten, Vereinen – gelebte Ultralaufkultur vom Allerfeinsten. International, fair und in einer ganz besonderen Atmosphäre.

Die Aussicht, dass 6 Leutchen aus meinem Laufclub da sein würden, war prima. Dina Böhm unterstützte mich von Anfang an, während des Laufes und hinterher alle von LG Ultralauf, die Hilfe benötigten, obgleich sie gar nicht unserer Laufgemeinschaft angehört; sie bot Hilfe an – unkompliziert.

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2. Elisabeth Ploch und Dina Böhm

Am Freitag sah ich mir das Gelände an. Idyllisch gelegen, mit malerischer Bergkulisse im Hintergrund, um nicht zu sagen: Fast schon luxuriös, denn von solchen Sportanlagen kann manche Stadt in Deutschland nur träumen.

Am Samstagvormittag entdeckte ich Edda Bauer in der Umkleide, die sich ein paar Tage nach dem 6 Tage-Ungarnlauf spontan nachmeldete und so versuchten wir LGU´ler uns zu finden. Ein komplettes Gruppenbild mit allen 6 LGU Leuten war nicht möglich, da wir zu viele Läuferinnen und Läufer waren und so machten wir Fotos, wie die Situation es zuließ. Ein Kollege startete im 12h-Lauf nachts.

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3. Ursula Jedele, Jonathan Gakstatter, Elisabeth Ploch

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4. v.l.n.r: Edda Bauer, Elisabeth Ploch, Ursula Jedele, Werner Kempken

Während des Laufes nickten wir uns fröhlich zu, doch stellte ich sehr bald fest, dass dies ein besonderer Lauf war und irgendwann begriff ich, dass ich mitten drin war, an einem großartigen Ereignis teilhaben zu dürfen. Nele Alder-Baerens nahm teil und versuchte Rekorde aufzustellen. Wer ihren Namen hört, verbindet Bestzeiten und alle, die wollten, konnten auch sehen, wie sehr sie kämpfen musste. Bis zum Schluss fieberten wir auf der Laufstrecke mit. Sie versuchte, den 12h-Rekord zu knacken. Dass sie noch mehr schaffen würde, war zunächst gar nicht klar, denn das Wetter war nicht optimal. Nele musste in die Nacht hineinlaufen und nur wer eine Sehschwäche hat, versteht, wie schwer das für Nele ist, die eine manifeste Seheinschränkung hat.

Ich selbst gehöre zur Fraktion derjenigen, die gerne auf dem Weg sämtliche Schlaglöcher mitnehmen, den Boden gelegentlich gerne mal horizontal begrüßen, Bäume unfreiwillig umarmen, sämtliche Stehlampen abknutschen und hinterher mit blauen Erinnerungen nach Hause fahren. Die Strecke war nachts sehr gut ausgeleuchtet – an wichtigen Stellen standen Schilder mit motivierenden Sprüchen, doch erfordert ein Lauf in die Nacht hinein, wenn man müde ist und die Koordination nachlässt, höchste Konzentration.

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5. tagsüber war es warm

Ab km 54 setzte mir das Wetter zu. Ich verlor mehr Flüssigkeit als ich zu mir nehmen konnte und so musste ich einen Arzt aufsuchen, der mich schonend unterstützte. Das flüssige Laufen wurde zu einem Gehen und später zu einem langsamen Tippeln, um nicht noch mehr Flüssigkeit zu verlieren – von Runde zu Runde. Die Temperatur war mit 21 Grad tagsüber angenehm, wenn nur nicht die hohe Luftfeuchtigkeit gewesen wäre.

Zwischen 3.30 Uhr und 7.00 Uhr bei 10 Grad regnete es in Strömen, doch da waren alle anderen, die genauso litten, schwitzten, um jede Runde kämpften. Ursula Jedele (LGU) kämpfte gegen die Müdigkeit an, Edda Bauer (LGU) gegen die wunden Füße, Werner Kempken (LGU) gegen das Unwohlsein, ich verhandelte mit meinem Kreislauf, Jonathan Gakstatter (LGU) hatte nach 101 km um 23 Uhr den Lauf für sich selbst gefinished , Sören Michel (LGU) hatte nach einem Marathon morgens um 4 Uhr „genug“, der seinerseits im 12h-Lauf um Mitternacht gestartet war. So verblieben die 24h LGU´ler Werner, Edda, Ursula und ich auf der Strecke. Ein unausgesprochenes Commitment herrschte: „Wir machen das.“ Wir sahen uns an, ohne Worte immer wieder: „Na, eine Runde ist geschafft. Supersache!!!“ Zum Schluss hatten alle 5, die im 24h Lauf von LG Ultralauf gestartet waren, über 100 km geschafft. Dreistellige Zahlen zu erlaufen ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Edda und Ursula gewannen sogar ihre Altersklasse.

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6. Edda Bauer, Elisabeth Ploch

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7. Werner Kempken, Ursula Jedele, Edda Bauer, Elisabeth Ploch

 

Was ist so motivierend bei solch einem Lauf?

Die fleißigen Helferinnen und Helfer an der „Verpflegungsstraße“, die jeden freundlich begrüßten – egal, wie weit man war.

Jede Leistung wurde gleichermaßen kommentiert und honoriert, fröhliche Zurufe, Musik und verständnisvolle Blicke.

Man war willkommen, egal wie die Leistung war – es wurde wertgeschätzt, dass man lief und sich bemühte, ein Ziel zu erreichen, dass man nicht aufgab . Die Atmosphäre war suuuuuuuuper!  

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Vor dem Baustellenzaun war das Schild: „Never give up!“ und an den blühenden Bäumen in der Kastanienallee waren Smileys angebracht, damit man nicht vergaß zu lächeln und dass mit einem Lächeln die Welt schöner ist. Die kleinen, liebevollen Details am Rande. Die Verpflegung war liebevoll gemacht, und wer nichts zum Essen fand, der hatte selber Schuld.

Corrine Balhadere und Philippe Herbert aus Frankreich, die immer wieder ein: „Ca va???“ für mich übrig hatten. „On marche.“ „Qui, on y va.“ Die dänische Kollegin Diana Kämpe (12h-Lauf) oder die Ehefrau von Edward de Leng (24h-Lauf), die immer wieder freundlich lächelten und uns zeigten, dass egal, woher wir sind, wir allesamt eine besondere Zeit verbringen und mitfühlend dabei waren. Antje Krause (Ultra Sport Club Marburg) sprach mir aufmunternde Worte zu, während sie selbst tapfer die Runden abspulte und den Gesamtsieg über die 12h erlief.

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Nele Alder-Baerens (Ultra Sport Club Marburg) hatte nach 6h 80,85 km W40 WR und W40 DR; nach 12h 148,141 km und somit W40 WR und W40 DR und nach 13:13:15 h den W40 WR und W40 DR über 100 Meilen. Sie finishte um 01:13:15 Uhr und ich gratulierte ihr von Herzen – auch an dieser Stelle. Respekt für diese wunderbare Leistung!!!! Jeder würde jetzt denken, dass sie sich feiern ließ. Nele war morgens wieder an der Laufstrecke und jubelte uns zu, fieberte mit und bedanken möchte ich mich vor allem bei ihr! Sie war diejenige, die mir bei km 93,4 zur Seite stand – im Tippelschritt mit mir ging. Sie stellt sich auf die Bahn und sagte nur: „Elisabeth, komm!“ Konnte ich sie stehen lassen und aufgeben? Nein!!!! Nele kann man nicht stehen lassen, denn wenn es um das Kämpfen für ein Ziel geht, dann weiß Nele, wie es geht. Ohne sie hätte ich aufgegeben und das ist keinesfalls übertrieben. In der linken Hand ein Becherchen mit Ingwertee und Salz und in der rechten Hand ein Becherchen mit Brühe. Begleitet von ganz lieben Worten und dem festen Glauben, dass die 100 km doch noch möglich sein sollten. Nele war müde. An ihrem festen Glauben und den unterstützenden, motivierenden Worten kam ich nicht vorbei – ich übte mich in Geduld und es wurden lange Stunden und irgendwann kam die magische Zahl 1-0-0 km!!! In meiner letzte Runde (km 113) gingen Nele und ich zusammen und wen trafen wir auf der Strecke? Gritta und Steffen Sens von LG Mauerweg. Sie waren spontan zu Besuch gekommen und auch sie begleiteten mich auf der letzten Runde. Wir gehören unterschiedlichen Vereinen an und doch sind wir alle Ultras.

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Wir leiden mit, wir fiebern mit, wir gehen den Weg mit, und wenn es nicht mehr geht, haken wir uns gegenseitig ein, finden Wörter und schieben uns den Weg entlang. Das ist gelebte Ultralaufkultur. Wenn Kollegen einem einen Platz anbieten, um die Sachen unterzustellen oder etwas zu trinken geben, obwohl sie nur den Namen auf der Startnummer sehen. Wenn die Hilfe ganz uneigennützig ist und man sich wie ein Honigkuchen-pferd darüber freut, dass es doch noch „weitergeht“ – ein Ründchen hier, noch ein bisschen Weg und man das Fähnchen am Ende im Ziel an einem schönen Ort ablegen darf. Bei mir war es am Beginn der Kastanienallee, wo ich umgeben war von tollen Menschen von besonderem Format.

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11., Elisabeth Ploch, Nele Alder-Baerens „das Laufen verbindet“.

Wie ihr seht, waren wir nicht nur Individualsportler, sondern eine große Gemeinschaft. Die Schwächeren wurden mitgezogen. Es waren viele kleine Augenblicke, die ich nicht missen möchte, die mir zeigten, dass es sich gelohnt hatte über 1700 km (insgesamt) an Fahrweg auf mich zu nehmen, um an diesem außergewöhnlichen, menschlich und sportlich bereichernden Ereignis dabei sein zu können.

DANKESCHÖN … für die 24h in Basel (Schweiz)!!!

Text: Elisabeth Ploch, Bilder: Elisabeth Ploch und mit freundlicher Genehmigung von Markus Imhof, Fotograf SCMT.

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Unsere fleißigen Kilometersammler beim 24h-Lauf: 

Edda Bauer, Ursula Jedele,

Jonathan Gakstatter und Werner Kempken und

die Autorin Elisabeth Ploch.

Von unserem 12-Läufer Sören Michel, der um 0 Uhr startete und um 4:15h bereits sein Rennen beendete, existiert leider kein Bild.

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Wie im Text erläutert, zeigte Nele Alder-Baerens (Ultrasportclub Marburg) einmal mehr eine Weltklasseleistung mit mehreren Deutschen und Weltrekorde. Aber auch die Siegerleistung der Männer und Frauen konnten sich sehen lassen: Aleksandr Sorokin (LTU) mit 272.708 km und Leonie Ton (NED) mit 219.914 km.

Aus deutscher Sicht gab es auch weitere, hervorragende Ergebnisse. Herausragend dabei ist die Leistung vom Zweitplatzierten Chritoph Lux (TG Viktoria Augsburg) mit 252.833 km.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Markus Imhof, SCMT, 27.05.2019 

Mein erster Rennsteiglauf – mein erster Supermarathon

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Über den Lauf an sich brauche ich sicher nicht allzu viel sagen, da dies der 47. Rennsteiglauf gewesen ist und der Lauf allgemein bekannt ist. Der Rennsteiglauf ist eine wirklich gut organisierte Veranstaltung, die Jahr für Jahr viele Läufer anzieht. Ich kann nun auch verstehen warum.

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RS 12Allein schon die tolle Landschaft ist es wert, dort einmal mitzulaufen. Jetzt ist dieser Tag nun aber auch schon wieder Geschichte.

Angemeldet war ich ja schon seit Dezember und dann war Tag X dann auch schon da.

Die Vorbereitung auf den Lauf war durchwachsen. Höhenmeter hatte ich kaum trainiert. Hinzu kamen einige Erkältungen, die die Vorbereitung behindert hatten.

Meinen Start bei der Harzquerung hatte ich kurzfristig abgesagt, weil ich befürchtet hatte, danach wieder eine Erkältung zu bekommen. Und wie das immer so ist – die Erkältung bekam ich trotzdem. Eine Woche vorher.

Bin dann ein paar Tage gar nicht mehr gelaufen, um zur Ruhe zu kommen. Letzte Woche dann wieder gestartet und ein paar km gesammelt. Mir ging es zum Glück wieder deutlich besser und mir war klar, dass ich auf jeden Fall starten würde. Man hatte 12 Stunden Zeit und das schien machbar.

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Und dann ging es am Freitag auch schon los Richtung Eisenach. Privat hatte ich einiges umdisponiert und konnte jetzt zusammen mit meiner Tante und meinem Onkel fahren. Meine Tante ist selbst auch gestartet.

Wir brauchten uns so also um nichts weiter kümmern. Mein Onkel hat alles geregelt mit Gepäck usw. Am Freitag haben wir dann die Startunterlagen abgeholt und waren abends noch zum Kloßessen. Ich war schon zu dem Zeitpunkt ziemlich nervös.

Abends sind wir früh ins Bett gegangen, aber an Schlaf war kaum zu denken. Ich habe immer wieder auf die Uhr geschaut und nur oberflächlich geschlafen. Egal, es ist wie es ist. Um vier Uhr sind wir aufgestanden. Ab fünf Uhr gab es Frühstück und dann ging es schon bald zum Startbereich.

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Dort wurden noch ein paar Fotos gemacht und ich habe kurz ein paar Mitglieder von der LGU kennengelernt. Mehr Zeit war einfach nicht. Die Stimmung am Marktplatz war toll. Man hat die Aufregung förmlich gespürt. Viel gesagt hab ich dann nicht mehr, war ich doch eher mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Aber dann ging es auch schon los…. ;-)

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Von meiner Tante wusste ich, dass es kurz nach dem Start erst mal bergauf geht. Und so war es dann auch. Mein Plan war, die Antiege schnell hoch zu gehen und bergab immer zu laufen. So hab ich gehofft, möglichst weit gut durchzukommen. Der Plan ging bis zum Schluss auf!

Auf den ersten 25 km dachte ich trotzdem, ich bin im falschen Film. Noch nie bin ich so viel bergauf unterwegs gewesen. Am Vorabend hatten wir schon das Hotel für nächstes Jahr reserviert, auf den ersten 10 km wollte ich das schon wieder stornieren ;-)

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Aber was soll ich sagen, man gewöhnt sich an alles und so hab ich dann km für km weitergemacht. Die Landschaft war so schön, die Aussicht richtig toll. Ich hab das einfach genossen. Hab nicht zu sehr an die Anstiege gedacht, ich war ja nicht allein. Viele andere Läufer hatten ja auch zu kämpfen. Als der Inselsberg erreicht war, hab ich mich schon mal sehr gefreut.

Kurz danach hatte mein Onkel gewartet. Dort dann kurz erzählt, was getrunken, Cap aufgesetzt und dann weiter gelaufen. Ich habe jeden Verpflegungspunkt (VP)mitgenommen. Dort immer getrunken und an den größeren VPs auch immer etwas gegessen.

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Eine kleine 250 ml Trinkflasche hatte ich auch dabei, so dass ich immer versorgt war. Die VPs waren super ausgestattet und alle waren dort sehr freundlich und hatten ein paar nette Worte für die Läufer übrig. Das fand ich klasse. Irgendwann bin ich bei der zweiten Zeitmessung angekommen. Und war dort immer noch guter Dinge.

Die Strecke wurde danach allerdings nicht einfacher und ich musste acht geben, mir meine Kräfte weiterhin gut ein zu teilen. Wichtig war für mich, dass ich in Oberhof nicht rausgenommen werden, weil ich das Ziel sonst nicht im Zeitlimit erreiche. Auch das hat geklappt und ab da waren es nur noch 20 km. Ich hab dann für mich immer gerechnet. Selbst, wenn ich nur noch gegangen wäre, hätte ich das Ziel rechtzeitig erreicht!

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Es ist wie so oft, ab 40 km konnte ich wieder besser laufen. Da macht mir das alles nichts mehr aus. Selbst die Anstiege gingen relativ locker vorbei. Manchmal bin ich schneller gegangen, als mancher gelaufen ist. Bergab war ein Segen für meine Beine und die letzten 10 km ging es ja auch fast nur noch bergab. Da konnte ich auch noch gut laufen.

Das Ziel war nun sehr nah. Und dann kam auch schon die Zielgerade; man wird namentlich genannt, bevor man über die Ziellinie läuft. Das war für mich ein großartiger Moment und man denkt nur noch, noch ein paar Meter und dann hast du es tatsächlich geschafft.

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Im Ziel bekam ich dann meine Medaille und auch das schicke Shirt konnte ich abholen. Ans Aufgeben hab ich zu keinem Zeitpunkt gedacht. Ich hatte auch keinen mentalen oder körperlichen Einbruch. Vielleicht habe ich an diesem Tag alles richtig gemacht. Ankommen war mein Hauptziel, ein kleines Wunschziel war eine Zeit unter 10 Stunden. Es sind nur wenige Minuten mehr geworden und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Für mich war ein Lauf dieser Art absolut Neuland, schon allein wegen der vielen Höhenmeter. Aber ich fand es toll und das Zimmer für nächstes Jahr ist natürlich nicht storniert.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – auch wenn dieser größtenteils bergauf geht ;-)

Text: Steffi Reuter, Bilder Steffi Reuter und Cathrin Haake, 22.05.2019

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