Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

12h und 24h Sri Chinmoy Self-Transcendence Lauf Basel (Schweiz)

„Run and Become. Become and Run. Run to succeed in the outer world. Become to proceed in the inner world“

(Sri Chinmoy 1931-2007)

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1. die „Verpflegungsstraße“

Ein Lauf jenseits von Grenzen, Nationalitäten, Vereinen – gelebte Ultralaufkultur vom Allerfeinsten. International, fair und in einer ganz besonderen Atmosphäre.

Die Aussicht, dass 6 Leutchen aus meinem Laufclub da sein würden, war prima. Dina Böhm unterstützte mich von Anfang an, während des Laufes und hinterher alle von LG Ultralauf, die Hilfe benötigten, obgleich sie gar nicht unserer Laufgemeinschaft angehört; sie bot Hilfe an – unkompliziert.

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2. Elisabeth Ploch und Dina Böhm

Am Freitag sah ich mir das Gelände an. Idyllisch gelegen, mit malerischer Bergkulisse im Hintergrund, um nicht zu sagen: Fast schon luxuriös, denn von solchen Sportanlagen kann manche Stadt in Deutschland nur träumen.

Am Samstagvormittag entdeckte ich Edda Bauer in der Umkleide, die sich ein paar Tage nach dem 6 Tage-Ungarnlauf spontan nachmeldete und so versuchten wir LGU´ler uns zu finden. Ein komplettes Gruppenbild mit allen 6 LGU Leuten war nicht möglich, da wir zu viele Läuferinnen und Läufer waren und so machten wir Fotos, wie die Situation es zuließ. Ein Kollege startete im 12h-Lauf nachts.

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3. Ursula Jedele, Jonathan Gakstatter, Elisabeth Ploch

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4. v.l.n.r: Edda Bauer, Elisabeth Ploch, Ursula Jedele, Werner Kempken

Während des Laufes nickten wir uns fröhlich zu, doch stellte ich sehr bald fest, dass dies ein besonderer Lauf war und irgendwann begriff ich, dass ich mitten drin war, an einem großartigen Ereignis teilhaben zu dürfen. Nele Alder-Baerens nahm teil und versuchte Rekorde aufzustellen. Wer ihren Namen hört, verbindet Bestzeiten und alle, die wollten, konnten auch sehen, wie sehr sie kämpfen musste. Bis zum Schluss fieberten wir auf der Laufstrecke mit. Sie versuchte, den 12h-Rekord zu knacken. Dass sie noch mehr schaffen würde, war zunächst gar nicht klar, denn das Wetter war nicht optimal. Nele musste in die Nacht hineinlaufen und nur wer eine Sehschwäche hat, versteht, wie schwer das für Nele ist, die eine manifeste Seheinschränkung hat.

Ich selbst gehöre zur Fraktion derjenigen, die gerne auf dem Weg sämtliche Schlaglöcher mitnehmen, den Boden gelegentlich gerne mal horizontal begrüßen, Bäume unfreiwillig umarmen, sämtliche Stehlampen abknutschen und hinterher mit blauen Erinnerungen nach Hause fahren. Die Strecke war nachts sehr gut ausgeleuchtet – an wichtigen Stellen standen Schilder mit motivierenden Sprüchen, doch erfordert ein Lauf in die Nacht hinein, wenn man müde ist und die Koordination nachlässt, höchste Konzentration.

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5. tagsüber war es warm

Ab km 54 setzte mir das Wetter zu. Ich verlor mehr Flüssigkeit als ich zu mir nehmen konnte und so musste ich einen Arzt aufsuchen, der mich schonend unterstützte. Das flüssige Laufen wurde zu einem Gehen und später zu einem langsamen Tippeln, um nicht noch mehr Flüssigkeit zu verlieren – von Runde zu Runde. Die Temperatur war mit 21 Grad tagsüber angenehm, wenn nur nicht die hohe Luftfeuchtigkeit gewesen wäre.

Zwischen 3.30 Uhr und 7.00 Uhr bei 10 Grad regnete es in Strömen, doch da waren alle anderen, die genauso litten, schwitzten, um jede Runde kämpften. Ursula Jedele (LGU) kämpfte gegen die Müdigkeit an, Edda Bauer (LGU) gegen die wunden Füße, Werner Kempken (LGU) gegen das Unwohlsein, ich verhandelte mit meinem Kreislauf, Jonathan Gakstatter (LGU) hatte nach 101 km um 23 Uhr den Lauf für sich selbst gefinished , Sören Michel (LGU) hatte nach einem Marathon morgens um 4 Uhr „genug“, der seinerseits im 12h-Lauf um Mitternacht gestartet war. So verblieben die 24h LGU´ler Werner, Edda, Ursula und ich auf der Strecke. Ein unausgesprochenes Commitment herrschte: „Wir machen das.“ Wir sahen uns an, ohne Worte immer wieder: „Na, eine Runde ist geschafft. Supersache!!!“ Zum Schluss hatten alle 5, die im 24h Lauf von LG Ultralauf gestartet waren, über 100 km geschafft. Dreistellige Zahlen zu erlaufen ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Edda und Ursula gewannen sogar ihre Altersklasse.

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6. Edda Bauer, Elisabeth Ploch

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7. Werner Kempken, Ursula Jedele, Edda Bauer, Elisabeth Ploch

 

Was ist so motivierend bei solch einem Lauf?

Die fleißigen Helferinnen und Helfer an der „Verpflegungsstraße“, die jeden freundlich begrüßten – egal, wie weit man war.

Jede Leistung wurde gleichermaßen kommentiert und honoriert, fröhliche Zurufe, Musik und verständnisvolle Blicke.

Man war willkommen, egal wie die Leistung war – es wurde wertgeschätzt, dass man lief und sich bemühte, ein Ziel zu erreichen, dass man nicht aufgab . Die Atmosphäre war suuuuuuuuper!  

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Vor dem Baustellenzaun war das Schild: „Never give up!“ und an den blühenden Bäumen in der Kastanienallee waren Smileys angebracht, damit man nicht vergaß zu lächeln und dass mit einem Lächeln die Welt schöner ist. Die kleinen, liebevollen Details am Rande. Die Verpflegung war liebevoll gemacht, und wer nichts zum Essen fand, der hatte selber Schuld.

Corrine Balhadere und Philippe Herbert aus Frankreich, die immer wieder ein: „Ca va???“ für mich übrig hatten. „On marche.“ „Qui, on y va.“ Die dänische Kollegin Diana Kämpe (12h-Lauf) oder die Ehefrau von Edward de Leng (24h-Lauf), die immer wieder freundlich lächelten und uns zeigten, dass egal, woher wir sind, wir allesamt eine besondere Zeit verbringen und mitfühlend dabei waren. Antje Krause (Ultra Sport Club Marburg) sprach mir aufmunternde Worte zu, während sie selbst tapfer die Runden abspulte und den Gesamtsieg über die 12h erlief.

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Nele Alder-Baerens (Ultra Sport Club Marburg) hatte nach 6h 80,85 km W40 WR und W40 DR; nach 12h 148,141 km und somit W40 WR und W40 DR und nach 13:13:15 h den W40 WR und W40 DR über 100 Meilen. Sie finishte um 01:13:15 Uhr und ich gratulierte ihr von Herzen – auch an dieser Stelle. Respekt für diese wunderbare Leistung!!!! Jeder würde jetzt denken, dass sie sich feiern ließ. Nele war morgens wieder an der Laufstrecke und jubelte uns zu, fieberte mit und bedanken möchte ich mich vor allem bei ihr! Sie war diejenige, die mir bei km 93,4 zur Seite stand – im Tippelschritt mit mir ging. Sie stellt sich auf die Bahn und sagte nur: „Elisabeth, komm!“ Konnte ich sie stehen lassen und aufgeben? Nein!!!! Nele kann man nicht stehen lassen, denn wenn es um das Kämpfen für ein Ziel geht, dann weiß Nele, wie es geht. Ohne sie hätte ich aufgegeben und das ist keinesfalls übertrieben. In der linken Hand ein Becherchen mit Ingwertee und Salz und in der rechten Hand ein Becherchen mit Brühe. Begleitet von ganz lieben Worten und dem festen Glauben, dass die 100 km doch noch möglich sein sollten. Nele war müde. An ihrem festen Glauben und den unterstützenden, motivierenden Worten kam ich nicht vorbei – ich übte mich in Geduld und es wurden lange Stunden und irgendwann kam die magische Zahl 1-0-0 km!!! In meiner letzte Runde (km 113) gingen Nele und ich zusammen und wen trafen wir auf der Strecke? Gritta und Steffen Sens von LG Mauerweg. Sie waren spontan zu Besuch gekommen und auch sie begleiteten mich auf der letzten Runde. Wir gehören unterschiedlichen Vereinen an und doch sind wir alle Ultras.

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Wir leiden mit, wir fiebern mit, wir gehen den Weg mit, und wenn es nicht mehr geht, haken wir uns gegenseitig ein, finden Wörter und schieben uns den Weg entlang. Das ist gelebte Ultralaufkultur. Wenn Kollegen einem einen Platz anbieten, um die Sachen unterzustellen oder etwas zu trinken geben, obwohl sie nur den Namen auf der Startnummer sehen. Wenn die Hilfe ganz uneigennützig ist und man sich wie ein Honigkuchen-pferd darüber freut, dass es doch noch „weitergeht“ – ein Ründchen hier, noch ein bisschen Weg und man das Fähnchen am Ende im Ziel an einem schönen Ort ablegen darf. Bei mir war es am Beginn der Kastanienallee, wo ich umgeben war von tollen Menschen von besonderem Format.

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11., Elisabeth Ploch, Nele Alder-Baerens „das Laufen verbindet“.

Wie ihr seht, waren wir nicht nur Individualsportler, sondern eine große Gemeinschaft. Die Schwächeren wurden mitgezogen. Es waren viele kleine Augenblicke, die ich nicht missen möchte, die mir zeigten, dass es sich gelohnt hatte über 1700 km (insgesamt) an Fahrweg auf mich zu nehmen, um an diesem außergewöhnlichen, menschlich und sportlich bereichernden Ereignis dabei sein zu können.

DANKESCHÖN … für die 24h in Basel (Schweiz)!!!

Text: Elisabeth Ploch, Bilder: Elisabeth Ploch und mit freundlicher Genehmigung von Markus Imhof, Fotograf SCMT.

L1 EuU

L2 JuW

L4 E

Unsere fleißigen Kilometersammler beim 24h-Lauf: 

Edda Bauer, Ursula Jedele,

Jonathan Gakstatter und Werner Kempken und

die Autorin Elisabeth Ploch.

Von unserem 12-Läufer Sören Michel, der um 0 Uhr startete und um 4:15h bereits sein Rennen beendete, existiert leider kein Bild.

L3 NuC

Wie im Text erläutert, zeigte Nele Alder-Baerens (Ultrasportclub Marburg) einmal mehr eine Weltklasseleistung mit mehreren Deutschen und Weltrekorde. Aber auch die Siegerleistung der Männer und Frauen konnten sich sehen lassen: Aleksandr Sorokin (LTU) mit 272.708 km und Leonie Ton (NED) mit 219.914 km.

Aus deutscher Sicht gab es auch weitere, hervorragende Ergebnisse. Herausragend dabei ist die Leistung vom Zweitplatzierten Chritoph Lux (TG Viktoria Augsburg) mit 252.833 km.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Markus Imhof, SCMT, 27.05.2019 

Mein erster Rennsteiglauf – mein erster Supermarathon

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Über den Lauf an sich brauche ich sicher nicht allzu viel sagen, da dies der 47. Rennsteiglauf gewesen ist und der Lauf allgemein bekannt ist. Der Rennsteiglauf ist eine wirklich gut organisierte Veranstaltung, die Jahr für Jahr viele Läufer anzieht. Ich kann nun auch verstehen warum.

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RS 12Allein schon die tolle Landschaft ist es wert, dort einmal mitzulaufen. Jetzt ist dieser Tag nun aber auch schon wieder Geschichte.

Angemeldet war ich ja schon seit Dezember und dann war Tag X dann auch schon da.

Die Vorbereitung auf den Lauf war durchwachsen. Höhenmeter hatte ich kaum trainiert. Hinzu kamen einige Erkältungen, die die Vorbereitung behindert hatten.

Meinen Start bei der Harzquerung hatte ich kurzfristig abgesagt, weil ich befürchtet hatte, danach wieder eine Erkältung zu bekommen. Und wie das immer so ist – die Erkältung bekam ich trotzdem. Eine Woche vorher.

Bin dann ein paar Tage gar nicht mehr gelaufen, um zur Ruhe zu kommen. Letzte Woche dann wieder gestartet und ein paar km gesammelt. Mir ging es zum Glück wieder deutlich besser und mir war klar, dass ich auf jeden Fall starten würde. Man hatte 12 Stunden Zeit und das schien machbar.

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Und dann ging es am Freitag auch schon los Richtung Eisenach. Privat hatte ich einiges umdisponiert und konnte jetzt zusammen mit meiner Tante und meinem Onkel fahren. Meine Tante ist selbst auch gestartet.

Wir brauchten uns so also um nichts weiter kümmern. Mein Onkel hat alles geregelt mit Gepäck usw. Am Freitag haben wir dann die Startunterlagen abgeholt und waren abends noch zum Kloßessen. Ich war schon zu dem Zeitpunkt ziemlich nervös.

Abends sind wir früh ins Bett gegangen, aber an Schlaf war kaum zu denken. Ich habe immer wieder auf die Uhr geschaut und nur oberflächlich geschlafen. Egal, es ist wie es ist. Um vier Uhr sind wir aufgestanden. Ab fünf Uhr gab es Frühstück und dann ging es schon bald zum Startbereich.

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Dort wurden noch ein paar Fotos gemacht und ich habe kurz ein paar Mitglieder von der LGU kennengelernt. Mehr Zeit war einfach nicht. Die Stimmung am Marktplatz war toll. Man hat die Aufregung förmlich gespürt. Viel gesagt hab ich dann nicht mehr, war ich doch eher mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. Aber dann ging es auch schon los…. ;-)

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Von meiner Tante wusste ich, dass es kurz nach dem Start erst mal bergauf geht. Und so war es dann auch. Mein Plan war, die Antiege schnell hoch zu gehen und bergab immer zu laufen. So hab ich gehofft, möglichst weit gut durchzukommen. Der Plan ging bis zum Schluss auf!

Auf den ersten 25 km dachte ich trotzdem, ich bin im falschen Film. Noch nie bin ich so viel bergauf unterwegs gewesen. Am Vorabend hatten wir schon das Hotel für nächstes Jahr reserviert, auf den ersten 10 km wollte ich das schon wieder stornieren ;-)

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Aber was soll ich sagen, man gewöhnt sich an alles und so hab ich dann km für km weitergemacht. Die Landschaft war so schön, die Aussicht richtig toll. Ich hab das einfach genossen. Hab nicht zu sehr an die Anstiege gedacht, ich war ja nicht allein. Viele andere Läufer hatten ja auch zu kämpfen. Als der Inselsberg erreicht war, hab ich mich schon mal sehr gefreut.

Kurz danach hatte mein Onkel gewartet. Dort dann kurz erzählt, was getrunken, Cap aufgesetzt und dann weiter gelaufen. Ich habe jeden Verpflegungspunkt (VP)mitgenommen. Dort immer getrunken und an den größeren VPs auch immer etwas gegessen.

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Eine kleine 250 ml Trinkflasche hatte ich auch dabei, so dass ich immer versorgt war. Die VPs waren super ausgestattet und alle waren dort sehr freundlich und hatten ein paar nette Worte für die Läufer übrig. Das fand ich klasse. Irgendwann bin ich bei der zweiten Zeitmessung angekommen. Und war dort immer noch guter Dinge.

Die Strecke wurde danach allerdings nicht einfacher und ich musste acht geben, mir meine Kräfte weiterhin gut ein zu teilen. Wichtig war für mich, dass ich in Oberhof nicht rausgenommen werden, weil ich das Ziel sonst nicht im Zeitlimit erreiche. Auch das hat geklappt und ab da waren es nur noch 20 km. Ich hab dann für mich immer gerechnet. Selbst, wenn ich nur noch gegangen wäre, hätte ich das Ziel rechtzeitig erreicht!

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Es ist wie so oft, ab 40 km konnte ich wieder besser laufen. Da macht mir das alles nichts mehr aus. Selbst die Anstiege gingen relativ locker vorbei. Manchmal bin ich schneller gegangen, als mancher gelaufen ist. Bergab war ein Segen für meine Beine und die letzten 10 km ging es ja auch fast nur noch bergab. Da konnte ich auch noch gut laufen.

Das Ziel war nun sehr nah. Und dann kam auch schon die Zielgerade; man wird namentlich genannt, bevor man über die Ziellinie läuft. Das war für mich ein großartiger Moment und man denkt nur noch, noch ein paar Meter und dann hast du es tatsächlich geschafft.

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Im Ziel bekam ich dann meine Medaille und auch das schicke Shirt konnte ich abholen. Ans Aufgeben hab ich zu keinem Zeitpunkt gedacht. Ich hatte auch keinen mentalen oder körperlichen Einbruch. Vielleicht habe ich an diesem Tag alles richtig gemacht. Ankommen war mein Hauptziel, ein kleines Wunschziel war eine Zeit unter 10 Stunden. Es sind nur wenige Minuten mehr geworden und darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Für mich war ein Lauf dieser Art absolut Neuland, schon allein wegen der vielen Höhenmeter. Aber ich fand es toll und das Zimmer für nächstes Jahr ist natürlich nicht storniert.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – auch wenn dieser größtenteils bergauf geht ;-)

Text: Steffi Reuter, Bilder Steffi Reuter und Cathrin Haake, 22.05.2019

Am Samstag fanden ebenfalls die traditionsreichen Läufe auf dem Rennsteig statt und selbstverständlich waren ein paar von uns am Start.

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Von links: Steffi Reuter, Stephan Finster, Franz Faller, Falk Sittner, Klaus Haake, Sylvia Faller, Hans-Dieter Jancker und Franz Berger.

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Hilmar Gärtner Stephan Finster, Hans-Dieter Jancker und Klaus Haake.

War gar nicht so einfach, sich zu finden, denn immerhin standen über 2000 Starter am frühen Morgen auf dem Marktplatz in Eisenach. Letztendlich schafften es 360 Frauen in der vorgegebenen Zeit auf eigenen Beinen ins Ziel. Darunter:

Platz Zeit Name   MW AK AK-Platz
144 09:24:28 Faller Sylvia W 50 28
221 10:06:50 Reuter Steffi W 40 31

Die Ergebnisliste der Männer weist 1520 Finisher aus. Unter LG Ultralauf waren diese Herren dabei:

Platz Zeit Name   MW AK AK-Platz
15 06:01:37 Meinke Markus M 40 3
87 06:53:13 Jancker Hans-Dieter M 65 1
147 07:15:45 Sittner Falk M 35 37
198 07:27:41 Finster Stephan M 50 19
298 07:44:48 Haake Klaus M 50 49
627 08:37:14 Gärtner Hilmar M 50 134
729 08:48:33 Berger Franz M 50 154
869 09:08:20 Müller Michael M 35 130
971 09:24:32 Faller Franz M 45 173
1309 10:23:54 Petry Michael M 50 281

RS MarkusUnsere Rakete Markus Meinke konnte sich in diesem Top-besetzten Feld auf Platz 15 der Gesamtwertung und den dritten Platz seiner Altersklasse platzieren. Da haben sich die vielen Trainingskilometer im Siebengebirge mit ähnlichem Profil gelohnt, auch wenn die Podestplätze noch einmal eine halbe Stunde entfernt lagen - nächstes Jahr dann...

Er konnte mit dieser Leistung bei seiner dritten Teilnahme seine Bestzeit noch einmal um 27 Minuten verbessern.

RS HD

Hans-Dieter Jancker konnte einmal mehr seine Altersklasse gewinnen. Laut DUV-Statistik ist es bereits seine 18. Teilnahme. Zum ersten Mal stand er 1988 am Start des Supermarathons.

RS Franz

Franz Faller stand zwar nicht auf dem Podest, aber immerhin frohen Mutes mit Medaille im Ziel. Der Sturz scheint harmlos gewesen zu sein - zumindest blieb das Shirt sauber.

Die wunderbaren Fotos haben wir Cathrin Haake zu verdanken, der Text ist von Michael Irrgang, 19.05.2019

 

12:15 Uhr - Geschafft!

Das Rennen ist zu Ende. Aktuell werden die Restmeter vermessen und erfasst. Danach wird es die offiziellen Endergebnisse geben. Bei dem ein oder anderen könnte noch 1 km dazukommen. Hier der aktuelle Endstand ohne Restmeter:

Pos Name AG Verein km
1. Sorokin, Aleksandr M35 Begimo klubas 271,620 km
2. Lux, Christoph M40 TG Viktoria Augsburg 252,670 km
5. Tuna, Manuel M50 TSG Helberhausen 223,613 km
6. Ton, Leonie W40 AV 56 219,822 km
54. Ploch, Elisabeth W35 LG Ultralauf 112,438 km
55. Kempken, Werner M60 LG Ultralauf 112,438 km
58. Bauer, Edda W75 LG Ultralauf 107,384 km
62. Jedele, Ursula W65 LG Ultralauf 104,858 km
67. Gakstatter, Jonathan M LG Ultralauf 101,068 km

Aleksandr Sorokin mit mit neuer PB überlegen gewonnen. Christoph Lux hat in Mörfelden bei der 6h-DM seine super Form und Vorbereitung auf diesen Wettkampf angedeutet und nun eindrucksvoll bestätigt. Manuel Tuna hat sich bewundernswert in die Endphase reingehangen und immerhin seine Altersklasse gewonnen. Der Frauensieg geht an Leonie Ton, die in Basel ihren ersten 24er gelaufen ist und ihre Klasse gezeigt hat. Sie ist bei der 100km DM in Rheine 2018 niederländischen Rekord gelaufen.

Einer unserer jüngsten Vereinsmitglieder Jonathan Gakstatter ist super konzentriert in das Rennen gestartet, bekam dann Schwierigkeiten und brach das Rennen nach 100km ab. Wirklich schade. So überließ er die Vereinswertung Elisabeth Ploch, die wieder ein ganz tolles Rennen ohne Durchhänger gezeigt hat. Mal sehen, ob Werner sie noch über die Restmeter überholen kann. Werner hat die nächtliche Pause gut getan und ist am Sonntag tolle Rundenzeiten gelaufen. War ein super Training, auf das man aufbauen kann. Edda Bauer hat ebenfalls ein tolles Finish hingelegt und konnte die letzten Stunden noch einmal deutlich zulegen. Ursula Jedele lief, bzw. ging recht konstante Zeiten und hat die 100 km ebenfalls locker geschafft.

In der Spitze konnten wir ein spannendes Rennen verfolgen. Nele Alder-Baerens lief (vermutlich) Deutschen 12h-Rekord und AK-Weltrekord, vielleicht sogar einen deutschen 100-Meilenrekord. Christoph hat sich eindrucksvoll für die Weltmeisterschaft im September empfohlen, die anderen WM-Anwärter haben anfangs gezeigt, was sie können, dürfen gerne bei der DM im August in Bottrop zeigen, dass sie 24h auch beständig durchlaufen können, was auf dem Niveau wirklich eine schwierige Aufgabe ist. Allen die ihr Ziel nicht erreicht haben, wünsche ich einen schnellen Frustabbau und viel Erfolg beim nächsten Mal. Glückwünsche an alle, die die gesamten 24h auf der Strecke geblieben sind.

10:05 - Elisabeth ist happy

Schön, wenn man bereits weit vor dem Ende sein Ziel erreicht hat:

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Wenn man magische Grenzen überschritten hat, so bekommt man bei den SCMT-Veranstaltungen eine Fahne, die man dann mit auf die nächste Runde nehmen darf. Die respektvolle Anteilnahme aller Mitläufer und Betreuer ist einem sicher. Eine sehr schöne Geste. Das Bild zeigt Elisabeth Ploch mit der 100km-Fahne.

9:35 - Endspurt?

Pos Name AG Verein km
1. Sorokin, Aleksandr M35 Begimo klubas 247,616 km
2. Lux, Christoph M40 TG Viktoria Augsburg 228,666 km
3. Horčička, Jiří M35 ČAU / Ostřetín 213,506 km
4. Lundgren, Tobias M45 Running Holland 205,926 km
5. Tuna, Manuel M50 TSG Helberhausen 202,136 km
55. Ploch, Elisabeth W35 LG Ultralauf 102,331 km
57. Gakstatter, Jonathan M LG Ultralauf 101,068 km
64. Jedele, Ursula W65 LG Ultralauf 96,014 km
65. Kempken, Werner M60 LG Ultralauf 96,014 km
67. Bauer, Edda W75 LG Ultralauf 92,224 km

Die Daten sind von 9:30 Uhr, also 2,5 h vor Rennende. In der Spitze ziehen Aleksandr und Christoph beeindruckend ihr Ding durch, Manuel läuft wieder etwas konstantere, schnellere Rundenzeiten, auch die LG Ultralaufstarter werden die zuletzt veröffentlichte Prognose wohl übertreffen. Die Prognose basierte auf der Laufgeschwindig, die ca von 6 bis 7 Uhr gelaufen wurde. Elisabeth hat sich jetzt an die Spitze der kleinen Vereinsgruppe gesetzt. Der Wettterbericht sagt für Basel aktuell 14 Grad bei leichtem Regen. Mit trockenen Socken sollte das Wetter ok sein. Wer noch Kräfte hat, mobilisiert sie jetzt. Überraschungen erwarte ich jetzt keine mehr.

7:45 Uhr - Die Nachte brachte eine Voreintscheidung (Update)

Pos Name km 10,1k min/km D min/km Prog km
1. Sorokin, Aleksandr 224,876 km 59:16 5:52 5:06 274,33
2. Lux, Christoph 204,662 km 56:33 5:36 5:36 256,50
3. Horčička, Jiří 190,765 km 1:04:54 6:25 5:59 235,92
4. Lundgren, Tobias 184,449 km 1:05:31 6:29 6:11 229,18
6. Tuna, Manuel 181,922 km 1:15:18 7:27 6:18 220,85
47. Gakstatter, Jonathan 101,068 km        
58. Ploch, Elisabeth 93,487 km 2:43:54 16:13 12:19 111,37
65. Jedele, Ursula 85,907 km 2:19:47 13:50 13:14 106,88
68. Bauer, Edda 79,591 km 2:43:10 16:09 14:11 97,55
69. Kempken, Werner 78,327 km 1:21:17 8:03 14:17 114,39

Nach 18 Stunden ist die Nacht und damit der 2. Teil des Rennens beendet. Die Daten habe ich um 7:10  Uhr kopiert und ein wenig analysiert. Dabei habe ich mir wieder die letzten 8 Runden angeschaut und das Tempo der letzten 10km ermittelt. Je näher es an dem Durchschnittstempo liegt, desto mehr konnte der Läufer/die Läuferin ihr Tempo halten. Christoph Lux hält phänomenal sein Tempo und schickt sich an, ggf. über 250km zu laufen! Aleksandr Sorokin aus Litauen, der 2017 den Spartathlon in 22 h gewann und bei der letzten 24h EM mit knapp 261 km den dritten Platz belegte ist Kurs auf eine phänomenale Bestleistung, auch wenn er dafür bekannt ist, gegen Ende stets einzubrechen. Tobias Lundgren, der Schwede aus Amsterdam hat 2017 beim BUF den 6h-Lauf gewonnen und hält immer noch den Streckenrekord. Seine Bestleistung im 24h-Lauf liegt bei 222 km.

Für Manuel Tuna liegt im Bereich 220km. Seine Bestleistung von 231km, die er bei der letzten DM in Bottrop gelaufen ist, ist nicht gefährdet.

Jonathan hat offensichtlich sein Rennen nach 101km beendet. Schadet. Elisabeth und Ursula sind ohne Pause die ganze Nacht auf der Strecke geblieben und haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten bisher eine tolle Leistung gezeigt. Sie werden ggf. die 110km schaffen. Edda hat in der Nacht drei Stunden pausiert, ist aber wieder unterwegs und Werner hat sich sogar eine fünfstündige Pause gegönnt, ist aber jetzt recht flott unterwegs und kann die 120 km schaffen.

Die Prognose basiert auf der Annahme, dass das Tempo der letzten 10 km die restliche Zeit gehalten werden kann. Üblicherweise ist die Prognose etwas zu optimistisch.

00:20 Uhr - Halbzeit

Pos Name Verein Runden km Pos6 Pos9
1. Sorokin, Aleksandr Begimo klubas 119 150,338 km 1. 1.
2. Alder-Baerens, Nele Ultrasportclub Marburg 117 147,811 km 2. 2.
3. Stocks, Michael London Heathside 113 142,758 km 3. 3.
4. Lux, Christoph TG Viktoria Augsburg 105 132,651 km 5. 4.
7. Tuna, Manuel TSG Helberhausen 98 123,808 km 6. 7.
11. Heiner, Jörg (Jo) SG Wenden 95 120,018 km 4. 5.
12. Gonzalez Popoca, Giovani LG Passau 94 118,754 km 8. 10.
25. Gakstatter, Jonathan LG Ultralauf 80 101,068 km 23. 24.
69. Ploch, Elisabeth LG Ultralauf 52 65,694 km 74. 71.
72. Kempken, Werner LG Ultralauf 50 63,167 km 67. 76.
74. Bauer, Edda LG Ultralauf 48 60,640 km 75. 72.
77. Jedele, Ursula LG Ultralauf 45 56,850 km 81. 78.

Halbzeit! 12h sind rum. Wenn es gut läuft, ist das Tempo etwa 20 bis 30 Sekunden langsamer geworden als am Anfang, manche Experten halten ihr Tempo. Wenn es gut läuft, schafft man in der zweiten Hälfte 10 km weniger als in der ersten Hälfte, statistisch brechen die meisten Leute aber mehr ein, weils sie schlicht zu optimistisch beginnen, daher kann man nun schon erste, vorsichtige Prognosen wagen. Allerdings ist Vorsicht geboten. In Basel ist es empfindlich kalt geworden und in Kürze wird der angekündigte kurze, aber heftige Regenschauer erwartet. So ein Ereignis kann das persönliche Empfinden sehr stören.

Aber schauen wir einmal auf die Ergebnisse. Nele hat den deutschen Rekord geschafft. Wie mir Ralf Weiß gerade telefonisch versicherte, wird es eine offizielle, bestenlistenfähige 12h-Zwischenergebnisliste geben und der Rekord wohl anerkannt. Vermutlich hat sie auch einen AK-Weltrekord erzielt. In der IAU-Liste vom 19.2. steht der Rekord in der W40 seit 2016 bei 142 km. Herzlichen Glückwunsch. 

Christoph Lux ist auf Kurs 250 km, Manuel Tuna wird wohl eher im Bereich 230 bis 235 landen, Jörg Heiner ist umgeknickt und hat schon eine längere Massage hinter sich, läuft aktuell aber wieder rund, eine Prognose ist allerdings schwer, aber er könnte durchaus auch in den Bereich 230+ landen.

Jonathan läuft nicht mehr so planmäßig, wie zu Beginn, hatte in der 57 Runde eine längere Pause gemacht, anschließend läuft er etwas ungleichmäßig. Elisabeth wächst am heutigen Tag über sich hinaus. Hatte sie im Vorfeld eher bescheiden ihr Ziel bei 60 km gesetzt, so hat sie diese Leistung bereits zur Hälfte locker überschritten. Werner, Edda und Ursula kämpfen, um die 100 km zu schaffen.

22:08 Uhr Deutscher Rekord?

Gerade kam über Facebook die Frage, ob Nele überhaupt Deutschen Rekord laufen kann und wo er steht. Die zweite Frage ist einfach: Der aktuelle Deutsche Rekord ist von August 2000 und wird von Anke Drescher, die für Hanau Rodenbach startet, gehalten und liegt bei 137,964 Kilometer. Der 12h-Lauf ist recht unbeliebt und wird von Spitzensportler eher gemieden, da die 100km-Disziplin und der 24h-Lauf DM- und WM-Dispzilnen sind. Warum sollte man also 12h laufen? Auch 100 Meilen scheinen attraktiver zu sein, glaubt man die Zahl der Finisher auf den einzelnen Strecken.

2 Stunden vor Schluss hat Nele etwa 127 km auf dem Tacho und deutet eine Leistung von etwa 150 km an. Aber wird die Leistung als Bestleistung anerkannt? Dazu gibt es auf der Statistikseite ein paar Hinweise. Fraglich ist es insofern, als dass der 12h in Basel ja erst um 0 Uhr gestartet wird und es in den bisherigen Austragungen in Basel im 24h-Lauf noch nie eine offizielle 12h-Durchgangswertung gibt.

Die Regularien sind recht simpel und kann man unter den FAQs auf der DUV-Seite nachlesen: http://statistik.d-u-v.org/faq.php#Rankings

Das Problem ist, dass "der Lauf" ja ein 24h-Lauf ist. Dieser erfüllt die Kriterien mit Sicherheit, aber eine Zwischenzeit? Zwischenzeiten können bestenlistenfähig sein. In Basel würde man dann die sicher gelaufene Strecke ohne Restmeter nehmen, also nur die vollen Runden nach 12h nehmen. Allerdings steht von einer Zwischenzeit nichts in der Ausschreibung und eine offizielle 12h-Zwischenergebnisliste hat es bisher noch nicht ergeben. Aber in der Ausschreibung steht auch eine Rundenlänge von 1,1101 km und laut Zeitmessung ist diese 1,26335 km lang. Das ist alles ein wenig undurchsichtig, sorry liebe Veranstalter. Aber ich bin mir total sicher, dass Nele das mit den DUV-Statistikern und dem Veranstalter abgeklärt hat, denn das Ziel ist seit Monaten vorbereitet. 

Spannend ist die Frage, ob sie weiterlaufen wird. Denkbar ist, dass sie nach einer Pause, sich "ausläuft". Sollte sich nach 12h tatsächlich 150 km gelaufen sein, sind die 200km doch nicht mehr weit. Mal sehen. Aaber, wenn sie sich jetzt voll verausgabt, hätte ich volles Verständnis, dass sich am nächsten Tag nicht mehr als 10 km auslaufen will. Wir werden das beobachten!

21:23 Uhr - Erste Probleme deuten sich an

Um 21 Uhr gab es folgenden Zwischenstand.

Pos Name km 10,1k min/km D min/km
1. Sorokin, Aleksandr 117,491 km 49:40 4:55 4:36
2. Alder-Baerens, Nele 116,228 km 53:20 5:17 4:39
3. Stocks, Michael 112,438 km 51:00 5:03 4:48
4. Lux, Christoph 102,331 km 53:39 5:18 5:17
5. Heiner, Jörg (Jo) 99,804 km 1:03:16 6:16 5:25
7. Tuna, Manuel 97,278 km 1:00:32 5:59 5:33
10. Gonzalez Popoca, Giovani 94,751 km 1:12:31 7:10 5:42
24. Gakstatter, Jonathan 84,644 km 1:07:46 6:42 6:23
71. Ploch, Elisabeth 51,797 km 1:58:40 11:44 10:26
72. Bauer, Edda 50,534 km 1:57:20 11:37 10:41
76. Kempken, Werner 46,743 km 3:58:40 23:37 11:33
78. Jedele, Ursula 42,953 km 2:02:11 12:05 12:34

Interessant sind vielleicht die letzten 3 Spalten, die ich aus den Rundenzeiten berechnet habe. Die Spalte 10,1k bedeudet die Zeit der letzten 8 Runden, was einer Länger von  10,1 km entspricht. Die Spalte daneben ist das Tempo der letzen 10k in min/km. Das ist also etwa das Tempo, mit dem die Athleten zurzeit unterwegs sind. In der letzten Spalte befindet sich die Durchschnittsgeschwindigkeit über die Gesamtdistanz. Ist die Differenz sehr groß, so zeigt dies, das der Läufer/die Läuferin entsprechend langsamer geworden ist. Bei Giovani aus Passau sieht es aktuell nicht gut aus. Er hat keine Pause gemacht, sonders ist aktuell wirklich langsam unterwegs. Daumen sind gedrückt, dass er dieses Tief überwindet. Bei Jonathan sieht es so aus, als würde er jede 10. Runde gehen. Das scheint ein guter Plan zu sein. Ansonsten begeistert Chrisoph durch ein bisher konstantes Tempo.  

18:29 Uhr - Das erste Viertel ist rum

Pos Name AG Verein Runden km Rd 9/10 Rd akt min/km
1. Sorokin, Aleksandr M35 Begimo klubas 66 83,381 km 5:31 5:54 4:40
2. Alder-Baerens, Nele W40 Ultrasportclub Marburg 66 83,381 km 5:26 6:09 4:52
3. Stocks, Michael M50 London Heathside 62 78,327 km 5:51 6:03 4:47
4. Heiner, Jörg (Jo) M45 SG Wenden 57 72,010 km 6:12 7:05 5:37
5. Lux, Christoph M40 TG Viktoria Augsburg 56 70,747 km 6:39 6:33 5:11
6. Tuna, Manuel M50 TSG Helberhausen 55 69,484 km 6:12 7:33 5:59
8. Gonzalez Popoca, Giovani M35 LG Passau 55 69,484 km 6:37 6:50 5:25
23. Gakstatter, Jonathan M LG Ultralauf 49 61,904 km 7:28 7:17 5:46
67. Kempken, Werner M60 LG Ultralauf 33 41,690 km 9:21 10:34 8:22
74. Ploch, Elisabeth W35 LG Ultralauf 29 36,637 km 11:31 15:17 12:06
75. Bauer, Edda W75 LG Ultralauf 29 36,637 km 10:33 13:20 10:33
81. Jedele, Ursula W65 LG Ultralauf 23 29,057 km 15:39 15:27 12:14

B2 1Die Daten wurden um 18:15 kopiert, also etwa nach 6h und 15 Minuten.

Nele hat zwar die Führung der Gesamtwertung abgegeben, liegt aber voll auf Kurs. Ich habe einmal die Rundenzeiten der 10. Runde der letzten Rundenzeit gegenübergestellt. Dort, wo es einen Ausreißer gab, habe ich die Runde davor genommen.

Konstante Rundenzeiten laufen Christoph Lux und auch Jonathan Gakstatter. Jonathan hat auch die erste Runde in 7:20 hingelegt und pendelt meist um plusminus5 Sekunden um diese Marke. Bis jetzt ist er noch nicht langsamer geworden. Gleiches gilt für Christoph. Bei den anderen gibt es doch größere Schwankungen, die ich mir aktuell aus der Distanz nicht erklären kann. Für die WM-Norm, die für die Männer bei 238 km liegt, wäre ein Anfangstempo von 5:30 min/kmvöllig ausreichend. 

 

17:24 Uhr - Erste Auswertungen

In Basel findet aktuell der erste wichtige 24h-Lauf in Europa statt und einige Spitzenläufer testen ihre Frühform. Aus deutscher Sicht ist das Rennen recht spannend, da Nele Aler-Baerens ihre Fußverletzung, die sie in Störitz noch massiv behindert und Start bei der 6h-DM in Mörfelden verhindert hatte, ist angetreten, die Deutsche Bestleistung über 12h anzugreifen. Gleich 4 Männer, alles hervorragende 100km-Läufer versuchen die WM-Norm anzugreifen, um sich für die WM im Herbst zu qualifizieren. Und dann ist da noch ein Team der LG Ultralauf vor Ort. Alles tolle Leute, die ich euch in den nächsten Beiträgen sicher ein wenig vorstellen werde. Und vom Rennsteiglauf werde ich auch gleich einen Kurzbericht schreiben. Schaut also immer mal wieder in diesen Artikel. Im Titel steht immer eine Nr. des Updates.

B1 1

Elisabeth Ploch am Vortag bei der mentalen Vorbereitung. Sie reiste bereits am Freitag an. Sich auf dem Kinderspielplatz ein wenig Austoben, Vorfreude aufbauen und gut gelaunt und optimistisch den Wettkampftag beginnen sind sehr wichtig für ein gutes Ergebnis. Perfekt.

B1 2

Werner Kempgen, Ursula Jedele, Elisabeth Ploch und Edda Bauer. Edda Bauer? Also mit dieser Überraschung hätte ich nie gerechnet. Sie ist gerade erst aus Ungarn zurückgekehrt, wo sie 6 Tage am Stück lief und mit einer unglaublichen Energieleistung und Konstanz, Runde um Runde, Kilometer für Kilometer abgespult hat. In Summe hat sie den Deutschen Rekord pulverisiert. Vermutlich wäre ich drei Wochen von der Couch nicht mehr aufgestanden und hätte tagelang geschlafen. Aber Edda? Nun möchte ich noch erwähnen, dass unsere Meisterin im Herbst 75 Jahre alt wird. Nun, mal sehen, was sie hier zeigen wird. Kaum vorstellbar, dass sie die Nacht durchläuft. Vielleicht will sie nur das Team ein wenig durch ihre Präsenz unterstützen. Vielen Dank dafür.

B1 3

Ursula und Elisabeth nehmen Jonathan Gakstatter in ihre Mitte. Nach einem Bänderriss im Frühjahr hat er gut trainiert und sich etwas vorgenommen.

Stand um 16:35 Uhr

Pos Name AG Verein km
1. Alder-Baerens, Nele W40 Ultrasportclub Marburg 56,850 km
2. Sorokin, Aleksandr M35 Begimo klubas 55,587 km
3. Stocks, Michael M50 London Heathside 53,060 km
4. Heiner, Jörg (Jo) M45 SG Wenden 49,270 km
5. Tuna, Manuel M50 TSG Helberhausen 49,270 km
6. Lux, Christoph M40 TG Viktoria Augsburg 48,007 km
7. Gonzalez Popoca, Giovani M35 LG Passau 48,007 km
25. Gakstatter, Jonathan M LG Ultralauf 41,690 km
62. Kempken, Werner M60 LG Ultralauf 30,320 km
70. Ploch, Elisabeth W35 LG Ultralauf 26,530 km
75. Bauer, Edda W75 LG Ultralauf 25,267 km
81. Jedele, Ursula W65 LG Ultralauf 20,213 km

Das Wetter ist übrigens schwülwarm, etwa 20 Grad. Für die Nacht gibt es eine Ankündigung eines kurzen, aber hefitigen Schauers. Mal sehen. Ich hoffe, dass ich gut mit einigen Betreuern vernetzt bin, um Bilder und Informationen aus erster Hand zu bekommen und hier weiterzugeben.

Die Bilder sind von Dina Bohm und Elisabeth Ploch.

Text: Michael Irrgang, 18.05.2019

 

 SAM 2494

Schluchtensteig, Mai 2019

Der Schluchtensteig ist immer wieder schön. Einen Teil davon, die Wutachschlucht, ist für viele bekannt. Auch wir als Läufer sind häufig mal in der Wutachschlucht unterwegs. Der Schluchtensteig selbst wird mit 120km und 3300 Hm angegeben und in 6 Etappen aufgeteilt. Dieser Steig beginnt in Stühlingen (an der Schweizer Grenze) und läuft bis Wehr und was dann? Man steht in Wehr und wie komme ich zurück? Fährt der Schluchtensteigbus und wann? Das ist offen. Somit habe ich mich entschlossen ,auch wenn es bisher nicht ganz gelungen ist, aber als Ziel bleibt: Den Hochrhein-Höhenweg von Wehr bis kurz vor Lauchringen zu benutzen und den Restweg auf Wegen von Komoot zu nehmen. Letztes Jahr habe ich den Einstieg dazu in Wehr nicht gefunden. Das Gebiet dort ist Bannwald und damit hat Komoot seine Schwierigkeiten. Es werden dann von Komoot Wege angezeigt, die längst schon verschwunden sind. Jetzt habe ich ihn gefunden, habe aber aus witterungsbedingten Gründen aufgegeben.

Freitagmorgen um 9 Uhr 30 ging es los. Bei trocknem kühlem Wetter lief ich los mit dem Handy und seinem Navi geführt von Komoot im Hintergrund. Beinahe die meisten Wanderer (die mit den großen Rucksäcken) hatten ein Kartenmaterial in den Händen. Nein, das möchte ich nicht will meine Hände frei haben. Lasse mir viel lieber die Strecke per Handy ansagen. Es lief gut bei dieser kühlen Witterung, ganz besonders vor Blumberg zum Buchenberg hoch. Der Schleifenbach-Wasserfall hat dieses Jahr den Namen verdient gegenüber letztem Jahr, als ich in diesem Becken gebadet hatte. Auch die Wutach konnte sich nicht am Wassermangel beklagen. sSe ist wieder die wilde stürmische Wutach. Dieses Wasserrauschen war beinahe zu 80% des Schluchtensteiges zu hören, obwohl das Wasser nicht immer zu sehen ist. Ganz oben kam das Rauschen des Waldes dazu. Bei der Wutachmühle am Kiosk schnell mal eine Bärlauch - Wurst verschlungen und weiter ging es wieder. Es dauerte nicht lange und der Regen setzte ein, mal schwach und dann wieder stark, aber damit war zu rechnen. Es ist immer wieder schön die Wutachschlucht durchzulaufen, auch die Haslachschlucht bevor es wieder hinaus geht ins freie Land. Hier trifft man dann gleich einmal auf Lenzkirch, wo ich mein Abendmahl einnahm bevor dann sich die Dunkelheit ankündigte.

Nach Lenzkirch ging es mal Ewigkeit nach oben, danach ging es dann über Fischbach nach unten nach Aha am Schluchsee. Über Muchenland führte der Weg weiter nach St. Blasien. Kurz vor St. Blasien geht es noch am Windberg-Wasserfall mit kräftigen Wasserrauschen vorbei. Ab St. Blasien nahm der Regen wieder kräftig zu. Die Sicht bei Regen und der Stirnlampe wurde immer unangenehmer der Atemnebel störte dabei gewaltig. Oben auf dem Lehenkopf hatte ich genug, der Sturm peitschte den Regen nur so ins Gesicht und der Wald rauschte als bäumte er noch mit letzter Kraft auf. Als ich den Aussichtsturm im Lichtkegel erfasste gab es für mich nichts anderes als hinein zu gehen, um dort zu schlafen mit der Hoffnung, dass dann sich wieder alles beruhigt hat. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei, als ich aufwachte. Meine Laufzeit von 2 Stunden schneller als 2018 war natürlich futsch. Aber was soll es, es war auf jeden Fall so besser. Der Regen war vorbei und der Wind kam meist nur sturmböenartig.

Inzwischen wurde es wieder hell, die Hochebene und das Hochtal um Ibach hat einen ganz besonderen Reiz. Nach dem Ibacher-Kreuz geht es dann durch die Hohwehrschlucht hinunter nach Todtmoos. Hier legte ich eine Frühstückspause ein, schließlich ist es bereits 9 Uhr morgens.

Die letzte Schlucht, die Wehratalschlucht, steht noch aus. Hier geht es nochmals ganz schön nach oben. Über 200m oben über dem rauschenden Wasser schlängelt sich der Weg am Wasser entlang. Es geht mal runter und auf der anderen Seite wieder heftig nach oben und dann am Ende runter zur Staumauer des Wehra-Stausees. Nach ein paar Kilometern kommt mit Wehr das Ende des Schluchtensteiges.

Für mich sollte das noch kein Ende bedeuten, will ich doch über den Hochrhein-Höhenweg wieder zurück nach Stühlingen. Diesmal hatte ich diesen Weg sofort gefunden und wieder ging es heftig nach oben. Umso weiter ich nach oben, kam umso unangenehmer wurde der Wind. Nein es war kein Wind mehr, das war schon Sturm. Vielleicht hätte ich mehr essen sollen, auf alle Fälle war ich fast zu leicht für dem Sturm. Konnte kaum noch gerade gehen; ans laufen war in der Höhe nicht mehr zu denken. Der Wald ächzte rauschte oder schrie er? Auf alle Fälle war ich bei so einer Witterung noch nie auf der Höhe und im Wald unterwegs.

Wenn in den Medien davon geschrieben wurde, dass jemand bei solcher Witterung im Wald erschlagen wurde, fragt man: Wie kann man nur bei der Witterung unterwegs sein? Selbst schuld! Und was macht man jetzt selbst? Nein jetzt ist Schluss! Es ist jetzt 18:15 Uhr. Wenn ich jetzt noch schnell hinunter laufe nach Säckingen, könnte ich den Zug nach Lauchringen noch erreichen.

Gedacht, getan. Mit dem Zug nach Lauchringen, dann mit dem Bus nach Stühlingen und mit dem Auto nach Hause. Es war außer der Witterung ein schöner Lauf, der nach Wiederholung schreit. Vorerst kommt mal kommendes Wochenende die 24 Std-Fernwanderung vom DAV.
Text und Bilder: Franz Holzleitner, 17.05.2019

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