Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

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25.-28.04.2019

Trainingslager, Zierenberg

8.6.2019
DM Ultratrail, Reichweiler

24./25.8.2019
DM 24h BUF, Bottrop

21.9.2019
100km, Kandel

(tw nicht offiziell)

 

Kilometerspiel:

Unser 1. Team in der 1. Liga

 

Unser 2. Team in der 3. Liga

 

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MOIN!

(heisst: „Guten Morgen!“, „Guten Tag.“ „Mahlzeit“, „Na, auch schon da?“ , „Wie geht´s?“ und weil die Norddeutsche Sprache, kurz, klar, kompakt ist, enthält der Bericht kein Gesabbel.

O - lendörp (altes Dorf), Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen.
L - auf von Lauffreunden für Lauffreunde.
D - ankeschön an alle für alles!!!
E - in erfolgreicher Trainingslauf für alle möglich.
N - ordlichter mit Charme.
D - er Gegenwind kommt immer von vorne – er formt den Charakter.
O - ha! Dat geit nich? Dat gifft dat nich! Sabbel nich – dat geit!
R - uhe und Gediegenheit. Bliev ruhig und mach vöran!
F - reude am Laufen für alle Altersstufen.
E - rster Platz AK 50 Helmut Schöne über 50 km, erster Platz AK 35 Elisabeth Ploch über 35 km, zweiter Platz AK 45 Ramona Franz über 30 km.
R - egen = ´nen büschen feuchte Luft.
L - ebenselexier der Norddeutschen: Wasser (im Glas, als Tee, die See, im Fluss oder von oben).
A - nfangstemperatur 4 Grad, Regen (Schietwedder beginnt erst bei Windstärke 12).
N - ´beten Grütt ünner deMütz is veel nütz, aver ´n groot Hart ünner de West is dat Best!
G - eniales Laufkonzept.
L - iebenswerte Laufkolleginnen und Laufkollegen – insgesamt 301 Personen.
A - lle Streckendistanzen waren möglich von 5 km bis 50 km.
U - nermüdlicher Einsatz der Helferinnen und Helfer.
F - aires Startgeld und Fairplay ganz groß geschrieben.

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Elisabeth und Helmut mit Urkunden und Pokale.

Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 29.01.2019

Senftenberg KatrinMein Interesse an einem Hallen-Ultra wurde mal von Christian Mohr geweckt. Monotonie beim Laufen macht mir nichts aus, ich laufe im Training gerne auf dem Laufband und mag am liebsten Rundenläufe; so war der 100km-Hallenultra in Senftenberg greifbar.
Aus der LGU waren Konrad Vogl und Fabian Benz mit dabei, jeder von uns mit anderen Voraussetzungen und Zielen.
Eine Runde betrug 250m mit zwei Steilkurven, die innerste Bahn konnte aber in der Ebene gelaufen werden. Der Tipp von anderen Läufern, zur Schonung der Beine wegen des Gefälles nicht in den Kurven zu überholen, war sehr hilfreich.
400 Runden auf ebenem und gedämpftem Hallenboden- für mich war das 100%iger Laufkomfort.
Das Laufen empfand ich keineswegs als monoton, sondern war für mich trotz der Anstrengung entspannend.
Nette fürsorgliche Mitmenschen, konstante Beschallung durch Musik und Kommentare, wechselnde Beleuchtungs- und Lichtverhältnisse in der Halle und gute Verpflegung trugen zu einer schönen Atmosphäre bei.
Für mich persönlich war es der kurzweiligste, entspannteste und schönste 100er, den ich bisher gelaufen bin. 
Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Lauf wegen mangelnder Teilnehmerzahlen im nächsten Jahr wieder stattfindet.
An dieser Stelle nochmal ein herzliches DANKESCHÖN an Konrad, der nach der Veranstaltung noch zwei Stunden auf mich gewartet hat!!
Text: Katrin Tüg-Hilbert, Bild: Archiv (BUF 2018/M. Irrgang), Logo: Veranstalter, 28.01.2018
Senftenberg Logo
Übrigens: Fabian setzte zwei Tage später noch einen drauf und lief neben den 100km am Freitag noch einmal 50km am Sonntag in der Halle.

Susanne Gölz gab einen tollen Enstand bei der LG Ultralauf und konnte ihren Titelgewinn vom Vorjahr wiederholen. Sie benötgite dabei für die 50 km 3:42:33 h. Sie lief die ersten 6 Runden absolut konstant Richtung einer Zielzeit von deutlich unter 3:40, musste aber in den letzten Runden etwas an Tempo rausnehmen und gewann letztendlich ungefährdet.

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Es ist immer wieder beeindruckend, welche Frühform und welchen Ehrgeiz manche Leute bereits zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahr entwickeln. Dennoch kommen viele der Teilnehner nach Rodgau, um viele Bekannte zu treffen und bei guter Betreuung einen längeren Trainings-Lauf zu absolvieren. Genau diese Mischung ist typisch für die 50km in Rodgau. Dieses Jahr stand die 20. Austragung an, die trotz Anmelderekord keinen Starterrekord verzeichnete, da die Wetterbindungen am frühen Morgen nicht ideal waren und daher vermutlich einige Gemeldete die Anreise scheuten.

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Wir waren zahlenmäßig mit der Trainingsgruppe Leistungsdiagnostik aus Freiburg etwa gleichauf und lieferten uns auch in den Mannschaftswertungen spannende Duelle. Unser Team auf dem obligatorischen Foto vor derm Start, auf dem traditionell ca 30 % fehlen, von links: Werner Kempken, Franz Faller, Klaus Haake, Sylvia Faller (vorne), Evi Piehlmeier (dahinter), Guido Piehlmeier, Stefan Daum, Jürgend Viedt, Peter Hübner, Hans-Dieter Jancker, Markus Meinke, Franz Holzleitner, Wolfgang Neuweiler, Dirk Bandowksi, Susanne Gölz und Michael Irrgang.

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Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Startschuss und sogleich setzte sich die große Läuferschar auf der 5km-Runde in Bewegung. Das Feld sortierte sich recht schnell und man konnte einigermaßen ungestört sein Tempo laufen. Problematish ist es höchstens für die Spitzenläufer, die wieder einmal ein unglaublich hohes Tempo wählten. Sie werden traditionell unterstützt durch einen Radfahrer, der ihnen eine freie Strecke ermöglicht. Bei den Herren entwickelte sich ein spannendes Duell zwischen dem 50km-Deutschen Meister Frank Merrbach und seinem jungen Herausforderer Jan Kerkmann, die mich Seite an Seite bereits in meiner zweiten Runde das erste Mal überrundeten. Am Ende sollte Jan in einer sehr guten Zeit von 3:01:44h knapp gewinnen. Susanne Gölz lief vom Start an ihr Tempo, dem keine andere Frau folgen konnte. Die Bedingungen waren erstaunlicherweise sehr gut, nachdem das Wetter deutlich besser war, als es Anfang der Woche noch prognostiziert wurde. Selbst das Stück im Wald war deutlich weniger matschig als erwartet. Auf dem Bild läuft Wolfgang Neuweiler, der sehr gut unterwegs war, aber das Rennen nach 40 km vorzeitig beendete.

Auch ich hatte mir vorgenommen, nur 35 km zu laufen, um unsere Besten im Ziel zu beglückwünschen und ein paar Gespräche zu führen.

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Das ist mir leider nicht ganz gelungen, denn Markus Meinke pulverisierte seine Bestzeit und lief bereits nach 3:29h zum letzten Mal über die Zeiterfassungsmatte. Am Ende bedeutete diese Leistung Platz 7 in der Gesamtwertung und Platz 2 in seiner Altersklasse. Der am Vorabend als "Sportler des Jahres" in der Kategorie "Senioren" gewählte Hans-Dieter Jancker lief eine unglaubliche 3:51h und unterstrich damit seine Ausnahmestellung. 

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Danach trudelten so etwa im 2-Minutentakt unsere Leute ins Ziel. Sylvia Faller und Dirk Bandowski sind schon kurz nach dem Zieleinlauf die Strapatzen nicht mehr anzusehen, wobei Sylvia knapp an ihrer Bestzeit herangelaufen ist und Dirk sie sogar um 4 Minuten unterbot.

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Guido Piehlmeier wurde direkt im Ziel von seiner Frau Evi mit einem Becher Tee empfangen.

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Noch vor Ende des Laufes ging es zum Bürgerhaus, wo die Ehrungen stattfanden. Zunächst wurden die Sieger des DUV-Cups 2018 geehrt, bei der wir einige topplatzierte Sportler hatten, bevor die Ehrung der Gesamtwertung, der Altersklassen und Mannschaften erfolgte. Als erste wurde Susanne auf die Bühne gerufen und ihr ein schöner Pokal überreicht.

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Mit einer sehr guten Zeit, die seit Jahren nicht mehr erzielt wurde, sicherten sich Susanne, Sylvia und Evi den ersten Platz der Frauenmannschaftswertung und verteidigten damit ebenfalls den Titel des Vorjahres. Zweites Frauenteam wurde die Mannschaft von Leistungsdiagnostik vor weiteren zwei Mannschaften.

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Komplettiert wurde unsere Männermannschaft durch Stefan Daum, dem nach einer ganzjährigen Laufpause in 2018 in Rodgau bei seiner elften Teilnahme ein beeindruckendes Comeback gelang. Stefan ist vermutlich das Vereinsmitglied mit den meisten Wettkampfkilometern für unsere LG und es ist sehr erfreulich, dass er wieder dabei ist. Das Team belegte bei starker Konkurrenz einen hervorragenden zweiten Platz hinter Leistungsdiagnostik, nachdem im Vorjahr Platz 3 erzielt wurde.

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Alle Läuferinnen und Läufer, die unter LG Ultralauf gestartet und 50 km geschafft haben.

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Schnellstes Vereinsmitglied war übrigens Thomas Klinkenberger, der als Trainer von Leistungsdiagnosik für "seine Trainingsgruppe" startete und mit einer Zeit von 3:25h den Grundstein für den Erfolg seiner Mannschaft legte. Insgesamt belegte er Platz 5 gesamt und Platz 1 in seiner Altersklasse.

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Bereits am Vorabend gab es die Mitgliederversammlung der DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung) mit Neuwahl des Präsidiums und verschiedene Ehrungen.

Bei dieser Gelegenheit konnte Hans-Dieter die verdiente Medaille für den Sportler des Jahres vom Ex-Präsidenten Günther Weitzer in Empfang nehmen. Später konnte unser Präsidiumsmitglied Evi für die Vizemeisterschaft der Ultramarathon-Bundesliga die Urkunde und den Geldpreis im Empfang nehmen, den wir wie üblich für die Jahresabschlussfeier einsetzen wollen. Den Pokal für den Bundesliga-Meister haben wir uns schon einmal ganz genau angeschaut.

Die wichtigsten Veränderungen im DUV-Präsidium sind neben der Rochade von Olaf Ilk zum Präsidenten und Günther Weitzer zum Vizepräsidenten die Neubesetzungen des Sportwartes durch Michael Sommer und der Öffentlichkeitsarbeit durch Annette Müller. Wir wünschen den engagierten Ehrenämtlern viel Freude und Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ideen und eine gute Zusammenarbeit, denn selbstverständlich unterstützen wir die DUV als größter Ultralaufverein und DUV-Förderstützpunkt so gut wir können, überwiegend im Sportausschuss.

Der neu gewählte DUV-Sportwart und zukünftige DLV-Ultramarathonberater Michael Sommer wird übrigens als Referent beim von uns organisierten DUV-Trainingslager mitwirken. Darüber freuen wir uns natürlich. Es ist durchaus mehr als eine Geste, denn die DUV möchte ja den Spitzen- und Breitensport gleichermaßen fördern und da erscheint es angemessen, neben den Nationalmannschaften, die ja eher eine Angelegenheit des DLVs sind, auch dem Nachwuchs und den interessierten Läuferinnen und Läufern eine gewisse Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Laufjahr hat in Rodgau hat für die DUV und die LG Ultralauf vielversprechend begonnen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 27.1.2019

Das Präsidium des DLV hat letzte Woche in einer turnusmäßigen Sitzung weitere Deutsche Meisterschaften vergeben. Darunter die DM über 24h an Bottrop zu unserem Bottroper Ultralauf Festival oder kurz BUF. Im Meisterschaftskalender des DLVs ist der Termin auch schon eingetragen!

DM Kalender

Die Entscheidung war allseits erwartet worden, da wir der einzige Bewerber waren. DLV-Ultramarathonberater Norbert Madry hatte uns um eine Bewerbung gebeten, der wir gerne nachgekommen sind. Denn es ist natürlich eine große Ehre, nachdem wir bereits im letzten Jahr die letzte und teilnehmerstärkste DUV-Meisterschaft ausgerichtet haben, nun auch die erste 24h-Meisterschaft unter DLV-Regie ausrichten zu dürfen.

In diesem Jahr beginnt eine neue Zeitrechnung, denn in diesem Jahr veranstaltet erstmalig der DLV neben der 100km-Meisterschaft weitere Ultralaufmeisterschaften, die sie von der DUV übernommen haben: 50km, Ultratrail und 24h-Lauf.

Dadurch ändern sich für den Ausrichter, aber insbesondere auch für die startwilligen Läufer einige Punkte, beispielsweise ist ein Startpass für die Teilnehmer erforderlich. Das ist einerseits ein kultureller Bruch, da viele Ultraläufer als Individualisten bewusst vereinslos sind. Um zukünftig an einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen, muss man erstens in einem Leichtathletik-Verein sein und zweitens einen Startpass haben. Schätzungsweise haben höchstens 10% der Ultraläufer einen Startpass, dabei ist der Anteil je nach Disziplin sehr unterschiedlich. Andererseits kann man sehr kurzfristig und unkompliziert einem Verein beitreten und einen Startpass beantragen. Dann ist man auch sofort startberechtigt.

Neben einem Unfallschutz bringt eine Vereinszugehörigkeit auch Gemeinschaft mit sich. Gerade im 24h-Lauf hilft ein guter Teamgeist über die unvermeidlichen Krisen hinwegzukommen und sich aus Motivationslöchern zu befreien. Man kämpft nicht nur für sich um eine gute Leistung, sondern mit weiteren Teammitglieder in der Mannschaftswertung um Platzierungen und mit allen aus dem Verein zusammen in der Ultramarathon Bundesliga um den Titel "Mannschaft des Tages" sowie um die Vereins-Meisterschaft.

Aber auch wer nicht an der Meisterschaft teilnehmen möchte, kann natürlich in Bottrop am 24h-Lauf teilnehmen. Die Meisterschaften sind traditionell die leistungsstärksten Veranstaltungen im Jahresverlauf und geprägt von einer sehr motivierenden Athmosphäre. Wir würden uns auf allen Leistungsebenen über viele Teilnehmer freuen, denn letztendlich ist unser Ultralauf Festival ein Fest, welches gleichermaßen von guten Leistungen als auch von der guten Stimmung geprägt ist. 

Wem die 24h partout nicht zusagen, der aber trotzdem der Veranstaltung aktiv beiwohnen will, kann auch bei dem Nacht-100km-Lauf sein Können zeigen oder sich mit dem 6h-Lauf begnügen. Wer einfach nur beobachten und schnuppern will, ist gut in er einer Staffel aufgehoben. 

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Zur Ausschreibung auf das Bild klicken. Die Meisterschaftsausschreibung kommt vom DLV und liegt zurzeit noch nicht vor.

Text und Bilder: Michael Irrgang (tw. Ausschnitt von der Homepage des DLVs), 18.01.2019

Das Wetter ist regnerisch, sehr kalt, grau in grau und meine Motivation zu laufen, leidet. Spätestens nach 2 h ist die Kleidung durchnässt und so entschied ich mich für eine andere Art von „Nässe“. Die Schuhe sind neu (nicht bequem und ausgelatscht) und der Winter viel zu lang. Das Grün an den Bäumen fehlt, die Sonne hat Urlaub und so beschloss ich, Alternativtraining zu machen.

Da ich mit 6 Jahren zum Schwimmen abgeschoben wurde, weil ich fürs Turnen zu groß war, verbrachte ich meine Kindheit bis zum 16ten Lebensjahr mehr oder weniger im Schwimmbecken, bevor ich zur Leichtathletik kam. Immer ein Bein im Schwimmbecken und ein Bein auf der Laufstrecke. Wenn ich das Laufen nicht mag, gehe ich schwimmen. Wenn mir das Schwimmbecken auf den Keks geht, weil es zu eintönig ist, die Luft stickig, dann gehe ich laufen. 

Zu den Regeln des 24 h Wettkampfes: 25 m Bahn – es mussten immer 100 m am Stück geschwommen werden, in einem eindeutigen Schwimmstil. Um eine Medaille zu bekommen, mussten miindestens 5000 m erschwommen werden (entspricht 200 Bahnen) und um einen Pokal zu bekommen, musste man eine der längsten Strecken erschwimmen (in der AK oder der Gesamtwertung). Als Hilfsmittel war nur eine Schwimmbrille zugelassen, die Badekappe wurde gestellt. Am Bahnende musste angeschlagen werden. Der Schwimmstil war frei wählbar, auch die Art der Bahnwende. Die No-Gos waren: sich der letzten Mahlzeit im Schwimmbecken zu entledigen, Kopfnüsse, Beintritte, Tunken, Ellenbogen auszuteilen, was manchmal beim Überholvorgang dennoch passieren kann, wenn jemand einem entgegen schwimmt. Es bedarf einiger Koordination und Rücksicht mit zu schwimmen und sein eigenes Tempo zu finden. Das Schwimmbad durfte in den 24 h nicht verlassen werden. Die Pausenversorgung ist selbst zu organisieren durch das Mitbringen von Speisen oder dem käuflichen Erwerb im Bistro der Therme.

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In Bad Liebenwerda (im Süden Brandenburgs) am 12 Januar 2019 angekommen – stolz, dass ich es dorthin nach 2h Fahrzeit geschafft hatte, bepackt wie ein Esel, begebe ich mich morgens in das Alternativ-Ultra-Abenteuer ohne zu wissen, dass ich auf einen Ultra-Laufkollegen treffen würde. Ultras finden sich überall und es können über 100 Leute da sein – man findet sich!!!! Zufall??? Vielleicht, weil Ultras so neugierig sind – wir waren beide im Schwimmbad in der Pause unterwegs um mal herauszufinden, was es da noch so gibt, außer einem Schwimmbecken. Wo kann man essen, wo kann man sich ausruhen, wo kann man noch planschen, wo sind die Erholungsecken und wo sind Gleichgesinnte? Ein Beutelchen immer dabei und so gesellte sich Volker Heine zu mir. Ich hatte zu jenem Zeitpunkt bereits 11,5 km hinter mir und er 12,5 km. Es war spät am Abend und die Nacht noch lang – eine gefühlte Ewigkeit. Im Schwimmbad war es laut und im Schwimmbecken kann man nicht quatschen, sich austauschen. Diese Dauersauna mit über 30 Grad, einer hohen Luftfeuchtigkeit begann anstrengend zu werden. Das Schwimmbecken wird gefühltermaßen, mit jedem Mal, wo man reinspringt – kälter. Objektiv: 28 Grad, doch man friert und so erwischte den Kollegen der Schüttelfrost und ich brauchte etwas zu essen. Im Wasser verliert man viel Flüssigkeit ohne es zu merken, weil man schwitzt und das Durstgefühl ist nicht da. Schweres Essen kann man nicht zu sich nehmen. Die Chloramine, der Wasserdruck, die sehr weiten Gefäße im Körper, die Nähte am Badeanzug begannen zu scheuern, die Haut begann aufzuquellen, also: P-A-U-S-E .

Das Ziel beim Schwimmen besteht darin, möglichst lange zu gleiten – leicht und elegant wie ein Fisch im Wasser. Nicht viel Energie einzusetzen und die gleichmäßigen Bewegungen mit einer maximalen Streckung in Harmonie zu bringen um mit wenig Atemzügen das nächste Bahnende zu erreichen. Die Körperspannung ist sehr wichtig und die Frage: „Wie schwimme ich?“ Welcher Stil, ist es rund, wie atme ich, greife ich genug nach vorne, stimmt der Arm-Rumpf-Winkel, paddeln die Füße gleichmäßig?

Man musste immer noch so viel Kraft haben um am Ende der Bahn aus dem Becken auszusteigen – nee, nicht querschwimmen um dann an der Leiter auszusteigen. Ist die Blase voll, dann muss man sich durchaus überlegen, ob man noch die 100 m schafft, wenn das Wasser auch noch auf den Körper einwirkt? Ich habe mir immer die 100 m unterschiedlich gestaltet: 2 Bahnen Kraulen, 1 Bahn Rücken, 1 Bahn Brust, oder 4 Bahnen Kraulen (hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten) oder ich schwamm 600 m Pyramide, immer im Gedanken, mein eigenes Tempo beizubehalten. Die Helfer von der Wasserwacht und der DRLG, die Aufsicht führten, waren sehr nett – gaben Rückmeldung über die geschwommene Strecke, so manch leises, aufmunterndes Wort oder auch mal ein: „Greif weiter vor.“ „Streck mal mehr die Knie.“ Und für die Tipps war ich sehr dankbar.

swim 02Meine Taktik bestand darin, dass ich sowohl tagsüber schwimmen wollte (11 km) und nachts (4 km) - meine Gesamtstrecke von 15 km habe ich in 4 Etappen absolviert. Heißt: 11 km in 3 Sessions und nachts 4 km am Stück. Nachts um 3 Uhr bin ich raus, hatte meine Starterkarte voll. Gestartet war ich mit dem Vorsatz, die Mindestdistanz von 5 km schaffen zu wollen um die Medaille zu bekommen. 10 km wären schon toll – zweistellig – das war in meinem Hinterkopf und geträumt habe ich von den 15 km, weil dann die Starterkarte voller Kreuzchen wäre, doch wer weiß schon beim Start, wie weit er kommt und v.a. weil ich nicht jede Woche 3-4 mal ins Schwimmbecken steige. Was bietet das Schwimmen für Vorzüge für Läufer? Das Vertrauen zum Wasser und die Koordination der Bewegungen führt dazu sehr effizient den Bewegungsablauf gestalten zu wollen. Das Brustbein bzw. der Oberkörper müssen geöffnet werden um gut zu atmen. Es trainiert die Kondition auf schonende Art, weil das Wasser für die Gelenke weitaus schonender ist als der Lauf auf hartem Asphaltboden. Mein Kollege hatte – ohne es mir zu sagen- einen ganz ähnlichen Plan und so kam es, dass wir viel Zeit hatten um zu plaudern über das Laufen. Wir zogen redlich viele Blicke auf uns, weil wir gute Laune hatten, unterwegs waren und sehr zufrieden mit dem persönlichen Ergebnis waren. Wir wussten noch nicht, dass es für eine sehr gute Endwertung reichen würde, doch wussten wir: wir halten die 24 h durch und wir werden nicht ins Krankenhaus abtransportiert mit Wasser in der Lunge oder einem Kreislaufversagen. Gummibärchen, Brausetabletten mit Magnesium, Plaudereien über die nächsten Läufe und so verging die Zeit.

Da vergisst man zwischendurch, dass einem eigentlich gar nicht zum Lachen hier ist, weil man übermüdet in einem lauten Gebäude ist, das von den klimatischen Verhältnissen dem tropischen Amazonas gleicht. Am Ende? Volker Heine erreichte den 3ten Platz in seiner AK mit 13,1 km und ich hatte die 15 km geschafft (600 Bahnen) und den 2ten Platz in meiner AK. Zur Siegerehrung gesellte sich der Ultraschwimmer Manfred aus Stuttgart zu uns. An dieser Stelle möchte ich Euch allen Mut machen, das Schwimmen auch mal auszuprobieren, denn oftmals durfte ich mir anhören: „Wenn ich gut schwimmen könnte, wäre ich Triathlet.“ „Ich habe schwimmen nicht als Kind gelernt und kann das nicht.“ Freunde, schwimmen kann jeder lernen, egal wie alt er oder sie ist und wenn ihr nicht wisst, wo – dann fragt mal auf den Wasserwachten nach oder bei der DRLG. Da sitzen Schwimmer mit Herz, deren Herzensanliegen es ist, den Menschen das Schwimmen beizubringen. Sie gestalten Schwimmveranstaltungen im Breitensport und freuen sich, wenn sie nicht nur „unter sich“ sind. Schwimmer sind etwas stiller, beobachten, aber wenn man fragt, bekommt man auch eine Antwort. Die Startgelder im Schwimmen sind sehr oft für caritative Zwecke. Egal ob Schwimmen, Turnen, Tanzen, Eislauf – habt Spaß und probiert im Training auch mal andere Sportarten aus, dann freut man sich umso mehr auf das Laufen und es hilft in Zeiten der Verletzung, sich abzulenken. Ich wünsche Euch allen einen guten Start in das Jahr 2019 und viel Freude beim Sport!!!

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Text und Bilder: Elisabeth Ploch, 15.01.2019

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