Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Bhutan, Etappenlauf, 6 Etappen, 200 km, +10.000 Hm, 26.-31.05.2019

Schon seit 5 Jahren hatte ich diesen Lauf auf meiner „wünsch-dir-was“ Liste. Leider standen dem immer berufliche Termine entgegen. Dieses Jahr passte es endlich und ich habe es nicht bereut!

Bhutan, das ist schon ein exotisches Ziel, besonders für einen Ultralauf. Das kleine buddhistischen Königreich liegt im Himalaja abgeschieden in bis zu 2500 Meter hohen Bergtälern zwischen Indien und China. Noch vor 60 Jahren war Bhutan eine verborgene Welt, zwischen dampfendem Dschungel im Süden und eisgekrönten Felszacken im Norden. Das letzte Königreich im Himalaja entzog sich erfolgreich den Errungenschaften der Moderne. Es gab Bergpfade, aber keine Straßen, um Handel mit anderen Ländern zu treiben. 1960 wurde die erste Straße von Indien nach Bhutan gebaut. 1982 wurde der Flughafen gebaut, 1999 bekam Bhutan Fernsehen – als letzter Staat der Erde.

 

Freitag 24.05.2019, Ankunft in Bhutan, Briefing und Race-Check’s

Schon die Anreise gestaltet sich nicht ganz einfach. Ich habe mich für die Anreise über Indien (Neu-Delhi) anstatt Nepal (Kathmandu) entschieden. Weil beide Flughäfen dafür bekannt sind, dass das aufgegebene Gepäck verschwindet oder erst viel später ankommt, hatte ich alles für den Lauf Wichtige am Körper und im Handgepäck. Aber es ging alles gut. Auf dem Flug von Indien nach Bhutan hatten wir einen atemberaubenden Blick auf den Mount Everest. Einfach spektakulär! Die Landung auf dem Flughafen Paro (einem der gefährlichsten Flughäfen der Welt) war „spannend“! Der Flughafen liegt auf einer Höhe von 2300 Metern über dem Meeresspiegel. Sehr nah vorbei an schrägen Felswänden des Himalaja-Gebirges und Wohnhäusern „kitzelte“ es die Nerven schon eine wenig! Start und Landung auf dem 1981 Meter langen Rollfeld gelten als besonders schwierig und deshalb dürfen hier nur acht speziell ausgebildete Piloten landen.

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Gemeinsam mit 15 anderen Läuferinnen und Läufern, die über Neu-Delhi angereist waren, wurde ich am Ausgang des kleinen Flughafengebäudes bereits erwartet. Mit einem Kleinbus wurden wir in einer ca. einstündigen Fahrt nach Thimphu der Hauptstadt von Bhutan in unser Start-Hotel gefahren. Um uns herum die majestätischen Berge des Himalajas! Ein erstes Gänsehautfeeling!

Hier fand die Akkreditierung, der Ausrüstungscheck sowie bei einem gemeinsamen Abendessen ein erstes Briefing statt. Schön war natürlich, einige Bekannte von anderen Läufen wieder zu sehen! Es gab viel zu erzählen.

 

Samstag 25.05.2019   Transfer ins erste Camp

Nach dem Frühstück ging es dann mit einigen Zwischenstopps Richtung Camp Nr. 1.

Über Serpentinen ging es mit den Bussen permanent zunächst hinauf und dann wieder hinab! So langsam konnte man ahnen, was in den nächsten Tagen läuferisch auf uns zukommen würde.
Ein erster Stopp war am Dorchula-Pass zwischen Thimphu und Punakha dem mit 3100 m höchsten Punkt unserer heutigen Fahrt. Der Pass wird geschmückt von kleinen Tempeln. Die 108 Stupas (Tempelhäuschen) wurden zum Andenken an die 108 in einem Kampf gegen indische Rebellen gefallenen Soldaten gebaut. Bei schönem Wetter hätte man von hier aus einen 360 Grad Blick auf den Himalaja! Leider lagen die Gipfel in den Wolken. Wieder ging es nun bergab bis zu einem kleinen Dorf, in dem wir auch zu Mittag aßen. Dieses war der Pilgerort für Paare mit Kinderwunsch, da sich hier Fruchtbarkeitstempel Bhutans befindet. Alles war mit Phallussymbolen, die als Figuren aufgehängt oder meterhoch an die Hauswände gemalt sind, geschmückt. Was für uns sehr skurril anmutet, ist für Bhutanesen nicht anstößig, sondern ein gutes Zeichen für Glück und Fruchtbarkeit. Weiter ging es dann zur Punakha Klosterfestung, dass größte und wohl eins der schönsten Kloster Bhutans.

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Hier war auch der Start der ersten Etappe! Nach der Besichtigung der Klosteranlage war es dann nur noch eine kurze Fahrt ins erste Lager. Die Zelte waren schon für uns aufgebaut und auch unser bhutanisches Versorgungs- und Beratungsteam hatte die Feldküche schon eingerichtet. Das bedarf vielleicht einer kurzen Erläuterung:

Es ist nicht erlaubt, auf eigene Faust durch Bhutan zu reisen. „Jeder Tourist benötigt ein Visum und das erhält er nur, wenn die Reise von einem registrierten bhutanischen Reiseunternehmen organisiert wird. Mindestens 250 US-Dollar sind pro Tag und Person zu kalkulieren. In diesem Tarif sind alle Basisleistungen wie Übernachtung, Essen, Transport, Reiseführer sowie Chauffeur inbegriffen.“
Unserem Veranstalter Global Limits ist es gelungen, dieses entsprechend umzuorganisieren und für unseren Etappenlauf anzupassen. Um 18 Uhr gab es das erste, in der Feldküche zubereitete, Essen. Danach erfolgte das Briefing. Greifbar war natürlich auch die „Nervosität“ vor Rennbeginn. Überall wurde gepackt, geräumt und wieder ausgepackt. 

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Sonntag 26.05.2019 Etappe 1, ca.31km

Schon recht früh war „Leben“ im Camp. Jeder konnte ein Gepäckstück mit einem max. Gewicht von 10 kg. abgeben. Dieses wurde dann für uns von Camp zu Camp transportiert. Beim Lauf mussten wir also nur die Pflichtausrüstung, sowie die individuelle Nahrung (Gels, Riegel, etc.) und Wasser mitnehmen.
Um halb acht wurden wir dann die kurze Strecke zur Punakha Klosterfestung gefahren.
Hier wurden wir schon von gefühlten „Hunderten“ Schülern, sowie einer Vielzahl anderer Zuschauer erwartet. Nach dem üblichen Fotoshooting wurden wir und unser Lauf noch vom Lama, dem obersten Mönch des Klosters, gesegnet. Die Schüler sangen die bhutanische Nationalhymne.
Dann erfolgte endlich der Start! Durch ein Spalier aus jubelnden Schülern ging es los auf die erste Etappe. Das Abenteuer mitten im Himalaja begann!04 bhutan4

Die Strecke verlief die ersten 20 km recht flach entlang an Flüssen, in denen auch die Klosterfestung lag. Zunächst flussabwärts und dann flussaufwärts in einem großen Bogen zurück zum Kloster. Der Weg dorthin führte uns das erste Mal über eine Hängebrücke. Sehr lang (ca. 150m) und sehr schmal. 20 m bis 30 m unter uns der reißende Fluss! Schwindelfrei sollte man schon sein! Es sollte nicht die letzte Hängebrücke in dieser Woche sein. 

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Weiter ging es dann durch die königlichen Gärten. Eine sehr schöne und gepflegte Landschaft.

Die letzte 10 Kilometer führten uns da stetig bergauf bis zu unserem nächsten Camp. Mittlerweile war es sehr heiß geworden und der Aufstieg wurde zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Außerdem machte sich die fehlende Akklimatisierung für die Höhe bemerkbar. Also, „einen Gang runterschalten“ und langsam voran!

Für das heutige Camp waren unsere Zelte mitten im Innenhof eins Klosters aufgebaut.

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Die Begrüßung durch die jungen Mönche war sehr herzlich. Zu meiner Freude gab es im Ziel eine kleine Flasche Cola für jeden!

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Wir wurden dazu eingeladen an dem Abendgebet der Mönche teilzunehmen. Dieses ist normalerweise in buddhistischen Klöstern nicht üblich. Ich nahm wie die meisten die Einladung gerne an, war dieses doch eine sehr gute Gelegenheit die Kultur sehr nahe zu erleben. Leider begann es am Abend dann an zu regnen. Keine gute Aussicht für die Morgen anstehende Regenwaldpassage bis hinauf auf 3500 m.

 

Montag 27.05.2019 Etappe 2, 29km 

Bereits gestern beim Briefing auf die Tücken der heutigen Etappe hingewiesen, feuchter Regenwald und Blutegel! Es wurden morgens kleine Stoffbällchen mit einer Mischung auch Tabak und Kräutern verteilt. Ein einheimisches Mittel, welches gut gegen die Blutegel sein soll, wenn man sich die unbekleideten Körperstellen und die Fußgelenke damit einreibt. Es sollte sich als gut erweisen, dass ich zusätzlich noch DEET50 (ein chemisches Mittel) benutzt habe, welches sich auch schon beim JungleUltra bewährt hat.

Da es in der Nacht stark geregnet hatte, wartete nun der feuchte Regenwald auf uns. Nach einem kurzen Abschnitt durch Reisfelder ging es dann, nach dem Überqueren einer Hängebrücke, hinein in den Wald und hinauf zum Pass auf 3500 m Höhe. Mehr als 4 Stunden ging es nun, teilweise auf allen vieren, permanent bergauf. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die zunehmende Höhe machten es nicht einfacher. Eine schweißtreibende sehr anstrengende Angelegenheit, aber die faszinierenden Trails und die tolle, teilweise schon mystisch zu nennende Landschaft machten das alles mehr als wett!
Einfach wunderbar, hier an diesem Ort sein zu dürfen!

Ich war dann aber doch froh, endlich den Bergpass auf ca. 3500 m Höhe zu erreichen. Hier war ein Verpflegungspunkt eingerichtet. Wegen der Unzugänglichkeit des Ortes ist das Wasser bereits gestern unseren einheimischen Begleitern zu Fuß hier hochgebracht worden.

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Da es just anfängt zu hageln, verkürze ich meine Verschnaufpause auf ein Minimum und mache mich langsam trabend auf den Weg, ab jetzt permanent bergab. 

Irgendwann stand dann mitten auf dem Trail eine Kuh! Nichts Gefährliches, aber ich musste ja irgendwie um die Kuh herum. Das hat mich dann aber so beschäftigt, dass ich übersehen habe, dass ich eigentlich hätte abbiegen müssen! Zwei Kilometer Umweg, bergab und dann wieder bergauf. Ärgerlich, aber andererseits auch mehr Strecke fürs selbe Geld!

Nach 7:31h erreiche ich das Ziel. Heute übernachten wir in einem großen, mehrstöckigen Bauernhaus. Hier besteht auch die Möglichkeit sich, wenn auch kalt, zu waschen! Viele der anderen haben heute intensiven Kontakt mit den Blutegeln gehabt. Keine wirklich schöne Sache, weil die Stellen nachbluten, wenn man die Egel abmacht. Ich hatte zwar auch einige Saugstellen von den Viechern, aber der Geschmack von meinem DEET50 hat dafür gesorgt, dass sie sich wieder haben abfallen lassen.
In der Nachbarschaft gab es einige kleine Geschäfte, in denen es auch Cola und Bier zu kaufen gab!
Ein angenehmes Vergnügen nach so einer Etappe! Nach dem Briefing kehrte dann recht schnell Ruhe ein.

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Dienstag 28.05.2019 Etappe 3 (28 km 1800 hm)

Nach dem Start verlief der erste Teil der Strecke recht flach. Später waren unter uns im Tal die Häuser und auch der Königspalast der Hauptstadt Thimphu zu sehen. Die Berghänge waren mit den für Buddhismus typischen Fahnen und bunten Wimpeln geschmückt. Vorbei ging es an Gebetsmühlen und keinen Tempeln. 

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 Alles noch recht beschaulich. Dann kam der Wechsel, auf schmale, steile single Trails. Es wurde zunehmen mühsam! Das erste Zwischenziel war ein Kloster auf 2800 m. Hier endeten auch alle breiteren Wege / Straßen. Von hier bis zu unserem heutigen Tagesziel dem Phajoding Kloster geht es nur noch zu Fuß weiter. Auch unsere Taschen und alles andere wurde heute von Trägern hoch ins Kloster auf 3600 m getragen. Der schmale Weg war sehr anstrengend zu gehen, an laufen war für mich überhaupt nicht zu denken! Für die 6 km brauchte ich dann auch zwei Stunden! Der steile Weg und die Höhe zerrten gewaltig! Außerdem wurde es zunehmend kühler. Oben im Kloster werden wir alle schon sehnsüchtig von den jungen Mönchen erwartet. Dazu gleich Näheres. Ich bin froh, endlich oben zu sein, und gehe erst mal in unseren heutigen Gemeinschaftsraum. Hier verströmt ein Kanonenofen mollige Wärme und es gib was zu essen! Übernachtet wird heute, teilweise gemeinsam mit Mönchen, in deren kleinen Schlafräumen. Ich teile mir mit zwei andern Läufern einen Raum. Die für unsereins ungewohnte Einfachheit und die Umstände, unter denen hier auf einer Höhe von 3600 m gelebt wird, stimmt nicht nur mich nachdenklich!

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Aber wir sehen bei den erwachsenen Mönchen nur ruhige, ausgeglichene Gesichter! Die Kinder spielen glücklich und zufrieden miteinander und warten natürlich neugierig auf jeden ankommenden Läufer.

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Der größte Wunsch der jungen Mönche ist es, ein kurzes Fußballspiel gegen die Läufer und das Organisationsteam auszutragen. Der Lama des Klosters hat dieses erlaubt und somit wird der Wunsch von uns gerne erfüllt. Ein Tolles aber auch sehr anstrengendes Erlebnis, immerhin befinden wir uns im Himalaja auf einer Höhe von 3600 m. Da ich schon seit mindesten vierzig Jahren kein Fußball mehr gespielt habe, haut es mich natürlich prompt hin! Nichts Schlimmes, und beim Flicken der Hose habe ich viele kleine Zuschauer. Das 30-minütige Spiel endet dann 4:4 und alle sind zufrieden.

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Dann wird gegessen und das Briefing für den nächsten Tag erfolgt. Es wird schnell kalt und alle sind froh, warme Schlafsäcke dabei zu haben, die hier ober absolut erforderlich sind.

 

Mittwoch 29.05.2019 Etappe 4, 38 km

Nach einer kalten Nacht werden wir heute Morgen werden wir von der Sonne begrüßt!
Nach dem Start geht es zunächst für 1,5 km weiter bergauf. 

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Dann gibt es einen über 10 Kilometer langen Downhill, teilweise ohne jeden Pfad, durch die Wälder hinab ins nächste Tal. Einfach großartige Trails. Dem Tal folgen wir für die nächsten 8 km. Die Landschaft ist hier idyllisch, wir überqueren einige kleine Flüsse. Dann geht es wieder hinauf bis auf 3600 Meter zum nächsten zu überquerendem Pass. 8 km schmale Pfade und zwischendurch immer wieder tolle Ausblicke in die uns umgebende großartige Berglandschaft. Nach knapp fünfdreiviertel Stunden erreiche ich den Pass, auf dem ein kleines Kloster thront. Zwei Mönche sitzen hier und schnitzen Holzfiguren. Ich bin froh, dass es nun bergab geht bis ins Ziel. Aber die letzten 11 km ziehen sich dann doch noch sehr. Auf die schmalen steilen Pfade im Wald folgen schattenfreie Schotterwege und später Straßen hinab in Tal von Paro, wo auch der einzige Flughafen Bhutans liegt. Die steigende Temperatur und die stechende Sonne setzen einem ganz schön zu. Ich bin heilfroh, nach fast acht Stunden, endlich das Ziel zu erreichen. Zum Glück gibt es wieder Cola im Ziel. Eine wirkliche Wohltat!

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Die heutige Übernachtung ist wieder in einem mehrstöckigen Bauern / Wohnhaus. Hier ist man schon ein wenig auf Tourismus eingerichtet. Mir wird gesagt, dass wir hier die Möglichkeit haben, ein warmes Bad zu nehmen. Eine großartige Mitteilung, fand ich! Also schnell Quartier beziehen, Badehose an und ab Richtung Badehaus. Ich betrat einen Raum mit drei Badewannen. Kaum drinnen begann die dort wartenden Frau damit mich mit Wasser zu übergießen und mir Kopf, Rücken und Beine zu waschen! Von jemanden gewaschen zu werden, darauf war ich nun überhaupt nicht eingestellt und ihr könnt euch meine Überraschung sicher vorstellen! Gesäubert durfte ich dann in einen der drei Badewanne steigen. Ein wahnsinniges Gefühl, und so entspannend!

Kurz darauf kam eine Läuferin, auch um ein Bad zu nehmen. Die wurde genauso „überfallen“ bzw. mit waschen überrascht! Wir haben beide herzhaft gelacht! Später haben wir noch den 40zigsten Geburtstag eines Läufers mit einem Bier gefeiert. Dann ging es früh auf die Matratze, da am nächsten Tag die lange Etappe anstand. 

 

Donnerstag 30.05.2019 Etappe 5, 54 km 

Der Tag begann sehr früh, da der Start schon um 6 Uhr erfolgen sollte. Schmecke die erste Tasse Kaffee zwar noch gut, bekam ich jedoch leider beim Essen des Frühstücks ein merkwürdiges Gefühl im Magen.
Ich hab dann nicht weitergegessen und gedacht, „schauen wir mal, was der Tag so bringt“.
Der Start erfolgte pünktlich, die lange Etappe begann.

Leider blieb die Übelkeit in meinem Magen. Mir war klar, dass ich die Strecke ohne Nahrungsaufnahme nicht schaffen würde. Nach fünf langen Kilometern hab ich mich dann gezwungen, meinen Magen zu entleeren. Dadurch verschwand langsam die Übelkeit. Feste Nahrung (Riegel oder Gels) zu essen hab ich mich aber noch nicht getraut. Ich wusste ja, dass wir heute den Flughafen fast umrunden müssen, und hoffe auf die Möglichkeit mir Cola kaufen zu können. Also langsam weiter und hoffen! Nach ca. 20 Kilometern dann endlich ein Geschäft. Hier hab dann vier kleine Flaschen Cola gekauft und begonnen langsam zu trinken. Trink ich sonst nie Cola, ist sie bei Läufen schon immer mein liebstes Getränk, welches ich auch sehr gut vertrage.

Ich merkte, wie es mir allmählich besser ging und auch Energie zurückkam. Nach 35 km war das Tal mit dem Flughafen umrundet und ging links in ein anderes weites Tal hinein vorbei an Paro. Mein Magen hatte sich wieder beruhigt und ich war zum Glück auch wieder in der Lage feste Nahrung aufzunehmen. 

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Die nächsten Kilometer ging es an einem Fluss entlang. Eigentlich ideal zum Rennen oder Traben, aber dazu fehlte mir heute die Kraft. Es zog sich, aber ein Ultralauf ist nun mal lang und braucht Strecke.

Die letzten 10 Kilometer ging es dann langsam aber stetig bergauf. Die Strecke führte jetzt abwechslungsreich an, durch und über kleine Bäche und immer wieder über die schmalen Pfade der weitläufigen Reisfelder. Weit oben in den Bergen konnte man zwischen Wolkenfetzen ab und zu einen Blick erhaschen auf das finale Ziel unseres Etappenlaufes. Morgen sollte es dort hinauf gegen!17 bhutanH

Dann kam auch endlich unser heutiges Ziel in Sicht, der Ort „Drukgyel Dzong“ mit seiner Festung.

Hinein ins kleine Dorf und am Camp vorbei galt es noch einen letzten steilen Pfad hinauf zur Festung zu erklimmen! Dann, endlich im Ziel! 10 Stunden hab ich für die 54 Kilometer gebraucht und ich war froh, trotz Magen Problemen geschafft zu haben. 18 bhutanI

Das Camp mit dem Gemeinschaftszelt zum Essen war auf dem Dorfplatz aufgebaut. Wir selbst waren für die Nacht auf einige Häuser im Dorf verteilt. Untergebracht, gemeinsam mit drei anderen Läufern und einem 90 bis 100 Jahre altem Mann im ersten Stock eines Bauernhauses. Alle waren sehr freundlich und nett.

 

Freitag 31.05.2019 Etappe 6, 15 km

Wie gestern erfolge auch heute ein „Split“ Start. Die langsamen starten bereits um 5:30 Uhr.

Die beiden anderen Gruppen dann jeweils 30 Minuten später. Ich startete in der mittleren Gruppe.
Die ersten 11 Kilometer waren relativ flach. Es ging entlang eines Flusses und wieder über die schmalen Pfade von Reisfeldern und Bewässerungskanälen.

Dann kam endlich das ersehnte Ziel in Sicht! Das Kloster „Taktshang Goemba“, im Rest der Welt „Tiger’s Nest“ genannt. Das Wahrzeichen Bhutans hoch über uns, schien wie ein Schwalbennest an die Steilwand der Berge geklebt zu sein.

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Was für ein Anblick. Aber gleichzeitig auch die Frage: „Oh mein Gott, wie soll man dort hinaufkommen?“ Es geht! Aber sehr mühsam, sehr kräftezehrend und natürlich schweißtreibend!

Knapp 4 Kilometer mit ca. 800 Höhenmetern trennen uns nun noch vom Ziel. Also, auf geht’s, wir werden schließlich oben erwartet. Ein schier endloser Aufstieg beginnt. Immer wieder kommt unser Ziel in Sicht. Irgendwann befinde ich mich auf gleicher Höhe und dann sogar ein wenig über dem Tiger-Nest! Aber noch immer auf der dem Kloster gegenüberliegenden Seite. Alles ist zum Greifen nahe. Ich kann sogar schon den winzigen Platz in dem Kloster sehen, wo der Zieleinlauf ist. Dann sehe ich auch den Weg, der dort hinführt. Hunderte von Treppenstufen, die in den steilen Fels gehauen wurden. Zunächst wieder bergab, dann wieder bergauf bis zum ersehnten Ziel. Adrenalin strömt in den Körper und die letzte paar Hundert Stufen nehme ich nicht mehr wirklich wahr. Das Ziel ist endlich erreicht. Applaus, Glückwünsche, Umarmungen! Ich hab Tränen in den Augen. Freude und Erleichterung überfluten mich. Und ich bin nicht der Einzige, dem es so geht. Alle strahlen, sind begeistert und glücklich.
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Nachdem alle Läufer im Ziel sind, haben wir noch die Möglichkeit an einer geführten Besichtigung des Klosters teilzunehmen. Die Führung war interessant und empfehlenswert. Später ging es dann wieder runter ins Tal, natürlich zu Fuß. Niemand meckerte, und alle schwatzen fröhlich miteinander.

Unten warteten zwei Busse, die uns dann in unser Hotel fuhren. Welch ein krasser Gegensatz zu dem vergangenen Tagen. Ich hab dann erst einmal ein ausgiebiges Bad genossen. Luxus pur!

 

Siegerehrung

Vor der Siegerehrung und dem anschließenden Essen gab es noch kulturelle Vorführungen und Volkstänze.

Von jungen Männern und Frauen wurden Tänze und Gesänge dargeboten, die die verschiedenen Regionen Bhutans repräsentierten. Es war sehr schön.

Dann erfolgte die Siegerehrung. Mit einer Gesamtzeit von 38:33h habe ich Platz 19 von 28 Finishern, bei 31 Startern erreicht. Statt einer Medaille gab es eine kleine Gebetsmühle, eine sehr schöne Idee, die Bhutan sicher in meiner Erinnerung halten wird.

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Mir wurde dann, gemeinsam mit drei weiteren Läufern, noch eine weitere Ehrung zuteil:

„Global Limits Heritage Side Runner“

Einen Preis, bekommt, wer bestimmte Läufe finisht, deren Ziel in einem Weltkulturerbe liegt.

 

Bei mir waren das:

  • Cambodia - The Ancient Khmer Path, 220km
  • Sri Lanka - The Wild Elephant, 210km
  • Albania - The Hidden Treasure, 220km
  • Bhutan - The Last Secret , 200km

Der Veranstalter Stefan Betzelt überreichte mir eine personalisierte gravierte gläserne Trophäe.

Ein großartiges Geschenk.

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Das anschließende Büfett war sehr lecker. Mit dem ein oder andern „Kaltgetränk“ lassen wir den Abend dann gesittet ausklingen.

Tags drauf ging es dann recht früh zurück Richtung Heimat.

Eine wunderbare Woche, die ich nie vergessen werde, neigte sich dem Ende.

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Schlusswort
Bhutan ist ein faszinierendes Land, mit freundlichen, netten und aufgeschlossenen Menschen, das es zu bereisen lohnt. (Nicht nur wenn man Ultras laufen möchte)

Noch wird hier viel dafür getan Zustände wie in Nepal zu verhindern und eine andere Richtung im Tourismus einzuschlagen. Ich hoffe, dass das gelingt!


Mein Dank gilt auch dem Veranstalter Global-Limits, Stefan Betzelt und seiner Crew.
Das war jetzt mein sechster Lauf mit Global-Limits. Wie immer war alles sehr gut organisiert und die Strecken perfekt markiert. Ich habe mich auch bei diesem Lauf zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt.
Ich kann auch diesen Lauf uneingeschränkt empfehlen.

Wer Fragen zu diesem oder einem die anderen Läufe hat, kann mich gerne kontaktieren.

 

Text und Bilder: Dietmar Rosenau 08.07.2019

Beim 6-Tagelauf in Ungarn erzielte Edda Bauer in der Altersklasse W75 mit 511,645 km einen neuen Deutschen Rekord und erhält in Anerkennung dieser tollen Leistung die LGU-Leistungsmedaille in Silber. Seit diesem Jahr werden Vereinsmitglieder, die einen Deutschen Rekord oder Weltrekord laufen mit der Leistungsmedaille in Silber, bzw. Gold geehrt.

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Die Präsidiumsmitglieder Evi Piehlmeier und Michael Irrgang überreichten Edda im Rahmen des 24h-Laufes in Delmenhorst Ende Juni die entsprechende Urkunde und Medaille. Auch wurde sie auf unserer Homepage in die Liste der „Ausgezeichneten Athleten“ aufgenommen.

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Der 6-TAgelauf am Balaton ist unter Insidern sehr beliebt und es gibt eine Stammkundschaft, die sich jährlich dort trifft, um in 144 Stunden möglichst viele Kilometer zu sammeln. Dieses Jahr hatten wir gleich 5 Vereinsmitglieder dabei.

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Carsten Bölke, Norbert Künkel und Alexander Lauterbach vergnügten sich, wobei die Kleidung schon andeutet, dass es vom ersten Tag abgesehen, eigentlich durchgängig mehr oder wenig stark regnete.

Marlene Helene Heller komplettierte das Team, welches durchweg sehr gute Ergebnisse erzielte. Hatten viele aufgrund der Nässe mit Blasen und der Motivation zu tun, so schien es Edda kaum zu stören, denn sie war täglich 18 bis 20 Stunden auf der Strecke und ging und lief kontinuierlich auf der ca 1 km langen Runde.

Ihr erster Eintrag in der DUV-Statistik ist von 2011. Damals war sie bereits 66 Jahre alt. Danach wurden die Wettkampfstrecken länger und ausgefallener. So lief sie auf fast allen Kontinenten Ultras, Mehrtagesläufe und viele 24h-, 48h- und 6-Tagesläufe. In ihrer Altersklasse ist hat sie Weltklasseformat und an Motivation fehlt es ihr wahrlich nicht. So lief sie, kaum zurückgekommen aus Ungarn bereits ein paar Tage später beim 24h-Lauf in Basel mit.

Edda ist mit ihrer Beharrlichkeit, Robustheit und Freundlichkeit eine tolle Sportlerin und uns allen ein großartiges Vorbild.

Text, Michael Irrgang, Bilder: Michael Irrgang, Ferenc Kincses und Alexander Lauterbach, 05.07.2019

 

 

In der 2. Nacht mit Sabine un Stefan

Zum WiBoLT 2019 konnte ich mich aus beruflichen Gründen erst kurzfristig entscheiden. Auf den Start in Wiesbaden freute ich mich sehr, da wieder viele alte Bekannte auf der Teilnehmerliste standen und Michael Esser und sein Team wieder zu sehen. 2014, 2015 und 2016 durfte ich jeweils in Bonn eine Finisher Weste überziehen. Mein Wunsch für den 4. Start war, endlich einmal nicht durch die 4 Nacht laufen zu müssen. Mit diesem Wunsch im Gepäck, wurde es einer meiner schönsten und schnellsten Ultraläufe. Meine pers. Bestzeit wurde um runde 8 Stunden verbessert. Dieses Jahr ging ich als Laufältester an den Start. Mit Hannes bis zur Loreley und mit Stefan ab Oberkestert fanden sich tolle Laufpartner. Stefan musste ich ab Loreley ziehen lassen und mich im Feld ca. 2-3 Stunden zurückfallen lassen, um eine aufkommende Krise zu kompensieren.  Also eine Stunde Rast an der Loreley und dann 1Std Rast +2 Std. Schlafen in Uschi's Wanderstation. Stefan lief danach sogar noch auf den 3. Platz. Kaum aus Uschi's Wanderstation raus, traf ich auf Sabine und etwas später auf Stefan. Wir entwickelten uns zum Team und liefen gemeinsam nach Braubach. Sabine musste sich danach leider etwas zurückfallen lassen. Stefan und ich liefen dann bis zu Ziel gemeinsam. Immer wieder konnten wir uns gegenseitig helfen. Schön war, daß wir uns in den Pausen nicht unter Zeitdruck setzten und wir uns, so gut es ging, mehr auf's flüssige Laufen konzentrierten. Insbesondere die Passagen von Linz bis tief ins Siebengebirge und dann die letzten ca. 20 km vor Bonn waren wir recht flott unterwegs, zuletzt mit dem Ziel, noch am Samstag zu finishen. Mit Erfolg.

Vielen Dank an Michael Esser und sein großes Team!

Sehr Interessant: Michael will nächstes Jahr seinen Traum verwirklichen und mit dem WiBoLT Team den kompletten Rhein(steig) in Etappen von der Schweiz bis zur Nordsee laufen. Deswegen wird der klassische WiBoLT 2020 von Wiesbaden bis Bonn in den Etappenlauf eingegliedert.

Stefan und ich im Ziel

Text und Bilder von Michael Vorwerk 03.07.2019

Die LG Ultralauf ist mit dem Kölnpfad sehr eng verbunden. Viele Teilnehmer auf allen Streckenlängen kommen von unserem Verein, traditionell betreuen wir einen großen VP und überhaupt ist das Kölnpfad-Event etwa so cool wie unser Verein. Wobei "cool" einer gewissen Ironie nicht entbehrt, denn am letzten Wochenende ging es eher heiß zu. Wir haben gleich drei Berichte. Stefan Gartz berichtet von seinem Lauf mit Melissa Steuer über 100km, den er rückblickend Saunalauf nennt. Jonathan Gakstatter lief nur eine Woche nach seinem BBU-100-Meiler beim Kölnpfad auf dem zweiten Platz der 171-Strecke. Sein Titel ist "Et hätt noch immer jot jejange" und deutet seine Schwierigkeiten an, die er alle gemeistert hat. Schließlich folgt ein kurzer Rückblick vom VP 9 von Michael Irrgang.

Mein erster Saunalauf

Das umschreibt es wohl am Besten. Beim Kölnpfadultra 11x10, als Training zum Mauerweglauf geplant, sollte es gemütlich und nicht auf Tempo gehen. Im Vorfeld hatten Melissa (ebenfalls LGU) und ich Kontakt und beschlossen den Lauf gemeinsam zu gestalten.

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Die geplante Zeit war etwa 13-14Std - bei "normalen" Temperaturen. Konnte ja keiner ahnen, dass es so warm wurde. Wenn ich was gut vertrage, dann niedrige Temperaturen. Dementsprechend schlecht geht es mir bei allem, was die 25-26 Grad überschreitet. Von 36er gar keine Rede. Melissa bat mich darum, sie am Anfang mit einzubremsen, da sie laut eigener Aussage gerne zu schnell angeht.

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SK 5Der Start erfoglte in der Nähe des Stadions des großen 1 FC Köln. Da es ja, wie gesagt nur ein langer Trainingslauf sein sollte, begannen wir sehr verhalten. Aber auch schon auf dem Weg zum ersten VP war klar, dass das heute kein Zuckerspiel wird. Je näher wir der Todeszone kamen, um so "schöner" wurde das Wetter.

Die Duschen, die von den ausnahmslos tollen VPs angeboten wurden, waren eine dankbare Abkühlung. Ohne Rücksicht auf Blasen ging es komplett unter die Brause, um dem Körper etwas Erfrischung zu gönnen. Bis Porz ging es mir recht gut, während Melissa zu dem Zeitpunkt etwas Verdauuungsprobleme bekam. Doch je näher wir der "Todeszone" kamen, umso wärmer wurde es auch.

Hier hatte ich persönlich dann meinen absoluten Tiefpunkt. Wie gesagt - Wärme ist nicht mein Ding. Schon recht frühzeitig sagte ich, das ich hier deutlich an Tempo raus nehmen muss, so das wir hier große Teile einfach gegangen sind.

SK 3

SK 4

Die 15km bis zum VP8 reichten dann für 1,5 Liter Wasser. Zur Not hatte ich noch 500ml Reserve dabei. Glücklicherweise gab es ja zwischen VP8 und 9 noch einen "MiniVP" mit Dusche. Dieser rettete mir doch das "Leben". Hatte ich doch bis hier mehr als ein mal über einen DNF nachgedacht.

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Die berüchtigte Todeszone, in der die Hitze stand. Melissa sorgte dafür, dass es weiter ging, im warsten Sinne des Wortes. Laufen war kaum möglich. Als wir dann wieder in Regionen mit mehr Schatten kamen, stieg bei mir auch wieder die Laune und es wurde deutlich leichter.

Am VP der LGU machten wir dann erst einmal ausgiebig Pause; erst mal wieder zu Kräften kommen. Normalerweise halte ich mich an VPs nur so kurz auf, wie ich zum Nachfüllen unbedingt brauche - heute brauchte ich aber erst einmal eine kleine Auszeit. Die Dropbags gesucht und etwas reorganisiert. Michael Irrgang sorgte für unsere Verpflegung. Ich persönlich habe meist das Problem, dass mir ab km 50km meist schlecht ist, so das ich mich zum Essen zwingen muss. Wenn dann alles drin ist, geht es nach 10 Minuten auch wieder besser. So sagte mir Michael hinterher, dass ich wohl ein recht klägliches Bild am VP gemacht habe, aber der Wille zum Finish wohl noch sichtbar war.

Weiter ging es also zur zweiten Halbzeit. Mit jedem Grad, dass das Thermometer wieder fiel, ging es mir zusehens besser. Dafür wurde es für Melissa unangenehm. Schmerzen im Fuss plagten sie immer mehr. Zwischenzeitlich machte ich mir Sorgen, ob ein Weiterlaufen möglich sei. Wir hatten zusammen begonnen, also machen wir das hier auch zusammen fertig. Solange ich von ihr kein "ich höre auf" höre, ging es also weiter. Das Teamwork passte. Wir mussten uns nicht einmal absprechen, ab wo wir bei Bergen gehen. Das Tempo mindern passierte praktisch beim gleichen Schritt des anderen. So liefen wir zusehens in die Nacht hinein. Es war klar, dass die urspringliche Zeitplanung 13-14 Uhr nicht zu halten war. Nicht bei diesen Bedingungen. So starteten wir am "Heavy Metal" VP mit unseren Kopflampen in die Nacht hinein. Jetzt wurde es vom Wetter her richtig angenehm. Kurz vor dem VP 12 trafen wir einen Arbeitskollegen von Melissa, der uns sagte, dass er heute eh nichts vorhabe und uns die letzten 10-11km begleiten wolle. Bis dahin war ihm aber nicht klar, zu welcher Uhrzeit das sein wird. So liefen und speedwanderten wir durch den Königsforst bei Nacht, überholten diverse Wanderer und schwuppdiewupp war es schon Mitternacht. Jetzt waren es aber immer noch gut 25km. Wärend ich zunehmend besser drauf war, lief es bei Melissa sagen wir mal semioptimal. Die Schmerzen im Fuss wurden beim Gehen stärker, beim Traben besser. Durchtraben war aber geländebedingt nicht immer möglich. Irgendwo gegen 01.00 Uhr stand dann Melissas Kollege am Wegesrand, bewaffnet mit einem GPS und Kopflampe. So hatten wir dann auf den letzten 11km den Luxus eines privaten "ortskundigen" Führers. Was für eine Wohltat, einfach nur dumm wie ein Lemming hinterher trotten und nicht selber noch nachdenken müssen bzw. die Markierung suchen.

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Nach gut 16,5 Std erreichten wir dann ziemlich geschafft das Ziel. Hier wurde man unter Applaus empfangen, was dem Kopf doch schon sehr gut tat. Nachdem wir unser Buckle in Empfang genommen hatten, ging es um 3:30 langsam auf den Heimweg.

Insgesamt muss ich aber sagen dass wir an allen VPs super nett empfangen wurden und die Helfer uns alles abgenommen haben, um uns den Lauf so einfach wie möglich zu gestalten. Auch der Micro VP mit der Blumenspritze und der Wassermelone am Wegesrand sei hier zu nennen. Das war echt rührend. Allen die eine Gartendusche organisiert haben, einen riesen Dank. Ohne die wären vermutlich noch mehr (ich inklusive) ausgestiegen. Grob überschlagen hab ich um die 15 Liter Flüssigkeit zwischen den VPs zu mir genommen. Begleitet von diversen Salz/Mineraltabletten. Verlaufen haben wir uns nicht wirklich. Es wird sich auf maximal 300m im ganzen erstrecken.

Text und Bilder: Stefan Gartz, 01.07.2019

Et hätt noch immer jot jejange

Nachdem ich letzte Woche beim Backyard Ultra in Kandel nach 26h ausgestiegen war, stand mit dem Kölnpfad der zweite 100Meiler innerhalb von einer Woche an. Der Kölnpfad war seit dem ELAN im letzten Jahr fest eingeplant und dementsprechend früh meldete ich mich an. Der Backyard hat sich dann einfach so ergeben, wie dass halt manchmal so ist. Ich hatte mir offen gehalten in Köln zu starten und entschied mich erst Mitte der Woche doch dafür, auch wenn der Testlauf bei 34 Grad Hitze definitiv nicht gut lief.

Ich reiste am Freitag mit einer Mitfahrgelegenheit nach Köln und war gegen 18Uhr im Startbereich. Dort traf ich auf Willi Klesen, der auch die 171KM angehen wollte und den ich beim KUT kennengelernt hatte. Ich legte mich mit meiner Isomatte auf die Wiese und versuchte zu schlafen, um beim Start um 0:00Uhr fit zu sein. Gegen 21:00Uhr war dann Matthias Kröling da, der mir Asyl in seinem Zelt angeboten hatte und der sich wie ich noch vor einer Woche zwanzig Stunden von einer Glocke zum Laufen hatte zwingen lassen. Schnell das Zelt aufgebaut, noch 30min hingelegt und dann war es schon soweit sich umzuziehen und für den Lauf bereit zu machen.

Kurz vor 0:00Uhr bekam jeder einen Tracker, welcher den Live-Standort durchgibt, um bei Notfällen eingreifen zu können und über den Freunde oder Familie den Lauf verfolgen konnten. Dann eine kurze Ansprache vom Veranstalter Thorsten Klenke und dann ging es auch schon los. Ich lief in der „Spitzengruppe“ mit und das Tempo war viel zu schnell: im 5:30er Schnitt ging es zum ersten VP zu sechst kamen wir dort an, die ersten Verlaufer waren trotz Track auf der Uhr schon passiert. Zu viert ging es im selben Tempo weiter vorbei an einer Partyhochburg wo die Leute uns fassungslos anstarrten und nicht glauben wollten dass wir das ganze freiwillig machen. Wir kamen zum zweiten VP bei KM 27 hier waren wir nur noch zu dritt und mir war klar, dieses Tempo ist zu schnell; aber trotzdem lies ich mich mitziehen. Bis zur Marathonmarke, die wir in etwa bei 3:50h passierten, lief ich mit - dann lies ich die zwei Herren vorne ziehen. Ihr Ziel lag beim Finish in unter 20 Stunden; meines war, vernünftig ins Ziel kommen möglichst ohne eine zweite Nacht laufen zu müssen.

Bei VP 3 lief Karnevalsmusik und die Stimmung war super, zumindest bei den Helfern. Ich hatte eine erste Krise, verursacht durch das zu schnelle Tempo. Ich ging nun erstmal eine längere Strecke und hätte mich fast verlaufen, hätte Uwe, der spätere Sieger, mich nicht darauf aufmerksam gemacht. Er war auf mich aufgelaufen und wir beschlossen kurzerhand ein Stück gemeinsam zu laufen. Da wir uns vom Seenländer Ultra schon kannten, hatten wir uns einiges zu erzählen und die Zeit verging und VP 4 war plötzlich da.

Es ging mir wieder besser und wir konnten konstant ein Tempo immer rund um 6min/km laufen. Ich konnte zwar seit VP2 nichts mehr essen aber durch ISO und Apfelschorle ging es ganz gut. Wir kamen weiter zügig voran und liefen auf die 80KM Marke zu. Nun ging es etwas monoton am Rhein entlang über mehrere KM. AM Ende ein VP, der den Wendepunkt markierte und dann ging es wieder zurück quasi parallel zum vorherigen Weg. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir die Brücke, die uns auf die andere Seite des Ufers und damit näher zu VP7 führte. Unsere Stimmung war gut auch wenn meine Füße langsam aber sicher müde wurden. Am Verpflegungspunkt herrschte super Stimmung. Zwei Pools waren aufgebaut und an Verpflegung war fast alles geboten. Hier trafen wir auf einen Läufer aus der Schweiz, der kurz ruhte und die Kleidung wechselte, er konnte das Rennen aufgrund von Übelkeit leider nicht finishen und musste später aussteigen. Uwe und ich lagen nun also auf dem zweiten Rang, die Platzierung war uns aber eher unwichtig wir wollte vernünftig vorankommen. Das Laufen fiel uns immer schwerer, trotzdem war das Tempo für diese Distanz immer noch sehr in Ordnung und die Temperaturen waren auch zu ertragen. Wir erreichten den super VP am Schneppenhof bei KM 104 mit Wasserdusche und allem, was das Herz begehrte. Leider war bei mir immer noch nicht an Essen zu denken und so mussten ISO und Cola herhalten.

Nun begann die sogenannte Todeszone, 14KM in der Sonne ohne Schatten. Wir hatten Glück, denn es ging ein leichter Wind und wir arbeiteten uns mit abwechselnden Lauf und Gehphasen voran. Am VP hatten wir den bisher führenden überholt und lagen somit plötzlich in Führung, trotzdem kam kein Druck auf und wir arbeiteten uns weiter voran. Wir lagen gut in der Zeit und freuten uns auf den nächsten VP, doch es sollte anders kommen.

An einer Stelle im nächsten Ort sahen wir Markierungen und Schilder, die vom Kölnpfad wegführten. Wir litten wohl bereits unter Dehydration, denn anstatt in den VP zu laufen dachten wir diese Markierung gelte nicht für uns, sondern nur  für die 11x10KM Läufer  und so liefen wir gerade aus weiter. Nach weiteren Kilometern kam der VP immer noch nicht und bei 122Km auf der Uhr wurden wir langsam unruhig. Wir riefen Thorsten an und der erklärte uns wir hätten den letzten VP verpasst.

Das war natürlich ein Schock, aber zurücklaufen war für uns keine Option, obwohl wir dringend Wasser brauchten. Uwe nahm die Situation sehr gut auf, für Ihn war es eher ein Spaß; ich war in diesem Moment mental ziemlich fertig. Wir besorgten uns Wasser aus einem kleinen Bach, welches tatsächlich relativ gut schmeckte, um wenigstens bis zum nächsten VP in 16KM Entfernung zu kommen. Das kalte Wasser kam bei meinem sowieso schon angeschlagenen Magen nicht gut an und ich hatte mit Übelkeit zu kämpfen. Ich schickte Uwe allein weiter, auch wenn er unbedingt gemeinsam weiterlaufen wollte und ich ihn wirklich wegjagen musste. Nun folgten viele Kilometer entlang der Bundesstraße, die ich nur gehend bewältigen konnte; unterbrochen von mehrmaligem Erbrechen. Nach einer Weile setzte ich mich an den Wegrand, aß meinen Notfalltraubenzucker, der seit zwei Jahren in meinem Rucksack auf diesen Einsatz wartete, zusätzlich noch ein Gel und es ging langsam aufwärts.

Mittlerweile wurde ich auch wieder überholt, und freundlich nach mein Befinden befragt, da es mir aber besser ging, schickte ich ihn einfach weiter. Plötzlich konnte ich wieder laufen, und so kam ich glücklich bei KM 134 zum nächsten VP an. Flaschen auffüllen kurz abkühlen und weiter ging’s. 10Km bis zur nächsten Verpflegungsstelle, dass sollte wohl machbar sein. Mit einem Mix aus Laufen und Wandern kam ich ganz gut voran. Ich erreichte den vorletzten Verpflegungspunkt am Eisstadion. Hier sind viele Wanderer und gegrillt wurde hier auch, fast schon Partystimmung. Ich musste mich kurz auf den Boden legen. Es ging mir so naja, über 100KM ohne Essen rächen sich nun doch. Ich verließ den VP und kam nur langsam voran, mir war plötzlich furchtbar heiß und die Konzentration ließ nach. Ich fand eine kleine Pizzeria, kaufte mir eine eiskalte Cola und setzte mich vor der Türe auf die Treppe. Der Zucker brachte den Körper wieder in Schwung, sogar Laufen war zweitweise wieder möglich der letzte VP konnte nicht mehr weit sein, keine 15KM mehr ins Ziel.

Ich irrte durch den Wald, die Wegfindung war hier, naja ich sage mal "kreativ". Doch endlich am Ende der Lichtung tauchte der VP auf, die Leute sind sehr hilfsbereit und zu meiner Überraschung füllen Tobias Krumm, der mehrmalige Wibolt und JUNUT Sieger sowie unser Vereinskamerad Christoph Janthur meine Flaschen auf ich fühlte mich richtig geehrt und lief nach dem VP sogar fast beschwingt wieder los - was der Körper nicht alles leisten kann.

Auf den letzten 11KM traf ich viele Wanderer, die gegenseitige Motivation half mir, nochmal am Baggersee vorbei und dann sind es nur noch 5KM. Ich war wirklich fertig, wollte nur noch ins Ziel. Die Wanderer sind superfreundlich. Obwohl sie auch schon über 45KM gewandert sind, haben alle noch gute Laune. Die Leistungen der Wanderern über alle Strecken sind wirklich hoch anzurechnen. Es ging wieder über den Bahnübergang wie vor über 20Stunden - das Ziel kam näher! Ich schaute seit Ewigkeiten mal wieder auf die Uhrzeit, 20:48, ich hatte noch 12 Minuten für 1,5KM - da war doch wohl eine Zeit unter 21 Stunden möglich?

Tatsächlich klappte es und nach 20:58 Stunden bin ich überglücklich im Ziel. Uwe war schon seit fast einer Stunde da, eine super Zeit hatte er hingelegt. Willi war auch da, er musste wegen einer Verletzung aussteigen und hatte sich trotzdem bis zu KM80 durchgekämpft. Nach einigen Minuten raffte ich mich zum Duschen auf und danach verbrachte ich noch etwas Zeit mit Uwe und seiner Frau, die gerade vom Eisessen zurückkamen.

Um halb zwölf legte ich mich ins Zelt, irgendwann kam Matze ins Zelt. Er wollte unter 26 Stunden laufen und hat das quasi auf die Minute geschafft eine fantastische Leistung. Er hat diesen harten Lauf zum fünften Mal gefinisht und ist somit der einzige All-Time-Finisher.“ Am nächsten Tag warteten wir auf die Siegerehrung und Pastaparty. Matthias, Dirk Minnebusch (er ist nach langer, hartnäckiger Verletzung 35KM gewandert) und ich gingen noch Eis essen und dann begann die Siegerehrung. Hinter Uwe bin ich zweiter geworden, die Platzierung freut mich, wichtiger ist mir jedoch diesen harten Lauf gefinisht zu haben und ein tolles Wochenende verbracht zu haben. Michael Frenz unser Vereinskollege wird vierter mit einer tollen Zeit von ebenfalls unter 24 Stunden.

Ich kann den Kölnpfad jedem uneingeschränkt weiterempfehlen! Eine mit Herzblut und vollem Einsatz organisierte Veranstaltung mit tollen Menschen und zwei tollen Organisatoren. Es gibt für fast jeden sowohl Wanderer als auch Läufer eine Distanz und Möglichkeit teilzunehmen. Die Markierung ist gewöhnungsbedürftig, aber viel besser als erwartet gewesen, die Strecke teilweise nicht die schönste aber genau darin liegt auch die Herausforderung.

 JK

Ein Bild von der Siegerehrung, vlnr: Thorsten Klenke, Jonathan Gakstatter (2. Platz), Dirk Thies (3. Platz), Tom Eller. Leider fehlt der Erstplatzierte Uwe Jahn.

Text. Jonathan Gakstatter, Bild: Dirk Minnebusch

Betreuung am VP 9 in Grengel

Seit Jahren betreut die LG Ultralauf einen VP, der im Laufe der Zeit ein wenig gewandert ist und dieses Jahr zum ersten Mal an einer Schule in Grengel aufgebaut wurde. Die 171km-Wanderer und Läufer haben hier 118,5 km hinter sich, die anderen Gruppen entsprechend weniger, die 50km-Wanderer hatten hier ihren Start.

MK Stand

Der Schulinnenhof bot viel Platz und Schatten und lud die überhitzten Sportler ein, sich zu regenerieren und zu stärken.

MK Liege

Wir hatten einige Liegen bekommen, die gerne angenommen wurden, insbesondere Wanderer der langen Strecke waren teilweise 24 bis 26 Stunden durchgewandert und machten bei uns eine größere Pause. Bei so einer Liegemöglichkeit, schöner Musik und kühlen Getränken wollten einige auch gar nicht wieder los. Aber wer mich kennt ..... die überhitzten Hektiker werden in ein Gespräch verwickelt und aufgehalten, die Trödelgruppen angetrieben, die Aufgabewilligen zum Weiterlaufen -, bzw. wandern motiviert, die Vereinskollegen fotografiert.

MK Dusche

Eine Dusche sorgte für Abkühlung. Je nach Belieben wurde nur die Mütze geduscht oder auch einmal komplett.

MK Team

Das Aufbau- und erste Betreuungsteam war Judith Sebastian, Reimund Brömmelhaus, Martina Stumpf-Irrgang und ich.

MK Marlene

Marlene Heller nutzte eine Pause, um den Spielplatz mit interessanten Geräten zu erkunden.

MK SJ

Abends halfen dann Stefan Henscheid und Jan Förster. Stefan unterstützte die Nachtschicht und baute mit ab. In Summe waren wir über eine Dauer von 7:30 Uhr bis 1:30 Uhr am Sonntag vor Ort und betreuten schätzungsweise 250 Wanderer, Läufer und Begleiter.

MK MM

Michael Frenz war einer, der sich viel Zeit nahm, um sich für den 50km-Endspurt zu kühlen und zu stärken. Am Ende wurde er Vierter auf der ganz langen Strecke.

MK M

Auch Matthias Heinle investierte viel Zeit in die Erholung, die sich später auszahlte.

MK MS

Die oben erwähnten Stefan und Melissa.

Insgesamt macht die Betreuung eines VPs durchaus auch Spaß, selbst wenn es in den Füßen juckt, selbst zu laufen. Die Wanderer und Läufer haben an diesem Tag Großartiges geleistet und es ist auch eine gewisse Ehre, ihnen zu helfen, ihre Ziele zu erreichen.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Michael Irrgang, Martina Stumpf-Irrgang, 02.07.2019

 

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Bild 1: Ein Ausschnitt von der Abschlusstabelle von der Saison 1/2019

Das Kilometerspiel ist ein virtueller Laufwettbewerb um die Welt, bei dem jede Läuferin und jeder Läufer die gelaufenen Kilometer im Internet erfasst und einem oder mehreren Teams gutschreibt. In verschiedenen Ligen kann man auf- und absteigen. Ein Team hat bis zu 70 Teammitglieder. 

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Bild 2: Hans-Dieter Jancker alias Sputnik hat letzte Saison die meisten Kilometer gesammelt. Insgesamt sind 42 Mitglieder der LG Ultralauf in diesem Team.

Die LG Ultralauf spielt mit zwei Teams mit, die inzwischen beide in der 1. Liga laufen. Das zweite Team ist gerade aufgestiegen. Das erste Team hat die gerade abgeschlossene Saison gewonnen. Wir haben bewusst zwei ca. halbvolle Teams, weil ein komplettes LG Ultralaufteam das Spiel komplett dominieren würde und alle beteiligten weniger Spaß hätten.

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Bild 3: Das zweite Team hat die dritte Liga haushoch gewonnen und durfte nach einem Stechen gegen den vierten der zweiten Liga direkt in die 1. Liga aufsteigen. Dort weht ein anderer Wind.

Wir suchen noch MitspielerInnen für unser zweites Team, damit wir zu unserem ersten Team konkurrenzfähig sind. Alle Mitglieder und Freunde der LG Ultralauf sind herzlich eingeladen sich bei dem kostenlosen und werbefreien Spiel anzumelden und seine Kilometer für das Team zu sammeln.

Bild 20190701 4

Bild 4: Das zweite Team hat im Moment 29 Mitspielerinnen und Mitspieler. Heiko Niendorf alias Feuerraeder hat mit Abstand die meisten Kilometer erlaufen. Respekt!

Es gibt einige Links, die man mal besucht haben sollte:

Die Hauptseite erreicht man unter: www.kmspiel.de

Die Spielregeln sind sehr einfach und findet man hier: https://www.kmspiel.de/2018/wiki.php?wasist=Regeln

Anfangs erscheint das Spiel etwas unübersichtlich. Die ersten Schritte werden hier erklärt: https://www.kmspiel.de/handbuch/

Wir freuen uns auf weitere TeilnehmerInnen.

Text und Bilder: Jens Allerheiligen 01.07.2019

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