Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Noch 3 Tage kann man von der günstigen Voranmeldung profitieren und in zwei Wochen fällt bereits der Startschuss zu den verschiedenen Laufwettbewerben des diesjährigen Bottroper Ultralauf Festivals.

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Start 12h-Lauf 2018

Bis Sonntagnacht 24:00 Uhr kann man sich noch als Voranmelder online anmelden. Am folgenden Montag werden dann die Listen der DM-Teilnehmer zum DLV zur Prüfung der Startberechtigung verschickt und für die Starter der offenen Läufe die personalisierten Startnummern bestellt.

Die meisten der knapp 260 angemeldeten Läuferinnen und Läufer starten erwartungsgemäß bei der Deutschen Meisterschaft im 24h-Lauf, die dieses Jahr erstmalig vom DLV ausgerichtet wird, nachdem zuvor die Deutsche Ultramarathon Vereinigung (DUV) 30 erfolgreiche Austragungen organisiert hatte.

Die letzte DUV-Meisterschaft im letzten Jahr war mit 47 Frauen und 106 Männern in der Ergebnisliste auch die größte und durfte ebenfalls gemeinsam von den beiden DUV-Förderstützpunkten Adler-Langlauf Bottrop und LG Ultralauf in Bottrop ausgerichtet werden.

Dieses Jahr haben sich aktuell 38 Frauen und 91 Männer für die DM registriert, worüber wir uns sehr freuen, denn vereinslose Läuferinnen und Läufer sind nicht mehr startberechtigt und reduzieren das Teilnehmerfeld. Um in die Ergebnisliste hereinzukommen, muss man freilich noch starten und die geforderte Mindestleistung, die nach Altersklasse ein wenig variiert, schaffen.

Unter den Teilnehmern sind hochkarätige Läuferinnen und Läufer, die sehr gute Ergebnisse erwarten lassen. So wird vermutlich die gesamte 24h-Nationalmannschaft vor Ort sein, da sie das Wochenende für ein Vorbereitungstreffen zur WM Ende Oktober nutzen. Allerdings werden wohl die wenigsten die 24h am Limit laufen. Einige starten auf den Unterdistanzen 100km oder 6h oder sogar nur in einer Staffel oder begnügen sich mit einem guten Zwischenergebnis, denn im 24h-Lauf gibt es eine bestenlistenfähige 100km und 100-Meilenzwischenzeit. Unter den gemeldeten Läuferinnen und Läufern gibt es einige, die ihren ersten 24er laufen, darunter einige ausgewiesene Trailspezialisten, die sich üblicherweise mit dem Im-Kreis-Rennen etwas schwertun. Auch junge Leute sind dabei mit exzellenten Unterdistanzvorleistungen sowie verschiedene Läuferinnen und Läufer, die in ihrer Altersklasse Weltklasse sind. So gab es bisher in allen BUF-Austragungen stets auch nationale und internationale Rekorde zu verzeichnen. Aufgrund der hervorragenden Ergebnisse wurde die Veranstaltung auch mit dem IAU-Silberlabel ausgezeichnet.

Auch international ist der Lauf mittlerweile angekommen. Traditionell starten stets ein paar Läuferinnen und Läufer aus Belgien und den Niederlanden bei uns, dieses Jahr kommen Teilnehmer aus Irland und Rumänien dazu. In einem weiteren Vorbericht werden einige Teilnehmer vorgestellt und versucht, Favoriten herauszufiltern, was dieses Jahr unglaublich schwierig erscheint.

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Warme und kalte Speisen und Getränke gibt es rund um die Uhr an unserem Versorgungsstand

Auch für Nicht-DM-Teilnehmer ist ein Start in Bottrop sehr interessant. Als 24h-Läufer im offenen Lauf kann man von der hohen Leistungsdichte und leistungsfördernden Atmosphäre profitieren und sich mit den besten Läuferinnen und Läufern messen. Und die Pokale und schönen Altersklassenpreise werden sowieso in den offenen Läufen vergeben, wobei die Podestquote im 100km-Lauf wohl einmalig hoch sein dürfte.

Froh sind wir, dass wir auch dieses Jahr wieder einen erfahrenen Rennarzt und zwei Physiotherapeuten die gesamte Zeit über vor Ort haben, die helfen, lädierte Teilnehmer wieder auf die Strecke zu bringen, aber auch das Mandat haben, Teilnehmer aus dem Rennen zu entnehmen, wenn offensichtliche Risiken bestehen.

DE FitLine Claim4cDa die Energieaufnahme ganz entscheidend für ein gutes Durchkommen ist, haben wir auch dieses Jahr wieder hochwertige Produkte am Versorgungsstand, darunter Produkte von Fitline. Als Besonderheit werden wir bei der Startnummernausgabe einen kleinen Probierstand einrichten, auf dem man das angebotene Getränk und die Riegel einmal probieren kann. Geplant ist, dass an diesem Stand Achim Heukemes, mehrfacher Deutscher Meister im 24h-Lauf und Weltklasse-Triathlet seiner Altersklasse, über seine Erfahrungen bei der Nahrung mit den Teilnehmern diskutiert.

Aktuell sind noch für alle Disziplinen ein paar Startplätze verfügbar und vermutlich werden wir die Onlineanmeldung am Montag zwar schließen, aber am Dienstag wieder für die Nachmeldungen öffnen, um den Beteiligten das Ausfüllen und Abtippen von Zetteln zu ersparen.

Aber Achtung: Während die Preise im offenen Lauf nur moderat ansteigen und im Vergleich zu anderen Veranstaltungen günstig sind, erhöht sich der Teilnehmerbeitrag bei Meisterschaftsteilnehmer um 100 Euro!

Also am besten noch vor Sonntag anmelden und direkt das Geld überweisen, damit das mit der Startberechtigung und der Startnummer klappt.

Wir freuen uns auf euch!

Link: Teilnehmerliste und Online-Anmeldung

Text: Michael Irrgang, Bilder: BUF 2018, Logo: Fitline, 09.08.2019

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Nachdem es uns beim 24-h-Lauf in Delmenhorst nicht gelungen ist, unseren Plan umsetzen, waren wir zunächst frustriert. Am Sonntagabend nach dem Lauf haben wir uns geschworen, dass wir nie wieder über den Mauerweg oder Läufe sprechen, die länger sind als 6 Stunden.

Dies sah am nächsten Morgen jedoch schon ganz anders aus. Wie immer wurde viel analysiert, überlegt, kritisiert und zudem tat uns irgendwie auch gar nichts weh, obwohl wir 120 km gelaufen sind. Tja, irgendwie waren wir „angefixt“. Es entstand der Wunsch, es doch noch mal zu probieren. Um so besser, dass für das 1. August-Wochenende der Ballonlauf in Bönen ausgeschrieben war. 100 Meilen standen auf dem Plan, jedoch nicht wirklich an einem Stück.

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Der Vor- und auch Nachteil dieses Ballonlaufes ist, dass man insgesamt 4 Strecken läuft: 5 Meilen, 10 Meilen, 15 Meilen, 20 Meilen und danach das Ganze wieder in umgekehrter Richtung, also 20, 15, 10, 5 Meilen. Der Start erfolgt immer wieder gemeinsam zu einer festgesetzten Zeit.

Nun also die schwere Frage: langsam laufen und die Pause eher kurzhalten oder schnell laufen, um möglichst viel „Regenerationszeit“ zu haben?

Unsere Gedanken kreisten dabei permanent um die Fehler aus dem 24h-Lauf in Delmenhorst. Dort sind wir definitiv zu schnell gestartet und haben zu wenig Pausen für eine ordentliche Nahrungsaufnahme gemacht. Dummerweise mussten wir uns für den Ballonlauf entscheiden, welchen der Fehler wir vielleicht beseitigen wollen, da beides nicht wirklich möglich war.

Der Plan war wie immer gut, aber die Umsetzung dann doch etwas schwerer. Die ersten 5, 10 und 15 Meilen, wurde unsere Pace irgendwie schneller, statt wie geplant langsamer. Dennoch gelang es uns, so zu laufen, dass wir immer mindestens 1 Stunde (oft auch mehr) zur Erholung hatten. Wir konnten uns in Ruhe an dem ausgiebigen Läuferbuffet bedienen, trockene Sachen anziehen und noch einen Moment dösen. Für die Nahrungszufuhr war das sicher gut, die Muskeln fanden das beim jeweiligen Wiederanlaufen irgendwann nicht mehr so lustig.

Die 20 Meilen „Königsrunde“ startet um 20 Uhr. Für die Nacht ausgerüstet starteten wir guter Dinge. Der Satz „Wenn ihr über einen Holzhaufen klettern müsst, seid ihr richtig“ hätte uns wohl warnen müssen. Wir brauchten eine Stunde länger als geplant und kamen erst um 1 Uhr wieder im Ziel an. Über Stock, Stein, Feld und Holz drückt es noch nett aus. Wir haben ziemlich geflucht, zumal wir große Teile der Strecke als „Pfadfinder“ für die Läufer hinter uns liefen und neben der Orientierung auch schwer damit beschäftigt waren, in kein Hasen-Loch und auf keine Maus zu treten. Ein bisschen zu viel Trail, für unseren Geschmack, zumindest bei geplanten 100 Meilen.

image3Zurück im Ziel entschieden wir auf Grund der Strecke, diese nicht noch einmal zu laufen und stattdessen schlafen zu gehen. Von den 50 Läufern, die diese Strecken laufen wollten, sind auch nur 9 erneut gestartet. Wir waren also nicht alleine. Sonntagmorgen hieß es dann erneut auf die 15, 10 und 5 Meilen-Runde zu gehen. Die 15 Meilen liefen noch gut, die 10 absolvierten wir aufgrund der Hitze und müden Beine in einem Lauf-Geh-Rhythmus. Umso erstaunter waren wir, wie wir die letzten 5 Meilen wieder durch den Wald gerannt sind. Insgesamt sogar schneller als die ersten 5 Meilen am Samstagmorgen.

Tja, es wurden zwar wieder keine 100 Meilen, aber dafür ein 3. Platz in der Gesamtwertung für Reimund und ein 4. Platz für mich. Zu dem bin ich erstmals in meinem Leben die erste Frau geworden. (Beim Schreiben kann ich es noch nimmer nicht glauben). Von den 111 Startern haben nur 2 Läufer wirklich die 100 Meilen geschafft. Also sind wir unterm Strich mit unserem Plan doch ganz gut durchgekommen. Und feststeht: die 100 Meilen sitzen drin.

Text und Bilder: Judith Sebastian, 07.08.2019

 

Donnerstag bis Sonntag nach Ostern 2020, vom 16. bis 19. April,  bieten wir wieder ein Laufseminar zu dem Thema "Grundlagen Ultralaufen & Trailrunning" an. Das Bildungszentrum, in dem wir untergebracht sind, liegt in Langscheid, einem kleinen Ort direkt am Sorpesee, der zu Sundern gehört und etwas südlich von Hagen liegt, genau in der Mitte von Deutschland und sehr gut zu erreichen ist.

Links:
Online-Anmeldung
Agenda
06.10.2019 Anmeldng offen

Sorpesee Logo

Von der Terasse unserer Unterkunft aus bietet sich dieser Blick Richtung Kurpark und Sorpesee. In unmittelbarer Nähe liegen herrliche Wälder mit reichlich Höhenmetern, die für ein Trail-Grundlagen-Seminar perfekt sind.

logo BildungszentrumDas Ziel der Veranstaltung ist, grundlegende Kenntnisse über das Ultralauftraining zu vermitteln, insbesondere im Bereich Trailrunning. Die Teilnehmer werden viele nette Leute und eine schöne Landschaft kennenlernen, ein paar nützliche Dinge lernen und dabei viel Spaß haben.

Inhaltlich geht es um Training, aber auch die wichtigen Themen Ernährung, mentale Techniken und Ausrüstung werden kurz behandelt, die Praxiselemente zielen mehr auf Trailrunning mit Athletik- und Techniktraining. Vermutlich werden wir auch Spezialthemen behandeln, wie "Erste Hilfe", "Laufen mit Stöcken", GPS-Navigation und Treppentraining - die Agenda steht noch nicht endgültig fest.

Geeignet und offen ist diese Veranstaltung für alle interessierten Läuferinnen und Läufer, die Lust darauf haben. Man muss weder bereits einen Ultra gelaufen sein, noch Erfahrungen in schwierigem Laufgelände haben. Gerne können auch fortgeschrittene Läuferinnen und Läufer oder auch sportliche, laufinteressierte Partner teilnehmen. Erfahrene Trailspezialisten, die ein Trainingslager mit vielen Kilometern und Höhenmetern suchen, werden allerdings eher nicht auf ihre Kosten kommen.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstagnachmittag mit einem Kaffee und endet am Sonntag nach dem Mittagessen. Die Unterbringung erfolgt in Einzel- und Doppelzimmer, es gibt Vollpensioin. Das Teilnehmermaximum beträgt 25 Personen.

Der Normalpreis beträgt für Vereinsmitglieder der LG Ultralauf und der DUV sowie für teilnehmende Partner im Doppelzimmer 290 Euro und im Einzelzimmer 340 Euro. Mitglieder der LGU Trainingsgruppe bekommen einen Rabatt von 30 Euro, Nichtmitglieder der LGU/DUV zahlen einen Aufschlag von 30 Euro.

Fragen bitte per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! richten.

Text: Michael Irrgang, Bild: Tanja Lenze (Bildungszentrum Sorpesee), Stand: 12.09.2019

 

HoehenprofilDieser Lauf ist längst kein Geheimtipp mehr, denn dieses Jahr gab es bereits die 15. Austragung und dennoch ist der Lauf klein und familiär geblieben. Dabei bieten Gi, wie der Organisationleiter Giselher Schneider von Freunden genannt wird, mit seinen fleißigen Helfern den Teilnehmern ein breites Spektrum anspruchsvoller, alpiner Trailwettbewerbe und eine gut eingespielte Organisation, die den Vergleich mit den Marktführern absolut nicht scheuen muss. Dabei stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Der Wechsel des Veranstaltungsgelände zum Biathlonzentrum brachte eine komplette Neuplanung der Strecken mit sich. Schnee und Sturmschäden machten weitere auch kurzfristige Streckenänderungen erforderlich. Selbst der eine Woche vor dem Start „finale Track“ stimmte mehrfach nicht mit der Markierung überein – was soll’s, die Markierung war für eine Kleinveranstaltung unglaublich gut.

Ich hatte mich erst relativ kurzfristig angemeldet. In den letzten Monaten kam mein Training viel zu kurz. Ohne richtigem Training und Ambitionen hatte ich im ersten Halbjahr einige schlechte Wettkämpfe und wollte nun einmal ein Wochenende für mich mit einem Lauf in einer schönen Landschaft. Und: mich natürlich ordentlich vorbereiten. Das war natürlich sehr optimistisch gedacht und entwickelte sich leider etwas anders. Immerhin konnte ich wettkampfspezifisch etwa 1,5 Wochen vor dem Lauf mit Rucksack und Stöcken 2 Tage durch die Eifel laufen. Bei 30 bis 40 Grad war es das reinste Vergnügen und ich wünschte mir warmes Wetter – so wie letztes Jahr in Ruhpolding. Doch irgendwie überforderte die Eifeltour meine unvorbereitete Muskulatur, die bei der nächsten Trainingseinheit mit einer Zerrung antwortete. Am Dienstag vor dem Lauf versuchte ich eine lockere Einheit, musste jedoch nach 3 km schmerzbedingt umdrehen und zurückwandern.

Ohne Training und leicht verletzt machte ein Start eigentlich kaum Sinn, zumal der Wetterbericht Regen und Gewitter vorhergesagt hatte, bei immerhin angenehmen Temperaturn.

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Da Kneifen selten eine gute Lösung ist, reiste ich mit einem vorsichtigen Plan an, der ein Finish der 100-Meilenstrecke knapp unter dem Zeitlimit vorsah. Ruhpolding begrüßte mich mit Sonnenschein und einem Panorama voller Berggipfel, wo ich definitiv nicht rauf wollte.

Der 100-Meilenlauf besteht aus zwei Runden. Nach etwa 90 km kommt man wieder in der Chiemgau-Arena an und startet in die zweite Runde, die überwiegend identisch mit der 100km-Strecke ist. Die 100km-Läufer starten um 5:00 Uhr und beginnen mit einer Auftaktschleife, bevor die Strecken zusammenkommen. Die 100-Meilenläufer müssen abschätzen, wie lange sie für die erste Runde brauchen und ihre Startzeit am Freitagnachmittag selbst so festlegen, dass sie etwa zwischen 4:30 und 7:30 die zweite Runde beginnen können.

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Vor dem Lauf gab es noch ein kurzes Briefing, in dem Gi auf ein paar Besonderheiten des Laufes hinweis.

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Bei der Gelegenheit traf ich Gerd Kirschke, der leider nicht das Ziel erreichte. Außerdem war noch Michael Müller dabei, der für 100km gemeldet war und die 85km-Distanz finishte.

Kurz vor dem Start verdunkelte sich der Himmel, die Schleusen öffneten sich und ein erster, kurzer Starkregen ärgerte die Läufer. Also Regenjacke an und nur fünf Minuten später konnte ich die Regenjacke gegen eine dünne Windjacke wechseln. War ich am Anfang Letzter, so war ich jetzt Allerletzter, sprich, ich konnte den vor mir laufenden Läufer nicht mehr sehen. Der Lauf begann bei mir mit drei flachen Kilometern in 19 Minuten. Hm. Auch mein Plan war es, bei den einfachen Kilometern etwas Zeit gutzumachen, die ich dann berghoch und in den technisch schwierigen Abschnitten benötigen würde, aber so schnell widerstrebte mir und so dackelte ich gemütlich den Forstweg entlang meiner Startgruppe hinterher. Der Anteil an Forstwegen ist schon recht hoch, teilweise den vielen notwendigen Umleitungen geschuldet, da die Wälder mit den kleinen Wanderwegen noch teilweise gesperrt sind. In mir reifte der Gedanken, mir im nächsten Jahr noch einmal die Originalstrecke anzusehen, denn die Gegend beeindruckt doch sehr.

Der erste Gipfel beeindruckte nicht minder. Es ging steil hoch und ebenso „brutal“ wieder runter. Das kann doch kein Wanderweg sein, das scheint mir eher etwas für Selbstmörder. Ab und zu lief ich längere Abschnitte mit einer Begleitung – es waren die zwei Mal, in denen ich mich kurz verlief. Dennoch waren die Gespräche sehr nett und ich stelle fest, dass die meistern Teilnehmer zum wiederholten Mal da waren und überwiegend eine negative Bilanz hatten, was das Finish angeht.

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Bei einer Gelegenheit, als die Sicht einen Blick auf den der Region namensgebenden Chiemsee ermöglichte, entstand dieses Bild.

Aus der Streckenbeschreibung und dem Höhenprofil hatte ich mir einen Plan überlegt, wann ich an den jeweiligen VPs sein wollte und überraschender Weise war ich überwiegend schneller unterwegs, weil die ausgesetzten Wege in der Minderheit gegenüber den gut laufbaren Forstwegen hatten, in denen ich gut meine Stöcke einsetzen konnte und entsprechend schnell vorankam.

So erreichte ich bereits eine Stunde vor dem Plan gegen 5:15 Uhr die Chiemgauarena, wo ich das Shirt wechselte und mich einiger Dinge entledigte. Mir ging es eigentlich ganz gut. An einer Stelle hatte ich die Schuhe etwas ruiniert, als ich mir beim Stolpern fast die Kappe komplett vom Obermaterial abriss. Die Schuhe haben nun ihre Schuldigkeit getan und wurden am nächsten Morgen direkt an Ort und Stelle beerdigt. Schade eigentlich. Nun sammelte ich fleißig mal Steine mal Tannennadeln ein, die mal drückten, mal piksten.

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Anfang der zweiten Runde nach Sonnenaufgang im Regen entstand dieses Bild.

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Auch so eine Stelle gab es einmal, als man im hohen Gebüsch den Weg mehr vermuten als sehen konnte.

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Solche Wege liebe ich: schmal, zwischen Fels und Abgrund, dennoch flach und mit wenig Stolperfallen ausgestattet.

Von den ständig nassen Socken deuteten sich erste Blasen an, aber ich war doch recht optimistisch, die fehlenden 71 km zu schaffen, zumal ich dafür noch etwa 17,5h Zeit hatte. Leider verschlechterte sich der Zustand der Füße stündlich und berghoch merkte ich, dass die Kraft in den Beinen komplett verschwunden war und ich viel mit den Armen arbeiten musste. Immerhin konnte ich die Forstwege bergab noch gut laufen und kam daher gut voran. Für mich war der kritische Punk im Abschnitt zwischen km 119 und 123. Unglaublich, wie schnell sich Optimismus verflüchtigen kann!

Ich hatte für den letzten Marathon noch fast 13 Stunden Zeit und selbst bei streikenden Füßen und mit wenig Kraft sollte das möglich sein. Doch nur kurz hinter dem VP Kohlstatt bei km 119 führte der Weg eine Skipiste hoch. Nicht senkrecht, aber fast. Dieser Abschnitt war so deprimierend! Es war ein rutschiger Wiesenweg, der unglaublich steil und rutschig war. Alle zwei Schritte musste ich stehenbleiben, damit der Puls von maximal auf hoch fiel. Für die geschätzten 500m habe ich fast eine Ewigkeit gebraucht und mir wurde klar, dass das Zeitpolster recht trügerisch war. Laufen tat mittlerweile weh, so dass ich auch bergab viel gehen musste. In dieser Phase setzte nun ein langanhaltender Starkregen mit Gewitter und einem Temperatureinbruch ein. Als ich am nächsten VP bei km 123 ankam, war ich völlig im Eimer. Die untere Hälfte patschnass, vor Kälte zitternd, mit dem linken Fuß konnte ich kaum mehr Auftreten, rechts hatte ich wohl auch eine Blase, mental war ich bereit, in ein Taxi zu steigen, sollte dort eins stehen und mich der Fahrer, so wie bin, mitnehmen.

Von all den Optionen, die ich hatte, entschied ich mich, die abgekürzte Variante zu versuchen. 23 km vor Schluss, also bei km 138 bietet sich am dortigen Versorgungsstand die Option, den letzten Gipfel zu überqueren oder die abgekürzte Variante ins Ziel zu nehmen und als Finisher mit 146km das Rennen zu beenden. Der letzte Gipfel über den Hochfelln ist brutal steil rauf wie runter, technisch sehr anspruchsvoll und versprechen noch einmal mühsame 800 Höhenmeter bergauf und 1000 bergab, bei Gewitter ist der Weg oben am Grat entlang lebensgefährlich. Wie die Ergebnisliste zeigt, nahmen disziplinübergreifend etwa 50% der Teilnehmer diese Variante. So hatte ich etwa 12h Zeit für die verbleibenden 23 km. Und es wurde der schwerste und längste „Halbmarathon“ meiner Laufkarriere, denn ich benötigte fast 9 Stunden für die restliche Distanz. Immerhin hörte der Regen irgendwann auf und ich meine Betriebstemperatur normalisierte sich. Dennoch stellte ich mir permanent die Frage, ob so ein Finish Sinn macht. Zum einen gab es kaum eine Alternative und Ja, ein Finish macht immer Sinn. Von den 38 auf der 100-Meilenstrecke gestarteten Läufer und Läuferinnen sind lediglich 10 die Gesamtdistanz gelaufen und 9 finishten auf der 146km-Strecke und ich werde sogar auf Platz 5 genau in der Mitte aufgelistet. Schon beeindruckend!

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Etwa bei km 135 liefen wir an Ruhpolidng vorbei, welches sich in der untergehenden Sonne von seiner schönsten Seite zeigte.

Auch wenn die 146km-Finisher für ihren Erfolg gefeiert wurden, bin ich mir persönlich bei der Einordnung nicht sicher. Mein Ziel war simpel: 100 Meilen sollten es sein! Meine Form war ausreichend, die Ausrüstung super, die Taktik passte. Von allen Dingen, die sich zum „Aufgeben des 100-Meilenzieles“ kumulierten, waren die aufgequollenen Füße der entscheidende Faktor, den man mit einem morgendlichen Eincremen mindestens hätte herauszögern können – was für ein dämlicher Anfängerfehler, so etwas zu vergessen!

Ich denke, dass ich das Finishershirt in meinem Stapel ganz nach unten legen werde, aber im nächsten Jahr versuchen werde, es mir redlich zu verdienen.

Ruhpolding – ich komme wieder, dann gerne auf der Originalstrecke und bei strahlendem Sonnenschein.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 04.08.2019

 

BUF2019 CWenn am 24.8. im Rahmen des Bottroper Ultralauf Festivals (BUF) die Deutsche Meisterschaft im 24h gestartet wird, startet gleichzeitig der 6h-Lauf. Der beliebte 6h-Stundenlauf war die letzten Jahre stets ausgebucht, aktuell sind allerdings im auf 100 Starter begrenzten Teilnehmerfeld noch Plätze frei.

Wer sich noch bis zum Online-Meldeschluss am 11.8. anmeldet profitiert nicht nur von einem günstigen Preis, sondern erhält auch eine personalisierte Startnummer. Allerdings kann man sich bei Bedarf bis etwa 1h vor dem Start nachmelden.

Aktuell liegen 58 bezahlte Anmeldungen vor; von 25 Frauen und 33 Männern. Sie starten in 17 verschiedenen Altersklassen und so wie es aussieht, werden insgesamt 43 Altersklassenpreise verschenkt – eine gute Quote, die nur noch im 100km-Lauf überboten wird, wo fast jeder einen AK-Preis erhält.

Favoriten sind aktuell schwer auszumachen. Eine erste Analyse der Anmeldedaten ergibt, dass es für etwa ein Drittel der Starter der erste Ultralauf ist und für ein weiteres Drittel der erste 6h-Lauf. Von den anderen hat keiner eine Vorleistung, die einen neuen Streckenrekord andeutet.

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Im letzten Jahr lief Susanne Gölz beim 6h-Lauf ein beherztes Rennen und überbot mit ihrer Leistung sogar den Streckenrekord der Männer.

Auch wenn es neben den schönen Altersklassenpreisen auch Pokale für die Gesamtsieger zu gewinnen gibt, starten die meisten wohl eher mit einer anderen Motivation.

Einerseits ist der 6h-Lauf die ideale Einsteiger-Disziplin für am Ultralauf interessierte Läuferinnen und Läufer, da man völlig ohne Stress bei bester Versorgung die Marathondistanz mehr oder weniger deutlich überbieten kann. Andererseits ist so ein 6h-Lauf eine ideale Trainingseinheit für später im Jahr stattfindende Höhepunkte, wie beispielsweise die 100km Meisterschaft in Kandel vier Wochen später.

Eine überlegenswerte Idee ist auch, als Betreuer eines 24h-Läufers an dem 6h-Lauf teilzunehmen. Hier kann man zunächst den Läufer ein wenig auf der Strecke begleiten und kann nach dem Lauf, Duschen und Siegerehrung den Läufer in den schwierigen Phasen des Wettkampfes betreuen.

Die Teilnehmer sind gleichzeitig unmittelbar bei der Meisterschaft dabei, können mit den 24h-Lauf-Experten gemeinsame Runde drehen und die einzigartige, spannungsgeladene Rennatmosphäre miterleben. Eine 24h-Meisterchaft ist sicher ein besonderer 24h-Lauf und nicht zufällig findet man unter den Top10 der Jahresbestenlisten meist die Ergebnisse der nationalen und internationalen Meisterschaften.

Abgesehen von der Stimmung profitieren die 6h-Läufer auch von einer sehr guten Versorgung. So werden wir neben einer sehr vielseitigen Verpflegung wieder einen Rennarzt und zwei Physiotherapeuten vor Ort haben, die sich um das Wohl der Läufer kümmern.

Der Ablauf des 6h-Laufes am Samstag, 24.8.

  • 17:00 bis 21:00 Uhr (Freitag) Startnummernausgabe und Nachmeldungen
  • 8:30 bis 10:30 Uhr Startnummernausgabe und Nachmeldungen
  • 10:45 Briefing
  • 11:00 Start des 6h-Laufes
  • 17:00 Endes des 6h-Laufes, Restmetervermessung, Auswertung
  • 18:15 Siegerehrung

Alle Teilnehmer des 6h-Laufes erhalten neben einer Erinnerungsmedaille und einer Urkunde auch nach dem Lauf ein Nudelgericht.

Wer den Lauf über die Mittagsstunden meiden möchte, sollte einmal über die Teilnahme am 100km-Lauf nachdenken, der um 18 Uhr gestartet wird. Hier kann man durch die stimmungsvolle Bottroper Nacht laufen und die Siegerehrung bei dem morgendlichen Frühstück genießen.

Ausschreibung: Link

Anmeldeportal: Link

Text und Bild: Michael Irrgang, 20.07.2019

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