Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nachfolgend könnte ihr die Eindrücke von Elisabeth Ploch und Hans-Dieter Jancker vom 24h-Lauf in Reichenbach nachlesen:

Elisabeth Ploch:

24h Reichenbach im Sächsischen Vogtland,

dort, wo im Musikerwinkel seit über 350 Jahren Instrumente gebaut werden, wo sich die Menschen mit dem Corpus, der Statik, der Kompostion und Konstruktion auskennen. Der Bogenbau, sowohl bei den Instrumenten als auch bei den Brücken, ist im Vogland unpretentiös und dennoch edel.  Das Vogtländische Wahrzeichen ist die Göltzschtalbrücke, die Reichenbach und Netzschkau verbindet. 98 Bögen und somit die größte Viaduktbrücke Europas. Die Luftigkeit, Leichtigkeit und Durchlässigkeit mit den Herausforderungen versuchen Hans-Dieter und ich in der Textkomposition durchschimmern zu lassen. Wenn das Laufen nicht unbegrenzt komfortabel zu sein beginnt und man geneigt ist, sämtliche Variationen für das Wort „unangenehm“ zu erfinden, wie die Inuit Vokabular für Schnee haben, dann braucht man die Kolleginnen und Kollegen, die laufen.

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Von LG Ultralauf waren Kolleginnen und Kollegen anwesend und so freute ich mich in Gemeinschaft laufen zu können und wohl wissend, dass die Runde, beginnend im Stadion und auf Asphalt um das Reichenbacher Wahrzeichen herum, spätestens ab Runde 50 für mich anstrengend sein würde, so wusste ich immer: da sind tolle Leute auf der Starterliste – echte Ultraunikate mit viel Format.

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Unsere TeilnehmerInnen von links nach rechts: Elisabeth Ploch, Falk Sittner, Hermann Fischer, Hans-Dieter Jancker, Sylvia Faller und Betreuer Franz Faller. Nicht auf dem Bild ist unser Mitglied Jürgen Geier.

Ich war eine Woche zuvor in Zehdenick (Oberhavelland in Brandenburg) beim Stadtsportfest gestartet, hatte somit 84 km auf Kopfsteinpflaster am Ufer der Havel und eine schlaflose Nacht bereits hinter mir und doch gab ich mich der Hoffnung hin, dass ich in Reichenbach einen 24h Ultralauf absolvieren könne, denn hier sind die Pausen genauso in Ordnung, wie Zäsuren oder langsames Gehen, wenn das Laufen nicht (mehr) geht oder wie es eine ganz liebe Freundin von mir immer wieder formuliert: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe“ – und ich fand tausend Gründe um 2 Läufe in einer Woche bestreiten zu können. Es gab wundervolle Gespräche, inspirierende Momente und die Gewissheit, dass egal wie ein Weg ist, es auch immer Brücken zu den Menschen gibt oder wie in einer musikalischen Komposition, die Kadenz die Akkorde elegant verbindet, denn die Harmonielehre artikuliert Verbindungen.

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Elisabeth Ploch mit schickem Outfit

 

Hans-Dieter Jancker:

24-Stundenlauf  Reichenbach/Vogtland oder „Aus Niederlagen soll/kann man lernen“

Es hat nicht sollen sein! Die Erwartungen waren ja hoch vor dieser Premiere. Insgeheim wollte ich 180 Km laufen. Dann meinte Elisabeth in der ersten Phase, ich würde 200 Km erreichen, damit hätte ich den Lauf sogar gewonnen. Nur eine junge Polin lief deutlich über 200 Km.

Und es ging auch ganz gut los, ich lief wie ein Uhrwerk, entspannt deutlich hinter Falk und den Burgers, doch jeden Km eigentlich rund 10 bis 15 Sekunden zu schnell! Leider!

Das war im Grunde mein Plan gewesen – im 6er Schnitt lange locker laufen.

Von der LG Ultralauf waren wir übrigens zu sechst in Reichenbach: Nicht registriert hatten wir in der ganzen Aufregung, dass mit Jürgen Geier ein weiteres Mitglied seine Runden drehte und kurz vor Falk nach 24h zum Stehen kam. Elisabeth hat für sich eine super Leistung erreicht, Falk und Sylvia liefen mit Pausen in etwa ihre Km wie geplant, unser Ultrawalker Hermann bewies mit seiner Leistung, was man in 24 Stunden Gehen erreichen kann, wenn man auch die Nacht richtig nutzt – Platz 1 in der M65!

 

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Unser Siegerduo Hermann Fischer und Hans-Dieter Jancker in der M65

Gerade das war mein Problem.

Der Reihe nach: Das Wetter war ganz gut, etwas Sonne und eine erfrischende Briese, dann zog es zu und bei Km 75 erwische mich der Regenguss. Ehe ich mir die Weste überziehen konnte war ich richtig nass. Der Regen wurde zwar etwas schwächer, dauerte aber über eine Stunde. Vielleicht bin ich dadurch steif geworden und etwas verkrampft, jedenfalls machte ich etwa bei Km 90 auf Anraten von Sylvia und Elisabeth ½ Stunde Pause, sehr wahrscheinlich etwas zu spät.

Ich lief dann noch etwa 3 Stunden, entschloss mich aber noch vor Mitternacht zu einem Nachtlager im trockenen Aufenthaltsraum.

Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, die Massagebank aufzusuchen, etwas durchzuatmen und dann die Nacht zu „genießen“ bzw. zu nutzen, auch gehenderweise …

Bei Tagesanbruch raffte mich auf, ein Kaffee und kleine Schittchen sollten Kraft geben für die nächsten Km. Getrunken habe ich übrigens so viel wie noch nie in einem Wettkampf, (Iso, Cola, Tee, Wasser) ständig trockener Mund. Kann man eigentlich auch zu viel trinken?

Gels gab es alle 25 Km, 2 Salztabletten nach je 3 Stunde, dazu nur Kleinigkeiten, meinen geliebten Schleim gab es leider (noch) nicht, in der Pause aber eine Portion Nudeln …

Die ersten Runden nach der Nacht und knapp 6 Stunden Rast liefen wieder ganz gut. Ich wurde auf der Strecke gegrüßt, meine Pause war schließlich aufgefallen. Doch nach 12 Runden wurde es wieder zäh, eckig, etwas wackelig … ich stellte um auf Wechsel von Laufen und Gehen, etwa 1,6 Km Laufen und 800m Gehen. Das half, kampflos wollte ich doch nicht aufgeben.

Leider war der Akku meiner Uhr inzwischen leer und die Rundenanzeige konnte ich wegen der Sonnenblendung nicht lesen … so hangelte ich mich etwas blind durch die letzten 2 ½ Stunden, um schließlich doch noch 142,7 Km zu erreichen.

Das ist nicht das was ich mir vorgestellt hatte! Trotzdem bereue ich den Start nicht.

24-Stunden-Läufe sind eben eine ganz besondere Kategorie. Da man immer wieder dieselben Gesichter sieht entwickelt sich etwas wie Gemeinschaft, über die Freunde der LG Ultralauf hinaus. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn die Staffelläufer, die sonst immer an uns vorbei geflitzt waren, auf der letzten Runde mit Fahnen und LaOla uns Einzelkämpfern zujubelten!

Die nächsten 24 Stunden kommen garantiert irgendwann!

Der Tag danach: Nach unruhiger Nacht niedriges Gewicht, niedriger Puls, der Lockerungslauf von 6 Km war gut und problemlos, wenn auch wirklich langsam.

Fazit: Bis zum Spartathlon ist noch einiges zu tun!

 

Die Ergebnisse des Laufs gibt es hier:

https://live.24-stundenlauf.de/live.aspx

 

Berichte von Elisabeth Ploch und Hans-Dieter Jancker, Bilder Elisabeth Ploch, 26.06.2019

FDZU5bSabrina und ich haben uns 2017 durch einen kompletten Zufall beim Laufen kennengelernt. Ich war gerade auf der 29km Strecke des Kleinwalsertal Trail Challenges unterwegs, als mich von hinten eine weibliche Stimme ansprach, dass ich endlich mal jemand sei, der seine Stoecke richtig einsetzen würde und keine Bedrohung für die anderen Trailläufer sei. Naja und über diesen Kommentar kamen wir zwei Mädels ins quatschen. Als sich kurz danach die Fiedererscharte vor uns erhob, wurde Sabrina, mittlerweile hatten wir uns gegenseitg vorgestellt, etwas bange, da dies ihr erster Traillauf war. Ich kannte die Fiedererscharte allerdings von meinem ersten Transalpine und sagte ihr, dass sie einfach nur auf meine Füße schauen sollte, dieselben Schritte wie machen sollte und ich den Rest machen würde. So erklommen wir langsam diesen steilen Berg, liefen mehr oder weniger gemeinsam danach ins Ziel. So wurde eine Laufreundschaft zwischen Wolfsburg und Hamburg geboren und wir blieben in regelmäßigem Kontakt. 2019 trafen wir uns wieder beim Schweriner Seentrail, bei dem Sabrina die 33km-Strecke gewann und ich auf der 63km Strecke Zweite geworden war.

FDZU2Bei diesem Treffen erwähnte Sabrina auch ihren Plan beim FDZU zu starten, den ich mir bereits 2018 online angeschaut hatte und sehr schön fand (endlich auch mal ein toller Ultra in meiner Nähe). Da aber bei mir der Dragonsback anstand und ich nicht wusste, wie ich mich davon erholen wurde, war dieser Lauf für mich erstmal kein großes Thema. Nachdem der Dragonsback leider nicht wie geplant für mich gelaufen war und ich kurz vor Meldeschluss sowohl merkte, dass meine Beine langsam wieder laufen konnten als auch, dass ich an diesem Wochenende auch in Hamburg war, meldete ich mich recht spontan an.

Unser Plan war, erst einmal gemeinsam zu laufen und es mit einem 6-min-Schnitt zu probieren, um nicht zu über-pacen – für Sabrina war es der erste Ultra über 60km (Wahnsinnsrespekt für diesen tollen Sprung) und ganz verwunden hatte ich den Dragonsback auch noch nicht.

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Gemeinsam starteten wir um 4 Uhr und blieben tatsächlich für einen Großteil des Laufes zusammen, unterhielten uns prima, genossen die Landschaft und hatten gute Laune. Ab km 75 trennten wir uns, ich lief dann alleine und Sabrina hatte Fahrradbegleitung von ihrem Freund. Kurz bevor die 12 Stunden voll waren, kam ich im Ziel an, Sabrina eine gute halbe Stunde später. Platz 1 und 2 für die Frauen der LG Ultralauf!

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FDZU4Der FDZU ist ein wunderbarer, familiärer Landschaftslauf, der zwar größtenteils auf geteerten Radwegen stattfindet, die Läufer aber durch ganz wunderbare, kleine Ortschaften führt mit Reet-gedeckten Häusern, kleinen Schwedenhäusern und immer wieder Blicke auf das Boddengewässer, aber auch auf die Ostsee bietet.

All 8 bis 10 km gab es liebevoll betreute VPs, teilweise auch von Hotels/Restaurants an der Strecke bemannt. Ein besonderes Erlebnis war nach knapp 94 km ein 6 km langes Stück am Strand zu laufen - ich glaube, ich werde keine begeisterte Strandläuferin werden.

Auch wettertechnisch hatten wir großes Glück, hatte der Lauf 2018 noch unter extrem heißen Bedingungen stattgefunden, war es dieses Jahr trocken, sonnig und mit Temperaturen um die 22 Grad gut zu laufen. Alles in allem ein echtes Laufjuwel, das ich allen nur empfehlen kann!

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Text und Bilder: Claudia Lederer, 25.06.2019

BUF2019 CEs sind noch über zwei Monate, bis in Bottrop im Rahmen des dortigen Ultramarathon Festivals der Startschuss zur ersten DLV-Meisterschaft im 24h-Lauf erfolgt. Bei den Läuferinnen und Läufern sollte das Training auf Hochtouren laufen, die nächsten 4 bis 6 Wochen sollten idealerweise für sehr umfangorientiere Trainingswochen genutzt werden mit Testwettkämpfen über 100km oder 12h. Falls noch nicht erfolgt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich anzumelden und die Reise zu planen.

Die Organisatoren von Adler-Langlauf Bottrop und der LG Ultralauf sind mitten in der Vorbereitung und planen, einige Punkte zu verbessern und Anregungen der Teilnehmer aufzugreifen. So werden wir die Beleuchtung verbessern, haben die Uhrzeit des Startes vorverlegt und bauen ein neues Siegerpodest, weil uns das klassische Podest für einen 24h-Lauf nicht geeignet erscheint, da die Stufe zu hoch und die Standfläche für eine Mannschaftsehrung viel zu klein ist.

Die aktuellste Änderung der Ausschreibung ist die Ausweisung einer 100-Meilenzwischenzeit für die 24h-Läufer. Das ermöglicht nicht nur den 24h-Kaderathleten, die Ende Oktober zur 24h-WM fahren, taktische Varianten der Renngestaltung. Diese Zwischenergebnisse sind bestenlistenfähig und werden in der DUV-Statistik aufgeführt.

Einige der Kaderathleten stehen bereits auf der Startliste, weitere erwägen eine Teilnahme. Bei einigen Talenten kann man vermuten, dass sie die WM-Norm angreifen werden, auch wenn die Normerfüllung für die diesjährige WM zu spät ist.

Silver IAU Label 2019Die Veranstaltung hat dieses Jahr als einziger Lauf in Deutschland für zahlreiche Spitzenergebnisse in der Vergangenheit das IAU-Silber-Label erhalten und tatsächlich gab es im letzten Jahr auf allen Strecken sehr gute Siegerleistungen, einige Deutsche Rekorde und viele, persönliche Bestleistungen.

Leistungsmedaille 2018

Eine Besonderheit der Wettbewerbe in Bottrop ist die Vergabe der LG Ultralauf Leistungsmedaille. Diese wird nicht für Platzierungen vergeben, sondern für absolute Leistungen. Jeder, der eine Spitzenleistung erbringt, kann die Medaille in Gold, Silber oder Bronze erhalten. Die erforderlichen Leistungen sind allerdings recht hoch und liegen etwa bei den verschiedenen Kader-Normen. Im letzten Jahr wurden immerhin einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze vergeben. Neben der Medaille gibt es einen Eintrag im Register „Ausgezeichnete Athleten“ für die Ewigkeit, den man hier findet. Link: Ausgezeichnete Athleten

Stand heute zählt Titelverteidiger Marcel Leuze aus Hamburg zu den Favoriten, der gerne dreimal hintereinander Meister werden möchte, was bisher nur Stu Thoms in den Jahren 2014 bis 2016 geschafft hat.

Bei den Frauen ist Antje Krause gemeldet, die 2009 bereits das erste Mal auf dem Podest stand, in der Zwischenzeit sechs Mal 24h-Lauf-Meisterin wurde, davon fünfmal (2013 bis 2017) hintereinander. Eine unglaubliche Reihe, die nur deswegen unterbrochen wurde, weil sie im letzten Jahr an der etwa zeitgleich stattgefundenen 100km-WM teilnahm.

Mit Simone Durry, Sigrid Hoffmann und Stefan Wilsdorf sind weitere Kaderathleten gemeldet, wobei natürlich nicht klar ist, ob sie ihr Leistungspotential wirklich abrufen wollen. Aber es ist schön, dass sie angemeldet sind, denn diese Meisterschaft ist eine besondere, weil es die erste ist, die der DLV veranstaltet.

logo dlv tandem 260Im letzten Jahr hatte die DUV mit dem DLV den Wechsel der Ultramarathon-Meisterschaften von der DUV zum DLV vereinbart, bei denen es Weltmeisterschaften gibt. Das betrifft neben der 24h-Meisterschaft auch die Meisterschaften im 50km-Lauf und im Ultratrail.

Das ist sicher ein Meilenstein in der Entwicklung des Ultralaufsports, aber nicht frei von Nachteilen für die Veranstalter und Sportler.

Zunächst einmal hat die Erstellung der Meisterschaftsausschreibung deutlich mehr Zeit als üblich gekostet, denn für den DLV ist es die erste Meisterschaft mit einem Zeitlauf. Link zur Ausschreibung

In der klassischen Leichtathletik gibt es Qualifikationsleistungen und Zeitlimits, aber keine Mindestleistungen und Medaillenstandards wie im DUV-Regelwerk vorhanden. Letztendlich waren die Gespräche mit den Ansprechpartnern der DLV-Wettkampforganisation und Michael Sommer als DLV-Ultramarathon-Berater aber sehr konstruktiv.

Die Meisterschaft mit Ausschreibung steht im normalen DLV-Meisterschaftskalender und man kann davon ausgehen, dass sie von einigen interessierten Sportwarten gelesen wird, wobei ich nicht glaube, dass Leichtathletikvereine, die bisher keine Ultraerfahrungen haben, Athleten entsenden werden.

In den Gesprächen wurde auch klar, dass die Leichtathletikordnung (DLO) an einigen Stellen nicht ultra-typisch ist und angepasst werden sollte, was allerdings eine Herkulesaufgabe ist.

Die DLO ist das Regelwerk, wie bestenlistenfähige Läufe, insbesondere Meisterschaften zu organisieren sind. Da steht beispielsweise, dass der Start durch einen Starter, also einem Kampfrichter mit einer besonderen Qualifikation, mit einem Schuss erfolgen muss. Bisher hat das immer der Schirmherr der Veranstaltung, der Oberbürgermeister von Bottrop mit einer Druckluftsirene gemacht, aber das geht vermutlich nicht mehr.

Für die Läufer ist die größte Hürde die Anmeldung zur Meisterschaft. Die erste Frage ist, ob man überhaupt startberechtigt ist und die nächste, wie man sich anmeldet. Eigentlich sollte das in diesem Beitrag genau erklärt sein. Link Wichtige Infos zur Meisterschaft.

Die wichtigsten Inhalte:

- Man benötigt einen Startpass. Den kann jeder Leichtathletikverein kurzfristig ausstellen.

- Bei der Anmeldung zur Meisterschaft bitte in das Feld „Startpassverein“ nur den korrekten Vereinsnamen eintragen. Das Feld „Team/Verein“ wird für den offenen Lauf genutzt und kann abweichende Inhalte haben. Teilnehmerbeitrag überweisen und fertig.

Je mehr Teilnehmer es in der DM-Wertung gibt, desto besser. Dieser Lauf wird in den Medien eine hohe Aufmerksamkeit bekommen und durch viele Teilnehmer können wir Läufer selbst dazu beitragen, dass unser Sport als attraktiv wahrgenommen wird. Dies gelingt durch eine große Streuung über alle Altersklassen, motivierte Läufer und gute Leistungen, eine freundliche, kooperative Stimmung im Läuferfeld und eine erstklassige Organisation.

Natürlich ist die Deutsche Meisterschaft das Herzstück der Veranstaltung, aber auch andere Wettbewerbe und Starter verdienen Aufmerksamkeit. So starten beispielsweise im offenen Lauf über 24h Wolfgang Schwerk, einer der besten deutschen Ultraläufer aller Zeiten sowie einige Gäste aus Belgien und den Niederlanden.

Der 6h-Lauf und die Staffeln eignen sich insbesondere für Ultralauf-Einsteiger dieser Meisterschaft beizuwohnen. Aber auch der 100km-Nachlauf hat schon einige interessante Starter, wie Bernd Orlowski.

Interessant ist sicher auch, wen man da so auf und neben der Strecke noch so alles trifft. Beispielsweise haben ranghohe DLV-Mitarbeiter ihr Kommen zugesagt, das halbe DUV-Präsidium ist vor Ort, DLV-Teamchefs, Vorjahressiegerin Anke Libuda, die DUV-Förderstützpunkte aus Berlin, Würzburg, Schwindegg, Wolfenbüttel und dem Allgäu sind in der Startliste vertreten, Bottrop und LG Ultralauf sowieso.

Aktuell sind noch etwa 110 Startplätze für den 24h-Lauf und 50 für den 6h-Lauf vorhanden. Link zur Anmeldung und Teilnehmerliste. Eine Online-Anmeldeschluss ist bis zum 11.8. oder Erreichen des Teilnehmerlimits möglich.

Text und Bilder: Michael Irrgang, DLV-Logo: DLV-Homepage, 20.06.2019 

Schon oft berichteten wir von den Touren von Franz Holzleitner, der gerne sich seien Rucksack schnappt und dann das Wochenende in der Natur verbringt, aktuell gerne im Schwarzwald oder am Bodensee. Oder bei einem Wettkampf. So ist er eine Woche nach einer Megatour am Bodensee den KUT gelaufen, immerhin die anspruchsvolle Deutsche Meisterschaft im Ultratrail in der Pfalz und nur eine Woche später den alpine und noch fordernderen Lauf Mozart 100 in Salzburg.

Auf seiner Internetseite veröffentlicht er meistens zu seinen Abenteuern Berichte, die wir hier kurz vorstellen und verlinken

Franz 1

15.06.2019, Salzburg (Österreich), Mozart 100

Wieder ist es an der Zeit, einen Lauf zu absolvieren. Ist das schlau nur eine Woche nach dem Kut oder die größte Dummheit? Manche halten mich verrückt, man muss ja dem Körper Zeit geben zum Erholen. Wozu auch, nach jeder Woche ist er stärker als vorher. Ob schneller stärker ist, ist eine andere Frage. Habe die kurzen schnellen Läufe hinter mich gelassen, weil ich auch noch in etlichen Jahren laufen will und wo sind all die schnellen Läufer geblieben?

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Franz 2

08.06.2019, Reichweiler, K-UT

Wiederum ist eine Woche vorbei und eine neue Herausforderung steht an. KUT – Der Keufelskopf Ultralauf steht auf dem Programm. Vor 2 Jahren 2017 lief ich diesen Lauf schon mal, damals mit 85km. Diesmal durch die DM hat der Lauf nur 78km. An den Lauf selbst kann ich mich kaum noch erinnern aber, dass er hart war, werde ich nicht vergessen 14:24: xx war meine Zeit und ich war am Boden zerstört.

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Texte und Bilder: Franz Holzleitner, Michael Irrgang, 19.06.2019

IMG 1238Die Nacht der Nächte! 100km von Biel

Freitag Nacht war es wieder so weit. Zum zweiten Mal startete ich beim legendären 100km-Lauf in Biel/Schweiz. Nachdem ich im letzten Jahr mit Rückenproblemen gehandikapt an den Start ging und froh war, dass ich überhaupt laufen konnte, konnte ich dieses Jahr ambitioniert die 10:00 Std.-Marke angreifen.

Eine Besonderheit von Biel ist, das der Start um 22:00 Uhr ist und die ganze Nacht gelaufen wird. Und mit einigen hundert Höhenmetern ist er auch nicht wirklich flach. Trotz nachtschlafender Zeit stehen in den Dörfern die Zuschauer an der Straße und feuern die Teilnehmer an. Hunterte von Helfern schlagen sich die Nacht für die LäuferInnen um die Ohren. Ein fettes Dankeschön dafür!

Biel LogoKurz nach dem Start fing es leicht an zu regnen und es wehte ein spürbarer Wind. Mich störte es, im Gegensatz zu einigen anderen Läufern nicht wirklich. Schnell fand ich mein Wohlfühltempo und die Kilometer flogen nur so an mir vorbei. KM10 54:00; Halbmarathon 1:51:21; Marathon 3:45:28; 50km 4:31:00. Lag alles sehr gut im Zeitplan. Das alles allerdings mit diversen Steigungen und 4! Pinkelstopps - doch etwas zu schnell.

Hatte jetzt rundd eine Stunde Puffer auf 9:59. Sollte also passen. Doch so ein 100er hat seine eigenen Regeln. Und Biel besonders. Ab km 60 wurde es dann plötzlich recht zäh und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Alles langsamer als ein Tempo von 6:00 Min./km war langsamer als ich für 10:00Std. laufen durfte.

Biel2Eigentlich ein Tempo welches ohne Probleme zu schaffen sein sollte. Normalerweise. Aber mit 60km in den Beinen und bei dem Profil...

Schnell stellte sich heraus, dass ich von an auf Kredit lief. Kilometerzeiten mit einer 5 davor würden heute nicht mehr kommen. Dabei hatte ich noch die Hoffnung auf den letzten 20km nach dem letzten Anstieg bzw. auf dem Abstieg etwas Gas zu geben. Doch genau das Gegenteil passierte. Auf dem Abstieg bei km 78-80 schrottete ich meine Oberschenkel vollends.

Obwohl die letzten 20km flach waren kam ich nur noch sehr langsam voran. Immer kurz vor Krämpfen. Salz und dehnen brachten nichts mehr. Nur noch so schnell wie es erforderlich war um unter 10:00 Std. zu bleiben. Jetzt nichts mehr riskieren. Noch 13km. 8:29 Std. war ich jetzt schon unterwegs. 1:31 Std. hatte ich noch Zeit. Sollte doch wohl reichen. Topografische Hindernisse gab es nicht mehr. Und ein Tempo von 7:00 sollte noch immer machbar sein. Jede Sekunde unter 7:00 erhöhte den Puffer.

Aber an den Verpflegungen durfte ich nichts mehr verbummeln. Ein Toilettengang oder ein Krampf hätten es noch mal spannend gemacht. Also lief ich nur noch so schnell, wie ich musste. Nach 9:54:27 Std. hatte ich es endlich geschafft und mein Ziel, die magischen 10:00 Std. zu unterbieten, erreicht.

Ein unbeschreibliches Gefühl!

Biel1

Vor dem Start trafen sich Carsten und Vereinkollege Michael. Insgesamt finishten 3 Männer von uns die 100km-Distanz.

Platz Zeit Name AK AK-Platz
53. 9:54.27 Schwenke Carsten 100-M45 9.
245. 12:35.08 Berger Franz

100-M50

54.
285. 13:08.47 Petry Michael 100-M50 61.

Texte: Carsten Schwenke, Michael Irrgang, Bilder: Carsten Schwenke, Michael Irrgang (Archiv) und Michael Petry, das Logo ist von der Homepage des Veranstalters, 14.06.2019

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