Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Ber1 1

Mit sehr guten Leistungen gewannen Antje Krause und Felix Weber (SportTREND Ultralaufteam Braunschweig e.V.) die Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf, die am vergangenen Wochenende in Bottrop ausgetragen wurden. Platz 2 erzielten Simone Durry und Marcel Leuze (Turnerbund Hamburg Eilbeck) und auf dem Platz 3 standen Ilka Friedrich (Laufclub BlueLiner) und Marko Gränitz (Laufgemeinschaft Würzburg). Rechts steht Michael Sommer, der in seiner Funktion des DLV-Ultramarathonberaters vor Ort war.

Ber1 2

Der 1. Bürgermeister der Stadt Bottrop, Klaus Strehl, informierte sich bei Markus Sobolewski, Sportwart des mitausrichtenden Vereins Adler-Langlauf Bottrop, über die aktuelle Veranstaltung, bevor er nach einem Grußwort pünktlich um 11 den Startschuss der 24h-Läufer gab und 108 Männer, 47 Frauen sowie 11 Staffeln auf einen ganz langen Tag durch den Batenbrockpark schickte.

Ber1 2b

Die meisten Läuferinnen und Läufer präsentierten sich zu ihrem Saisonhöhepunkt nicht nur in guter Form, sondern auch hoch motiviert und starteten entsprechend schnell. Das Rennen wurde durch Taktik entschieden, Bestleistungen waren kaum zu erwarten. Es galt, genügend zu trinken, zu essen und zu kühlen. Man musste sehr aufzupassen, dass genügend Salz zu sich genommen wurde und der Körper nicht überhitzte. Doch wer kann schon mit 3 Bällen jonglieren? Es war wirklich nicht einfach und am Ende setzten sich erwartungsgemäß die erfahrendsten Läuferinnen und Läufer durch.

Ber1 3

Bei Temperaturen von über 30 Grad galt es viel zu trinken, sich von außen zu kühlen und das Tempo etwas zu reduzieren, um die ersten, heißen Stunden zu überstehen. Erst ab 19 Uhr wurden die Temperaturen angenehm und die Bedingungen für sehr gute Leistungen besserten sich.

Ber1 3a

So konnte nicht nur ein neuer Streckenrekord der Männer, sondern auch ein neuer deutscher Rekord in der Altersklasse M80 durch Werner Stöcker (LG Wittgenstein) gelaufen werden.

Ber1 3b

Vieles ist auch eine Frage der Ausrüstung und Einstellung, Hermann Fischer gefällt der Lauf.

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Die Siegerehrung war schon etwas Besonderes. Nachdem die führenden 3 Männer und Frauen auf dem neu gestalteten und gebauten 24h-Lauf-gerechtem Podest geehrt wurden, erhob sich die Gruppe der müden Läufer und Betreuer zu der Nationalhymne, die von dem überregional bekannten Blasorchester Ruhrkrainer wunderbar vorgetragen wurde.

Die Ehrung wurde von Dankesworten von Michael Sommer eingeleitet, der als DLV-Repräsentant vor Ort war sowie vom Vorstand/Präsidium der ausrichtenden Vereine Adler-Langlauf Bottrop und LG Ultralauf.

Ber1 4

Die Mannschaftswertung der Frauen gewann das Team von Laufclub BlueLiner vor zwei Teams der LG Ultralauf.

Bei der Mannschaftswertung Männer gewann SportTREND Ultralaufteam Braunschweig e.V. ebenfalls vor 2 Teams der LG Ultralauf. Bei den Männern Senioren gewann LG Ultralauf 1 vor LG Ultralauf 2 und Bautzener LV Rot-Weiß 90. Bei der Frauenmannschaft Seniorinnen gab es nur eine Mannschaft der LG Ultralauf.

Ber1 5

Im 100km-Lauf, der um 18 Uhr gestartet wurde, waren die besten Frauen und Männer: Matthias Kröling, Mario Schröer, Wolfram Andrae und bei den Frauen Christiane Schlaps, Alexandra Richter und Renate Greiff.

Die 6-Stundenläufer haten ihren Wettkampf genau in der Mittagshitze.

Ber1 6

Die Gewinner der Frauen und Männer waren Gundi Weckenmann, Michaela Winter und Aiyanna Hahnen, bzw. Michael Krüger, Johannes Plöttner und Tiemo Schilling-Frenk. Insgesamt gab es eine Rekordbeteiligung, aber die Läuferinnen und Läufer hatten schwer zu kämpfen und kaum einer schaffte seine Wunschleistung.

Ber1 7

Das Team des mitausrichtenden Vereins, LG Ultralauf, war in allen Einzelwettbewerben mit über 50 Startern vertreten und gewann insbesondere durch das sehr erfolgreiche Abschneiden der Mannschaften die Tageswertung der Ultramarathonbundesliga und gewann vorzeitig den Meistertitel in diesem Jahr.

Ergebnisse: Link

Ein weiterer Bericht sowie Bildergalerien sind geplant und werden in Kürze veröffentlicht.

Vielen Dank für eure Teilnahme und die vielen anerkennenden Worte, die uns per Mail, Facebook und anderweitig erreichten. Es freut uns, dass fast alles wie geplant geklappt hat und es euch gefallen hat. Wahrscheinlich sehen wir uns im nächsten Jahr wieder, dann aber mal ohne DM-Status.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 26.08.2019

Letztes Wochenende fand zum 8. Mal der 100-Meilen-Lauf auf dem Berliner Mauerweg statt. Seit 2011 erinnert der Mauerweglauf an die Opfer der früheren Grenze, die Deutschland zwischen 1961 und 1989 teilte. Jedes Jahr wird speziell einem Maueropfer gedacht. Dieses Jahr war es Dieter Wohlfahrt, dessen Konterfei auch die Finishermedaille trägt. Dieter Wohlfahrt wurde als Fluchthelfer am 9. Dezember 1961 in Staake erschossen. Am Gedenkort wurde kurz innegehalten und an einer aufgestellten Pinnwand konnte man seine Gedanken auf kleine Karten schreiben und anbringen.

Unser Verein war auch dieses Jahr mit einigen Läufern vertreten. Ein paar Berichte haben uns erreicht bzw. wurden via Facebook zur Verfügung gestellt, die wir hier veröffentlichen.

Fabian Benz hat alle LGU-Teilnehmer an diesem Lauf auf der Finisherliste ausfindig gemacht und folgende Übersicht erstellt:

Name

Zeit

Altersklasse

Verein

JANCKER Hans-Dieter (M65 1952)

17:02:34

1. M65

LG Ultralauf

BENZ Fabian (M30 1988)

19:04:59

1. M30

LG Ultralauf

HEINLE Matthias (M40 1978)

19:20:12

9. M40

LG Ultralauf

NOWOTTNY-HUPKA Rita (W60 1959)

20:03:21

1. W60

LG Ultralauf/ LT Wischlingen Dortmund

CONRAD Kerstin (W45 1971)

21:24:15

4. W45

LG Ultralauf

SITTNER Falk (M35 1981)

21:33:29

12. M35

LG Ultralauf

MANTEL Klaus (M55 1963)

21:38:37

7. M55

LG Ultralauf

FÜHRER Ralf (M50 1966)

21:56:28

20. M50

LG Ultralauf

ROSENAU Dietmar (M55 1960)

22:33:51

16. M55

LG Ultralauf

HERTZEL Alex (M35 1981)

22:55:56

14. M35

LG Ultralauf

LANDWEHR Matthias (M45 1970)

23:12:34

36. M45

LC Solbad Ravenberg/LG Mauerweg/LG Ultralauf

FALLER Sylvia (W50 1965)

23:37:18

4. W50

LG Ultralauf

PIEHLMEIER Eva (W45 1971)

23:37:18

9. W45

LG Ultralauf

LAUTERBACH Alexander (M35 1980)

23:37:19

18. M35

LG Ultralauf

PETRY Michael (M50 1967)

26:46:09

50. M50

LG Ultralauf / Team Erdinger alkoholfrei

WURMBACH Patric (M45 1971)

28:07:41

54. M45

LG Ultralauf

RÖSLER Andreas (M55 1962)

29:22:08

46. M55

LG Ultralauf

 

 

 

 

HEDELT Holger (M50 1968)

19:34:00

10. M50

Irene Athletic Club

VOGL Konrad (M55 1961)

21:30:10

4. M55

TEAM GOTHAER Schmidt- Füssen-

GARTZ Stefan (M40 1975)

22:10:29

16. M40

LT Bittermark Dortmund

MAKIOLA Stefanie (W35 1983)

23:03:29

2. W35

Ultrafriesen e.V.

Zusätzlich konnten vor Ort noch zwei unserer Mitglieder mit unserer Leistungsmedaille in Silber geehrt werden:

Ehrung 13

Rita Nowottny-Hupka ist am 9.3. in Münster Deutschen Rekord im 6h-Lauf in ihrer Altersklasse (65,29 km) gelaufen und Hans-Dieter Jancker hat ebenfalls in seiner Altersklasse den Deutschen Rekord im 6h-Lauf mit 72,882 km am 14.4. in Mörfelden geknackt:

Ehrung 2 

Teamerfolg pur! (Evi Piehlmeier)

Vor wohl genau einem Jahr haben Sylvia, Alex und ich beschlossen, den Mauerweg in 2019 zusammen zu laufen. Und natürlich wollten wir auch die Gürtelschnalle, also Hauptsache Zielzeit sub 24h.

TE 1Der grobe Plan kam dann ein paar Tage vorab via WhatsApp von Alex und Carsten:

 

Das waren die „Rauslaufzeiten“ (frühestens und spätestens) an den VPs. Ab VP9 hatten wir dann unsere beiden Radbegleiter Franz und Guido. 

TE 2

Unser Team in Berlin von links nach rechts: Franz, Sylvia, Evi, Carsten, Alexander und Guido.

Bis kurz vor km70 (Sacrow) lief es auch noch für alle ganz gut wie man an folgendem Bild erkennen kann:

TE 3 

Dann begannen bei jedem von uns unterschiedlichste Krisen. Bei mir kam z.B. in Sacrow Übelkeit auf, ich konnte dadurch am VP nichts zu mir nehmen und bin ohne längeren Stopp langsam weitergegangen. Sylvia und Alex holten mich schnell wieder ein, und so ging es gemeinsam weiter. Die meiste Zeit waren wir alle 3 gemeinsam unterwegs, immer von VP zu VP. Den Plan oben hatten wir dann nicht mehr im Kopf, konnten uns auch irgendwie nicht mehr merken, was beim VP stand, also welcher km, wieviel bis um nächsten VP usw. Aber wir hatten ja unsere Radbegleiter! Sie hatten angefangen, für uns zu rechnen und uns immer Zeiten vorgegeben, bis wann wir spätestens beim nächsten VP sein müssen, um unser Ziel zu erreichen (dabei auch netterweise von uns unbemerkt die Zeitangaben mit einem Puffer versehen). Und wenn wir schneller waren, wurden wie gelobt. Das funktionierte prima. Blieb einer zurück, dann wurde dieser immer von einem Radler begleitet, der andere hat die beiden vorne geführt. Am VP waren wir immer wieder zusammen, wenn auch nur kurz. Ein Highlight bescherten uns unsere beiden Männer zum Beispiel in Babelsberg. Da besorgten sie jedem von uns 2 Kugeln Eis, die zu diesem Zeitpunkt wahnsinnig erfrischten. Es gab aber auch Schrecksekunden. Als erstes stürzte Sylvia ein paar Kilometer vor Wechselpunkt 3 (WP3), hat sich aber gekonnt abgerollt und so ihre vor kurzem gebrochene Hand gerettet. Ich stürzte später in der Dunkelheit, weniger gekonnt. Dabei ging auch meine Stirnlampe zu Bruch. Glücklicherweise hatte Guido eine Ersatzlampe dabei, die allerdings nur schwaches Licht von sich gab. Aber durch die Radlampen konnten die schwierigsten Passagen weitestgehend ausgeleuchtet werden. Da war es manchmal wirklich finster mit sehr unebenem Untergrund. Und wir haben uns gegenseitig gezogen, sind stellenweise in einem richtigen Gleichtakt zusammen gelaufen - das begeistert mich immer noch. Bei der East Side Gallery gab es noch die nächste positive Überraschung: Kerstin Hommel hat auf uns gewartet. Sie ist so lange aufgeblieben, hat online verfolgt, wo wir uns befinden, damit sie uns die letzten Kilometer noch ins Ziel begleiten kann. Was für ein Einsatz und was für eine Unterstützung! Von ihr ist auch unser Zieleinlauf-Foto:

TE4 

Die Stadionrunde haben wir zusammen mit Guido und Franz absolviert. Und wir haben es geschafft - als Team! Darauf bin ich mächtig stolz.

Mein erster 100 Meilen Lauf in Berlin, ein Krimi mit Happy End (Alexander Hertzel)
Alex3Ich muss einmal kurz etwas weiter ausholen, und zwar sind wir bei der Vorbereitung. Seit Anfang des Jahres habe ich öfter mal etwas längere Läufe oder Wettkämpfe als Testlauf gemacht, hier und da mal die Verpflegung oder auch Ausrüstung getestet. Unter anderem auch den Köln G1, der mir nach dem Intervall-Plan von Michael gezeigt hat, was ich noch aus mir rausholen kann. Die Prognosen waren vielversprechend. Hier und da noch ein paar Läufe bis es Ende Mai, dann kam der Plan für Berlin. Da der erste Plan schon gefruchtet hatte, musste also der 24h Plan auch von Michael dran glauben, oder eher gesagt, ich musste dran glauben.
Alles war geplant und stand fest, mein Kumpel als Radbegleitung, wie und wann wir was machen und verpflegen. Als die ersten längeren Läufe ( also nicht wirklich lang ab 30 k ) anfingen, merkte ich, dass meine Radbegleitung nicht den Elan, Schweiß und Blut investiert wie ich, so musste ich ihn öfter motivieren als er mich. Da ich auch manchmal sehr kurzentschlossen bin und mich das ganz schon störte, habe ich ihn 3 Wochen vor dem Wettkampf seinen Posten als Begleitung entzogen. 
Ok, nicht gerade intelligent werden jetzt viele denken, aber Entscheidungen müssen einfach mal schnell fallen. 
Also, Planung in die Tonne, alles neu planen und das schnell.
Da meine Frau mit nach Berlin kam, hatte Sie neue Aufgaben bekommen, die ihr dann im Nachhinein auch echt Spaß gemacht haben. Da Sie gesundheitlich aber nicht lange Rad fahren kann, musste jetzt von WP zu WP geplant werden. Also Verpflegung, Klamotten, Pausen, alles neu bedenken. Ich könnt noch mehr schreiben, kommen wir aber jetzt zum eigentlichen Lauf. 
Angekommen am Freitag Mittag im H4/H2 Hotel, wo auch alles andere war (Empfang, Pastaparty, Briefing und Medaillen-Übergabe).
Ich muss sagen, alles sehr gut durchdacht und hervorragend geplant von den Veranstaltern sowie den ganzen Volunteers, einfach super. Am Abend vorher die Adressen der WPs mit meiner Frau durchgegangen und alles gepackt.
Samstagmorgen! Der Tag ist gekommen.
Vom Start an lief der Lauf quasi perfekt, Ausrüstung, eigene Verpflegung, aber auch die VPs waren super ausgestattet und es lief. Mit meiner Euphorie, die ersten 100k in 10 Std. zu laufen, lag nichts im Weg. Da meine Frau dann mit dem Auto von WP zu WP gefahren ist, war sie immer früh genug da und konnte sogar noch etwas Sightseeing machen :-).
Da ja der Lauf relativ flach sein sollte, habe ich mich zwar gefragt, unter was die Berliner flach verstehen, aber irgendwie hätte das nur ein Sauerländer sagen können. Also Steigungen waren genug vorhanden. 
Bei ca. km 50 hatte ich ein Problem mit dem ganzen Kopfsteinpflaster und bin irgendwie doof aufgekommen und leicht umgeknickt. Oh nein! Habe mich erst mal nicht dran gestört, weil es lief ja.
Bei km 65 merkte ich, dass der Fuß immer dicker wurde und das meiner Lauf-Ökonomie nicht wirklich gut tut. Über Schmerzen reden wir noch nicht. Aber WP 2 am Schloss Sacrow war ja schon in Reichweite. Ab diesen WP stand aber dann fest, Pace rausnehmen, der Fuß wird nicht besser, aber ich will kein DNF, die Monate harte Arbeit zuvor sollten noch nicht zu Ende sein.
Ok, weiter geht‘s, habe mir dann eingeredet, 11 Std. sind auch noch gut für 100 k, es ist noch alles offen. Am WP 3 angekommen, machten sich die ersten Blasen bemerkbar, die Füße wurden anders belastet, da ich schon anfing, schonender zu laufen. Was für ne Scheisse. 15 min Pause am WP und die Schuhe gewechselt, mit etwas mehr Dämpfung. 
Also auf auf, mein Ziel unter 24 Std. war noch nicht verloren und aufgeben? Nein! Unzählige Nachrichten von Freunden und Verwandten haben mich immer weiter ziehen lassen. Jetzt nur noch 3x20 und ich kann den Sack zu machen. 
Die Kilometer und die Stunden zogen durch Berlin, habe mich von VP zu VP gerettet, die restlichen Wege mit Kopfsteinpflaster haben es auch nicht wirklich verbessert, Scheisse, hatte ich Schmerzen in den Beinen.

Alex2

Bei km 140 war es dann um mich geschehen, ich konnte nicht mehr, mir kamen die Tränen vor Schmerz, keinen Bock mehr, ich war am Ende angelangt.
Vor lauter Verzweiflung habe ich meine Frau angerufen und habe ihr gesagt, dass Sie mich abholen soll, ich will und kann nicht mehr.
Gott sei Dank kennt sie mich und hat mich ordentlich am Telefon zurechtgewiesen, aber auch ermuntert und Mut gemacht. Ich kann euch sagen, das war der längste HM meines Lebens. Laufen war Tabu, die Stöße beim Aufkommen waren unerträglich, wandern ging aber noch, also Zähne zusammenbeißen und durch, sub 24 war noch nicht verloren. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe, aber es ging weiter! Am vorletzten VP habe ich mich kurz nochmal hingesetzt, bin dann auch sofort in einen Sekundenschlaf gefallen, aber 2 Kaffee am VP haben es wieder gerichtet. 
Alex4Die letzten km kann ich euch auch nicht mehr sagen, was alles so in Berlin los war, ich war in so einem Tunnel, ich habe nichts mehr mitbekommen.

Um 4:55 Uhr war es dann so weit: Ich kam auf den Sportplatz und war überglücklich, doch noch zu finishen und dann noch mit 22:55:56. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, aber ich kann euch sagen, der Lauf bleibt erst mal ganz ganz fest in meinen Kopf.
Nun ist es Montag Mittag, der Fuß ist immer noch verdammt dick, aber ich kann ihn schon wieder bewegen, also nicht mehr lange und das Training für irgendeinen verrückten Lauf kann wieder beginnen. 
PS: Gratulation an alle Teilnehmer, egal ob Finish oder nicht, meinen Respekt hat jeder!

Kerstin 1Mauerweglauf 2019 - ohne Motivation zur PB (Kerstin Conrad)

Wenn man sich bereits 10 Monate vorher um einen Startplatz bemüht, ist dies keine Garantie dafür, dass man auch hoch motiviert und voller Lauffreude an der Startlinie steht. Am Samstag morgen 05 Uhr im Friedrich-Ludwig Jahn Stadion, eine Stunde vor Startschuss hätte ich am liebsten gesagt: einmal alles zum Mitnehmen und für den Weg zurück ins Bett noch einen heißen Kaffee 🙈 Warum war das so? Ich hatte nicht gut trainiert in diesem Jahr und meine Füße schmerzten seit ein paar Wochen - Achillessehne und Hallux - doofe Kombination. Aber die Reise war lange gebucht, ein Fahrrad stand in Berlin bereit und Achim wollte zur Not die ganze Nacht mit mir verbringen 😍🚲
Trotzdem... der innere Schweinehund bellte und ich war so unsicher wie nie.
Lauffreund Micha, dem ich mein Leid klagte, meint, er hätte schon so schlimme Bilder von meinen Füßen gesehen, das könnte ich nicht toppen 😂🤣 und außerdem wüsste ich doch, wie es gehe. Willi hatte mir gestern ähnliches geschrieben und so langsam fing ich an meiner Einstellung zu schrauben an. Danke auch Dir Patric für deine gute Laune und den unerschütterlichen Glauben an einen Zieleinlauf - du hast sicher unterwegs mehr gekämpft als ich und hast mir trotzdem auf die Strecke geholfen 😘

Der Rest der 100 Meilen war dann eigentlich unspektakulär 🤪 ich bin total ruhig und langsam los gelaufen, irgendwann kamen Betti und Inga bei mir vorbei 👩‍❤️‍💋‍👩, wir liefen ein Stück gemeinsam, verloren uns an einem VP, aber ich laufe sehr gerne alleine und hatte ab km 52 Achim an meiner Seite, vielen Dank mein Schatz für deine Geduld und Unterstützung und die Erfüllung meiner Wünsche 🍉🥣🥤
Die ersten 100km schafften wir unter 12 Stunden und freuten uns, dass, auch wenn wir ab da nur wanderten, wir noch ein wenig Schlaf vor der Siegerehrung bekommen würden. Hahaha ... wir rechneten nun immer in Laufzeit und Schlafzeit 😴🛌
Dabei war die Nacht wirklich toll, es wurde endlich kühler, ein rötlich gelber Vollmond 🌕 stand am Firmament, der Wald war herrlich ruhig, die Stadt später umso lauter und voller Leben 🎡🤹‍♂️🕺
Wir waren gleichmäßig langsam unterwegs, sparten aber Zeit mit unseren kurzen Pausen ein und kamen gut voran. In Teltow kämpfte ich kurz mit Übelkeit 🤢 aber die dort angebotene Suppe war so salzig, dass mein Magen geschockt jeden Widerspruch aufgab. Dadurch, dass ich beim Laufen immer ungewöhnlich viel schwitze, verliere ich a) jede Menge Salz - dieses Problem war nun gelöst. Ein anderes machte jedoch zunehmend auf sich aufmerksam. Ich hatte mich in den letzten Stunden trotz einer dicken Schicht Melkfett wund gelaufen an den Beinen und bei einem Wechsel der Laufhose sah ich das Malheur. Noch 60k to go und keine Wundsalbe 🙈😢 auch darum werde ich noch länger an Berlin zurück denken 💭 auaaa‼️
Wir hatten immer wieder kurze Gespräche und Begleitung anderer Läufer, ich liebe ja das Laufen in der Nacht und dies alles lenkte ab und machte aus dem Erlebnis eine wunderschöne Erinnerung. Die letzten 10, 9, 8 km... in einer Stunde soll schon alles vorbei sein? 7, 6, 5 km.., Checkpoint Charlie, Reichstag, Brandenburger Tor 😍 4, 3, 2 und 1km... den lieben Konrad von der LG Ultralauf Familie noch getroffen auf der Zielgeraden und dann die Stadionrunde, wo es keinen Schmerz, bloß pure Freude gibt 🎖💫 Christina und Elke im Ziel - mit bekannten Gesichtern ist es wie ein nach Hause kommen 🧡💛💚
Die Zeit ist super, das freut mich auch, doch dieses Jahr war der Start die Challenge, der Kampf mit dem Glauben und dem Vertrauen an mich selbst, ich habe mir damit zuviel Druck gemacht. Ich danke meinem Lieblingsmenschen Achim für dein Vertrauen und deine Unterstützung ❤️ du warst mein linkes Bein und mein rechter Arm, du warst meine positiven Gedanken und meine mentale Stärke - wir haben vieles richtig gemacht und freuen uns nun schon aufs nächste Jahr 🏃🏻‍♀️🚲🍀
Vielen lieben Dank Elke für all deine Orga und den schönen gemeinsamen Sonntagnachmittag, die vielen Bilder und Geschichten 😘
Ultralaufen ... ist eben nicht einfach bloß Startnummer anziehen und los laufen... ist Gemeinschaft, Lauffamilie, Unterstützung und Freundschaft, ist Motivation, Lob, Herzlichkeit und jede Menge Spaß. Ultralaufen ist auch mal gemeinsam erlebter Schmerz und Kampf mit Körper und Geist aber eben auch gemeinsam geschaffene Erinnerungen, glückliche Momente, Stolz auf sich selbst sein und die anderen, Grenzen finden und verschieben, wachsen und zusammen größer werden. Und genau darum möchte ich im nächsten Jahr wieder kommen, diese besondere Stadt und diesen besonderen Lauf erleben und Teil dieser Gemeinschaft sein 👫👭👬👭👫

Stefan 1Mauerweglauf 2019 - Let´s do it (Stefan Gartz)

Seit Dezember letzten Jahres arbeite ich auf diesen Zeitpunkt hin. Mauerweglauf - Mein erster 100 Meiler. Im Vorfeld schon diverse Wettkämpfe gemacht, damit dieser hier gelingt. 6Std Münster, 6Std Herne, WHEW 100 und Kölnpfad 10x11. Heute also 160km.
Bis Dato 2800km dieses Jahr abgerissen und trotzdem stellt sich am Start die Frage - Hab ich wirklich alles gemacht, damit es heute reicht? Für mich war die Vorgabe - ANKOMMEN. Von Michael Irrgang (LG Ultralauf) hatten wir einen Zeitplan, wann man wo sein müsse (und in welcher Pace), damit man die magische 24 Std Grenze knackt und somit noch die Gürtelschnalle bekommt. Das sollte der Fahrplan für Ralf und mich sein. Ralf hab ich beim Lippedammultra kennengelernt. Wir waren beide etwa gleich schnell und im Gespräch kam raus, dass wir beide in Berlin gemeldet waren. Also beschlossen wir, in Berlin zusammen zu starten. Gerade auf Ultras ist es gut, wenn man in den schlechten Phasen, die jeder durchmacht, jemanden hat, der einen da rausholt. Und wenn es nur die Aufforderung ist, weiter zu machen.
So standen wir also um 6:00 zusammen an der Startlinie. Vorher wurden natürlich noch die diversen Ultrakollegen begrüßt, die man sowieso immer wieder auf allen Veranstaltungen trifft. Zielvorgabe für die ersten VPs war ein 6:45er Schnitt. Dazu noch Pausen von 3-5 min pro VP. Die VPs machten wir schneller und die Pace war bei 6.37min/km Dazu waren die Temperaturen noch sehr erträglich. Bis so ca. Mittag. Ab km 75 wurde es dann langsam drückend und die Sonne kam raus. Am VP Meierei merkte ich, wie mein Kreislauf etwas blöd wurde. Also erst mal hinsetzen und Energie zuführen (in Ruhe). Nach einiger Zeit (schätze mal 10min) ging es mir dann besser, so dass die Reise weiter ging. Bei km 103 warteten dann die Drop Bags 3 auf uns. Hier hatten wir die Kopflampen und Nachtutensilien deponiert. Wir waren beide noch relativ frisch und so ging es frohen Mutes in die Nacht hinein. Bei mir ab 110 km, bei Ralf ab 125 km dann Neuland. So weit waren wir beide noch nicht. Bis dahin hatten wir auf unseren Laufplan gute 46 Minuten rausgelaufen. Die sub 24Std waren, auch wenn wir nur noch gehen würden, relativ sicher (auch wenn auf einem Ultra nichts sicher ist). Ralf hatte seit km 100 Probleme mit dem Oberschenkel. Ich, wie gesagt, nur einmal mit dem Kreislauf. So streuten wir immer mal wieder kurze Gehpausen ein, aber alles in allem lief es rund. Irgendwann kam dann der "letzte Marathon". Nur noch 42km. - Marathon geht immer. Aber es gibt halt auch lange - langsame Marathons. So wurde es langsam zäh. In der Nacht formierten sich diverse Zweierteams. Mal überholten wir ein Team, dann wieder ein anderes uns, um dann 10 Minuten später wieder von uns überholt zu werden. Das Tempo war mittlerweile irgendwo bei 7:00 bis 7:30 angekommen. Eigentlich nur noch ein leichtes Auslaufen. Der Puls dümpelte irgendwo bei 130 rum. Optimales Tempo in der Fettverbrennung. Nach gut 20 Std im Rennen doch ein guter Wert. Das gab Sicherheit. - Gegen 1:00 nachts meinte Ralf - wenn wir jetzt den Schnitt so halten, schaffen wir noch sub 22 Std. So viel Zeit hatten wir zwischenzeitlich auf unseren Plan rausgelaufen. Eigentlich eine nette Idee. Bei km 151 / Checkpoint Charlie musste ich dann aber wieder meinem Kreislauf etwas Ruhe geben. Ausgerechnet hier gab es keine Cola mehr. So fragte Ralf mich, ob es ok für mich ist, wenn er die Sub 22 probiert. Da ich nicht wusste, wie sich mein Kreislauf entwickelt, sagte ich ihm nur, er solle loslaufen. Sandra wartete am Charlie mit dem Klapprad (seit 2:00) auf mich, um uns/mich auf den letzten 10 km zu begleiten. Hier wanderte ich erst einmal los. Wobei Wandern... Ich „speedwalkte“ laut Uhr im 8:30er tempo. Bis ich merkte, dass etwas Kraft zurück kam und der Traubenzucker wirkte. Bei km 4.7 vor dem Ziel gab es noch einen kleinen VP. Noch schnell etwas nachladen und weiter. Unterwegs sammelte ich noch einen Mitläufer ein, der fragte, ob er sich anschließen dürfe. Er brauchte jemanden, der ihn zieht. So ging es am Brandenburger Tor und an der Britischen Botschaft vorbei, nachts um 3:30. Die Straßen wurden immer verwinkelter und ich war froh, dass Sandra mit auf den Weg achtete, so dass wir uns bloß nicht verlaufen. 1km kann ja soooo lang sein. So erreichten wir gegen 4.00 das Stadiongelände. Sandra trat in die Pedale, um am Ziel auf mich zu warten. Jetzt nur noch die letzten 300m auf der Tartanbahn. Die Lampions an der Strecke leuchteten und das Ziel naht. Jetzt noch einmal alle Kraft mobilisieren und mit Würde und vielleicht sogar etwas Tempo ins Ziel kommen.
Offiziell waren es dann 22Std 10Min und 28 Sekunden.
Platz 100 von über 460 Startern.
Voller Stolz und emotional gerührt ging es dann um 14:00 zur Siegerehrung für alle Teilnehmer. Hier durfte ich dann meine Medaille und die schwer erarbeitete Gürtelschnalle entgegen nehmen.
Im Ziel der Gedanke - Wirst du noch einmal einen 100Meiler laufen? Sicher nicht....
Wobei ich heute - einen Tag später sagen würde - Naja. Schließlich bin ich bei der TorTour ja schon angemeldet.

Texte und Bilder: Eva Piehlmeier, Alexander Herzel, Kerstin Conrad, Stefan Gartz, 23.08.2019

Im Mittelpunkt des diesjährigen Bottroper Ultralauffestivals steht die erste Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf des DLVs. Das Interesse im In- und Ausland ist ungewöhnlich hoch und unglaublich viele „interessante Starter“ stehen in den verschiedenen Startlisten von denen ich in diesem Vorbericht einige vorstellen möchte.

Besonders erfreulich ist, dass die gesamte 24h-Nationalmannschaft vor Ort sein wird. Betreuer und Athleten nutzen das Event zur Einstimmung zur Weltmeisterschaft in 2 Monaten. Einige der Athleten starten bei der Meisterschaft – sicher mit recht unterschiedlichen Ambitionen, andere laufen Unterdistanzen oder in der DLV-Betreuerstaffel.

B2 1Briefing

Beim Briefing gibt es letzte Infos kurz vor dem Start

Bei der Meisterschaft liegt es natürlich nahe, die Favoriten im Kreise der Kaderathleten zu suchen, doch so einfach ist das nicht, denn gerade der 24h-Lauf lebt von Überraschungen im positiven wie im negativen Sinne. Im offenen Lauf starten einige Spitzenläufer aus benachbarten Ländern und können den etablierten Läuferinnen und Läufer durchaus die Preise streitig machen.

Aber auch die Altersklassen sind erstklassig besetzt und es könnte sein, dass sich die Reihe von nationalen und internationalen Rekorden, die in Bottrop schon gelaufen wurden, fortsetzt. Als Anerkennung der erzielten sehr guten Leistungen verlieh die IAU der Veranstaltung als eine von zwei Veranstaltungen in Deutschland das IAU-Silber-Label.

Das Wetter wird gut und so sind die hohen Erwartungen sicher nicht unbegründet.

Im letzten Jahr wurde ebenfalls in Bottrop die Deutsche Meisterschaft im 24h-Lauf ausgetragen. Es war die dreißigste Meisterschaft und die letzte der DUV. Damals konnte Marcel Leuze (Turnerbund Hamburg Eilbeck) vor Manuel Tuna (TSG Helberhausen ) vor Friedemann Hecke (VFL Ostelsheim ) gewinnen und alle drei sind wieder dabei. Marcel Leuze würde gerne seinen drittel Titel in Folge gewinnen und präsentiert sich in diesem Sommer in einer super Form, so dass ihm durchaus eine neue Bestweite zuzutrauen ist. Noch stärker schätze ich allerdings Felix Weber ein, der im letzten Jahr mit einer Weite von über 260km in seinem zweiten 24er ein gewaltiges Ausrufezeichen setzte und sich auch in diesem Jahr schon prächtig präsentierte. Stefan Wilsdorf (SV Motor Königsee) ist mit seiner Bestweite knapp an Marcel dran, ist dieses Jahr aber lediglich drei Trailwettbewerbe gelaufen und hat angekündigt, nach einer guten 100-Meilenzeit das Rennen zu beenden – wer weiß. Zumindest gibt es extra für diese taktischen Überlegungen extra eine bestenlistenfähige 100km- und 100 Meilen-Zwischenzeit.

Die Plätze 1 und 2 scheinen vergeben, doch wer folgt? Im Bereich 220 bis 230 Kilometer können ca 10 Personen landen, darunter Stefan, der nach einer Pause das Rennen zu Ende joggen könnte, oder Manuel und Friedemann. Vielleicht Fabian Benz, der mit einer Bestleistung von 212 km aus 2017 sicher noch Luft nach oben hat, aber erst letzte Woche mit einer guten Leistung den Mauerweglauf lief. Ein sehr gutes Debut traue ich Michael Eitner zu, der mit einer 8:09 über 100km aus 2018 vermutlich im Starterfeld der schnellste Läufer über 100km ist oder Markus Meinke, der neben seinen großartigen Trailergebnissen in diesem Jahr auch bewiesen hat, dass er auf Asphalt laufen kann. Der Blick auf die Bestweiten und deren Zeitpunkte lässt erkennen, dass hier auch Ikonen des 24h-Laufes am Start stehen. Leider nur im offenen Lauf ist Wolfgang Schwerk gemeldet, der seit 1987 mit seiner Bestleistung von 276,209 den Deutschen Rekord hält.

Eine zweite Ikone des 24h-Laufes und 24h-Lauf-Meister der Jahre 2000 und 2001 ist Achim Heukemes, der aktuell in der AK M65 läuft und wie Wolfgang in seiner Altersklasse Weltklasse ist.

Noch ein paar Altersklassen reifer ist Werner Stöcker, der national in der M80 gewertet wird und dem zuzutrauen ist, den aktuellen, deutschen AK-Rekord zu pulverisieren.

B2 2Eigenverpflegung

Am Rande der schönen Strecke durch den Batenbrockpark gibt es viel Platz für Vereine und Einzelläufer für ihre Betreuer und Eigenverpflegung.

Auch bei den Frauen sind die Altersklassen (offener Lauf) W20 bis W80 besetzt, teils mit Weltklasseathleten. Bei der Meisterschaft sind die Kaderathletinnen Antje Krause (Ultra Sport Club Marburg) und Simone Durry (TG Neuss) favorisiert. Antje ist bereits fünffache deutsche Meisterin und ist auch dieses Jahr wieder in einer ausgezeichneten Form. Auch Simone hat bereits in diesem Jahr sehr gute Ergebnisse vorzuzeigen, so siegte sie beispielsweise beim 100km-Lauf WHEW. Doch wer belegt die Folgeplätze? Die Kaderathletinnen Sandra Sons und Sigrid Hoffmann werden wahrscheinlich nicht voll durchlaufen, der Drittplatzierten des letzten Jahres, Claudia Kranz, ist durchaus eine Leistung um die 200km zuzutrauen. Auch hier gibt es Disziplinneulinge, die eventuell auf das Podest laufen können, z.B. Katrin Gottschalk (TSG Esslingen), die in diesem Jahr schon eine 8:30 auf 100 km lief oder Anna-Christina Nowack (TSVE 1890 Bielefeld), die im Frühjahr den Grüngürtelultra gewann. In den hohen Altersklassen sind in der W75 unter anderem Edda Bauer und Sigrid Eichner am Start und in der W80 Christl Kunze und vollbringen vermutlich wieder unglaubliche Leistungen, die man Außenstehenden kaum vermitteln kann.

Bei der Meisterschaft sind auch einige Exotinnen am Start. Diana Obermeyer lebt in Schottland und ist eigentlich eine Geherin, die bei der 24h-Meisterschaft ihren allerersten Ultra läuft, bzw. geht. Nicole Kresse war vor 20 Jahren eine Top 50km und 100km-Läuferin und hat aus 2001 eine 8:27h stehen, läuft eigentlich in den letzten Jahren nur superlange Trails. So hat sie dieses Jahr erst zwei DUV-Einträge, Jurasteig Nonstop über 239 km und Wibolt über 320km.

Während bei den Männern lediglich Jan Spitael aus Belgien mit einer Leistung von knapp 226km aus 2017 ein vorderer Platz im offenen Lauf zuzutrauen ist, ist das Feld der internationalen Frauen absolut erstklassig. Aus den Niederlanden kommt unter anderem die amtierende Meisterin im 100km-Lauf Sameena van der Mijden. Sie ist eine der jüngsten Starterinnen im Feld und wird genau am Sonntag 28 Jahre alt!

Die Irin Bridget Brady, die in Belgien lebt und in den letzten Jahren sehr erfolgreich an Trailwettbewerben teilnahm, hat ebenfalls eine 193km als Bestleistung stehen. Da sie aber den Spartathlon in 34:57h gefinisht hat, ist ihr auch eine Leistung deutlich oberhalb von 200km zuzutrauen.

Aus Rumänien kommen zwei weitere, erfahrene Läuferinnen, unter anderem Mariana Nenu, die nicht nur als erste Rumänin den Spartathlon gefinishet hat – in respektvollen 34:50 Stunden, sondern mit über 210 km eine erstklassige Bestleistung im 24h-Lauf hat.

B2 3Ehrung

Mal sehen, wer am Sonntagmittag alles bei der Siegerehrung aufgerufen wird

Insgesamt werden es ca 170 Starter beim 24h-Lauf sein, davon etwa 140 bei der Meisterschaft. Das ist ein guter Wert, wenngleich es nicht so viele wie letztes Jahr sind, als noch kein Startpass erforderlich war.

Wenige Starter gibt es üblicherweise beim 100km-Lauf, wobei gerade so ein Nachtlauf von der Stimmung etwas Besonderes ist. Der Lauf wird um 18 Uhr gestartet und die Siegerehrung findet im Rahmen eines großen, gemeinsamen Frühstückes statt, bei dem fast alle Starter einen Altersklassenpreis gewinnen. Besonders zu erwähnen sind hier Patrick Hösl, der vor zwei Monaten in Delmenhorst mit über 250km die WM-Norm lief, Fred Toplak, der laufende Bürgermeister aus Herten, der mit minimalem Training am Start stehen wird und Bernd Orlowski mit der Startnummer 1000. Er war einer der ersten, die sich zu der Veranstaltung angemeldet hatten. Das ist umso erstaunlicher, als dass der Läufer aus Gelsenkirchen lediglich 6 Einträge in der DUV-Statistik hatte. 6 100km-Läufe in einer Periode zwischen 1988 bis 1991, die ersten beiden noch deutlich über 8 Stunden, aber dann fast alle unter 8 Stunden. Im März lief er dann in Münster zum Training 6h, wo er - nun doppelt so alt, als bei seinem letzten Wettkampf – auf Anhieb in seiner Altersklasse einen Podestplatz belegte. Mal sehen, was für ein Come-back wir hier bewundern können.

Beim 6h-Lauf haben wir eine Rekordbeteiligung von aktuell knapp 90 Startern und es kommen beinahe täglich welche dazu. Hier ist die hohe Anzahl derer bemerkenswert, die ihren ersten 6h-Lauf angehen, einige gar ihren ersten Ultra überhaupt. Bei den Frauen drängt sich keine Favoritin auf. Möglicherweise reicht hier bereits eine Leistung um die 60 bis 62 km für einen Podestplatz. Bei den Männern hat Michael Krüger (LSG Karlsruhe) mit einer guten Bestweite von fast 74km aus dem Jahr 2016 die Favoritenrolle inne.

Neben den Einzelwertungen 6h, 100km 24h-Lauf und 24h-DM gibt es im Rahmen der DM auch eine Mannschaftswertung und als Auswertung des offenen Laufes die Ultramarathon-Bundesligawertung.

B2 4Bundesliga

Der aktuelle Stand der Ultramarathon-Bundesliga. LG Ultralauf kann sich durch ein gutes Abschneiden in Bottrop vorzeitig den Meistertitel sichern

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl von 32 Männern und 9 Frauen ist die LG Ultralauf in allen 4 Mannschaftswertungen sehr stark vertreten. Dennoch erscheinen die Männer und Frauen von Braunschweig um Felix Weber zumindest bei der Männermannschaft gute Chancen auf den Titel zu haben, denn, wenn Felix eine super Leistung abliefert, sorgt die Einzelleistung sowohl für viele Punkte als auch für die Mannschaft für eine sehr gute Basis zumal die anderen drei Männer auch laufen können. Die drei Frauen aus Braunschweig sind noch jung und unerfahren, aber ganz gewiss gut trainiert, motiviert und betreut.

Bei den Männern kann es 9 Vereine mit Mannschaften geben, allerdings traue ich unserer zweiten Mannschaft am ehesten den dritten Platz zu. Bei den Männern 50+ sind ebenfalls einige Vereine stark vertreten, wie z.B. die Ultrafriesen, LG Würzburg oder LC Duisburg. Dennoch dürften wir die größten Chancen auf den Titel haben.

Bei den Frauen gibt es 6 Mannschaften von 4 Vereinen. Hier könnte es insgesamt recht knapp werden. Neben der LG Ultralauf und SportTREND Ultralaufteam Braunschweig sind das die Ultrafriesen und LC Blueliner. Frauen 50+ gibt es nur maximal zwei Frauenteams der LG Ultralauf.

Bei der Bundesligaprognose ist es beinahe sicher, dass die LG Ultralauf haushoch gewinnt, denn neben den starken Mannschaften sind die Läufer auch in einer Vielzahl von Altersklassen präsent. Am Ende des Tages sollte damit die LG Ultralauf vorzeitig als Sieger der Ultramarathon-Bundesliga 2019 feststehen.

Spannend sind die Plätze 2 bis 5 der Tageswertung für die es ebenfalls sehr viele Wertungspunkte gibt. Auch in der Bundesliga sind alle Plätze außer dem ersten noch offen. Braunschweig hat sehr gute Chancen auf den zweiten Platz. Da die Mannschaftsergebnisse besonders hoch bewertet werden, könnten auch die Ultrafriesen gut abschneiden, die traditionell beim BUF mit einem großen Team vor Ort sind. Die Friesen haben als einziges Team 3 Mannschaften in der Wertung, Würzburg, Duisburg und Bautzen haben neben Braunschweig 2 Teams gemeldet.

Wie viele Punkte es für die Mannschaften gibt, hängt allerdings von der Platzierung ab und die wiederum hängt stark davon ab, wie stark die weiteren Mannschaften der LG Ultralauf sind.

Vermutlich werden in der Bundesligatabelle die beiden DUV-Förderstützpunkte LG Würzburg und LC Blueliner einen Sprung nach oben machen. Der letzte Wertungslauf der Liga findet dann bei der 100km-Meisterschaft in Kandel statt.

Fazit: In allen Wettbewerben erwarten wir in der Gesamt- und den Altersklassenwertungen spannende Wettkämpfe. Wir haben einige starke Gäste aus dem Ausland und viel Laufprominenz – Auch das Wetter soll erstklassig werden – so stehen die Vorzeichen gut für ein schönes Lauffestival.

Wessen Interesse jetzt geweckt ist, kann übrigens noch teilnehmen. Aktuell gibt es noch für alle Wettbewerbe Startplätze, auch für die DM kann man sich noch anmelden! Bis Mittwochnacht kann man sich noch online nachmelden, ansonsten vor Ort bis ca 30 Minuten vor dem Start.

Weitere wichtige Informationen findet ihr auf der Homepage, z.B. hier: https://lg-ultralauf.de/neuigkeiten/1093-wichtige-informationen-zum-buf.html

Text: Michael Irrgang, Bilder: BUF 2018, 21.08.2019

 

Ber00So geheimnisvoll der Name klingt, der mit Heiligtum oder Kultstädte übersetzt werden kann, so schwer ist es, im Vorfeld an Informationen zu kommen. Lediglich eine Facebookseite gibt ein paar Informationen und dient den Teilnehmern zum Informationsaustausch. Die wenigen Berichte beschreiben die Strecke als krass, genial oder einfach nur als schön. Dieses Jahr ist die dritte Austragung, in den vergangenen Jahren gab es insgesamt keine 30 Finisher. Der Lauf ist halt ein Geheimtipp.

Die Eckdaten 50km, 4.000 Höhenmeter, 15 Stunden Zeitlimit hören sich für jemanden, der nur finishen will, gut machbar an, aber es sind wohl in Wirklichkeit eher 55 km bei 4.800 Höhenmeter und der Lauf ist weder für Wanderer noch für Einsteiger geeignet und erforderdert drüberhinaus einen geübten Umgang mit seinem GPS-Gerät.

Erst vor zwei Wochen war ich in Ruhpolding, um in den Chiemgauer Alpen100 Meilen zu laufen, was erstens nicht ganz gelang und zweitens meine Schuhe schredderte und drittens meine Fußsohlen ruinierte. Neue Schuhe waren schnell gekauft, aber weil die Runderneuerung meiner Hornhaut noch nicht abgeschlossen war, konnte ich sie nicht einlaufen. In den zwei Wochen bin ich nur zweimal kurz gelaufen, was eher einer Katastrophe glich, denn Muskulatur und Füße waren noch nicht wieder bereit. Wenigstens die Motivation war super, zumal der Wetterbericht einen schönen Sommertag versprach.

Ber01

Der Start der frühen Gruppe erfolgte um 6 Uhr. „Viele Starter wird es in der Gruppe nicht geben, denn die anderen sind alles erfahrene Bergläufer“, sagte Thorsten Klenke, mit dem ich nach Geitau reiste, am Abend zuvor. Zum wiederholten Male habe ich das Gefühl, im falschen Film zu sein. Wenn das hier eine Veranstaltung für Elite-Bergläufer ist, bin ich fehl am Platze, Zeitlimit hin oder her. Mein Bergtraining pflege ich normalerweise an meinem Wohnort zu machen, wo ich die Rampe zum höchsten Berg der Wahner Heide, den Telegraphenberg hoch- und runterrenne. Immerhin 750m lang mit 5% Steigung. Nur dieses Jahr hat das aus vielen Gründen nicht geklappt.

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Aus dem Ort geht es direkt zum ersten Gipfel, der Aiplspitz. Etwa 1000 Höhenmeter auf den ersten 5 km. Prima, da kamen wir direkt auf Betriebstemperatur.

Anfangs war der Weg noch ein gut präparierter Wirtschaftsweg, dann folgte ein Wiesenweg, dann wurde es wild.

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Das ist kein Landschaftsbild, sondern hier führte tatsächlich der Weg entlang! So manches Mal schaute ich ungläubig auf das GPS-Gerät, konnte kaum glauben, richtig zu sein. Doch wir waren immer auf Wanderwegen unterwegs, wie regelmäßig Markierungen auf Steinen und an Bäumen bestätigten. Freilich waren viele Wanderer hier nicht unterwegs und so schienen einige Stellen ein wenig zugewuchert.

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Doch es kam noch besser, denn die letzten 50 Höhenmeter wurde geklettert. Heieiei, teils ging es knapp am Abgrund vorbei, an einer Stelle bot ein Seil einen trügerischen Halt. Mir fiel bei der Gelegenheit einmal wieder auf, dass ich gar nicht schwindelfrei bin. Main Adrenalinsiegel hatte wie mein Puls zu früher Stunde einen maximalen Wert erreicht.

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Nach 1:35 Stunden hatte ich den ersten Gipfel erreicht. Schweiß abputzen, Foto machen und weiter ging es. Zum Glück war der Abstieg weniger steil.

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Es ging zwischen Wurzeln und Steine am Grad entlang. Positiv formuliert konnte man sich herrlicher Talblicke rechts und links erfreuen.

Doch irgendwann war das Schlimmste überstanden und es ging wellig weiter.

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Das war hier die Matschpassage, die zweifellos zu einem richtigen Trail dazugehört. Mindestens einmal muss man mit seinen Schuhen so tief im Matsch versunken sein, dass das dreckige Wasser von oben in die Schuhe läuft. Danach waren die nagelneuen Schuhe richtig dreckig, also quasi getauft.

Eine Eigenart des Kurses war, dass man von bestimmten Verzweigungspunkten zu einem Gipfel lief, den gleichen Weg zurücknahm und dann die Runde fortsetze. An dem ersten dieser Punkte standen für mich unerwartet Felix und Nawid mit einem improvisierten VP. Sie hatten Speisen und Getränke hier hochgeschleppt, um die Läufer zu versorgen!

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Das nächste Selfie-Gipfelbild vom Miesing. Meist habe ich mich an den Gipfeln nicht lange aufgehalten, sondern nur einmal den Panoramablick genossen, unendlich gestaunt, ein paar Selfies gemacht und dann ging es wieder weiter. Runter, hoch zum Rotwandgipfel, dann runter und hoch zur Auerspitz. Um kurz nach 10 Uhr hatte ich die erste Gipfelkette hinter mir und ein langer Downhill stand an. Mir ging es erstaunlich gut. Nichts, aber auch rein gar nichts tat weh, drückte oder störte. Ich konnte das Wetter und die Strecke einfach nur genießen und war frohen Mutes. Ich hatte mir einen Plan für eine Zeit für 14 Stunden gemacht und lag ganz gut im Zeitrahmen.

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Natürlich ging es nicht nur bergab, sondern es gab auch wunderbare Passagen, die annähernd flach und wirklich gut zu laufen waren. Ich liebe solche Wege. Das Problem solcher Wege ist für mich, dass ich mir gerne die Landschaft anschaue und beginne zu träumen und sollte sich auf dem Weg ein Stein befinden, der etwas höher und fest ist, so werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit darüber stolpern. Meist retten mich dann meine Stöcke, die ich während des Rennens an keiner Stelle aus der Hand gebe und eine gewisse Erfahrung im Bewältigen derartige Situationen.

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Etwa nach 25 km am Ende eines Flachstückes befandt sich die Niederholfalm, wo die Betreiberin zur Brotzeit einludt. Eigentlich hatte ich hier keine Pause eingeplant, aber ich wollte ja nicht unhöflich sein. Also mitten in die Sonne gesetzt, um nicht abzukühlen, das Bier getrunken, die Deko gegessen und das Käse- und Schinkenbrot eingesteckt und wieder los. Ich habe ja eh schon eine Hand zu wenig, da ich ja die Stöcke nie weglege und nur wiederwillig mein GPS-Gerät im Rucksack wegstecke. Nun hatte ich noch 2 Brote in den Händen und wollte außerdem noch ein Foto machen. So entstand das schwierigste Foto des Tages. Nun ging es den Seebergkopf hoch, einer der verbleibenden 3 Gipfel.

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Also so richtig gut kam ich nicht mehr die 500 Höhenmeter hoch, die Ermüdung machte sich spürbar bemerkbar, aber was soll’s, eigentlich ging es mir noch ganz gut.

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Dnach ging es etwa 800 Höhenmeter bergab nach Bayerischzell. Von unterwegs konnte man oft den sich nähernden Ort sehen. Der Weg führte durch den Ort, links am Schwimmbad vorbei erst durch den Wald, dann über Felsen hoch auf den Gipfel, den man auf der anderen Talseite bereits erkennen kann.

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Der Weg zog sich enorm, aber klar 1000 Höhenmeter ziehen sich, selbst, wenn die Distanz nicht weit ist.

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Die Landschaft hier oben war allerdings gigantisch und nicht zu übersehen war die winterliche Nutzung als Skigebiet.

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„Oben“ angekommen erwartete mich ein trouristisch voll erschlossenes Areal, auf welches man auch leicht mit Goldel und Bahn kommen kann und welche Variante die meisten der anwesenden Touristen wählen, denn die Menge an Leuten hier oben ist erschlagend!

Doch die Wegführung hier oben ist etwas speziell. Sie führt über den Panoramaweg um den Gipfel herum und auf der anderen Seite ging es wieder bergab.

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„Herum“ hatte ich mir gemerkt, aber das ist wieder so Beispiel von "schlecht das Profil angeschaut", denn es ging über Serpentinen und Stufen bis oben zur Aussichtsplattform.

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Nach dem Rundgang verlässt der Track plötzlich Wege der Kategorie „nett und laufbar“ und es ging ein Geröllfeld in kleinen Serpentinen steil bergab.

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Im Tal angekommen muss man einen Back überqueren. Der Originaltrack führt über die oben zu erkennende Furche mitten durch das Wasser. In Belgien gehört eine Flußdurchquerung zweifellos zu den zwingenden Elementen eines richtigen Traillaufes. Hier hat Nawid, der Streckenchef, allerdings die einfache Variante über die naheliegende Brücke mit Pfeilen markiert. An dieser Stelle verabschiedete sich mein Handy wegen Akku-leer. Aber ich hatte ja extra mein Akkupack und Kabel dabei und lud das Gerät im Aufstieg auf.

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Kurz vor dem Gipfel erwartete uns Felix mit einem VP. Unglaublich! Er hat von Bayerischzell einen Rucksack mit Verpflegung und eine Tasche mit 20 Kilo Getränken hochgeschleppt! Ich erleichtere ihn etwas und bin über die kurze Pause nicht undankbar.

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Der Weg hoch zum letzten Gipfel, dem Breitenstein, verlangte einem noch einmal alles ab und das Wissen, dass man hier gleich wieder runter musste, erfüllte einen auch nicht mit Freude, wohl aber das Gefühl, gleich das letzte Gipfelfoto machen zu können.

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Voila! Jetzt nur noch 7 km runter in den Ort, den man von hier oben schon gut sehen kann. Ich habe noch 1,5h bis zu meinem 14 Stunden Zeitziel, 2 Stunden bis zum Einbruch der Dunkelheit und 2,5 bis zum Zeitlimit – also los.

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Mir fällt plötzlich auf, dass ich noch gar keine Kühe, Bäume und Blumen fotografiert habe, die mich den ganzen Tag so wunderbar begleitet hatten und nutze die letzte Gelegenheit dafür.

Eine Gemeinheit der Streckenführung war der Abstieg in den Ort Fischbachau. Da wurde man kurz vor dem Ziel noch eine Forststraße hochgeschickt, um direkt anschließend einen fürchterlichen Parallelweg durch den Wald wieder runterzulaufen: steil, rutschig, zugewachsen. Aber dieser Abschnitt war zum Glück nicht lang und vom Ort waren es dann noch wenige Kilometer bis zum Ziel in Geitau, die ich sogar noch erstaunlich schnell durchlaufen konnte.

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500m vor dem Ziel wurde ich bereits mit Glückshormonen geflutet, im Bewusstsein diesen schweren Trail in unter 14 Stunden bewältigt zu haben.

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Im Ziel angekommen bekam man eine große, schöne Medaille überreicht. Es gab noch Essen und Trinken und Gelegenheiten, die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Es war ein wunderbarer Tag und die Teilnehmer kommen alle gerne wieder. Die Streckenführung war sehr abwechslungsreich und führte die Teilnehmer durch eine bezaubernde Landschaft. Die Organisation war herzlich und für eine Veranstaltung dieser Größenordnung perfekt.

Vielen Dank an Thorsten für den Tipp und Nawid, dass er mir einen Start ermöglicht hatte und Nawid, Felix und die anderen Helfer für die super Organisation der Veranstaltung.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Michael Irrgang, Thorsten Klenke (Medaille), 18.08.2019

 

Nachmeldungen jetzt online möglich

Wir haben einen guten Meldestand mit einer Rekordbeteiligung beim 6h-Lauf von über 80 Meldungen, über 20 Starter laufen 100km und ca 170 laufen 24h, davon 140 bei der Meisterschaft sowie etwa 10 Staffeln, teils 2er Teams, teils große Team.

Aktuell sind in allen Wettbewerben noch Startplätze frei und eine Online-Nachmeldung ist aktuell bis zum 21.8. um 24 Uhr möglich. Wer nachmelden möchte, bitte JETZT online anmelden und das Startgeld im Vorfeld überweisen, dann bleibt uns das Zettel ausfüllen und abtippen am Veranstaltungstag erspart.

Man kann sich für alle Wettbewerbe nachmelden – auch für die Deutsche Meisterschaft. Wer an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen möchte, benötigt von seinem Verein einen Startpass. Man braucht aber auch nur in diesem Fall einen Startpass. Ohne Startpass und ohne Vereinszugehörigkeit kann man auch am 24h-Lauf teilnehmen, dann allerdings nur im offenen Lauf.

Wertungen und Preise

Bei den Wettbewerben 6h-Lauf, 100km-Lauf und 24h-Lauf gibt es für die ersten drei Männer und Frauen schöne Pokale zu gewinnen, die ersten drei jeder Altersklasse bekommen ein Geschenk und alle Teilnehmer, die mindestens eine Runde laufen oder walken erhalten eine Urkunde und eine Medaille.

Medaillien660

Läuferinnen und Läufer mit herausragenden Leistungen haben die Chance, die LG Ultralauf-Leistungsmedaille zu gewinnen. Im letzten Jahr wurden insgesamt einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze vergeben. Dieses Jahr rechne ich eher mit 10 vergebenen Medaillen. Anforderungen.

Bei der Deutschen Meisterschaft gibt es neben der Männer- und Frauen-Einzelwertung, die DM-Altersklassen-Wertung, die ein wenig anders ist sowie die üblichen Mannschaftswertungen. Ausschreibung DLV

Um in die DM-Wertung zu kommen, ist es erforderlich, die für die jeweilige Altersklasse erforderliche Mindestleistung zu erzielen.

Die Staffelteilnehmer erhalten alle eine Medaille, die Staffeln erhalten eine Urkunde, jedoch gibt es hier keine Preise.

Lageplan

Lageplan 2019

1. Haupt-Parkplatz, Bürgerhaus mit Cafeteria, Übernachtungsmöglichkeit, Startnummernausgabe, "Zentrum der Veranstaltung"

2.Versorgungsstellen, Eigenversorgung

3.Platz zum Zelten

4.Duschen  und WC

5. Turnhalle mit Duschen und WC und weitere Parkplätze

6. Bushaltestelle vom/zum Bahnhof

7. Weitere Parkplätze

8. Start 100km und 24h

9. Start 6h

Wetter

Wettervorhersage Bottrop

Auch dieses Jahr haben wir wieder Glück mit dem Wetter, also viel Sonne bei angenehmen Temperaturen. Im Park ist viel Schatten und die Luft erscheint nicht so heiß, wie man aus den Gradzahlen schließen könnte.

Ablauf des Wochenendes

Freitag

17:00 – 21:00 Startnummernausgabe alle Wettbewerbe und gemütliches Treffen bei Nudeln, Gegrilltem und kühlen Getränken

Samstag

8:30 – 10:30 Startnummernausgabe alle Wettbewerbe

10:30 Briefing 6h und 24h

11:00 Start 6h und 24h, Während des Laufes gibt es Musik, eine Kommentierung des Rennens mit Interviews, sowie eine Gästestafel, in der jeder ein paar Runden die Wettkampfstrecke kennenlernen kann.

14:00 – 17:30 Startnummernausgabe 100 km

17:30 Briefing 100km

18:00 Start 100km

18:15 Siegerehrung 6h im Bürgerzentrum mit gemeinsamem Nudelessen

Sonntag

9:00 Zielschluss 100km

8:00 Siegerehrung 100km im Bürgerzentrum mit gemeinsamem Frühstück

11:00 Zielschluss 24h

12:30 Siegerehrung 24h und Staffeln

14:30 Ende der Veranstaltung

Verpflegung

Das gesamte Wochenende ist für Läufer wie für die Betreuer und Gäste bestens gesorgt. Es gibt rund um die Uhr warme und kalte Getränke und Speisen.

Im Bürgerhaus gibt es ab Freitagabend Gegrilltes und Nudeln und am Samstag- und Sonntagmorgen Frühstück sowie am Samstagabend ein Nudelgericht mit verschiedenen Soßen. Nachmittags gibt es Kuchen.

Für die Läufer gibt es zwei Stände. Im Innenbereich gibt es nur Iso und Wasser für diejenigen, die im Vorbeilaufen sich einen Becher nehmen. Auf der anderen Seite der Strecke steht unser Haupt-Versorgungsstand. Hier wird ein großes Angebot an Speisen und Getränken angereicht. Unter anderem hochwertige Produkte der Firma FitLine (Riegel und Energiegetränk), Gesundes und Leckeres. Das meiste ist vegan. Es gibt an warmen Speisen Kartoffeln, Nudeln, Brühe – allerdings nicht die ganze Zeit. Die angebotenen Produkte der Firma FitLine können während der Startnummernausgabe probiert werden.

Wichtige Links

Anmeldeportal und Teilnehmerliste: hier klicken

Ausschreibung BUF: hier klicken

Ausschreibung DLV (mit Altersklassen, Mindestleistungen) hier klicken

Startseite BUF (mit weiteren Links): hier klicken

Text und Bilder: Michael Irrgang, 16.08.2019

 

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