Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Von Donnerstag bis Sonntag fand in Zierenberg bei Kassel ein „DUV-Trainingslager für Fortgeschrittene“ (Ultraläufer) statt. Inhaltlich stand die Vermittlung von notwendigem Wissen im Vordergrund, um sich die Balance von Freude, Gesundheit und dem sportlichen Erfolg zu erhalten.

Es war mein 11. DUV-Trainingslager, das ich organisierte, dennoch variiere ich stets die Inhalte und sportlichen Übungen. Bereits in der Einleitung erläuterte ich in der „Erfolgsformel“, dass das Wettkampfergebnis nicht nur von der Leistungsfähigkeit, sondern auch von mentalen und taktischen Faktoren abhängt. Doch bevor die ersten fachlichen Vorträge anstanden, ging es raus zum ersten Praxisblock: Koordination und Lauftechnik.

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Natürlich durfte das Spiel mit den gelben und blauen Bällen ebenso wenig fehlen …

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 … wie auch die Übungen mit dem Springseil.

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Melanie Fraas leitete eine Übungsreihe zur Lauftechnikschulung an.

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Falk Sittner, Claudia Brunnmüller und Susanne Raßmann schafften diese Übung, die eigentlich aus dem Dreisprungtraining kommt, mit Leichtigkeit. Abends gab es noch zwei kurze Vorträge. In einer Einleitung zum Thema Ultramarathontraining erläuterte ich einige Prinzipien wie zum Beispiel die Periodisierung und später

berichtete ...

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... Philipp Sahm, ein erfolgreicher Hawaii-Finisher, dass Ultramarathon und Triathlon sich wunderbar ergänzen.

Am nächsten Morgen traf man sich bereits um 7 Uhr zur morgendlichen Runde.

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Frank Ewen und Carsten Schwenke stärkten sich etwas, bevor es losging.

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Am Freitagmorgen war die Gruppe noch recht groß, die vor dem Frühstück durch die Wald- und Wiesenlandschaft rund um den Dörnberg laufen wollte.

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Susanne Gölz, Simone Berger, Michael Eitner und Manuel Tuna freuen sich auf einen interessanten Tag. Der Freitag ist traditionell der Techniktag, an dem die anspruchsvollen Übungen im Bereich Athletik- und Tempotraining anstanden, die sinnvollerweise durchgeführt werden, wenn die Muskulatur noch gut erholt und belastbar ist.

Doch zunächst startete der Tag mit Theorie. In einem ersten Vortrag stellte ich den hohen Nutzen und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Ausgleichstraining vor nach dem Motto „effektiver trainieren – weniger laufen“. Gerade im Kraftbereich ist ein passendes Ergänzungsprogramm, was regelmäßig durchgeführt wird, zur Wahrung der Gesundheit, aber auch zur Leistungsverbesserung, unumgänglich. In der Einführung zum Thema Athletiktraining stellte ich die Konzepte verschiedener Autoren vor, insbesondere den aktuell sehr populären Ansatz von Crossfit.

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Der Übungspart begann mit klassischen Übungen im Unterarm- und Seitstütz. Erfreulicherweise kannten und beherrschten die meisten Teilnehmer einige Grundübungen, wie hier Dirk Minnebusch den Seitarmstütz. Da die besten Übungen diejenigen sind, die man bisher nicht gemacht hat, zeigte ich zunächst ein größeres Repertoire an mittelschweren und schweren Übungen.

Als Abschluss dieses Trainingsteils gab es einen Vorschlag, wie man so eine Trainingseinheit „Stabitraining“ gestalten kann. Vier mittelschwere Übungen, die je viermal 20 Sekunden durchgeführt wurden, bei 10 Sekunden „Pause“ mussten absolviert werden. Insgesamt waren es dann 8 Minuten super effektive Übungen, die zugegebenermaßen etwas anstrengend waren.

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Anschließend zeigte ich weitere Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur, z.B. diese Übung für den Rücken. Bekanntermaßen bin ich kein Freund von Fitnessstudios und noch weniger von Gerätetraining, sondern bevorzuge funktionales Training mit freien Übungen, höchstens unterstützt durch leichte Gewichte oder einem Theraband.

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Auch hier folgte zum Abschluss eine Kür bestehend aus vier verschiedenen Übungen, die nach der HIIT-Methode durchgeführt wurden und ein weiteres Mal so manchen Teilnehmer seinen Maximalpuls spüren ließ.

Der Nachmittag begann mit einer Vorstellung des Tempotrainings für Ultraläufer – ein sehr schwieriges Themengebiet mit unglaublich viel Potential zur Leistungssteigerung, aber auch sich zu verletzten. Hier gilt es einiges zu beachten und zu erklären, beispielsweise wie man solche Trainingseinheiten richtig aufbaut – mit Warmlaufen, Mobilisierung und anderen Maßnahmen.

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Ein Ziel dieser Praxiseinheit war auch viele Varianten von Trainingselementen zu zeigen, insbesondere von welchen, die man sehr gut in einer inhomogenen Gruppe durchführen kann. Obwohl das Wetter nicht optimal war, waren die Beteiligten mit viel Engagement und Spaß dabei.

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Das Abendprogramm begann mit einem Bericht von Kirsten Althoff über den erfolgreichen Einsatz mentaler Strategien. Hatten wir am Vortag noch ein Beispiel von mangelnder mentaler Vorbereitung besprochen, welches mit einem vorzeitigen, vermutlich vermeidbaren Rennabbruch endete, so zeigte Kristen, wie man es besser machen kann. Die Teilnehmer bekamen viele brauchbare Mentaltipps.

Abends gab es einen Vortrag von Michael Sommer, der als DUV-Sportwart an der Veranstaltung teilnahm, über das Thema „Faszination Ultramarathon“, in dem er unter anderem einige Stationen seiner langen Laufkarriere vorstellte.

Bei meinen DUV-Trainingslagern habe ich gerne und oft Spitzensportler oder DUV-Präsidiumsmitglieder als Gäste dabei und als Michael zusagte, habe ich mich sehr gefreut. In den zahlreichen Diskussionen waren seine Beiträge stets sehr fundiert und hilfreich.

Der Abschluss der Tempotrainingselemente erfolgte am Samstagmorgen. Auf der morgendlichen Runde wurden sowohl intensive als auch extensive Berganläufe eingebaut.

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Holger Claus, Martin Kurz, rennen vorne weg, Michael Eitner und Rita Nowottny-Hupka folgen flotten Schrittes.

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Nach dem Frühstück brachen zwei Laufgruppen und eine Wandergruppe auf, um auf dem Habichtswaldsteig bei strahlendem Sonnenschein die Gegend zu erkunden. Anfang der Woche versprach der Wetterbericht noch anhaltenden Regen für das gesamte Wochenende. Letztendlich hatten wir unglaubliches Glück. Auch wenn am Samstag die beiden Laufgruppen gegen Ende noch etwas nass wurden, konnten fast alle Laufeinheiten bei sehr guten äußeren Bedingungen durchgeführt werden. Vom Haus aus führte ein Weg direkt sehr steil zu den Helfensteinen, wo obiges Gruppenbild entstand.

Anschließend ging es meist über den H2-Wanderweg mit Zusatzschleifen durch Wälder und über Wiesen durch eine einmalig schöne Landschaft. Mittags gab es ein kleines Picknick, später folgten Kaffee und Kuchen, bevor die Samstagsvorträge starteten.

Zunächst gab es einen Vortrag zum Thema Krisen und Katastrophen, in dem insbesondere Methoden zur Vermeidung und Linderung von Krisen vorgestellt wurden.

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Besonders anschaulich wurde das Thema Katastrophen anschließend im Vortrag von Andreas Leischker zu dem Thema Wildnismedizin dargestellt.

Die Samstagsthemen hatten es durchaus in sich, denn das nächste handelte von Übertraining und Laufsucht. Dabei erläuterte ich zunächst, dass das „klassische Erklärungsmodell“ von „zu viel, zu oft, zu intensives Training“ nicht ausreicht, um die medizinischen Phänomene zu verstehen. Will man für sich oder andere einen anspruchsvollen Trainingsplan erstellen, bei dem sich die Belastung und Erholung die Waage halten, muss man den Unterschied zwischen Belastung und Beanspruchung kennen sowie zwischen kurzzeitiger und chronischer Ermüdung unterscheiden können sowie idealerweise den stressbasierten Ansatz beherzigen.

Übertraining ist ähnlich wie die umgangssprachliche „Laufsucht“ ein Krankheitszustand, der tatsächlich in Ultralaufkreisen vorkommt, den man allerdings anhand einiger Indikatoren recht zuverlässig frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern kann.

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Zufällig war eine politische Gruppe zu einer Klausurtagung im gleichen Tagungshaus, die viele sportliche Leute hatte. Nachdem man recht schnell feststellte, dass die unterschiedlichen Interessen einer gemeinsamen Laufeinheit nicht kompatibel sind, einigten wir uns als gemeinsame Sporteinheit auf eine Runde Tabata, was wir gemeinsam mit viel Motivation und Spaß umsetzten.

Noch vor dem Essen folgte das Thema Doping. Damit sollten sich Läufer auchauseinandersetzen, da es letztendlich das Ergebnis einer Dopingmentalität ist, die selbst im ambitionierten Breitensport weit verbreitet ist. Wer hier noch an Übertreibung dachte, den weckte Martin Kurz am nächsten Tag in seinem Vortrag über Medikamentenmissbrauch aus seinen Träumen, denn eine Zahl aus einer Befragung unter Marathonteilnehmern war, dass etwa die Hälfte aus Angst vor Schmerzen prophylaktisch Schmerzmittel nahm, die meist überhaupt keinen Effekt haben, außer langfristig der Gesundheit zu schaden und kurzfristig einige Risiken bedeuten. Auch zu seinem Unterthema Nahrungsergänzungsmittel war sein Fazit niederschmetternd.

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Bevor die Abendvorträge starteten, übergab Michael Sommer dem „DUV-Newcomer des Jahres 2018“ Felix Weber die entsprechende Auszeichnung. Dass Felix ein außergewöhnlicher Läufer ist, davon konnten wir uns zur Genüge überzeugen. Das war schon toll, dass mit ihm und Susanne Gölz zwei der aktuell größten Talente in Deutschland am Trainingslager teilnahmen. Nachdem zuvor schon viele Grundlagen zur Trainingsgestaltung besprochen wurden – von abstrakten Prinzipien bis zu konkreten Trainingselementen- wurden nun Trainingspläne verschiedener Autoren für das 100km-Wettkampftraining vorgestellt. Dabei richtete sich der mittlerweile geschulte Blick auf die Wochenperiodisierung mit den Tempoeinheiten und den langen Läufen, aber auch auf die Mesozyklen mit Belastungs- und Erholungswochen.

Jeder Plan hat sein Gestaltungskonzept, seine Besonderheiten und hat sich vermutlich in der Praxis mehrfach bewährt. In der Diskussion stellte sich aber schnell heraus, dass die meisten, erfahrenen Läufer gar nicht nach vorgefertigten Plänen trainieren und auch warum und wie stattdessen. Auch wenn zur fortgeschrittenen Stunde sicher nicht mehr jeder der Diskussion in Gänze folgen konnte, waren die Anregungen hochspannend.

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Aus den unterschiedlichsten Gründen wird die Morgenlaufgruppe von Tag zu Tag immer kleiner. Michael Eitner, Manuel Tuna, Hans-Dieter Jancker, Falk Sittner, Frank Ewen, Andreas Leischker, Philipp Sahm, Felix Weber ließen es sich nicht nehmen, mit mir zum letzten Mal an diesem Wochenende noch eine Runde zu laufen. Dieses Mal hatte ich als Besonderheit eine kleine regenerative Runde mit Crossfit-Elementen vorbereitet.

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Nach den Technik- und Krafteinheiten am Freitag und dem langen Lauf am Samstag war die Muskelermüdung bei allen deutlich zu spüren. Dennoch ist es möglich und für die Regeneration durchaus hilfreich, eine Einheit wie diese durchzuführen. Dabei werden ca 5 Minuten ganz langsam gelaufen, gefolgt von einer leichten, einminütigen Athletikübung, wie beispielsweise einem Hampelmann – schummeln erlaubt. Dabei kann man sehr gut „herumliegende Hilfsmittel“ verwenden, was zu einer recht spontanen Zusammenstellung von Übungen führt.

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Die Sonntagsvorträge eröffnete Martin zum Thema Medikamentenmissbrauch und Nahrungsergänzungsmittel. Anschließend erzählte ich etwas zum Thema Betreuung, denn was nützt eine tolle Form, wenn man am Wettkampftag sein Potential nicht abrufen kann? Dazu sind Bereiche wie Ernährung, Taktik und Krisenbewältigung zu optimieren und dabei können gute Betreuer eine ganz entscheidende Hilfe sein.

Zum Abschluss gab es noch einmal einen Baustein zum Thema 24h-Training, da sich einige der Teilnehmer auf die 24h DM und den Spartathlon vorbereiten.

Fazit:

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Wir hatten viel Spaß.

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Wir wurden rundum gut (dieses Mal vegetarisch und vegan) versorgt.

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Wir haben eine wunderbare Gegend kennengelernt.

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Wir waren eine tolle Gemeinschaft.

Gerne wieder? Mal sehen. Die LG Ultralauf formt gerade ein Trainingsangebot, in dem solche Veranstaltungen ein wichtiger Baustein sind, weil sie sehr gut geeignet sind, Läuferinnen, Läufer und Trainer jeglichen Leistungsniveaus bei der Gestaltung ihres Trainings oder ihrer Athleten zu unterstützen. Allerdings wird es vermutlich „Trainingslager“ geben, in dem überwiegend gelaufen und auf Vorträge weitestgehend verzichtet wird, und Veranstaltungen, bei denen die Theorie im Vordergrund steht und die dann auch „Trainingsseminare“ heißen werden.

Text. Michael Irrgang, Bilder: Dirk Minnebusch, Martina Stumpf-Irrgang und Michael Irrgang, 29.04.2019

GC 1¡Arriba! ¡Arriba! ¡Suerte! ¡Suerte!

Also, wer an seinem ersten Urlaubstag ohne Akklimatisierung um 01:00 aufsteht, um mal eben über Gran Canaria zu laufen, und das sage ich ohne jegliche Koketterie, der hat solide einen an der Marmel, dieser Wahrheit muss ich mich wohl stellen. "Ich sage aber auch" (Danke Merkel): Das ist mein Leben, bis ich mir die Haxen breche.

So war das auf dem WUT schnell abgemacht, als ich von Figo erfuhr, dass sie einen Startplatz für das Skyrace Gran Canaria gewonnen hatte, aber nicht die Zeit hatte, ihn zu laufen, dass ich mich dieses Startplatzes erbarmte, wo ich doch ohnehin mit meinen Junx auf GC weile, auch wenn ich erst am Abend vorher landen sollte.

So fuhr ich dann ein paar Kilometer zum Ziel, von wo uns der Shuttlebus zum Start fahren sollte, was er auch tat, auf der Autobahn rund um die Insel, was dem einen oder anderen, unter anderem mir, nochmals eine gute Stunde bei unwiderstehlicher Panflötenmusik Zeit gab, über das Vorhaben nachzudenken. Denn ich wusste, dass ich zwar einiges an Marathons und Ultras in den vergangenen Wochen gelaufen bin, aber Höhenmetertraining in dieser markanten Form war nicht dabei.

GC 2Am Start stellte ich fest, dass ich nicht nur niemanden kannte, sondern auch der einzige Läufer aus Deutschland (für China hätte gleiches gegolten) war. Trotzdem kommt man ja irgendwie ins Gespräch, auch wenn, das muss man leider sagen, die Englischkenntnisse der Teilnehmer und Organisatoren ungefähr auf dem Niveau meiner Spanischkenntnisse lagen (pequeño). Naja, ich habe mich dann später noch sehr nett mit einer Elsässerin unterhalten, die gut Deutsch konnte und auch mein Französisch ist besser als eingeschätzt, wenn es denn charmant herausgefordert wird ;-)

GC 8Aber erst Mal ging es um 05:00 arribamäßig los auf den ersten Berg, der quasi ohne Laufstrecken steil von Meereshöhe auf 1.400m führte. Da verstummten die Gespräche schnell, als jedem klar wurde, dass das nicht der Sternenhimmel ist, der über einem so schön leuchtet.

Reichlich geplättet kam ich also in einen schönen Wald in dem es ziemlich neblig wurde. Als die Sonne aufgegangen war, wusste ich was es war, denn jetzt schauten wir auf die Wolken. Alleine für diese Eindrücke noch vor der ersten VP, das war mir klar, lohnte sich der Lauf, auch wenn die eigentlichen Strapazen noch kommen sollten.

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Blöderweise hatte ich meine Salzpillen vergessen, und auf der VP schien man der Ansicht zu sein, dass nach schlappen 1400hm am Stück die Läufer mit gefrorenen Bananen und mit ohne Salz glücklich würden. Immerhin, Cola gab es. Sorry, lächerlich. Die sollten Mal bei Witzke, Klenke et. al. in Lehre gehen, wie VP geht.

Auch an der zweiten VP sah es nicht viel besser aus, aber da war wenigstens Stimmung (siehe Video auf Facebook). Bei den Ausblicken auch kein Wunder. Die armen Menschen, die einen GC-Urlaub verbringen, ohne die Insel gesehen zu haben. Nur so viel: Die Schönheit der GC-Natur lässt sich von der Autobahn noch nicht einmal erahnen. Lichtdurchflutete Wälder, gigantische Täler und Schluchten, alles da. Und man muss auch nicht selber rauflaufen, mit dem Auto kommt man zumindest in die Nähe (warum hat mir denn das keiner vorher gesagt).

Am großen VP3 gab es immerhin etwas warmes zu essen, und das war auch gut so, denn der Pico de las Nieves stand zur Besichtigung an, und das war jetzt nochmals richtig steil. Gut, dass er bis oben bewaldet ist, was ich nie für möglich gehalten hätte, denn so langsam fing die Sonne auch an zu knallen.

Beim Runterlaufen ging es erst noch durch schöne Wälder, VP4 kam vorbei, dann über romantische, aber schwer laufbare mittelalterliche Eselskarrenwege (breiter waren die halt nicht). Schon da mit nachlassender Konzentration wusste ich meine Stöcke zu schätzen. Noch einmal ein schöner Blick auf ein Felspanorama, dann ging es über Geröllhänge weiter runter zu VP5. Die dortige Talsperre und auch die nächste hatte leider nix, wenn man die Sengbachtalsperre kennt, das trübe Wasser wirkte ebenso wie die verrosteten Rohre auch nicht gerade vertrauenserweckend.

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Doch nun zum "letzten Berg". Dort merkte ich dann in gleißender Sonne, dass ich meine Reserven aufgebraucht hatte und noch vor dem VP eine Pause brauchte, vielleicht hatte ich auch zu wenig Wasser oder habe die nicht guten Mangostücke nicht vertragen, vielleicht war das VP-Wasser auch nicht gut, wer weiß. Auf jeden Fall musste ich mich mal 5 Minuten hinsetzen. Andere Läufer fragten besorgt, ob alles klar ist, und wenn ein Läufer sagt, alles klar, dann ist auch alles klar.

An der VP6 musste ich mich dann nochmals hinsetzen und viel Wasser trinken. Das und ein kleiner Krampf (maximal 70% vom Hubut), woran das lag, war ja nun klar, bewog den "Sicherheitschef", mich aus dem Rennen zu nehmen. Dieser Mensch mit dicker Plauze, der Ausstrahlung eines ausgestopften Teddybären (sorry, da muss ich jetzt streng werden) und mit ohne Englisch, war offenbar nicht in der Lage, zu begreifen, dass ein erfahrener Läufer mit mehr als 100 Marathons und diversen Ultras beurteilen kann, ob es ihm gut geht. Und so kündigte ich Teddybär an, dass ich mit oder ohne seiner blöden Bip ins Ziel laufen würde.

Es ging dann auch wieder besser auf dem letzten Berg, viele andere besorgte Läufer fragten solidarisch, wie es mir den ginge, stellten aber fest, dass ich in gleichem Tempo mithalten konnte, so what. Sie empfahlen mir auch, mich bei der Rennleitung wegen offensichtlich unbegründetem Ausschluss zu beschweren, aber sowas ist nicht wirklich meine Baustelle. I am running just for fun.

Auch Kollegen des Teddybären kamen mir nochmals entgegen und stellten nach mehreren Nachfragen fest, dass ich mich kontinuierlich in Richtung Ziel bewegte. GC 9Aber da sollte noch ein Downhill kommen. Und der war gemein. Zwar ging er gemächlich über kaum laufbare Geröllpfade hinab, aber der Blick auf die Uhr zeigte, dass wenige Kilometer vor der Ziellinie noch 600hm zu verlieren seien. Und der Blick ins Tal ging weit auf das Meer.

Oh-oh, das war ja klar. Scharf rechts in ein verblocktes Flussbett hinein, stacks stacks, und weiter runter. Trotz Stöcke habe ich mich dreimal hingelegt, aber so ist das mit den Erfahrungen. Mogan war zum Greifen nah, aber es kamen immer neue Flussbette.

Aber irgendwann kam es dann doch, noch einmal über die Matte, der Helfer wusste schon, warum die nicht piepte ;-) Aber es kamen noch vier Kilometer durch die Stadt. Aber die wurden gezogen, hallo. Wollte ja nicht den Moganern den Eindruck hinterlassen, dass man nur noch auf Gehilfen gestützt ins Ziel humpeln könnte (mir war ja schon danach). Und dann sah ich die Uhr: Noch eine knappe Minute bis zur nächsten vollen Stunde - klarer Fall.

Wenn man eben ein Ziel hat (ein kleines oder ein großes) dann geht eben schon noch was :-)

Medaille umgehangen und dann fragte dann doch noch einer nach meiner Nummer. Knappe Antwort: Bitte beim Teddybären holen und dann auch gleich M50 eintragen :-)

GC AFazit: Schöner Lauf, aber die Orga darf für die dritte Auflage noch draufpacken. Da waren viele herzliche und motivierte Helfer dabei, aber die Zielverpflegung (Bananen, Wasserkanister zweifelhafter Herkunft) passt einfach nicht zu einem Monster dieser Größenordnung, Startverpflegung gab es gar nicht. Und wenn man die Internationalität der Teilnehmerschaft hervorhebt, dann muss man das auf Englisch machen. So und bei mir ist jetzt mal eine Woche Pause. Oberhalb 10km läuft da nichts mehr (für zwei Wochen) 😀

Tet und Bilder: Andreas Häußler, 22.04.2019

VORBEREITUNG

Im letzten Jahr habe ich mir den Lauf als ersten "richtigen" Wettkampf ausgesucht. Alle anderen Ultraläufe bis dahin sollten Vorbereitungsläufe mit unterschiedlichen Zielsetzungen sein. Mein Wunsch war es, einen Frühjahrslauf bei angenehmen und warmen Temperaturen zu laufen. Und dabei auch die italienische Berglandschaft in der Toskana zu genießen. Mein Traingsziel war: "Done in one day", also unter 24h - 4 Monate nahm ich mir Zeit für das Aufbauen der Fitness. 

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BOLOGNA

Ich bin mit dem Zug angereist, obgleich Bologna auch einen Flughafen hat. Aber in der heutigen Zeit zählt jeder Beitrag für den Klimaschutz und 69,90€ Hin und zurück 1. Klasse gaben den unwiderstehlichen Ausschlag zur Reise mit der Bahn. Bologna ist gar nicht so groß im Centrum und bestens innerhalb eines Tages zu Fuß zu erkunden. Es gibt tollen Kaffee, leckere Pasta und Pizza, schöne Bauten und Kirchen. Lebhaftes Stadtgewirr - ich wohne auf dem Land, das war eine willkommene Abwechslung.

DAS RENNEN

Gestartet wird um 23 Uhr. Finde ich schwer, weil man den Tag "irgendwie rumhängt" und wartet und dann in der Nacht doch irgendwann Mal müde wird, ging aber schnell vorbei. Von Beginn an laufen wir im leichten Regen, ca. 10 Grad. Der Regen nimmt zu und hört erst nach 7 Stunden auf. Oben in den Bergen herrscht zugiger Wind bei ca. 5 Grad. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Der Trail ist seifig matschig. Teilweise kommt einem ein Gebirgsbach entgegen. Kilometerlang - die ganze Zeit. Gott sei Dank gibt es doch viele Asphaltanteile - zum ersten Mal bei einem Ultratrail sind wir alle dankbar dafür.

FL 2Es ist ein ständiges rutschen und schlidern. Teilweise kommen wir nur im Schritttempo voran. Mancher steile Abschnitt wird nur möglich weil man mit den Händen Halt an Steinen im Boden findet. Während im Wald die Flüche im lautstarken Italienisch erschallen, kann ich es sehr gelassen nehmen. Spine Race und Legends Trail machen es möglich ... Gegen Morgen kommt nicht das lang ersehnte Sonnenlicht sondern der Nebel. Sichtweise eine Armlänge. Die sonst gute Ausschilderung des Trails ist einfach nicht mehr zu finden. Gott sei Dank habe ich mein GARMIN GPSMAP 66S mit dabei. Eine Gruppe Läufer erkennt schnell, dass ich das Gerät dabei habe und für die Zeit des Nebels (ca. 1 Std.) Sind wir eine kleine Seilschaft. Den Rest des Rennens laufe ich alleine, keiner zu sehen weder hinter noch vor mir. Nur an den VPs treffe ich bekannte Gesichter immer wieder. Auch sie laufen einzeln, jeder hat seinen Rhythmus. Dann wird es endlich Tag und der Regen kommt auch nicht wieder. Dafür wird der Wind immer mehr zunehmen und zur Versöhnung gibt es ab 17 Uhr blauen Himmel und einen traumhaften Sonnenuntergang.

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Kalt bleibt es trotzdem. Wer hat, läuft mit Handschuhen Die Strecke ist abwechslungsreich und fordernd. Mehr als 5.000 hm sind schon viel. Insbesondere der letzte Berg 2 km vor dem Ziel Monte Corcina ist wirklich ein steiler Brocken und wird so manchen ans Limit gebracht haben, so auch mich. Geröll und Steine gibt es haufenweise und 20% Neigung hoch oder runter wird nicht als steil bewertet. Bei ca km 100 gibt es einen lustigen Abstieg, ca. 3 km ich brauche bei den nassen Bedingungen ca. 45 min für den Downhill. Überall tiefes Gefälle links des trails - bestimmt 100m. Und eine Drahtseilsicherung. Naja ... Da ist halt ein Seil ... Oder auch Mal nicht. Spannend. Aber ich bin froh als der Abschnitt hinter mir liegt. Dropbagstation km 70 Was man sich so alles ausmalt: Dusche, Halle zum Umziehen, heiße Nudeln, Mal aufwärmen. Was die Realität ist: Nasse Wiese im Wind mit offenem Großzelt. Hier hatte keiner mit dem Wetter gerechnet. Hier plante man mit 20 Grad. Sei es drum kalte Nudeln essen sich schneller und nach knappen 10min bin ich schon wieder los. Bei km 93 würden wir dann aber voll entschädigt.

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Ein toller VP mit allem was man will. Da gab's dann meine geplante Restpause 20min (von 30min dropbagstation Stop) mit Pasta und alkoholfreiem Bier.

FL 5Meine Kraft war bei km 100 und nach ca. 4.500 hm so ziemlich aufgebraucht. 17h 50min die Durchgangszeit. Ich wußte also: ich schaffe in jedem Fall mein Ziel sub 24h. Von nun an war ich mit deutlich weniger Druck unterwegs - aber blieb zügig. Das nächste Ziel wäre ein Finish im Tageslicht gewesen. Aber das ging nicht mehr Ich bin rundum glücklich und zufrieden - ein toller Lauf

Selbst gestoppte Zielzeit: 22h 30min; Platzierung: derzeit nicht online; 100km mit 4.500 hm Durchgangszeit: 17h 50min

Text und Bilder: Michael Frenz, 21.04.2019

2019 ist bereits das 5. Jahr der Ultramarathon-Bundesliga und es könnte gut sein, dass die LG Ultralauf nach drei zweiten Plätzen erstmals den Meistertitel gewinnen könnte.

Was ist die Ultramarathon Bundesliga?

Es ist eine erstmals 2015 durchgeführte Vereins-Meisterschaft, bei der die Ergebnisse der fünf Ultramarathon-Meisterschaften bewertet werden. War die erste Idee eine Art Medaillenspiegel zu erstellen, wie man ihn von den Olympischen Spielen kennt, so wurden bereits im Gründungsjahr die Ergebnisse der Gesamtwertung, der Altersklassenwertung und der Mannschaften unterschiedlich gewichtet und das Regelwerk im Laufe der ersten Jahre ein wenig optimiert.

Der Ausrichter der Bundesliga ist die DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung), die die Regeln definiert und die Preisgelder für die zehn bestplatzierten Vereine, sowie für den Meister zusätzlich einen großen Pokal, spendet. Die Ehrung fand bisher immer im Rahmen der DUV-Mitgliederversammlung statt.

Wer ist teilnahmeberechtigt?

Teilnahmeberechtigt sind alle Sportvereine, die einem DLV-Landesverband angeschlossen sind. Besonders anmelden muss man sich zu dieser Sonderwertung nicht, Kosten entstehen für die Vereine auch keine. Alle Starter müssen für ihren Verein starten und sammeln dann automatisch für gute Einzel- und Mannschaftsplatzierungen Punkte.

Wie ist der Modus?

Bei jeder Meisterschaft (50km, 6h, 100km, Ultratrail und 24h) werden für die einzelnen Wertungen Punkte vergeben, die sogenannten Rohpunkte. Am stärksten werden die Mannschaftsergebnisse bewertet, für einen Sieg bei mindestens 6 Teams gibt es 12 Rohpunkte, bei weniger Teams gibt es aber weniger Punkte, z.B. 10 Punkte für den Sieger bei nur 5 Teams. Die älteren Läufer können zusätzlich in der Kategorie Mannschaften 50+ geehrt werden, bekommen dort allerdings nur 2 bis 7 Punkte. Für sehr gute Einzelleistungen gibt es ebenfalls Punkte, so bekommt der Gesamtsieger der Männer und Frauen 6 Punkte und die folgenden Platzierten 5 bis 1. Auch die Altersklasse wird mit 1 bis 3 Punkten bewertet. Und schließlich gibt es die Teampunkte, durch die Vereine mit mindestens 3 Personen in der Wertung einen Bonus erhalten.

Die Rohpunkte werden addiert und die Vereine danach sortiert. Der Verein mit den meisten Rohpunkten ist „Mannschaft des Tages“ und bekommt dafür 25 Wertungspunkte, der zweitbeste Verein 21 Punkte usw.

Die Jahreswertung erfolgt zunächst nach den Wertungspunkten und als zweites Kriterium gelten die Rohpunkte.

Wie wird man „Mannschaft des Tages“?

Den Titel „Mannschaft des Tages“ gibt es seit 2016 und wird für den Tagessieger vergeben. Manche Vereine konzentrieren sich auf einzelne Meisterschaften und wollen dort gewinnen. 2016 gab es bei den fünf Meisterschaften vier verschiedene „Meister des Tages“. Seitdem ist es allerdings schwieriger geworden, die Vorherrschaft der beiden großen Vereine zu durchbrechen. Von den ab 2017 durchgeführten 12 Meisterschaften konnten LG Nord sechsmal und die LG Ultralauf fünfmal gewinnen und lediglich die LG Allgäu schaffte es bei der Trail-Meisterschaft an der Zugspitze sich den Tagessieg sichern. Um in der Tageswertung zu gewinnen, benötigt ein Verein normalerweise sowohl eine gute Frauen- als auch Männer-Mannschaft, sowie einzelne starke Läufer, die in der Gesamtwertung und in den Altersklassen punkten. Letztendlich gewinnt die Mannschaft, die die meisten „Rohpunkte“ hat. Gibt es mehrere sehr gute Teams vor Ort, so reichen ggf schon 40 Punkte für den Tagessieg, in 2019 waren die Siege der LG Nord und LG Ultralauf mit über 60 Punkten recht souverän und in Bottrop 2018 hatte die LG Ultralauf mit 93 Rohpunkten den höchsten bisher erzielten Wert erreicht.

Beispielrechnungen zeigen jedoch, dass die Größe des Teams wichtig, aber nicht entscheidend ist. Qualität vor Quantität ist ein Wertungsprinzip.

Frauenmannschaft

Die Frauenmannschaften belegten bei der 6h-DM in Mörfelden die Plätze 1 und 2 und sorgten so für viele Rohpunkte.

Wie wird man Meister?

Die im letzten Jahr überragende Nele Alder-Baerens hat im letzten Jahr durch ihre drei Meistertitel im Alleingang für ihren Verein den 7. Platz erkämpft. Immerhin sammelt sie ja je Meisterschaft 9 Rohpunkte ein: 6 für den Gesamtsieg und 3 für den AK-Sieg. Will sich ein Verein höher platzieren, so benötigt er allerdings gute Mannschaften. Mit einer kleinen, aber guten Mannschaft konnte Team Icehouse im letzten Jahr bei vier Meisterschaftsteilnahmen punkten und sich am Saisonende über einen 4. Gesamtplatz freuen. Einige Vereine sind eher regional aktiv oder nur auf bestimmten Strecken, so wurden 2018 LG Passau bei der 50km DM in Ebershausen 2. in der Tageswertung und Landau Running Company bei der Trailmeisterschaft in Veitshöchheim. Das sind hervorragende Tagesergebnisse, die jedoch in der Jahresabrechnung nur zu Platz 11, bzw. 12 reichen.

Die letzten beiden Jahre gab es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen LG Nord und LG Ultralauf. Diese Teams waren nicht nur in den Tageswertungen dominant, sondern auch bei allen 5 Meisterschaften vertreten. Letztendlich gab 2018 der Umstand den Ausschlag zugunsten der Berliner, dass die LG Ultralauf nur mit einem kleinen Rumpfteam in Hoyerswerda vertreten war und dort nur fünftes Team in der Tageswertung wurde.

Vereine, die um den Meistertitel mitmischen wollen, müssen nicht nur gute Läuferinnen und Läufer haben, sondern auch bei allen Meisterschaften erfolgreich abschneiden. Das ist für viele Vereine natürlich aus drei Gründen sehr schwer. Aufgrund der Lage der Meisterschaftsorte sind die Teilnahmen oft mit längeren Anreisen und mit zwei Übernachtungen verbunden. Die Termine sind teilweise so dicht beieinander, dass eine Teilnahme an allen Meisterschaften gar nicht möglich ist, wobei sich ohnehin die Frage stellt, ob 5 Wettkampfhöhepunkte nicht etwas viel sind. Und schließlich muss man auch Leute haben, die die Disziplin laufen wollen. 24h Runden drehen ist nicht jedermanns Sache, aber 80km Traillaufen sicher auch nicht, bei anderen Disziplinen gibt es möglicherweise ein forderndes Zeitlimit.

Ein Vereinsteam, das Meister werden will, braucht also viele gute Männer, Frauen und Betreuer. Sie müssen sehr reisefreudig sein, alle Ultralaufdisziplinen beherrschen und an allen Meisterschaften teilnehmen.

Ist die Vorentscheidung für 2019 schon gefallen?

Der aktuelle Stand der Bundesligatabelle sieht so aus:

Bundesliga MF

Aktuell haben zwei von fünf Meisterschaften stattgefunden, Ultratrail, 24h und 100km folgen noch. Die Laufpartner sind bisher noch nie bei einer Trail- oder 24h-Meisterschaft gewesen, ein gutes Abschneiden bei der 100km DM ist aber gut möglich. Team Icehouse war 2018 nur nicht bei der 24h DM, ist aber nie in der Tageswertung besser als Platz 3 gewesen. Die Läufer aus Kandel haben in Mörfelden ziemlich überzeugt; da die Trail- und 100km-Meisterschaft in der Nähe von Kandel sind, könnten sie noch weitere gute Ergebnisse einfahren. Passau war bei der 50km DM sehr gut, blieb bei der 6h DM unter seinen Möglichkeiten, vielleicht sieht man sie bei der 100km DM wieder. Die anderen Förderstützpunkte Mauerwegläufer, Würzburg, Schwindegg und die Blueliner werden vermutlich im Laufe der Saison noch ein paar Plätze gut machen, aber nicht in das Titelrennen eingreifen können.

LG Nord hat durchaus das Potential, den Titel zu verteidigen, jedoch ist der Verzicht auf die 6h-DM kaum zu kompensieren. Im günstigsten Fall würden die Berliner bei drei Siegen auf 100 Wertungspunkte kommen, was nicht reichen würde, wenn die LG Ultralauf dreimal zweites Team werden würde.

Aktuell spricht alles für das Team der LG Ultralauf, das höchstwahrscheinlich an allen verbleibenden Meisterschaften mit guten Läuferinnen und Läufern teilnehmen wird.

Zukunft der Bundesliga

Eine Zielsetzung zur Einführung einer Vereinsmeisterschaft war, vereinslose Läuferinnen und Läufer zum Beitritt in einen Verein zu bewegen. Idealerweise in einen Verein, in dem sie nicht als Einzelkämpfer in einer Nischensparte unterwegs sind, sondern mit Gleichgesinnten um Mannschaftsmedaillen kämpfen. Auf diese Weise vermuteten wir durch die Einführung einer attraktiven Bundesliga eine Stärkung der großen Vereine, insbesondere der DUV-Förderstützpunkte.

Durch die Bundesliga kann das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Mannschaft gestärkt werden, denn jeder trägt durch seine eigene Leistung zu den wichtigen Rohpunkten bei. Das erhöht sicher die Motivation und vor allen Dingen verhindert es einige DNFs.

Seit diesem Jahr gilt bei vier von fünf Meisterschaften die Startpasspflicht, d.h., wer an einer dieser Meisterschaften teilnehmen will, benötigt zwingend eine Vereinsmitgliedschaft.

Insgesamt ist die Ultramarathon-Bundesliga sicher eine sehr gute Idee, die Meisterschaften aufzuwerten und den Ultralaufsport noch attraktiver zu machen und ein wenig mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Leider ist Berichterstattung in den öffentlichen Medien stark rückläufig.

Gab es beispielsweise 2016 noch von jeder Meisterschaft einen größeren Bundesligabericht, wie von der 24h DM in Basel: https://lg-ultralauf.de/neuigkeiten/483-bundesliga-lsg-karlsruhe-triumphiert-in-basel.html, so gab es im letzten Jahr immerhin von jeder Meisterschaft einen Bundesligabericht: https://www.d-u-v.org/index.php/duv-sport/duv-bundesliga/274-k-l-eine-vorentscheidungen-der-vierte-spieltag-der-ultramarathon-bundesliga.

In diesem Jahr muss jedoch festgestellt werden, dass das Thema in den offiziellen Berichten über die Meisterschaften von der DUV nicht mehr erwähnt wird. Extraberichte gab es keine. Das ist natürlich sehr schade. Aufgrund unserer Interpretation der DSGVO ist es uns leider nicht möglich, auf unserer LG Ultralaufseite mit Bildern von vereinsfremden Läuferinnen und Läufern angereichert über die Bundesliga zu berichten.

Die DUV hat ihren Bereich Öffentlichkeitsarbeit seit der Mitgliederversammlung Anfang des Jahres neu aufgestellt und es bleibt die Hoffnung, dass auch dieses Thema wieder etwas mehr in den öffentlichen Fokus gerückt wird.

Die Ultratrailmeisterschaft galt bisher als „die Meisterschaft der Vereinslosen“. Die Startpasspflicht wird nun entweder zu sinkenden Teilnehmerzahlen oder zu verstärkten Vereinsbeitritten führen. Die anschließenden Meisterschaften im 24h-Lauf im August in Bottrop und im September die DM über100km in Kandel sind auf jeden Fall die betreuungsintensivsten Veranstaltungen und hier präsentieren sich üblicherweise die großen Vereine teilnehmerstark.

Die Mannschaftsmeisterschaften und der Vereinsvergleich der Bundesliga können die Attraktivität von Meisterschaften deutlich erhöhen und dazu führen, dass mehr Vereine und deren Läufer bewusst an allen Meisterschaften teilnehmen. Mit den Laufpartnern, Passau und Kandel sind zuletzt neue Akteure mit starken Mannschaften in Erscheinung getreten, die zunehmend den meist größeren Teams der Förderstützpunkte die Topplätze streitig machen können.

Links: Regelwerk der Bundesliga  Auswertungen Bundesliga 2019

Text, Bild: Michael Irrgang, Graphik: Ausschnitt von der DUV-Statistik-Seite, 18.04.2019

 

 

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METM – André und Elisabeth beim Treppensteigen…

 

… und es sollte kein „Alleingang“ werden, wie der Wettbewerb hiess, denn einen Laufkollegen aus unserem Club traf ich im Zelt – André Weinand . Obgleich unsere Vereinsmannschaft fröhlich in Mörfelden bei den 6 h Meisterschaften schwitzte, so vertrat ich Patric, der verletzungsbedingt diesen kostbaren und sehr begehrten Startplatz an mich abtrat.

 

Ich fuhr nach Radebeul, dem Sächsischen Nizza, doch die Temperatur fühlte sich nicht an wie an der Französischen Riviera, und es sollte noch schlimmer kommen: In den Morgenstunden war die Temperatur von +4 Grad auf +1 Grad und Schneefall gesunken. Nein!  Kein Aprilscherz – das war Wirklichkeit. Dusche zum Aufwärmen? Fehlanzeige. Es halfen nur warme Getränke und warme, mitfühlende Worte der Mitstreiter.

 

24h Treppensteigen. Hoch und runter und das bei sächsischen Steigungen. Ein wagemutiges Unterfangen.

 

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Hier die knallharten Fakten:

 

Eine Runde hatte 397 Treppen. Das bedeutet insgesamt hoch und runter das Doppelte bewältigen zu müssen! 843,90 Meter Wegstrecke und 88,48 Hhm ü NN! Die Betonung liegt immer auf HOCH und RUNTER!!! Die Unterschiede muss man doppelt rechnen und genau darin liegt die Herausforderung, d. h. auf einer Treppe hoch und runter (mit dem Gegenverkehr) und dabei den Rhythmus zu finden. Die 397 Treppenstufen waren in 57 Blöcken zu größtenteils 7 Stufen unterteilt – dazwischen 4 Steinbänke. 

 

Andre Weinand

 

50 Runden = 42,195 km

 

4.424 Hhm

 

19.850 Treppenstufen = 39.700 hoch und runter!!!

 

Zeit:    06:21:26 und somit der schnellste Marathon des Tages

 

 

Elisabeth Ploch

 

30 Runden = 25,317 km

 

2.654,4 Hhm

 

11.910 Treppenstufen = 23.820 hoch und runter!!!

 

Zeit:    14:33:29 und somit der langsamste Halbmarathon des Tages.

 

 

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Dieser Lauf ist ganz gewiss eine Herausforderung an die Koordinationsfähigkeit, vor allem nachts (wenn man wie ich eine Gleitsichtbrille hat) und etwas ermüdet die Körperteile manierlich fortbewegen sollte, wie homo sapiens aussehen möchte und nicht wie ein humpelnder Affe, der sich am Geländer hoch und runterhangelt.

 

Was kann man aus einem DNF mitnehmen? Medaille hatten wir nicht. Auf der DUV-Liste steht nicht, dass wir da waren. Und eine Ultradistanz war es auch nicht. Trotzdem haben wir fröhlich gekämpft, geschwitzt, gefroren, uns ermutigt und Erfahrungen gesammelt. Innerlich geweint, mit dem Schweinehund und dem Kopf gekämpft, wenn Fragen auftauchten wie solche: „Was tust Du hier? Bist Du völlig bekloppt?“

 

Mit Ultrastolz erzählt man später – aus einer anderen Perspektive – wie schön der Sonnenuntergang in Elb Nizza war und lässt die erbärmlichen Temperaturen weg. Man freut sich darüber, dabei gewesen zu sein und weiss, dass man im Training niemals alleine so weit gekommen wäre, denn solche Distanzen schafft man nur zusammen.  Die doppelte Anstrengung – alles hoch und runtersteigen zu müssen – es ist so wie im Leben – ein Zugewinn oder ein Verlust?

 

Ich habe viel über meine Körperwinkel gelernt, habe von erfahrenen Kollegen Tipps bekommen (wofür ich sehr dankbar bin) und wurde sehr freundlich, fair und verständnisvoll mitgezogen. Kondition ist nicht Koordination, genauso wenig, wie die Technik niemals die Erfahrungen ersetzt. Bei solch einem Lauf lernt man die feinen Unterschiede des Ultralaufens kennen.

 

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Um diesen Lauf zu finishen, muss man 100 (+) Runden laufen, nur dann bekommt man eine Finishermedaille und steht auf dem METM Gipfelkreuz im Muschelpavillon.

 

André und mir war es bei diesem Lauf nicht möglich zu finishen. Bleibt zum Schluss nur die Dankbarkeit über die Erfahrungen und die Demut vor der Leistung der anderen Laufkollegen, die 100 und mehr Runden geschafft hatten.

Text und Bilder: Elisabeth Ploch 17.04.2019

 

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