Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Der WHEW ist ein 100km-Lauf auf einer großen Schleife mit Start und Beginn in Wuppertal. Insgesamt starteten 13 Läuferinnen und Läufer unter LG Ultralauf, von denen fast alle das Ziel erreichten - teils mit tollen Zeiten und tollen Erlebnissen. Einzig meinen Lauf "musste" ich früher als geplant beenden, doch davon später mehr. Zunächst möchte ich die anderen Läuferinnen und Läufer zu Wort kommen lassen.

Rita

Den ersten von drei 100 km Läufen habe ich hinter mir. Das Wetter hat mir zu schaffen gemacht und die vielen Wettkämpfe incl. Trainingslager auch. Die Strecke war mir vom letzten Jahr bekannt aber nicht die Einsamkeit. Während der 100 km habe ich nicht mehr als 3 Sätze gesprochen. Es waren hauptsächlich " Fahrrad- Läufer" unterwegs. Wo waren die Einzel- Läufer? Ich kam mir vor wie der" Einsamer Wolf. " Mit viel Mühe und Kampf habe ich mit 10.11Uhr die Ziellinie erreicht. Zu meinem Erstaunen ist mit gesagt worden, ich bin die 3 Frau in der Gesamtwertung.

Rita Nowottny-Hupka

WHEW100, das sollte nun mein erster 100er werden. Beim ersten Versuch diese Distanz zu knacken bin ich leider kläglich verendet. Viele Grüße an dieser Stelle an den ELAN. Was den gestrigen Lauf auszeichnete? Eine wirklich schöne Strecke, nette Bekannte und liebgewonnene Menschen, köstlich bestückte VPs mit herzlichen Helfern, 11 Soundbikes welche Party auf die Strecke brachten und mein persönliches Highlight: der gemeinsame Zieleinlauf mit Kerstin Conrad und Christina Frey.

Katja Dasbach

Katja
Melissa

Mein erster 100 km Lauf 🏃🏼‍♀️ 🤩 mega glücklich 🎉

Melissa Steuer

 

Unsere Frauenergebnisse - wie immer top!

Platz AK-Platz AK Name Zeit
3. 1. W60 Rita Nowottny-Hupka 10:11:37
9. 3. W45 Kerstin Conrad 11:28:49
10. 3. W40 Katja Dasbach 11:28:50
16. 3. W30 Melissa Steuer 12:01:18

Freundschaften, die du im sportlichen Wettstreit geschlossen hast, sind das wahre Gold des Wettkampfs. Pokale rosten früher oder später, Freunde setzen keinen Staub an. (Jesse Owens)

KerstinRaceday, der WHEW100 in Wuppertal stand an und ich konnte meine Motivation an diesem frühen Samstag morgen, wo die ersten Schneeflocken dieses noch jungen Maimonats luftig durch die Gegend flatterten, nicht finden. Freunde und Bekannt posteten schon seit Wochen Bilder, Startnummern und ihre Freude quer durchs Netz und ich hatte weder an Kondition noch an der Motivation arbeiten können. Langzeiterkältung und Fußprobleme, die immer gleichen Frühjahrserscheinungen in den letzten Jahren bestanden ständig auf Laufpausen und so waren die üblichen Langstrecken an den Wochenenden bisher ausgeblieben.

Als ich um kurz vor 6 Uhr in Wuppertal ankam, piepte das Handy und eine Nachricht von Christina kündigte an, dass sie den Lauf verpassen würde, da das Auto nicht anspringen wollte und sie so schnell keine Mitfahrgelegenheit fand. Noch weniger Motivation ging gerade nicht, also stapfte ich tapfer zum Start. Da endlich traf ich, was solche Tage ausmachte, den Spaß beim Laufen bunt färbte und meine Laune deutlich hebte – all die lieben Menschen, mit denen ich heute die Strecke teilen würde, die Freude und auch den Schmerz, den schließlich 100 km bringen würden 👫👭👬

Für mich am heutigen Tag die wichtigsten: Katja und Marina, die ich im letzten Jahr von den Bergischen 5 kannte und wir bis heute in Freundschaft verbunden sind. Marina machte mit ihrem Freund beim Run and Bike mit und bis km 50 trafen wir an jedem VP und auch immer wieder auf der Strecke zusammen und es war so herzlich und schön, dass Wetter, ob Regen, Schnee, Hagel oder Sonne (wir hatten ALLES) vergessen bzw. völlig egal wurden ☀️❄️⛈🌥

Die Strecke ist fantastisch! Meiner Meinung nach! Man muss allerdings Asphalt mögen und der Kopf sollte stark sein und mental weite Strecken einsamer Landschaft aushalten können. Auf der ersten Hälfte geht es fast ausschließlich über alte Bahntrassen und Radwege nach Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus und Kettwig. Das ist der grünste Teil der Strecke mit wunderschönen Aus- und Weitblicken in die umliegenden Täler, Wälder und Auen 🌳🍀🛤 Ein Fest für Auge und Herz. Wer da nicht nach links und rechts schaut, verpasst viel. Dann geht es runter zur Ruhr und der Tortour-de-Ruhr-Strecke, zum Baldeneysee und Richtung Hattingen 🏖🗺🛶 Am Wasser entlang kann man die Augen weiten, ich liebe es den Vögeln zuzusehen, den Spaß der jungen Leute in ihren Booten und Kanus zu hören und mich einfach treiben zu lassen. Und dann…. Kommt wie im letzten Jahr die Challange für mich und meinen Kopf. Das ewig lange Stück durch menschenleere Felder (zwar immer noch am Wasser entlang, aber bei Sonnenschein dieser auch erbarmungslos ausgeliefert ☀️☀️☀️) – die Todeszone des WHEW. Und wer sich dann beim Übergang in das einzige Waldstück des WHEW Richtung Sprockhövel auf Abwechslung und Erholung freut… freut sich zu früh. Nun geht es nämlich für gut 10 km hoch! Nein, nein, nicht kurz und steil und dann vorbei. Es sind wohl nur ca 2 % Steigung, aber die sind es halt bis oben hin, Abwechslung sucht man hier vergebens und wenn man bei den 4 Straßenquerungen denkt, dass man nun endlich oben ist, Pustekuchen, man taucht in selbige Gleichmäßigkeit ein wie zuvor.

Im letzten Jahr habe ich hier schwer gekämpft, weil ich mit Übelkeit zu tun hatte, in diesem Jahr ging es wesentlich besser und ich konnte weite Teile des Weges laufen, lieben gelernt habe ich ihn jedoch noch nicht. 🤪😱 Der Tunnel in Schee kündigt dann endlich das Ende dieser Passage an und ich freue mich, weil nun meine Winterlaufstrecke kommt, der Teil der Nordbahntrasse, wo Achim und ich regelmäßig vor dem oberbergischen Wetter flüchten und unsere km abspulen. Außerdem geht es nun gefühlt wieder bergab und man kann, wenn es einem noch möglich ist, wieder laufen lassen und rechts und links des Weges hat das Auge genug Abwechslung um Schmerzen und Müdigkeit zu vergessen bis ins grandiose Ziel. Mit der lieben Katja traf ich auf der Strecke stänig zusammen, beim Laufen war sie immer einen Tick schneller 🏃🏻‍♀️🏃🏻‍♀️ und hatte auch einen Laufpartner dabei, darum waren es Anfangs die VP`s, wo wir uns länger begegneten, da Katja die ausgiebige Nutzerin solcher Etablissements ist, während ich bloß notwendige Getränke auffülle und dann auch schon wieder weg bin.

Am Baldenneysee liefen wir jedoch auch mal einige km zusammen und obwohl ich gar nicht unbedingt ein Gespräch brauche auf solchen Wettkämpfen (doch ja, ich sah es mittlerweile als solchen, wollte ich doch gerne wieder die 12h-Marke wie im letzten Jahr unterbieten), war es schön, ein paar Worte zu wechseln und nebeneinander her einfach ein gutes Gefühl zu haben.

Nun kam jedoch die schönste Überraschung für mich an diesem Tag 👩‍❤️‍👩 – wir trafen auf den weißen Hai 🦈nein Spässle. Unerwarteter Weise lief uns plötzlich Christina entgegen, sie hatte sich mit ihrem Missgeschick vom Verpassen des Starts arrangiert, hatte Bahn, Bus und Himmel und Wege genutzt und war bereit, die zweite Hälfte meine mentale Stütze zu werden und mich ins Ziel zu begleiten. Das war so unerwartet wie es schön war. Christina ist eine gute Mitläuferin, mit frischen Beinen und fantastischer Kondition ausgestattet gab sie ein eigentlich zu schnelles Tempo vor, das mich mitzog, aber nicht aus meinem Rennen brachte. Ich lief weiter, wie ich konnte und Christina voraus wartete immer wieder geduldig auf mich, wir redeten ein wenig, fühlten uns wohl miteinander und dann zog sie wieder an und jeder lief im eigenen Rhythmus. Nach Sprockhövel hoch gingen wir auch mal ein Stück zusammen und es wurden Geschichten erzählt, so schön 👭

Kerstin2Das war auch der Teil, wo Katja, die mittlerweile hinter uns lag uns wieder überholte, wir freuten uns mit ihr, dass es so gut lief und so ist es eben in der Ultra-Lauffamilie. Da ist kein Neid und keine Missgunst. Wir laufen gemeinsam, ob miteinander oder hinterher. Im Ziel sind wir Freunde und Familie, jeder hat die gleiche Strecke gemeistert, den Spaß und Gemeinschaft gefühlt, den Schmerz geteilt und das ist es was uns alle vereint und das Laufen so wertvoll macht. Als Christina und ich auf der Nordbahntrasse dann doch wieder auf Katja und ihren Mann Andreas trafen, der sie auf dem Rad die letzten km begleitete trafen, beschlossen wir spontan zusammen ins Ziel zu laufen, die letzten km gemeinsam zu genießen und zu kämpfen, als Team und nicht als Rivalen anzukommen. ❤️🧡💛💚 Das war schön!

Ein letztes Foto bei km 99 gemacht und schon schwappten die Emotionen, sahen wir das Zirkuszelt 🎪 kurz vor dem Zielbogen, waren wir da – in einer Zeit, die ich gar nicht für möglich gehalten hatte, für mich 24 Min. schneller als im Jahr davor, aber noch wichtiger, mit Freunden gemeinsam gefinisht, gemeinsam gekämpft. Danke dafür! 😘Vielen Dank Christina meine Mitläuferin und Motivatorin auf der zweiten Hälfte, ❤️ vielen Dank dem Organisator des Laufs und vielen freiwilligen Helfern an den üppig ausgestatten VP´s , wer fast nix gegessen hat (wie ich) ist selbst schuld. Es war ein Fest und eine Freude. Und wie sagt Leo Tolstoi: Das Glück ist mit Müdigkeit und Muskelkater billig erkauft 🍀

Kerstin Conrad

Katja3

 

Michael W2

So war mal wieder schön.Next Stop Kölnpfad.😎

Michael Wiesner

Hundert Kilometer und kein bisschen Trail? Langweilig, anstrengend und fad. Weit gefehlt! Der WHEW bietet eine abwechslungsreiche Strecke, größtenteils auf ehemaligen Bahntrassen vorbei an Natur- und Kultur-Highlights. Und ein paar Höhenmeter sind auch dabei. Samstag, 4. Mai 2019, nach einer etwas diffizilen Parkplatzsuche am Mirker Bahnhof in Wuppertal, stehe ich pünktlich um 07:00 am Start. Die ersten 20k fallen mir - wie gewohnt - schwer. Es zwickt hier und sticht da. Die Strecke entlang des Baldeneysees ist sehr schön. Die Sonne traut sich raus und es wird einige Male so warm, dass ich die Regenjacke aufmachen muss. Ich treffe Michael und bin froh, dass ich Ihn ein wenig "zutexten" kann. Die nächsten Kilometer verfliegen wie nichts... Nach Hattingen sammelt der WHEW die versprochenen 400 Höhenmeter ein. Eines der Musikfahrräder fährt neben mir und ich fliege (äh, relativ zu meinem gewohnten Schneckentempo) den Berg hinauf. Ich orientiere mich an einem "Run and Bike Team" und versuche, meine Pace aufrecht zu halten. Die letzten Kilometer zählen zu meinen Favoriten. Alles ist locker, alles geht und ich bin überrascht, als der Zielbogen in Sicht kommt. So kurzweilig können 100k sein.

Stefan Henscheid

StefanHenscheid
Stefan3

Für mich war es die zweite Teilnahme beim WHEW. Letzes Jahr hatte ich doch mit der Hitze zu kämpfen, so war ich nicht weiter böse darum, das es heute so kühl war. Unterhalb von 15 Grad läuft der Motor einfach Runder. Der Fokus dieses Jahr lag und liegt bei WHEW - "beat yesterday", Kölnpfad 11x10 als Aufbau und Mauerweg als erster 100 Meiler. Am Start ergab es sich das Michael und ich ungefähr das gleiche Ausgangstempo hatten, so das wir bis etwa km 25 zusammen liefen. Da sich die Pace weiter gut anfühlte beschloss ich diese möglichst bis km 73 bei zu halten. Vor dem Berg bis hoch nach Schee war auf meiner Seite jedoch genug Erfurcht vorhanden. Letztes Jahr musste ich hier einiges an Zeit liegen lassen, nicht jedoch Heute. Es lief - im warsten Sinne des Wortes. Also hieß es auf den letzen 13km noch mal eine Schüppe drauf legen. Auch wenn es überhaupt keinen Sinn macht - reichte es für einen Schlusssprint. Sehr sehr glücklich und zufrieden konnte ich so meine Zeit auf dieser Strecke um über eine Stunde verbessern.

Stefan Gartz

WHEW100 ..der perfekte Lauftag! Heute war ich mal dran😎😎 Nach einem eigentlich planlosen rumtrainieren nach dem PUM hatte ich mir vorgenomme, meine Zeit aus 2017 (10:32Std.) zu verbessern. Bis Thomas Kühnen mich anschrieb. Er wollte die Sub 10H versuchen zu laufen und meinte, es wäre eine gute Idee das mit mir zusammen zu machen. Zu zweit läuft es sich ja bekanntlich besser. OK...zu verlieren hatte ich bis dato ja nix. Also schnell rumerzählen das ich die Sub10 versuch, und zack - Druckkulisse steht😀. Das Wetter kündigte sich ja wieder mit Graupel, Hagel und Regen an. Und kühlen Temperaturen..aber das kann ich ja jetzt..seit dem PUM. Am Raceday gings dann um 7:00Uhr los. Schnell rollten wir uns ein...und die Pace war immer leicht über dem von Thomas errechneten Schnitt. VPs wurden schnell abgearbeitet...das Zeitpolster wuchs und wuchs. Thomas hatte die Zielzeit für 9:59Std. errechnet. Das Bergabstück nach Kettwig musste mit angezogener Handbremse gelaufen werden. Gegenseitig bremsten wir uns immer wieder. Am Lago del Baldini hatten wir dann nen 50K-Split von 4:37Std. Das hieß, dass es klappen könnte. Leider musste Thomas aufgrund eines Problems mit dem Fuss nach 53KM abreissen lassen. Also...alleine durchziehen...das ist dann schon ein ganz anderes Laufen. Ich entschloss mich zum ersten mal mit Musik zu laufen, um mich irgendwie abzulenken. Der Ruhradweg bis Kettwig zieht sich ja noch ganz schön hin. Nachbar Roland Broemmel (RolandB - BlueFin-Rec.) hatte mich vorher mit Musik versorgt. So konnte ich schön abschalten und beatgesteuert einen exakten Schnitt laufen. Auch die 14 KM Trasse bergauf ab Kettwig konnte ich so hochfliegen(der schwieriegste Teil der Strecke)! Immer unter der Zielpace. Ab Bahnhof Schee gings dann wieder grade aus. Schnitt deutlich unter 5"40min/Km. Bei KM 99 Schaute ich dann zum ersten mal auf die Uhr. 9:34Std. Ich konnte es kaum glauben. Und dann flog ich ins Ziel! Yeha...9:41Std.💯 Jetzt kann ich in Laufrente gehen. Thomas kam noch mit Bestzeit nach 10:05Std. rein....ein Träumchen😀 So...jetzt erstmal recovery betreiben😀😀😀👀

Andreas Fölting

Andreas
Christoph

Leider haben nicht alle Beteiligten etwas geschrieben. Insbesondere von unseren Schnellen Ralf und Patrick gibt es weder Bilder noch Worte.

 

Platz AK-Platz AK Name Zeit
9. 1. M40 Ralf Gundermann 08:53:29
12. 4. M45 Patrick Hösl 09:16:36
16. 2. M40 Andreas Fölting 09:41:28
37. 6. M40 Stefan Gartz 10:46:02
40. 4. M55 Stefan Henscheid 10:53:17
70. 11. M50 Michael Wiesner 11:57:57
118. 16. M55 Dietmar Rosenau 13:49:36
119. 27. M45 Christoph Report 13:54:41
    M55 Michael Irrgang DNF

 

Links ist übrigens Christoph Report.

 Start1

Kurz vor dem Start traf ich Dietmar Rosenau. Er feiert dieses Jahr genauso wie Patrick und ich die 10jährige Vereinsmitgliedschaft. Seine Lauf-Vita schmücken die exostischten Mehrtagesläufe. 

Meinen Samstag könnte ich "Zweimal DNF und doch ein Happy-End" nennen. Dieser Tag war ein ganz komischer. Das fing schon damit an, dass ich in meinem Terminkalender plötzlich und ungewollt für diesen Samstag 2 Termine eingetragen hatte: 100km WHEW und Abends ein Konzert, in dem ein Arbeitskollege mitspielte und zu dem ich unbedingt pünktlich sein wollte. 11 Stunden darf ich maximal brauchen; das würde passen und das sollte eigentlich auch möglich sein, wenn ich nicht seit dem 24h-Lauf in Helsinki Fußprobleme hätte, die sich früher oder später störend bemerkbar machen. Diesmal schon nach Kilometer 5, denn das Seilchenspringen beim Trainingslager hat mir mein Sprunggelenk etwas übel genommen.

Stefan1

Vor dem Start lief mir noch Stefan Gartz über den Weg, der von seiner Frau auf dem Rad begleitet wurde und wir beschlossen, zusammen zu starten, bis mich eine Toilettenpause von ihm trennte.

Ich konnte dank Stefans Ablenkung zwar das Tempo locker halten, aber es war schon anstrengend. Von km 20 bis 45 bin ich alleine gelaufen und als dann auch noch ein fürchterlicher Regenschauer kam, war mir klar, dass ich das Zeitziel nicht erreichen konnte. Also meine liebe Frau angerufen und einen Treffpunkt zum Abholen vereinbart - km 68. Und wie ich da so am Rand stand und telefonierte kam Stefan Henscheid an und wir liefen kurzweilige 5 km bis nächsten VP, wo ich ihn aber alleine weiterließ.

Michael IDann lief ich ein Stück mit Michael Wiesner und wieder flogen die Kilometer vorbei. Eigentlich hatte ich ja keine großen Probleme, konnte halt nur nicht mehr innerhalb der Komfortzone das erforderliche 6:30er Tempo halten.

Und nun kam das geplante, herbeigesehnte Ende bei km 68 und ich war froh, endlich aufhören zu können. Das Wetter hatte sich zwar erstaunlich gut gehalten und die Strecke gefiel mir außerordentlich gut: flach, Asphalt, kaum Kurven. Aber nee, keine komischen Gedanken mehr. Schluss. Doch plötzlich kam es doch anders, da mich Melissa ansprach, die die ganze Zeit neben mir auf der Bank saß. Melissa ist ein neues Vereinsmitglied und läuft heute ihren ersten 100er! In solchen Situationen muss man natürlich flexibel reagieren und so lief ich noch 5 km mit ihr bis zum nächsten VP, um sie ein wenig kennenzulernen. Aber dann sollte endgültig Schluss sein.

Wir fuhren zum Ziel, dann nach Hause, schnell duschen und schon saßen wir wieder im Auto zur Stadthalle. Und nun folgt der Teil der Geschichte, der mir ein bisschen peinlich ist, aber im Nachhinein kann ich mich darüber amüsieren. Wir treffen also 5 Minuten vor Beginn an, wundern uns ein wenig erstens über die Entspanntheit der Leute und über die Leute selbst. Die Männer tragen schwarze T-Shirts, haben lange Bärte und Tatoowierungen, die Frauen bevorzugen Leder mit viel Nieten. Irgendwie sind wir nicht nur hoffnungslos overdressed, sondern so ganz wohl fühlen wir uns in diesen Kreisen auch nicht. Es dauert bis 20:30 bis das Konzert beginnt - ok, da hätte ich auch weiterlaufen können. Wozu die Eile unterwegs? Und die Musik war nun ganz und gar nicht, was wir so dachten. Ich dachte so an Big Band, aber die Gruppe sollte Big Bandits heißen und ist offensichtlich ein anderes Genre. Da das Leben zu kurz für schlechte Musik ist, beschließen wir nach dem zweiten Lied zu fahren, da auch das dritte zwar mit einer beeindruckenden Pyrotechnik aufwartet aber musikalisch so gar nicht mit unseren Vorlieben kompatibel ist. Auf der Fahrt nach Hause passierten gleich zwei Dinge. Im Veranstaltungskalender lasen wir, dass heute Völkerball, ein Rammstein-Verschnitt in der Stadthalle spielt und auf unseren Karten steht zwar das heutige Datum, aber ein anderer Veranstaltungsort. Wir beschliossen, spontan ins Kulturzentrum zu fahren und nahmen tatsächlich noch die letzten 3 Stücke plus Zugabe mit. 

Nach Abschluss des Konzertes achteten wir darauf, alle anderen Arbeitskollegen zu begrüßen, um gesehen zu werden und heute konnte ich natürlich voll mitreden, wie toll mir das Konzert gefallen hat.

Michael Irrgang

Texte und Bilder von den beteiligten Personen, 06.05.2019

Wieder einmal wollte ich den Westweg laufen, ohne das Ziel sehen zu können, aber mit positiven Gedanken daran. Letztes Jahr mit nassem Beginn, Blasen und dem Akkuproblem - übrig blieb das Wasser von oben. Habe kein Problem mit dem Regen, aber der überraschende Platzregen gestern kombiniert mit Kälte ist nicht mein Bedarf. Die Erinnerung an den Karlsruher Nachtlauf irgendwann im Juli mit freiem Oberkörper war ein Genuss.

Den 1.Mai kennt man eigentlich als richtigen Wandertag, von dem war allerdings dieses Jahr kaum etwas zu sehen, denn es waren wenig Wandergemeinschaften unterwegs. Im Zug nach Pforzheim war nur eine Gruppe zu sehen und das eigentlich bei einem schönen, aber doch noch kalten Tagesanfang. In Pforzheim beim Kupferhammer ist der Startpunkt des Westweges mit dem Startportal.

SAM 2441 

10 Uhr 30. Auf dem Weg zum Startplatz, ein Herr um die 60 hängt irgendwie komisch an einem Schaukasten und fuchtelt mit einem Schlüssel daran herum. Als ich ihn ansprach, reagierte er ganz panisch, drückte mir seinen Schlüssel in die Hand mit der Bemerkung, ich solle hier aufschließen. Dann äußerte er noch, ihm sei ganz schwarz vor den Augen und könne sich kaum noch festhalten. Habe ihn gestützt und musste dann feststellen, dass er die Haustüre meinte, die ca. 2 Meter links vom Schaukasten war. Er war kaum dazu zu bewegen den Schaukasten loszulassen, damit wir zur Türe gehen konnten. Vor der Tür lagen noch Schokolade, 2 Stöcke und eine Papiertüte. Vermute als er die Türe aufschließen wollte, sei ihm schlecht geworden. Auf alle Fälle habe ich ihn in seine Wohnung geführt, die vor der Tür befindlichen Gegenstände hinein gebracht; einen Anruf beim Hausarzt oder Notdienst hatte er abgelehnt. Damit war diese Aktion für mich erledigt - der Westweg wartete.

Kupferhammer gefunden und damit hat mein Lauf von Pforzheim nach Basel begonnen. Musste dabei feststellen das kaum einer aus Pforzheim den Westweg kennt oder weiß, wo dieser langläuft. Hauptsache, ich weiß es jetzt und bin durch das Startportal gelaufen. Hatte mir vorgenommen strikt auf die Markierung zu achten - und schon war es passiert und ich musste wieder zurück. So etwas ist nervig und immer wieder passierte mir es. Die Rauten (Beschilderung der Wanderrouten durch den Schwarzwald) wurden angebracht dann schaut keiner mehr danach, ob alle angebracht sind, ob alle Rauten die Berechtigungen haben oder nicht. Für solche Fälle habe ich immer das Handy als Navi mit Sprachanweisung dabei. Habe mehrere solcher Apps für mich getestet und bin dann bei Komoot gelandet. Bei all den anderen gibt es viel mehr Ungenauigkeiten oder vielleicht für mich zu schwer verständliche Anweisungen. Navi ohne Sprachausgabe käme für mich nicht in Frage; will ich doch nicht die ganze Zeit das Handy in den Händen tragen.

SAM 2451Der Westweg, den ich diesmal lief hielt, sich zu 95% an die markierte Strecke, letztes Jahr hatte ich zum Teil gewaltige Schwierigkeiten damit. Auch war die Strecke dieses Jahr anspruchsvoller. Es waren diesmal viele Strecken bergwärts mit richtigen kantigen Steinen, für Barfüßler wäre das komplett ungeeignet. Nachts auf solchen Strecken wäre es mit Vorsicht zu genießen ein falscher Tritt und Du wartest ewig bis einer zu Hilfe kommt. Auch ein Handyempfang ist nicht überall gegeben. Es gibt zum Teil sehr schöne Ausblicke es war nur schade dass die Fernsicht an den letzten zwei Tagen fehlte. Wasservorräte an Brunnen hielten sich in Grenzen, Wasser aus Bächen gab es genügend. Bei Straubenhardt, also ca. nach 4-5Std, erreicht man einen Kiosk direkt am Westweg, dann kommt nach ca. 2 Std. Dobel und dann wird der schwarze Wald durchlaufen. Das heißt keine Häuser an denen man vorbeiläuft.

SAM 2465

Hatte geplant um 20 Uhr in Forbach zu sein um dort irgendwo zu essen. Leider war ich erst um 21 Uhr in Forbach, wo es nichts mehr zu essen gab und so blieb mir nur noch die Tankstelle für ein Käsebrötchen und eine Schokolade übrig. Nicht so schlimm, laufe doch die ganze Nacht durch und morgens um 8Uhr werde ich irgendwo ein Hotel oder Gasthof für ein ausreichendes Frühstück aufsuchen.

Die Nacht war ruhig, an manchen Stellen hörte man kurz ein Autogeräusch - aber sonst Stille. Auch Tiere ließen sich nicht erblicken auch nicht der Schwarzwälder Wolf oder Wildschweine.

SAM 2469

So manche Hütten luden zum Schlummern ein, aber das wäre in der ersten Nacht zu viel verlangt für mich. Mehrere Übernachtungen in Zelten konnte der Schwarzwald verbuchen; manche in ganz dunklen Zelten, damit sie auch nicht auffiellen. Die in einem Zelt hatten bestimmt Muffensausen bekommen, hatten Licht im Zelt und als mein Lichtkegel das Zelt anleuchtete, wurde deren Licht rasch ausgeschaltet. Für mich war die Nacht viel zu kurz. Im Nu war es wieder hell. Sonnenaufgang war kein schöner vorhanden.

SAM 2481

Die letzte Planung ein gutes Frühstück Pustekuchen. Alle Hotels - es waren nur 2 - hatten geschlossen. Auf der Strecke kam nichts mehr, hatte zwar noch ein paar Müsliriegel dabei, aber die waren wirklich für absolute Notfälle gedacht. Die Kraft ließ nach, der Rucksack wurde auch immer schwerer. Das heißt dann eine Jacke anziehen man kann sie vertragen und der Rucksack wird dabei ein wenig leichter zumindest ein paar Gramm. Beim Loslaufen hatte der Rucksack 8 Kg also für mich 2kg zu viel.

Dann ein Lichtblick: Werbung für eine Vesperstüble direkt am Westweg in 6km Entfernung, die Freude war groß und wurde an der nächsten Werbung enttäuscht, sie kommt erst in 10km. Dann kam der Höhepunkt: sie kommt erst in 15km. Kann kaum noch laufen, laufe hauptsächlich nur noch runter. Die Füße zeigten auch an zwei Stellen, wenn ich da nichts mache, könnte es Blasen ergeben. Zur Sicherheit ein Tapeband darüber und ist gleich mal angenehmer. Habe nicht mehr damit gerechnet, aber sie kam die Vesperstube am Westweg um 14Uhr um 11Uhr habe ich die erste Werbung davon gelesen. Ein paar Bratwürste und drei Rühreier und weiter ging es wieder und es lief sich wieder wesentlich leichter oder war es nur eine Eingebung? Es ging immer nur hoch und runter, kaum Abschnitte, wo es flach weiterging. Wenn es verdammt steil wird, kommen diese verdammt spitzen Steine. Wenn es stark regnet, kommt dort bestimmt das Wasser herabgeschossen. Auf dem Brandenberg konnte ich es nicht lassen - ich musste mir einen Kaffee und Kuchen genehmigen. Kannte den Brandenkopf noch von der Motorradzeit und da gab es auch immer sehr guten Kuchen. Diesmal war es ein sehr guter Apfelkuchen und Runtastik sagte schon seit Stunden, dass ich mehr als 10000 Kalorien verbrannt hatte.

SAM 2489

So schön der Weg ist, ich bin zu langsam. Hätte diese 6.Tour des Westweges für heute Morgen um 9 Uhr geplant und jetzt wird es bald 20Uhr. Am nächsten vorläufigen Ziel, dem Spitzfelsen, war ich schon letzte Woche oder besser gesagt: da bin ich jedes Jahr oben mit laufendhelfen.de und dem Lauf Rund um Wolfach. Nur diesmal eine andere Strecke hoch und runter. Und dann kam der Abschuss auf freier Strecke: Wolkenbruchartiger Regen! So schnell konnte ich die Regensachen gar nicht aus dem Rucksack holen und ich war komplett durchnässt.

Wolfach immer wieder Wolfach. Letztes Jahr hatte ich Blasen und keinen Strom mehr fürs Handy, Stirnlampe und der Uhr und diesmal war alles in Ordnung genügend Strom noch vorhanden keine Blasen etliche Kilometer mehr, da diesmal alles nur nach Markierung gelaufen und jetzt das. Die Berge kommen erst. Jetzt kommt die Nacht und das mit nasser Kleidung und vielleicht nochmal so ein Platzregen wo man kaum etwas sieht. Nein aus und vorbei, jetzt ist der Punkt wo der kürzeste Weg nach Hause ist, wenn ich weiter laufe entferne ich mich wieder. Jetzt ist alles nass die Gefahr, dass es einen Wolf gibt ist dabei groß. Nein danke, es war schön und soll dabei bleiben.

150km sind geschafft, die 6.Etappe bis auf wenige Kilometer abgeschlossen dabei 4250 Höhenmeter absolviert und 34 Std. davon 4Std. Pause gelaufen.

Für die Planung 2020 steht der Westweg dann wieder im Plan aber später vielleicht im Juni, Juli oder August. Da wiegt auch der Rucksack weniger. Man braucht keine warme Kleidung mehr, auch einen Wolf braucht man nicht befürchten, da lässt man die Kleidung einfach ganz weg.

Jetzt einen Tag später den Lauf gut überstanden keinerlei Beschwerden. Ja, man spürt es ein wenig, aber so soll es auch sein und der fehlende Schlaf merkt man auch, aber an sonst alles im grünen Bereich. Nächsten Freitag steht der Schluchtensteig auf dem Programm.

Text und Bilder: Franz Holzleitner, 05.05.2019

 

Beim winterlichen Stöbern im DUV Kalender stieß ich irgendwann ‚mal auf „Ærø Route 66“, einen 66 km langen Ultra auf der dänischen Insel Ærø.

Als Kieler ist mir Ærø gut bekannt, bis in die frühen 90er gab es eine Fähre von Kiel auf die benachbarte Insel Langeland und direkt auf die Insel und ich verbrachte so manches lange Wochenende mit dem Fahrrad in der „dänischen Südsee“.

Ich wusste also um die Schönheiten, aber auch Herausforderungen der Insel, insbesondere das kupierte Gelände, als ich mich für den Lauf anmeldete.

Wir fuhren am Donnerstagabend ins für uns nahe Fynshav auf der Insel Alsen, von der es dann per Fähre nach Søby auf Ærø ging. Wir hatten uns in ein nettes Hotel auf der anderen Seite der Insel in Marstal eingemietet. Die Fahrt mit dem Auto dauerte dann tatsächlich noch einmal eine halbe Stunde, nach 25 Jahren hatte wir doch tatsächlich die Dimensionen der Insel vergessen. Wir waren die ersten Gäste der Saison und wurden entsprechend sehr freundlich im Hotel aufgenommen.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Insel mit dem Auto und stießen auch sofort auf die bereits vorhandene Ausschilderung des Laufs, die tatsächlich perfekt war.

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Selten kam ich so entspannt zu einem Wettkampf: in Ruhe  konnte ich noch mit meiner Frau im Hotel frühstücken, bevor ich zum nur 10 Minuten entfernten Start ging. Dort gab es dann typisch dänisch eine nette und unkomplizierte Renneinweisung  auf Dänisch. Da ich der einzige wirkliche Ausländer zwischen den 125 Starten war, verzichtete ich auf eine Übersetzung, da Roadbook, Ausschilderung und Vorabinfo keinerlei offene Fragen hinterließen.

Die ersten Kilometer gingen noch durch den eher kleinstädtischen Randbereich von Marstal, bevor das Motto der Insel „Allt er vand ved siden af Ærø“ (etwa ‚alles ist Wasser am Rand von Ærø) zum Tragen kam: von nun an ging es fast ständig am Meer oder zumindest in direkter Sichtweite dazu voran. Ich war froh, dass die beste aller Ehefrauen mich zur langen Laufhose gedrängt hatte, es blies ein eiskalter Wind aus Nordost mit bis zu 14m/s. Vor allem auf der zweiten Hälfte der Strecke ging es permanent gegen den Wind an.

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Absoluter Höhepunkt der Strecke war bereits frühzeitig der „Downhill“ am ‚Voderup Klint‘ mit einer tollen Fernsicht bis an die Schlei und in die Flensburger Förde hinein – und das bei tollstem Wetter:

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Danach folgten ca. 1,5 km am kiesigen bis steinigen Strand, hier zeigte sich, dass meine Schuhwahl doch etwas zu ‚asfaltlastig‘ war, auch später gab es dann doch die eine oder andere sehr trailige Passage.

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Bis zum ersten Verpflegungspunkt (Depot) bei km 24 war ich trotz Strand recht flott im 6er Schnitte unterwegs, das rächte sich dann auf den folgenden zwanzig Kilometern bis zum zweiten Depot bei ca. km 44.

Ungewohnte Probleme mit dem Knie, der dann nach dem Umkehrpunkt bei km 30 zur Nordseite der Insel sehr anstrengende Wind, aber auch das ständige auf und ab (das ich als Schleswig-Holsteiner ja eigentlich gewöhnt bin ) ließen meine Durschnittzeit sinken.

Ich traf kaum noch Läufer, die schnellen waren weg, die langsamen recht weit hinter mir, aber noch mehr schienen aufgrund der kalten Bedingungen aufgegeben zu haben.

Irgendwann lief ich ein Stück mit einem Clown, der für die Vereinigung dänischer Krankenhaus-Clowns unterwegs Geld sammeln wollte. Leider waren nur wenige Menschen unterwegs zu sehen – es war einfach zu kalt.

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Ab dem zweiten und letzten Depot und mit warmen Tee ausgestattet ging es mir wieder besser – Krise gemeistert! Ich wurde zum Schluss immer schneller, das war auch gut so, denn die letzten 10 Minuten bekam ich dann auch noch Regenschauer mit Graupel ab. Die Strecke führte hier kurz vor dem Ziel noch einmal am Hotel vorbei, doch auch hier stand niemand an der Strecke, obwohl die Hälfte der Gäste Läufer und Ihr Anhang waren. Ich kam als 32. mit einer für mich sehr guten Zeit von 7:24 ins Ziel und war zufrieden und glücklich.

Hier holte ich mir nur noch meine obligatorische Medaille und mein Finisher-Bier ab, danach ging es direkt ins Hotel zum Aufwärmen unter die Dusche.

Die meisten Läufer verließen die Insel noch am selben Abend mit der letzten Fähre, wir jedoch feierten noch ein wenig in einer urigen Hafenkneipe in Marstal.

Ein tolles Laufwochenende mit vielen Eindrücke aus in der dänischen Südsee ging am nächsten Tag in aller Ruhe und mit ‚hygge‘ zu Ende.

Text und Bilder: Jens Kruse, 02.05.2019

Der Samstag begann verdammt früh. Um 6 Uhr stiegen wir (Jörg, Florian und meine Wenigkeit) in Peters Auto und los ging es zur Bleilochtalsperre. Dort angekommen, mischten wir uns schnell unter die anderen Läufer und entdeckten wieder mal das ein oder andere bekannte Gesicht.

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Kurz vor dem Startschuss verabschiedeten sich Peter und Florian und rückten weiter vor auf Los. Jörg und ich hielten uns lieber im hinteren Startbereich auf. Schließlich wussten wir, dass die Höhenmeter uns daran hindern werden, Bestzeiten zu laufen...

Dann ging es los. Die anfängliche Streckenführung war gnädig zu uns, es ging nur ganz sanft bergauf. Das sollte sich aber schnell ändern. Und als wir unterwegs mal das Schild mit 16%er Steigung vor uns sahen, fingen wir auch schon an, unsere Anmeldung zu diesem Lauf zu verfluchen. „Wer hat mich noch mal zu diesem Lauf angemeldet? Ich...ok... Und wer hatte die tolle Idee dazu?...“ So war schnell ein Schuldiger gefunden.;-) Aber es half nichts. Und wenn einem dann noch bewusst wird, dass selbst der Hubschrauber von Heidi Klum hier nicht landen kann, um einen mitzunehmen, hilft dann doch nur noch Laufen!

Landschaftlich ist es ein unglaublich schöner Lauf um die größte Talsperre Deutschlands. Leider muss man bei einer solchen Strecke viel zu sehr auf den Weg und die eigenen Füße Acht geben, als dass man die Aussicht genießen kann. Aber wenn man einen Blick nach rechts oder links erhaschen konnte, war das Balsam für die langsam schmerzenden Muskeln.

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Highlights waren auch immer wieder die Verpflegungsstationen, an denen uns sehr freundliche Helfer mit vielen Leckereien erwarteten.

Gefinisht haben wir alle 4. Und ich glaube, jeder für sich kann sehr stolz auf seine Zeit sein! Müde und zufrieden traten wir die Heimreise an. Im Gepäck einen sehr gut organisierten Lauf in einer wunderschönen Landschaft mit 48km Länge und 1150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

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Text und Fotos: Anke Follner, 01.05.2019

Bei der diesjährigen Austragung der "Hexenläufe", die Michael Frenz unter seinem Label "Team Meldeläufer" immer Ende April organisiert, konnten LG Ultralaufmitglieder sowohl die Frauen- als auch die Männerwertung gewinnen. Als erster kam auf der Königsetappe "Hexenstieg" Sebastian Gonschorek ins Ziel. Bereits auf Platz 3 gesamt folgte Claudia Lederer, die damit die Frauenwertung gewann. Knapp 2 Stunden nach ihr kam auf Platz 4 Konrad Vogl ins Ziel und komplettierte das erfolgreiche Vereinstrio. Insgesamt kamen dieses Jahr nur 1 Frau und 14 Männer ins Ziel. 

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Sebastian benötigte für die 215 km lange Strecke mit etwa 3.800 Höhenmeter 31:38 Stunden und Claudia 34:25 Stunden. Um diese Ergebnisse richtig zu bewerten, muss man sich vergegenwärtigen, dass dieses Jahr 11 Männer und Frauen zwar in guter Absicht gestartet sind, aber zwischendurch das Rennen abgebrochen haben und die erzielten Zeiten in der ewigen Bestenliste des Laufes, der seit 2013 jedes Jahr stattgefunden hat, für Sebastian Platz 4 und für Claudia Platz 1 bedeuten. Sie hat mit ihrer diesjährigen Leistung den Streckenrekord um etwa 30 Minuten verbessert. Damit setzt sie einen sehr starken Start in das Laufjahr fort, nachdem sie bereits bei den Meisterschaften über 50km und 6h neue persönliche Bestleistungen gelaufen ist und damit tolle Platzierungen erzielte.

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Besonders schön fand ich, dass die beiden einen Großteil der Strecke, insbesondere den Abschnitt in der Nacht gemeinsam gelaufen sind.

Diese Botschaft veröffentlichte Claudia kurz nach dem Lauf auf Facebook:

BÄM..... erste echte Laufchallenge in 2019. Hexenstieg Ultra über 215km mit knapp 4000 HM in 34:25 Stunden non-stop. Und dazu eine super Platzierung. Was will man mehr? Danke Sebastian Gonschorek, ohne Dich wäre es hart geworden in der Nacht bei Kälte, Regen und Müdigkeit. Und für den tollen Support, Guido Althausen. Der Dragonsback darf kommen!

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Bericht von Sebastian:

Der Hexenstieg Ultra verläuft größtenteils auf dem gleichnamigen Wanderweg von Osterode nach Thale und auf einer anderen Route zurück. 2017 lief ich bei diesem Rennen das erste Mal die volle Distanz und war sofort gefesselt von diesem Abenteuer. Man überquert die höchsten Berge und lernt den Harz in seiner ganzen Schönheit kennen. Somit meldete ich mich nach dem Lauf direkt für das Folgejahr an. Leider hat 2018 die Gesundheit nicht ganz mitgespielt, weshalb ich in das Betreuerteam gewechselt bin und zusammen mit meiner Frau die VP in Thale betreut habe. Dies war auf der einer Seite schön, da man dafür von den Läufern viel Dankbarkeit erfährt und auch die Sicht der Betreuer intensiv kennenlernt. Auf der anderen Seite war ich natürlich etwas traurig, da ich selbst nicht mitlaufen konnte. Aber 2019 sollte folgen…

Ein Jahr lang war es nun mein Plan, 2019 wieder am Hexenstieg Ultra teilzunehmen und diesen auch zu finishen. Das Ziel in meinen Kopf war, meine Zeit von 35:13h zu verbessern. Regelmäßig befasste ich mich in Gedanken mit der Strecke und in den Wochen vor dem Start lernte ich die Route mit den Gegebenheiten förmlich auswendig. Wo sind welche Anstiege? Welche gut laufbaren Abschnitte gibt es? Wo werde ich in der Nacht sein? All das und vieles mehr waren Punkte, mit denen ich mich akribisch auseinandersetzte. In den Tagen vor dem Start schrieb ich mir einen Laufplan mit den VPs und den jeweiligen km-Abständen. Auch die Zeiten für die Abschnitte trug ich grob ein. Am Ende kam eine Zielzeit von 32 Stunden heraus. Ein Blick auf die bisherigen Gewinnerzeiten zeigte mir, dass der Plan ganz schön taff war. Egal, ich hatte in meinem Kopf ein klares Ziel.

Am Abend vor dem Start traf ich beim Briefing Claudia Lederer, mit der ich bereits in einem Trail-Trainingslager zusammen gelaufen bin. Außerdem kenne ich Claudia von der LG Ultralauf und diversen anderen Laufveranstaltungen. Kurz zeigte ich ihr meinen waghalsigen Plan, was sie anscheinend nicht davon abhielt, gemeinsam mit mir am Folgetag um 6 Uhr zu starten. Dies freute mich sehr, denn zusammen verging die Zeit wie im Flug.

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Außerdem ergänzten wir uns gut. Liegt die Stärke von Claudia im konstanten Laufen auf den langen, laufbaren Abschnitten, so liegt meine Stärke eher auf den technischen Passagen. Wir zogen uns also gegenseitig und lagen zeitweise fast 50min vor meinem Zeitplan. Dies führte jedoch dazu, dass die VPs oft noch gar nicht mit uns rechneten und jeweils leichte Hektik ausbrach. Trotzdem wurde sich überall toll um uns gekümmert. Die VPs waren von Anfang bis Ende wirklich schön, mit vielen herzlichen helfenden Händen.

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Den Wendepunkt in Thale erreichten wir gegen 19 Uhr. Nach 105km fühlten wir uns soweit auch noch recht gut. Schnell zogen wir trockene und etwas wärmere Sachen an, denn nun ging es in die Nacht hinein. Kurz nach dem Verlassen der VP fing es an zu regnen. Leider nicht dieser leichte Nieselregen, nein, es wurde richtig nass. Nur 9km waren es nun bis zum nächsten VP (km 114). Das reichte, um durchnässt anzukommen. Auch die Regenjacken halfen hier nicht wirklich. Jetzt sollte der Lauf zur Kopfsache werden.

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Es war kurz nach 21 Uhr, wir waren durchnässt, es sollten max. 2°C werden und der nächste bemannte VP lag 35km entfernt. Dies alles führte dazu, dass wir konstant liefen, wo es nur ging. An Pausen war nicht zu denken, da sofort die Kälte über uns kam und wir wie Espenlaub zitterten. Noch vor Sonnenaufgang überquerten wir den Wurmberg. Auf dem Weg hinab legten wir eine Zwangspause ein, da eine Blase eine kleine Not-OP erforderte. Nach Thale war die VP km 164 die erste Möglichkeit, wo wir uns etwas aufwärmen konnten. Im Auto des dortigen Betreuungsteams – herrlich. Danach wurde es deutlich heller und somit wärmer. Bei Sankt Andreasberg schien uns endgültig die Sonne ins Gesicht, was nach der Nacht einfach nur traumhaft war. Mittlerweile war es 8 Uhr, es lagen also 26 Stunden und 175km seit dem Start hinter uns. Nur noch Marathon.

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Da Claudia nach der anstrengenden Nacht in der Sonne noch etwas länger ihre Akkus auffüllen wollte, entschieden wir uns, die letzten km getrennt fortzusetzen. Die letzten 40 km sollten es noch einmal in sich haben. Sehr technisch, mit viel auf und ab. Es ging nördlich der Oderteiche über den Märchenweg hinauf nach Torfhaus. Wie sagte ein Mitläufer, Martin Leimbach, im Ziel? Märchen sind bekanntlich grausam. Es sollten noch die Wolfswarte und der Weg vor und hinter der Hanskühnenburg folgen. Dies kann man einfach beschreiben. Steine, überall Steine, große und kleine, rund und eckig, dazwischen Wasser von Pfützen und Bächen. Um 12:16 Uhr erreichte ich die Hanskühnenburg und gönnte mir noch einmal eine kurze Pause. Ich lag 16min hinter meinem Zeitplan, hatte mir jedoch für die letzten 12km bergab 2 Stunden eingeplant. Um 13:38 Uhr erreichte ich dann das Ziel in Osterode. Nach mehr als 200 zurückgelegten Kilometern war ich überrascht, dass meine Beine mich noch so schnell getragen haben. 31 Stunden und 38 Minuten nach dem Start erreichte ich als Erster überglücklich das Ziel in Osterode, wo meine Familie an der Ziellinie bereits auf mich wartete. Claudia kam nach 34:25h in Ziel und wurde damit Dritte bzw. Erstplatzierte bei den Frauen.

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Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Claudia für den gemeinsamen Lauf und die vielen helfenden Hände rund um Michael Frenz. Ihr wart alle klasse!

Daten Hexenstieg Ultra 2019; Länge: 215km; Höhenmeter: ca. 3.800; Veranstalter: Michael Frenz (Meldeläufer); Datum: Ende April; Bemannte VPs: 11

Text: Michael Irrgang, Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek, Bilder: Claudia Lederer, Sebastian Gonschorek; 30.04.2019

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