Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

 

Bodenseelauf (Teilbereich) am 27. / 28.4.2018

 

Am Freitag den 27.4.2018 um ca. 9 Uhr war für mich der Startbeginn für mein Vorhaben rund um den Bodensee zu laufen. Los ging es kurz vor Ludwigshafen bei einem Obstgeschäft, wo ich mein Auto abstellte. Das Wetter war herrlich und ließ auch noch weitere Tage von dieser Sorte erwarten. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_071336072_iOS.jpg 
Den Rucksack umgeschnallt und los ging es. Das Tempo war durch den Rucksack dementsprechend gebremst. Das Gewicht von 8 kg ist nicht ohne, wenn man laufen und nicht gehen möchte. Die Laufstrecke hatte ich von der Komoot-App unter Bodensee-Kompass auf dem I-Phone gespeichert. Durch das I-Phone erfolgt wie beim Navi im Auto eine Sprachansage und somit braucht man nicht laufend auf das Handy zu starren. An manchen Stellen war es jedoch empfehlenswert einen Blick darauf zu werfen.
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Der Bodenseerundweg ist beschildert. Der Weg ist mehr direkt am See und lässt das schöne Hinterland außer acht. Die schönsten Trails findet man jedoch hauptsächlich im Hinterland. Am Ortsausgang von Ludwigshafen führte der Weg links ab durch die Obstfelder hindurch. Die Jahreszeit war für diesen Lauf gut gewählt, denn die Obstbäume und die Natur standen in voller Blüte. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073143983_iOS.jpg
Im Bereich von Sipplingen trennte sich schon mal die offizielle Bodenseestrecke von der von Komoot. Ich habe es erst bemerkt, nachdem mich Komoot darauf aufmerksam machte. Also lief ich das kurze Stück zurück, denn ich wollte nach Komoot laufen. Der Grund dafür ist, dass ich inzwischen Komoot kenne und weiß, dass es die kleinsten Wege, Trails und alte Wiesenwege sucht, um ans Ziel zu kommen. Es ging dann stark steigend nach oben und man konnte gut erkennen, dass kaum noch einer diesen Weg läuft.

Dann eine Schlüsselstelle. Sie werde ich so schnell nicht vergessen. Um eine Kurve herum sah ich einen Tisch mit einer Kerze und zwei Stühlen und gegenüber einen Hochstand. Aber es war kein Weg mehr sichtbar. Wahrscheinlich eine Stelle für den Förster oder sonstige Gestalten, die es sich hier gemütlich eingerichtet haben. Für mich hieß es jetzt den Weg zu suchen.

Komoot zeigte mir, dass es hier nach oben geht, nur wo? So nach Ahnung, dass es hier es nach oben gehen könnte, begab ich mich auf den Weg, steil, zum Teil rutschig und feucht. Irgendwann kommt die Stelle, wo man nicht mehr zurück will und es geht steil nach unten. Nur wo geht es nach oben? Zur Seite ging ein Trampelpfad von Tieren angelegt, gerade so sichtbar. Also nichts wie weiter. Ich fühlte mich um Jahre zurück in die Schul- und Jugendzeit versetzt. Es ging fast immer vorwärts. Nur nicht zurückblicken, auch nicht zur Seite, denn dort ging es nur nach unten. Der Trampelpfad war verdammt brüchig und weich. Die Schuhe haben Schwierigkeiten nicht abzurutschen. Hier hätte ich mir gerne Stöcke gewünscht, aber auch die herumliegenden Holzstöcke waren dabei behilflich. Mit einem Holzstock und auf allen Vieren überstand ich diese Überquerung. Anschließend nochmals steil aber gut gehbar ging es nach oben. Oben traf ich auf einen Trail. Vielleicht hatte ich doch nicht ganz den richtigen Pfad erwischt, aber schön war es doch. Kurz darauf stand ich vor dem Haldenhof, der einen hervorragenden Blick über den Bodensee zuließ. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_083154150_iOS.jpg

 

 

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Anschließend ging es wieder nach unten mit Ausblick auf den Bodensee und auf richtig schöne Trails. Kurz vor Überlingen hatte ich  die Bodenseenähe wieder erreicht. In Überlingen ging es durch die Strandpromenade, die mit Touristen voll war. Nach Überlingen ging es weiter durch die Obstgärten zum Kloster Birnau. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073259747_iOS.jpgInzwischen war es ca. 13 Uhr und ich genehmigte mir eine kurze Rast bevor es auf einer Anhöhe weiter nach Meersburg ging . Wieder hinein in das Touristengewühl runter zur Uferstraße. Kurz ein Eis geholt, obwohl sich die Eisverkäuferin beschwert hatte, dass ich mit freien Oberkörper lief. Beim nächsten Mal muss ich mich glaube ich ganz nackig machen. Auf alle Fälle das Eis war gut. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_073417810_iOS.jpg

Der Weg führte weiter Richtung Friedrichshafen. Der schönste und auch schwierigste Teil war nun vorbei. Nach Immenstadt ging es mal ca. 5km neben der Hauptstraße entlang. Das war ganz und gar nicht schön. Die Zeit lief und ich hinkte weit meiner Zeiteinteilung hinterher. Die Strecke von Ludwighafen bis Friedrichshafen hatte viel mehr Zeit geschluckt als ich mir vorgenommen hatte. Dazu kommt noch der Rucksack. Die acht Kilo belasteten den Körper auf die Dauer doch gewaltig. Die Schulterriemen drückten, der Rücken, die Hüftknochen und der kleine Zeh muckten immer mehr auf. C:\Users\Franz\OneDrive\Bilder\Eigene Aufnahmen\20180427_092647713_iOS.jpg
In Friedrichshafen habe ich am Busbahnhof eine Pause mit Kaffee und Kuchen eingelegt. Dabei wurde auch der Wasservorrat ergänzt. Dann ging es wieder weiter, wobei gehen der richtige Begriff ist. Es ging dann meist in Seenähe weiter und da die Temperaturen sehr angenehm waren, war für den Abend der Bodensee für viele Menschen ein guter Aufenthaltsort. Überall saßen sie und grillten am Strand. Auch Läufer sind plötzlich wieder unterwegs. Bisher sah ich keinen. Irgendwann ging es wieder mehr ins Hinterland und die Nacht holte mich immer mehr ein. In Friedrichshafen hatte ich schon die Shirts angezogen aber jetzt kam dann doch die Nachtfrische durch die Kleidung. Es wurde kalt und Zeit sich wärmer anzuziehen.
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Nachts um ca. zwei Uhr war mir kalt. Einkehr beim MC und anschließend wieder weiter. Ich kam nicht mehr ins Laufen, wollte noch bis Bregenz gehen, solange es noch dunkel war und anschließend wieder laufen. Am Ende von Bregenz musste eine Gartenbank herhalten, um kurz zu schlafen. Ab 4 Uhr morgens kam wieder Leben in die Welt. Es begann ein Vogelkonzert teilweise auch mit den Fröschen.

Zu quaken begann auch mein Körper. Er wollte nicht mehr so recht. Ich musste immer häufiger feststellen, dass ich ganz krumm ging. Am Rheindelta lief man die ganze Zeit auf dem Damm. Es war alles flach und in der Ferne sah man die Berge. Es war wieder eine ganz andere Gegend und diese Weite hatte natürlich auch seinen Reiz. Es sind viele Radfahrer unterwegs. Hier auf dem Damm entschloss ich mich aufzugeben. Es war kein richtiges Vorrankommen mehr und das Gehen, es gefiel mir nicht. Ich wurde immer krummer. Die Hüftknochen, der Rücken der Zeh. Wenn ich jetzt aufgebe, ist es immer noch besser als in irgendwas hinein zu laufen, dachte ich mir. Dennoch war dieser Lauf herrlich und ich werde ihn in vier Wochen wiederholen. Aber dann nur noch mit höchstens 4 kg im Rucksack. Wie ich das hin bekomme, ist mir noch ein Rätsel. Aber die Temperaturen sind dann auch anders. Heute am Dienstag habe ich keinerlei Beschwerden von meinem abgebrochenen Lauf und das ist das wichtigste. Jetzt am Wochenende ein 24Std-80km-Marsch mit dem Alpenverein und nächste Woche den Westweg und dann geht es wieder um den Bodensee.

 

https://www.komoot.de/tour/30515180

 

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 Bilder und Text Franz Holzleitner 03.05.2018