Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

T17 2Es stand eine 77 km Etappe mit über 1.000 HM an. Da es sehr heiß werden sollte - bewahrheitete sich zu 100% - wurd um 5 bzw 6 Uhr gestartet. Die meisten starteten zum frühen Zeitpunkt. Ich hatte gewaltigen Respekt vor dieser Strecke, vor allem wegen der großen Hitze, versuchte ich in den frühen Morgenstunden möglichst viel Strecke zu machen, ohne zu überpacen, um in der großen Hitze nimmer so viele Kilometer vor mir zu haben.

T17 1Nach dem Start liefen wir auf Kempten zu und hindurch, schon hier nach ca 2,5 Std war es schwül und der Beton der Stadt strahlt die Wärme zurück. Als es aus der Stadt hinausging, wurden die Steigungen heftiger. Die Strecke durch das Allgäu war sehr abwechslungsreich, u.a. gab es kleinere Trailstücke und das tolle Stück über die Hängebrücke ...Herrlich!! Ich kam mit der Hitze besser zurecht, als ich dachte, vor allem als die letzten großen Steigungen nach KM 40 bewältigt waren. Wir liefen zwar viel über offenes Gelände und waren dort der prallen Sonne ausgesetzt, doch ich dachte positiv, fand mich mit den Gegebenheiten ab. Wenige Läufer waren vor mir bzw überholten mich und meine persönliche Zeitvorgabe (eventl unter 10 Std) schien erreichbar. Da keinerlei Einbruch in Sicht war und ich weniger Zeit an den VPs benötigte, wurde es sogar eine Zeit von 9:09Std - damit war ich wieder relativ weit vorne bei den Tagesschnellsten. Mit Holger war ich heute eine zeitlang gemeinsam gelaufen, in Kempten wollte er etwas langsamer machen, zudem ein paar Fotostopps (auch das tolle Hängebrückenfoto stammt von ihm).

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Stefan Daum überholte dann sogar noch Holger und kam als zweiter LG Ultraläufer ins Ziel. Konrad Vogl läuft konstant gut. Karl Rohwedder hat nun auch mit den Folgen der Kompensationen zu seinem Achillesferseproblem zu kämpfen, kam aber durch. Nachdem es so gut klappte bei mir, belohnte ich mich mit einem Besuch in der nahen Füssener Altstadt (Eisdiele); auch zum Abendessen ging es nachher dorthin.

Text: Roland Krauss, Fotos: Roland Kraus, Holger Hedelt, 1.8.2017

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Nun fehlen noch zwei Etappe, eine nach Garmisch-Patenkirchen und die nächste hoch zur Zugspitze. Die Läufer sehen die Alpen schon und laufen darauf zu, das erhöht die Motivation und die Greifbarkeit des Finishes, aber einfach ist es deswegen nicht, wie man sich gut vorstellen und dem Bericht von Holger entnehmen kann.

Finish Stage 17/19 - ca. 77km in zwischen 10 und 11 Stunden. Zeit weiß ich nicht. Bei nicht so ganz kühlen Temperaturen ging es bereits um 05:00 Uhr los. Wir wollten die kühleren Morgenstunden ausnutzen bevor die Sonne loslegt. Das war eine gute Entscheidung. Bis ca. 50km lief alles blendend, ich lag sogar sehr weit vorne in Feld. Dann gab es echte Probleme, die ich u.a. vom Comrades her kenne. Allerdings in einer extremen Form - so kannte ich das nicht. Ich stand kurz vor der Aufgabe - die Gesundheit und das Leben sind wichtiger. Zum Glück lief ich in der größten Not an einem Brunnen mit eiskalten Wasser vorbei, in diesem bin ich für mehrere Minuten abgetaucht - das half zum Glück. Bin dann ca. 10km gegangen und konnte das Ziel sogar rennend erreichen. Jetzt geht es mir wieder gut. Morgen noch eine Etappe und dann geht es auf die Zugspitze. Der Traum, Deutschland laufend zu durchqueren, ist in greifbarer Nähe.

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Fast alle Läufer starteten um 6 Uhr und liefen erst einmal Richtung Ulm. Leichter Bodennebel, aber nicht zu kalt, das angekündigte Gewitter blieb aus. Wir kamen in den morgendlichen Berufsverkehr von Ulm, doch dank geschickter Streckenführung gab es keine größeren Probleme. Nachdem wir Ulm durchquert hatten, war der Iller-Radweg unsere weitere Strecke für die nächsten knapp 50KM. Da dieser Weg recht gut bewachsen war, störte der gelegentliche Sonnenschein nicht so sehr, nur die Schwüle war immer wieder spürbar. Heute waren mehrere Einzeletappenläufer am Start, die sich z.T. mit mir duellierten. Da die wenigsten Ultralauferfahrung besitzten, spielte die Zeit und Dauer der Strecke mir in die Hände. Das Profil war einigermaßen moderat, bis nach Ulm über einen größeren Hügel, ab der Iller wurde es flach, immer leicht ansteigend, da flussaufwärts; die letzten 10km nach Memmingen leicht wellig.

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Auch heute war ich mit dem Rennverlauf ganz zufrieden, da ich meine Pace ganz gut halten, nach der Marathonmarke sogar leicht zulegen konnte. Ich war letztendlich als 2.Läufer im Ziel, doch es waren einige aus der schnellen Startgruppe, die mich um einige Plätze nach hinten verwiesen. Doch das spielte für mich eine untergeordnet Rolle, etwas Kräfte für die morgige Etappe aufsparen, da kommt es nochmals halbwegs dick - und das Wetter wird es uns nicht leichter machen, laut Vorhersage. Der Memminger Bürgermeister und einige Stadthonoratoren statteten uns auch noch einen Besuch ab und sind angesichts der Zahlen bzw Leistungen schwer beeindruckt. Bei den LG Ultraläufer alles wie gehabt, Karl Rohwedder hatte sich zum Glück leicht erholt, aber Achillessehne ist ja kein "Tagesgast".

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Ttext und Bilder: Roland Krauss, 31.7.2017

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Intensive Hitze, vielfältiges Terrain und malerische Landschaften, so könnte man den „Al Andalus Ultimate Trail“ in Spanien (Andalusien) umschreiben.

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Der AAUT ist ein Ultra-Etappenlauf mit 5 Etappen und einer Gesamtlänge von 230 km sowie ca. 7000 pos. Höhenmetern, die mich ganz schön in den Grenzbereich gebracht haben.

In der Woche vom 10-14.07.2017 hatte ich das Glück, an diesem toll organisierten Lauf teilnehmen zu dürfen. Und ich kann euch sagen, das war kein Kindergeburtstag, sondern ein ganz schönes „Brett“! Gestartet sind 73 Personen, von denen jedoch nur 39 alle Etappen finishen konnten. Ich erreichte mit einer Zeit von 33:50h Platz 25.

Doch eins nach dem anderen

Angereist bin ich am Samstag, dem 8.7., um den Sonntag ein wenig zur Akklimatisierung zu nutzen. Von Frankfurt aus ging es nach Malaga, von wo aus wir dann vom Veranstalter in einer ungefähr einstündigen Fahrt nach Loja zum Hotel transportiert wurden. Dieses erfolgte in kleinen Gruppen, je nach Ankunft, so dass niemand eine große Wartezeit am Flughafen hatte. Loja, der Start und Zielpunkt des Laufes, liegt an der Autobahn Malaga-Granada und ist ca. 25km von Granada entfernt. Im Laufe des Samstags und Sonntags trudelten dann alle 73 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Den Sonntag habe ich mit einigen alten Laufbekanntschaften im örtlichen Freibad verbracht. Mehr als ein Drittel waren „Wiederholungstäter“, was ja sehr für die Qualität der Veranstaltung spricht, die ich im Nachhinein nur bestätigen kann. Es folgte dann am Sonntagabend das Briefing und ein gemeinsames Abendessen.

Etappe 1, Loja nach Alhama de Granada, 39km, +1330HM

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel erfolgte dann, bei Temperaturen von über 30 Grad, um 9 Uhr der Start der ersten Etappe direkt vor dem Hotel. Vorher konnte jeder eine Tasche mit maximal 11 Kilo Gewicht mit Kleidung, Nahrung, Ausrüstung usw. abgeben. Diese wurde dann jeweils von Camp zu Camp transportiert. Nach einer kurzen Strecke aus dem Ort hinaus wurde nach ca. 3 km aus der Straße ein steiler, steiniger und staubiger Weg. Die nächsten 7 km ging es knapp 1000 HM nonstop die Berge hinauf und hinein in eine schattenlose, gebirgige Wüstenlandschaft. Welch ein Auftakt für einen Lauf! Ich war froh, als ich den ersten Checkpoint bei KM 11 erreichte. Neben Wasser standen auch an fast jedem Verpflegungspunkt Eiswürfel zum Kühlen zur Verfügung. Am jeweils letzten VP einer Etappe und auch im Ziel gab es auch Cola. Nach KM 20 wechselte die Landschaft und es ging nun meist bergab durch riesige Olivenhaine. Es folgte kurz vor dem Ziel noch ein 2 km langer Anstieg. Das Tagesziel und das erste Camp befand sich im Gemeindeschwimmbad von Alhama de Granada. Im Zielbereich war alles an Versorgung vorhanden, was man sich nach so einem Tag wünscht: Wasser, Cola, Iso-Drink, Obst und Riegel. Für die Regenerationsversorgung stand ebenfalls (wie auch an jedem der folgenden Tage) heißes Wasser zur Verfügung. Die Temperatur an diesem Tag betrug ca. 38 Grad. Die Duschen und die Abkühlung im Schwimmbad war allen sehr willkommen. Am Abend waren wir, wie der Großteil der Teilnehmer, in einer Dorfgaststätte etwas essen. Der Veranstalter hatte dafür gesorgt, dass die beiden Dorfgaststätten früher aufmachten und jeweils drei preiswerte Menüs anboten (Fleisch, Fisch oder Vegetarisch für jeweils 8-10€). Übernachtet wurde, wie auch in den kommenden Nächten, in Zelten (1 bzw. 2 Personen-Zelte).

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Etappe 2, Alhama de Granada to Játar, 48km, +1640HM

Nach dem Start ging es in zunächst in und durch die Alhama -Schlucht (sehr spektakulär). Dann ging es weiter auf dem GR-7 Wanderweg hinein in Berge des Sierra Almijara Nationalparks. Aus dem Weg wurde nach ca.15 km ein Single-Trail, der immer technischer wurde. Über diesen Trail ging es dann kräftezehrende 15 km durch eine einfach grandiose Berglandschaft. Die Temperaturen betrugen auch an diesem Tag wieder 38-39 Grad. Schatten gab es nur an den VP’s. Das Runterkühlen war immer eine Wohltat! Die letzten 10 km ging es dann bergauf und bergab über eine Schotterstraße nach Játar. Das Camp war auf einem Wander-Rastplatz direkt an einer Bergquelle aufgebaut. Auch an diesem Tag hatte der Veranstalter in einer Gaststätte Menüs für uns organisiert. Besonders das kalte Bier war ein Genuss!

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Etappe 3: Játar nach Jayena, 39km, +980HM

Morgens ging es zunächst 11 km über eine Straße bis zum ersten VP. Dann weiter über eine Schotterstraße, die zu einem Bergweg wurde, hinauf zu VP 2 bei km 17. Der Weg führte dann durch tolle, weite Landschaften. Kurz vor dem Tagesziel ging es dann nochmal über einen Single-Trail bis ins Camp. An diesem Tag wurde das Essen vom Veranstalter organisiert und bezahlt. Im Camp wurden zwei große Paellas (Huhn u. Vegetarisch) zubereitet. Dazu gab es ein großes Bier! Die Tagestemperatur hatte heute die 40 Grad Grenze überschritten und es sollte in den nächsten Tagen noch heißer werden.

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Etappe 4: Jayena nach Alhama de Granada, 67km, 2031HM -die Hitzeschlacht mit über 45 Grad!

An diesem Tag ging es gleich auf einem Singletrail zunächst entlang eines trockenen Flussbettes, dann bergauf/bergab bis an einen See (Bermejales). Diesen See erreichten wir nach ca. 10 km. Kurz vorher war der VP 1. Jetzt ging es die nächsten 15 km auf einem Pfad durch einen Pinienwald. Eine schöne (schattige) Strecke. Aber das sollte der letzte Schatten sein, den wir an diesem Tag bekamen! Nach dem VP 2 bei KM 24 ging es recht schnell schattenlos und steil bergan. Als ich dann oben angekam und den nächsten VP bei km 30 erreicht hatte, habe ich mich das erste Mal bei diesem gesamten Etappenlauf an einem Verpflegungspunkt hingesetzt. Hier habe ich mich erst mal abgekühlt. Laut den Betreuern am VP war es bereits über 40 Grad im Schatten. Mit Eiswürfeln unter dem Hut und in Buffs am Hals ging es weiter. Für die nächste 10km schlängelte sich der Weg an Berghängen entlang, zum Glück überwiegend bergab bis zum nächsten Check-Punkt bei km 40. Auch hier entschädigte der Blick über die schier endlose, malerische Landschaft für die Anstrengung! Der VP bei km 40 lag unten im Tal im Dorf „Cacin” direkt neben einer Bar. Hier habe ich mir erstmal drei Dosen Cola gekauft und zwei davon sofort „inhaliert“! Welch eine Wohltat! Hier und auch an den nächste VPs, habe ich wieder eine Pause zum Runterkühlen eingelegt. Ein Teil der Läufer/innen hat es heute leider nur bis zu diesem Punkt geschafft. Die Hitze, die mittlerweile über 45 Grad betrug, forderte ihren Tribut! Jetzt ging es für die nächsten 18 km fast ausschließlich bergauf. Auch hier natürlich ohne jeglichen Schatten! Einen kleinen Fluss, an dem es unterwegs entlang ging, habe ich dann für ein Vollbad genutzt. Rucksack ab und komplett rein! Die Schuhe waren von vorhergehenden Wasserquerungen sowieso nass. Gegenüber Läufen bei hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze (Jungle oder Kambodscha), trocknete jedoch alles inkl. der Schuhe sehr schnell, was möglichen Blasen an den Füßen dann auch keinen Vorschub leistete. Der Schotterweg und Singletrail ging dann über auf eine schwarz geteerte Straße. Hier kam dann für die folgenden 8 km die Hitze auch noch von unten. Vom letzten VP bei KM 59 ging es dann über Landwirtschaftswege und Straßen, unterbrochen von einem kurzen aber knackigen Anstieg, steil bergab ins Camp. Ich wurde, wie alle Finisher/innen, mit einem großen Applaus begrüßt! Von den 73 am Montag gestarteten Teilnehmern/innen erreichten heute nur 40 das Ziel. Mit einer Zeit von 10:19h hatte ich mich auf Platz 25 hochgearbeitet. Das abendliche Briefing fand in einem nahegelegenen Restaurant statt. Hier gab es neben Pasta, wieder eine Auswahl aus drei Hauptspeisen, die man bei der Anmeldung vorbestellen konnte. Die Nacht und die damit verbunden Regeneration war leider viel zu kurz.

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Etappe 5: Von Alhama de Granada zurück nach Loja, 37km, 1120HM

Heute wurde, wie bei den letzten beiden Etappen, in zwei Gruppen gestartet. Ich war wieder in der zweiten Gruppe, die um 8:30 Uhr startete. Um diese Uhrzeit war es bereits wieder recht warm, was nichts Gutes verhieß. Zunächst ging es heute in umgekehrter Richtung durch die bereits am zweiten Tag durchlaufene, sehr eindrucksvolle Alhama-Schlucht. Ich weiß nicht, was mich an diesem Tag geritten hat, aber ich habe mich von dem schnellen Starterfeld ziehen lassen. Das habe ich dann recht schnell bereut. Nach einigen knackigen Anstiegen und über Singletrails erreichte ich mit weichen Beinen und völlig überhitzt den ersten Check-Point. Zu meinem Entsetzen waren dort kaum noch Eiswürfel zum Runterkühlen vorhanden. Also erst mal komplett runterschalten und langsam weiter. Recht schnell stieg auch heute das Thermometer auf über 45 Grad. Als ich den VP 2 nach 20 km erreichte, hatte ich mich auch wieder gefangen. Eis war auch genug vorhanden, so dass ich mich runterkühlen konnte. So stieg dann auch die Motivation, zumal es jetzt die letzten 17 km überwiegend bergab bis ins Ziel gehen sollte. Der Großteil dieses Abschnittes ging wieder durch wunderschöne Olivenhaine und weite Landschaften, bis dann die Autobahn in Sicht kam! Jetzt was das Ziel nur noch 7 km entfernt! Also ein bisschen sammeln und die letzten „Körner“ für den Zieleinlauf reservieren. Vor dem Hotel war der Zielbogen aufgebaut und ich erreichte nach insgesamt 33:50h unter großem Applaus als 25ter das Ziel. Im Zielbereich gab es wieder alles, was das (Läufer)Herz begehrte. Ich mag mich täuschen, aber ich glaube, so froh darüber endlich im Ziel zu sein, war ich bisher noch nie!

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Fazit

Die Schlagzeile der örtlichen Tageszeitung lautete, dass man gestern (das war die lange Etappe), die höchsten, je in der Region aufgezeichneten Temperaturen gemessen hatte: 45,5 Grad! So heiß war es heute auch wieder geworden, unglaublich.

Am Abend gab es dann noch nach der Siegerehrung ein gemeinsames Essen und Trinken! Am Folgetag ging es wieder zeitgestaffelt in kleinen Gruppen zurück zum Flughafen.

Was sich wieder bewährt hat, war, den Etappenlauf langsam anzugehen. Wie schon oft, entscheidet sich der (Etappen-) Lauf bei der langen Etappe, da braucht man noch „Körner“ und mentale Kraft. Dass ich mich am letzten Tag zu einer viel zu hohen Anfangsgeschwindigkeit habe hinreißen lassen, ist mir (hoffentlich) eine Lehre!

Zusammengefasst kann ich diese Veranstaltung wirklich weiterempfehlen. Vor allem die extreme Hitze in diesem Jahre hat leider für eine sehr hohe Anzahl an Aussteigern gesorgt! Normalerweise steigen die Temperaturen nicht über 39 Grad.

Durch den Veranstalter und das tolle Team fühlte man sich zu jeder Zeit sehr gut betreut. Auch die drei Ärztinnen sorgten mit viel Umsicht dafür, dass es zu keinerlei ernsthaften Vorfällen gekommen ist. Für einen Preis, der je nach Anmeldedatum zwischen 900€ und 1100€ liegt, wird einem wirklich eine gut organisierte (Lauf)Woche in einer wunderschönen Landschaft geboten. Und wenn man Glück hat, so wie wir in diesem Jahr, wird es sogar heißer als bei den meisten Wüstenläufen. Und die sind um ein vielfaches teurer!

Text: Dietmar Rosenau, Bilder: Dietmar Rosenau, Veranstalter, 31.7.2017

Nach der anspruchsvollen Etappe gestern war das Aufwachen doch etwas zäh, aber das war in der gesamten Turnhalle um 4 Uhr spürbar, doch die Karawane zieht bzw läuft weiter. Heute stand eine relativ kurze (55-57km) Strecke auf dem Plan. Aber nicht täuschen lassen, sie war gewürzt mit über 1.000HM - klar, denn wir waren in der Schwäbischen Alb angelangt. Der Großteil davon war auf 2 heftige Anstiege verteilt, bei KM23 bzw bei KM32, ansonsten welliges Gelände. Zum Start ging es aber erst einmal bergab, der letzte Anstieg von gestern wird negiert. Es sollte heiß werden heute und am Nachmittag waren schwere Gewitter angekündigt - genau so kam es dann auch.

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Konrad Vogl im Ziel der 15. Etappe

Ich spürte selbst beim geliebten Downhill zu Beginn die Strapazen der Vortagsetappe. So hatte ich mir Zurückhaltung verordnet. Trotzdem war ich nach 15 KM an 3.Stelle unserer Startgruppe, doch die Schnellen kamen ja später von hinten, wobei diese Startgruppe mittlerweile auf 5 Läufer geschrumpft war. Ich bereitete mich auf den ersten heftigen Anstieg vor, aber was wollte ich groß machen, plötzlich war eine wahnsinnige Steigung vor mir und an Laufen war nicht mehr zu denken, selbst schnelles Gehen war eine außerordentliche Anstrengung, welche die Schweißperlen auf die Stirn trieb und das sonntagfrüh um kurz nach 8Uhr. Auch zeitweise schattiger Wald brachte wenig Erleichterung. Aber irgendwann war auch dieser Teil der schwäbischen Alb bezwungen und es wurde laufbarer. Welch Glück, dass ein zusätzlicher VP nach dem Anstieg eingerichtet wurde. Immer wieder goss ich Wasser über den Kopf und in den Nacken, Abkühlung tat not. Schon drohte der nächste Anstieg, er war nicht mehr so lang, sondern kurz und heftig, teilweise schon ein Trail - ich überlegte, wie unser Tretrollerfahrer hier wohl heraufkommt, Er meisterte aber auch diese Übung. Ich schwitzte und keuchte, aber die Gewissheit das jetzt hauptsächlich nur noch Strecke und weniger HM kommen, machte zuversichtlich. So konnte ich auch noch Reserven mobilisieren und im wahrsten Sinne - es lief wieder. Die Marathonmarke nahte und es wartete "nur noch" welliges Gelände mit z.T. sengender Sonne, die Schwüle kündigte das spätere Gewitter bereits an. Ich legte etwas Pace zu und blieb einigermaßen vorne dabei. Gegen 12 Uhr näherte sich das Ziel, ein paar KM noch, dann hatte ich mein Tagesziel, die Turnhalle in Dornstadt, erreicht. Ein paar Anwohner feuerten mich an .... nicht mehr weit. Nach 6:36Std war ich im Ziel, damit schnellster Einzeletappenläufer und von den noch verbliebenen Gesamtläufern waren nur vier schneller, einer gleich schnell. Als nächster der LG Ultralauf erreichte wieder Holger Hedelt mit 7:21 das Ziel, Stefan Daum ging es jeden Tag besser. Er ist 7 min später da. Konrad Vogl erreichte das Ziel in 7:52, wie immer gut drauf. Karl Rohwedder erging es heute nicht gut: Achillessehnenprobleme zwangen ihn zu langen Gehpausen und er kam nach 10:56 an.

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Mit Holger zog mich nachmittags in die Eisdeile des Ortes. Mit dabei war Eva, die das Camp besuchte und Holger von früheren Läufen kannte. Da angekommen brach das vorausgesagte Gewitter los und mir taten die verbliebenen Läufer auf der Strecke echt leid. Von der Markierung würde nach dem Hagelwetter nicht mehr viel zu sehen sein, doch später kamen alle wohlbehalten ins Ziel. Die Pastaparty nebenan bei den Sportfreunden Dornstadt war hervorragend und wir freuten uns auf die letzten Tage, des Race Across Germany.

Text und Bilder: Roland Krauss, 31.7.2017

Holger Hedelt auf Facebook:

Finish Stage 15/19. geschafft. Ich hatte heute keinerlei körperliche Beschwerden, nixx - erschreckend. Was ich nicht gefunden habe - die Motivation. Es war ein harter Tag, ein verdammt harter Tag. Zwei extreme Anstiege und die Hitze trugen ihren einen Teil zum heutigen Fight bei. Wieder war die Unterstützung phänomenal. In schwierigstem Terrain hatte ich Radbegleitung von Nicole Benning und Jo Höschele - vielen Dank, es war mir eine riesen Freude. Dann noch der rasende Reporter in einer ledernen Trachtenhose mit einer riesigen Kamera Jürgen Baumann - das Bier bekomme ich aber noch ;-). Danke für die wunderschönen Bilder. Noch 4 Etappen......

Karl Rohwedder auf Facebook:

Gleich nach dem Start meldete sich die Achillesferse und teilte mir mit: Laufen ist heute nicht. Also 55km Wandertag... Zum Glück stand gegen Ende plötzlich Jürgen mit seiner Frau an der Strecke und boten Erholung für Körper und Geist, danke dafür. Kurz vor Ziel dann noch Hagelsturm, Starkregen und Gewitter, also das Komplettprogramm. Wenn es sein muss, wird halt bis Garmisch gewandert

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Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

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Heute stand die nicht ganz längste, wohl aber eine der schwierigsten Etappen an. Dazu sollte es noch relativ hohe Temperaturen geben, doch zum Glück war es bis ca 10Uhr gut bewölkt, doch die Sonne zeigte sich immer mehr, der Andrang an den VPs war entsprechend groß. Warum es ausgerechnet hoch nach Lichtenwalde ging? Der Veranstalter hatte auf der Suche nach Turnhallen einige Absagen kassiert. In Lichtenwalde wurde er fündig und es meldeten sich auch einige Läufer, die ihren Verein mit einspannten und ein Riesenfest für den Deutschlandlauf organisierten. Strecken länger als 80km starteten üblicherweise um 5 bzw 6Uhr - so stand ich um 5Uhr etwas schlaftrunken am Start und war gespannt wie ich mit fast 90Km bei 1.500HM fertig werde.

Auch diesen Morgen wurde sich langsam eingetrabt, dann marschierte ich langsam nach vorne, hielt mich aber dennoch zurück, es würde sicherlich ein langer Tag werden.

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Wir liefen Richtung Eppingen, dann nach Brackenheim, durch das idyllische Marbach, weiter nach Weinstadt. Unser Ziel Lichtenwalde (Turnhalle) bedeutete, wir müssen zum Schluss noch viele HM überwinden. Da ich das wusste, habe ich mir natürlich einige Reservekräfte aufgehoben. Mehrmals liefen wir in die Weinberge rein, rauf und runter und der Neckar ist immer wieder unser Begleiter. Nach stundenlangem Lauf (ca 7-8Std) spürte ich meine Kräfte schwinden, ich musste vorsichtig sein und kann natürlich nicht auf Angriff laufen.

T14 KonradBei KM60 am VP gibt es einen kleinen Empfang mit Fototermin, hier erreichen die Sololäufer des DLL passierten die 1,000km Marke. Ein Gläschen Sekt für jeden. Auch ich komme in den Genuss, obwohl es ja auf mich nicht zutrifft, da mir ja (verletzungsbedingt) 4 Etappen fehlen. Nach knapp 10 Std kam ich an den vorletzten VP an. Von hier aus waren es nur noch ca 8KM, jedoch war der Anstieg brutal. Längere Zeit war Gehen das (für mich) einzige Mittel, um da hoch zu kommen.

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Tatsächlich konnte ich später nochmals zeitweise laufen und irgendwann erreichte ich diese Turnhalle und konnte unter dem Applaus, auch der zahlreichen örtlichen Zuschauer in genau 11Std finishen. Ich war der fünfte Läufer im Ziel, die genaue Tages-Platzierung würde etwas schlechter sein. Es kamen ja noch spätere Starter ins Ziel, die mir von der Std einiges abgenommen haben. Den Tagessieg holte sich Bernhard Munz, der sich prächtig erholt hat und irgendwann leichtfüßig an mir vorbeitrabte. Auch Stefan Daum hat sich weiter erholt, kommt bald nach mir ins Ziel, so auch die anderen vom LG Ultralauf-Team. Wir werden hier bestens betreut und versorgt, das ist ja richtiger Luxus.

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Text: Roland Kraus, Bilder: Roland Krauss (4), Veranstalter (1), 29.7.2017

Karl Rowehwedder schrieb am Ende des Tages seinen Freunden auf Facebook:

Aus geplanten 88km wurden dank einer Sperrung 91, das mit 1500 Höhenmetern und bei knapp 30 Grad, also habe ich auch die 15 Stunden wie geplant gebraucht. Die Zugspitze rückt näher...

Und Holger Hedelt, der in der Ergebnisliste recht weit vorne platziert ist, meinte auf seiner humorvollen Art:

Erste extrem schwere 25km liegen hinter mir. Muss wohl meine Beine im Bett vergessen haben. Boahhhh waren diese Kilometer hart. Nur noch 63km heute.

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