Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Erstmalig starte ich beim Mauerweglauf am 12.8.2017 den Versuch, als Zugläufer eine Gruppe auf eine Zielzeit von 23:45 zu führen. In diesem Text erläutere ich meine Taktik. Wer sich anschließen möchte, schließe sich einfach an.

100Meilen Logo der mauerweglaufVor einiger Zeit ist mir bereits die Idee gekommen, einmal als Zugläufer 100 Meilen in einer bestimmten Zeit zu laufen. Das Rennen vom ersten bis zum letzten Meter zu planen und minutiös umzusetzen. Man könnte im Vorfeld die Sekunden messen, die man zum Trinken, zum Flasche füllen, Garderobenwechsel und Toilettengang benötigt, man könnte ein Anfangs- und ein Endtempo planen und von einem linearen Tempoverfall ausgehen. Der Rest wäre Mathematik. Aber das klappt leider nicht. Insbesondere nicht in einer Gruppe. Läuft man allerdings nach Gefühl, ist es auch nicht gut. Viele laufen anfangs zu schnell und brechen in der zweiten Rennhälfte mehr als nötig ein.

Vielen Läufern sind Zugläufer eine riesige Hilfe, um bei einem Marathon ihr Potential auszuschöpfen. Zugläufer können das Tempo gut steuern und eine Renntaktik umsetzen, die sich massenhaft bewährt hat. Nur welche Taktik hat sich denn bei 100 Meilen bewährt? Zunächst gibt es zwei verschiedene Konzepte, eines für die Gut-Ausdauer-Trainierten. Die sollten an den VPs kurze Pause machen und möglichst gleichmäßig durchlaufen. Dem „Schlecht-Trainierten“ helfen systematische Erholungsphasen von Anfang an, im Idealfall kurze Gehpausen, zur Not retten später auch längere Aufenthalte an den Versorgungsstationen, um phasenweise laufen zu können. Meine Taktik wird ein Mittelweg sein, sich aber eher an die „Langsamläufer“ orientieren.

Beim Mauerweglauf hat eine Zeit unter 24h den Reiz, dass man hierfür nach amerikanischen Vorbild eine Gürtelschnalle bekommt. Daher habe ich mir die Zielzeit 23:45 Stunden ausgesucht, aber mit ein bisschen Fantasie kann man die Taktik auch auf andere Zielzeiten übertragen.

24h Stunden zu laufen muss auch Spaß machen. Die Idee ist, den Lauf zu genießen, mit offenen Augen entlang der ehemaligen Mauer zu laufen und sich durchaus ab und zu Zeit nehmen, um sich etwas anzuschauen, durchzulesen oder zu fotografieren. Im Idealfall unterfordern sich die Teilnehmern der Gruppe. Vermutlich reicht eine Marathonzeit im Bereich von 4:15 bis 4:30 Stunden, um in der Gruppe locker mitzulaufen und sich den Buckle zu holen.

Ein Plan muss möglichst einfach sein und plausibel. Daher beginne ich bei der Erstellung immer so, dass ich mir Prinzipien überlege und dann langsam die Gesamtzeit in immer kleinere Abschnitte runterbreche. Dann fasse ich die Details wieder zu einer mittleren Aggregationsstufe zusammen. Dieser Plan wird dann ausgedruckt, mitgenommen und möglichst eingehalten. Meine wichtigste Planungsgröße ist die Uhrzeit, bzw. Laufzeit, nach der ich jeden VP verlassen möchte. Eine weitere Regel ist, dass ich nach jedem VP erst einmal 1 Minute gehe. Das hat die Vorteile, dass die Verpflegung besser aufgenommen und einem das Wiederanlaufen erleichtert wird. Und wer am VP länger braucht, kann schnell wieder zur Gruppe aufschließen. Aber auch die normalen Gehabschnitte in der Länge von 15 bis 30 Sekunden möchte ich recht früh einstreuen, anfangs vielleicht alle 15 Minuten, später häufiger. Im Laufe des Rennens wird das Lauftempo etwas langsamer, andererseits häufen sich die Gehabschnitte, daher wird das Bruttotempo immer langsamer. Mit dem Bruttotempo steure ich das Tempo zwischen den VPs. Dennoch ist es gemäß Plan erforderlich, auch gegen Ende des Laufes noch wesentliche Teile zu laufen. Die Spalte Pause ist vorgesehen für Fotos, Sightseeing, Umziehen, Ampeln o.ä. Hier steckt eine gewisse Reserve drin. Aber es ist natürlich wichtig, dass man einigermaßen pünktlich am VP ankommt.

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Die große Planungs-Tabelle

Die Nettolaufzeit ist also etwa 20:45, dazu kommen etwa 1 Stunde „Lauf-Pausen“ und 2 Stunden „VP-Pausen“. Hier ist lediglich bei den größeren VPs, die ja Dropbackstations sind, etwas mehr Zeit eingeplant, ansonsten sind 3 Minuten nicht viel. Das reicht allerdings zum Flasche auffüllen, etwas essen und trinken und ein wenig Smalltalk. Als leistungsorientierter Läufer würde ich versuchen, hier mit 30 Minuten in Summe auszukommen. Viele der 24h-Läufer brauchen allerdings ab und zu eine Pause, in der man sitzt und beispielsweise eine Portion Nudeln isst. Ich selbst werde vermutlich weder einen Dropbag abgeben noch größere Mahlzeiten zu mir nehmen, aber ich muss mich bei diesem Plan ja an die Bedürfnisse der Gruppenmitglieder orientieren.

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Der Plan zum Mitnehmen

Diese Tabelle nehme ich mit. Sie bietet mir alle Informationen, die ich brauche. Zur Interpretation erkläre ich einmal den Weg vom VP 5 zu VP 6. Der VP 5 wird ungefähr um 9:54 Uhr verlassen. Dann haben wir 4 km bis zum nächsten VP vor uns, für die ich genau 31 Minuten Laufzeit berechnet habe. Das entspricht einem durchschnittlichen Tempo von 7:45 min je km. Das heißt allerdings nicht, dass wir sooooo langsam laufen, sondern es schließt auch ein, dass wir zwischendurch gehen oder ein Foto machen oder vor einer roten Ampel warten. Am VP 6 bleiben wir dann bis 10:35 Uhr bevor wir zur nächsten Etappe aufbrechen.

Für wen ist die Zugläufer-Gruppe sinnvoll? Natürlich für alle, die in Begleitung die 24h-Schallmauer durchbrechen wollen, insbesondere für die, die noch nicht viel eigene Erfahrung haben. Es gibt sicherlich auch welche, die zunächst einmal 34 km bis zum VP 6 mit der Gruppe starten und dann aber ohne lange Pause weiterlaufen und eine Zielzeit von 20 Stunden schaffen. Auf der anderen Seite gibt es vielleicht welche, die die ersten 100 km alleine laufen, sich aber über die Nacht der Gruppe anschließen. Vermutlich werden viele, von denen, die wir im letzten Renndrittel überholen, versuchen, sich der Gruppe anzuschließen und dann gibt es vielleicht auch welche, die ebenfalls knapp unter 24h laufen wollen, aber bewusst nicht in der Gruppe laufen wollen. Die laufen üblicherweise mal 100m vor der Gruppe und mal 100m dahinter - dennoch dient die Gruppe immer der Orientierung.

Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Gruppendynamik entwickeln wird. Das Ganze ist ein Experiment, ein erstmaliger Versuch, über eine so lange Distanz eine geplante Taktik mit einer unbekannten Gruppe umzusetzen. Wichtig ist, dass der Plan kein Dogma ist, sondern nur eine Orientierung. Wenn erforderlich, werden wir aus Rücksicht auf Gruppenmitglieder aufeinander warten. Wir werden niemanden unterwegs vergessen oder bei gesundheitlichen Problemen alleine zurücklassen, sondern mindestens bis zum nächsten VP begleiten. Wird es überhaupt eine Gruppe geben? Nach meiner Beobachtung starten die Läufer, die 24h anstreben alle schneller. Möglicherweise werde ich daher auch ganz am Ende des Feldes alleine starten. Wird es ein „Wir-Gefühl“ geben, ein Kern, der die ganze Zeit zusammenbleibt? Wie wird die Gruppe mit Krisen umgehen?

Es wird spannend, ich freue mich auf das Ereignis und würde mich freuen, wenn sich viele mir anschließen würden, im Vertrauen, dass der Plan gut ist. Spannend ist ja auch, dass der Lauf im Internet live verfolgt werden kann, da an den meisten Checkpoints Zeiten elektronisch erfasst und direkt ins Internet gestellt werden. So kann jedermann verfolgen, wie gut ich es schaffe, meinen Plan einzuhalten.

Logo: Veranstalter, Text und Tabellen: Michael Irrgang, 8.8.2017

 

Am 17.8. ist Meldeschluss für das Laufevent „Bottroper Ultralauffestival“, welches am letzten Augustwochenende stattfindet. Warum ihr unbedingt eure Freunde aktivieren und euch als Staffel anmelden sollt, sei in diesem Beitrag beschrieben.

IMG 5245Neben den Wettbewerben für Einzelläufer gibt es die Möglichkeit, mit einer Staffel an der Veranstaltung teilzunehmen. Ihr könnt mit einer Vierermannschaft euch die 6 Stunden teilen und mit bis zu 9 Läuferinnen und Läufer die gesamten 24 Stunden. Die Laufrunde ist etwa 1,2 km lang und ein Team kann jede Runde wechseln, so dass wirklich alle interessierten, laufbegeisterten Läufer und Läuferinnen teilnehmen können.

Der Staffelwettbewerb ist ein Einstiegswettbewerb in den Ultralauf, bei dem die Teilnehmer die typisch entspannte Ultralaufatomsphäre gnießen können und den Einzelwettbewerb aus nächster Nähe beobachten können. Und wer weiß, der ein oder andere Staffelteilnehmer wird vielleicht im nächsten Jahr schon die 6 oder 24 Stunden alleine laufen wollen.

Für die besten 3 Teams im 6h- und 24h-Staffelwettbewerb gibt es Pokale zu gewinnen. Wir haben drei Wertungen (Männer, Frauen, Mixed) und für alle Staffelteilnehmer, die mit ihren Teams einen der ersten drei Plätze ihrer Kategorie erzielen, gibt es eine besondere „schmackhafte Medaille“. Eine weitere Erinnerungs-Medaille bekommen alle Staffelteilnehmer geschenkt, die zur Siegerehrung noch anwesend sind, da wir größten Respekt vor allen Leistungen aller Teilnehmer haben.

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Alle Staffelteilnehmer bekommen am Samstagabend ein Nudelgericht und können sich am Versorgungsstand der Läufer während des Rennens an Speisen und Getränken bedienen.

Aber der wichtigste Grund, warum man mit seinen Lauffreundinnen und -freunden unbedingt mit einer Staffel teilnehmen sollte, ist ein anderer: Es macht einfach Spaß! 1,2 km schnell zu laufen ist für viele ungewohnt, aber gar nicht so schwer. Bei einer 4er Staffel ist die Pause zwischen den Einsätzen bei einem stetigen Wechsel recht kurz und so wird eine 6h-Staffelteilnahme auch zu einer sportlichen Herausforderung. Der Streckenrekord steht aktuell bei 78,7 km, dürfte dieses Jahr allerdings gleich mehrfach überboten werden. Bei der 24-Stundenstaffel kann sich das Team aus maximal 9 Leuten zusammensetzen. Hier spielen noch mehr taktische Elemente eine Rolle, um das bestmögliche Mannschaftsergebnis zu erzielen.

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Die Namen der Staffelteilnehmer muss man erst bei der Startnummernausgabe angeben, dann wird auch die Kategorie final festgelegt.

Der Anmeldeschluss ist der 17.8.2017, allerdings ist auch noch eine Nachmeldung am Veranstaltungstag möglich. Wir würden uns über viele Staffeln und spannende Wettbewerbe freuen. Wir sehen uns dann am 26. August in Bottrop zum Staffelwettbewerb oder noch besser: Bereits am 25. August zum Vortrag von Kirsten Althoff über ihren Mehrtageslauf durch die Wüste in Namibia. Weitere Infos findet ihr auf der Homepage.

Text und Bilder: Michael Irrgang, die Bilder zeigen Bilder des Staffelwettbewerbes 2016; 6.8.2017

Finale - Etappe 19 von Garmisch-Partenkirchen zur Zugspitze (Sonnalpin)

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Vorab ein paar Vorworte zu dieser Etappe, die uns zur Zugspitze führen sollte. Es gab sehr unterschiedliche Meinungen und Varianten (z.T. wetterabhängig), wie diese letzte Etappe aussehen, vor allem enden könnte. Dies alles kam beim letzten, sehr emotionalen Briefing zur Aussprache. Die Wetterprognose war sehr günstig und die Bergwacht gab "grünes Licht" - so wäre ein Aufstieg bis ganz oben, zum "Münchener Haus" theoretisch möglich gewesen. So plante der Veranstalter auch die Zeitnahme und das Finish des DLL dorthin zu verlegen. Er hatte aber die Rechnung erstmal ohne die Läufer gemacht! Viele waren sehr angeschlagen und konnten sich nicht vorstellen, die letzten 400 HM (entspricht ca 1:10 - 1:40Std) von Sonnalpin bis zur Münchner Hütte, zu gehen, kraxeln, wie auch immer zurückzulegen. Dieses Stück ist sehr, sehr gefährlich und das Risiko für einige entkräftete Läufer wäre entsprechend groß, dass da noch etwas passiert. Der Kompromiss auf den man sich dann geeinigt hatte lautete: Endzeitnahme und Finish ist am Sonnalpin (Seilbahnentfernung 3-4min zur Zugspitze, die z.Z. auch eine Großbaustelle ist). Das bedeutet ca 2.200HM von Garmisch, Start Kongresszentrum und 25KM (z.T. alpines Bergwandern). Auch das musste erst einmal zurückgelegt werden! Dann kann jeder auf eigene Verantwortung das letzte Stück hochklettern (ohne Zeitnahme), um dann mit der Bahn wieder zurück zu fahren! Schließlich kamen alle heil und gesund am Sonnalpin an, nur einige nahmen die Zusatzstrapazen des Aufstieges nach ganz oben in Kauf - zumal weder der Weg besonders interessant war, noch die Baustelle da oben besonders reizvoll war, wurde von den Dagewesenen so berichtet.

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Der Startpunkt war an unserer Übernachtungshalle im Kongresszentrum in Garmisch, es durfte von 5-8 Uhr stündlich, nach Eigeneinschätzung gestartet werden. Die meisten Läufer befürchteten Zeit- bzw Hitzeprobleme und starteten gerne um 5Uhr. Auch Stefan Daum, gestern heftige Magen- und Verdauungsprobleme, selbst ein Abendessen brachte er nicht runter, machte sich fertig. Ich hätte fast verschlafen, da mich der Aufbruchslärm kaum weckte. So musste es schnell gehen und es reichte nimmer zum Frühstück. Ich fragte Stefan, wie es ihm geht und ob er sich das unter diesen Umständen zutraut. Er wollte es versuchen. Immerhin hatte er die Nacht über mehrere Bananen gegessen und sie hatten ihm gutgetan.

Karl Rohwedder, der Pechvogel, konnte nach dem Aus gestern auch heute nicht wieder antreten, was ich extrem bedauerlich finde, ich kann das sehr gut nachempfinden mit meinen vier Tagen DLL-Ausstieg.

Wir starteten also in der Dunkelheit und liefen, eher gingen und wanderten zur Partnachklamm, bis dahin dämmerte es noch, aber dort war es eh sehr lichtarm, deshalb war in unserer Pflichtausrüstung u.a. Kopf- bzw Taschenlampe enthalten. Ein beeindruckendes Teilstück war diese Klamm, durch die enge Schlucht stürzt das Wasser heftig hindurch und wir gingen in einem schmalen, deckenniedrigen Art von Tunnel, in dem immer wieder die Gischt der Partnach hineinspritzt. Bis zu deren Beginn hatten wir unsere gewohnten Wegmarkierungen (rosa Pfeile mit Sprühkreide), dann mussten wir uns auf die mitgegebene Beschreibung und Ausschilderung verlassen. Das ging leider ziemlich schnell schief, ein Läufer, der von sich sagte: Ich kenne mich hier gut aus, stürmte voran und die anderen folgen "fast blind" - nach über 20min erreichten wir eine Weggabelung, die in beiden Richtungen nicht stimmen konnte. Ein zufällig vorbeifahrender Passant erklärte, wir müssen zurück, doch es gab viele Zweifler, die glaubten der GPS-Track wäre sehr nah dran. Doch letztendlich kehrten alle wieder um und es ging fast bis zum Ende der Klamm zurück, um dort die richtige Wegweisung zu nehmen - das bedeutete ca 40min Mehrzeit, sowie Kräfte, die wir da vergeudet hatten und Ärger. Von hier aus verkündete ein Wegweiser eine 8 std Wanderzeit bis zum Sonnalpin, ich hegte die Hoffnung doch schneller zu sein. Nun denke ich mir, dass man das jetzt auch nicht mehr ändern kann. Der weitere Weg bot keine großen Navigationsprobleme mehr. Doch es wurde zunehmend immer anspruchsvoller und anstrengender, was auch so zu erwarten war. Bis zum Reintaler Hof war alles noch gut machbar, auch die Hitze behelligte uns noch nicht. Es wurde beschwerlicher, doch entlang der Partnach war immer etwas kühlende Frische und so ließen die Meisten auch die Bockhütte und anschließend die Reintalangerhütte links liegen, die Getränkevorräte und Kräfte reichten noch. Bei KM19 endet die Bewaldungsgrenze, entsprechend mehr sind wir der Sonneneinstrahlung ausgesetzt und es beginnt der Felssteig zur Knorrhütte. Spätestens jetzt war für viele "schluss mit lustig". Die Kräftereserven schwanden und die absolut andere Körperbelastung zum Laufen auf halbwegs ebenen Straßen und Wegen machte uns zu schaffen. Einige entgegenkommende Wanderer machten uns bereitwillig Platz - den "verrückten Wanderern mit Start-Nummern" wie ich mehrmals zu hören bekam. Bis kurz vor dem Erreichen war sie kaum zu sehen, dann plötzlich war sie da - endlich die Knorrhütte (liegt auf 2.060HM), heiß ersehnt. Die Wasservorräte wurden aufgefüllt und fast alle gönnten sich eine kurze Pause. Ich aß eine Suppe mit Würstel und gönnte mir ein alkoholfreies Bier.

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Dann ging es weiter, ein Wanderschild verkündete, nun nur noch 2 Std zum Sonnalpin. Ich lag gut in der Zeit, da ich für den zurückgelegten Weg ab Ende Partnachklamm bis hierher bestenfalls 3,5 Stunden gebraucht hatte, könnte also gut sein, dass ich in 1,5Std bereits auf dem Sonnalpin im Ziel bin. Doch galt es, sich erst einmal weiter auf den schweren Weg zu konzentrieren und die Kräfte einzuteilen. Es ging nun fast schneller als erwartet, nach nicht mal 1:20 Stunden entdeckte ich Sonnalpin, noch etwas entfernt. Das setzte Kräfte frei und nach weiteren Felspassagen und ein kleines Schneefeld begrüßte mich schon Oliver Witzke ein paar hundert Meter vor dem Ziel, auch die waren schnell überwunden und mein Ziel, an der Zugspitze anzukommen, war erreicht. Auch wenn es nun für mich kein kompletter Deutschlandlauf-Finish war, da mir vier Tage Laufen verletzungsbedingt fehlen - ein großer Wehrmutstropfen, aber auch nicht mehr, denn der Wiedereinstieg mit den vielen tollen Ergebnissen und Eindrücken von der Strecke, das war mir wichtiger. Die Motivation, ich konnte mich "durchbeißen" und die mentale Stärke lassen auch mich stolz sein. Mit dem Zielbanner wurde ich begrüßt und gefeiert, ein Becher Sekt gehörte auch dazu - welch "Himmelsgefühl" - es jubilierte in mir und ich konnte es kaum fassen, doch ca 1.000KM (statt der ca 1.300KM) des DLL gut überstanden zu haben.

Ich ersparte mir den "freiwilligen Restweg" zum Münchener Haus, als ich viele Wanderer, wie Ameisen gleich, in der Entfernung durch das kommende Geröllfeld wandern sah und die Aussicht eine Baustelle am Münchner Haus zu erreichen (so wird es mir von Seilbahnfahrern und Hochwanderern berichtet), förderte nicht den Willen, meine Kräfte noch zu mobilisieren, die dazu sicherlich noch gereicht hätten.

Ich gönnte mir ein kleines Essen und fuhr anschließend mit der Bahn nach Garmisch zurück. Ich duschte und bereite mich für das Abendessen und die anschließende Siegerehrung vor. Nebenbei packte ich bereits, da ich keine Übernachtung mehr blieb, denn ich nutzte die Mitfahrgelegenheit mit Robert Wimmer, der nach der Feier sofort abgeholt wurde.

T19 6Das Abendessen war schon sehr ausgelassen und entspannt. Kein Wunder es folgte kein Briefing für den Folgetag - eine Siegerfeier stand an.

Es begann mit vielen Dankesworten für die vielen Helfern und Organisatoren, Oliver Witzke bekam im Namen der Teilnehmer eine Torte überreicht. Dann wurden alle Komplettfinisher des DLL der Reihe nach geehrt vom Zeitletzten (mit einer roten Laterne) bis zum Ersten. Sie bekam eine Medaille und einen Pokal überreicht, dazu ein paar Worte von Oliver. Darunter unsere LG Ultralauf - Teilnehmer: Konrad Vogl, Stefan Daum und Holger Hedelt! Sie alle haben alle Etappen komplett gefinisht. Doch auch Karl Rohwedder (Ihm fehlen die letzten beiden Etappen) und ich (mir fehlen Etappe 5-8), bekamen unseren Pokal und Medaille.

Dann musste es für mich schnell gehen. Es reichte leider nicht mehr für ein gemeinsames LG Ultralauf - Foto (wie geplant). Der Fahrdienst von Robert Wimmer wollte sofort los und ich konnte ihn nicht das überreden, etwas zu warten, deshalb ein etwas überstürzter Aufbruch und unvollständige Verabschiedung. Doch ich bin ja froh, noch nach Hause zu kommen, gegen 2:30Uhr hat mich mein Zuhause wieder ..... SCHLAFEN,SCHLAFEN .... und nicht laufen!!!

Text und Fotos: Roland Krauss, 3.8.2017

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

 

Ein Wort von mir, der ich immer die Berichte online gestellt habe.

Ich möchte und muss Roland einmal ganz unbedingt allergrößten Dank aussprechen! Dafür, dass er neben den anstrengenden Tagen sich immer noch die Zeit genommen hat, uns mit seinen Berichten an dieser einmaligen Veranstaltung hat teilhaben lassen. Oft hat er mir mitten in der Nacht die Berichte geschickt, obwohl bei ihm zu unchristlicher Zeit wieder der Wecker klingelte und ihm die fehlende Regeneration vielleicht sogar das Finish gekostet hat.

Was Roland, die anderen Läufer, die Helfer und auch Oliver Witzke geleistet haben, ist unglaublich. Wir konnten dank der Berichte ein wenig dabei sein und mitfühlen. Man kann es aus der Distanz allerdings kaum ermessen - man muss schon dabeigewesen sein.

Den Wunsch nach Ausschlafen und Erholen kann ich aber auch so sehr gut nachvollziehen. Sei dir gegönnt. Auch eine Laufpause sei dir gegönnt und sogar empfohlen, aber da ist ja in wenigen Tagen wieder der Mauerweglauf. Und der hat dir ja letztes Jahr so gut gefallen ... Boahhh, na gut - wir sehen uns. 

Die Berichte von Roland wurden übrigens meist von 800 bis 1000 Personen gelesen, was für unsere Internetseite extrem gute Werte sind. Vielen Dank auch für das zahlreiche Interesse. Über den Blog sind alle Tagesergebnisse verlinkt. 

Irgendwie komme ich dieses Jahr nicht richtig auf die Füße. Immer wieder werde ich gesundheitlich aus dem Training geworfen. Momentan quält mich leider ein Bandscheibenvorfall. Da haben wir beschlossen, neue „Sportarten“ auszuprobieren. Neben jahrelangem Spinning und Pilates, steht nun auch noch Aquafunktionstraining und Rückenfit auf dem Plan.

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Zum Geburtstag gab es nun auch ein Rennrad für mich. Ich bin ja echt ein Angsthase was Geschwindigkeit angeht. Torsten gab mir bei einer kleine Testfahrt eine kurze Einweisung mit der Schaltung und ich lernte so ein wenig das Rennrad kennen. Eigentlich stand nur für Torsten die Veranstaltung "Rad am Ring" in einer Vierer-Staffel an. Ich dachte mir aber, wenn ich schon vor Ort bin und man sich noch nachmelden kann, werde ich einfach auch eine Runde auf dem Nürburgring fahren, um später mitreden zu können, wenn über die 73 Kurven auf ca. 26 km mit 500 Höhenmeter pro Runde gesprochen würde.

Ab zur Anmeldung und siehe da, ich ergatterte noch eine Startnummer für die Jedermänner 25 km (1 Runde). Irgendwie freute ich mich auch schon darauf, auch wenn ich da noch nicht wusste, was mich erwarten würde. Ich bin ja ein blutiger Anfänger. Die anderen Teammitglieder sprachen mir Mut zu (sie erfuhren erst später von meinen bisherigen Rennraderfahrungen – gar keine) und wünschten mir viel Spaß, Glück und immer schön „Kette rechts“. So stand ich dann um 12 Uhr aufgeregt an der Startlinie, ohne zu wissen, was mich erwartet.

Mein erstes Problem war gleich, dass mein Tacho nicht funktionierte. Na toll, egal dann halt ohne Geschwindigkeitsanzeige (hätte aber schon gern gewusst, wie schnell ich stellenweise gefahren bin). Pünktlich um 12:06 Uhr fuhr ich dann über die Startlinie und auf ging es in die Nordschleife. Dann kam auch schon gleich die erste Herausforderung – eine steile Abfahrt. Ich musste aufpassen, dass ich nicht vom Rad geweht wurde, da der Wind heftig von der Seite gedrückt hatte. Allmählich gewöhnte ich mich an das auf und ab und hatte mich mit meinen Fahrrad vertraut gemacht. Erst wurde ich überholt, dann überholte ich wieder, wenn es bergauf ging. Dann näherte sich auch schon das Ende der ersten Runde.

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Nur leider fand ich den Ausgang nicht und fuhr erst einmal weiter. Dann war ich auch schon wieder am Abzweig für die Jedermänner und 24h Staffel. Der Ordner schrie nur "Jedermänner links, Staffeln rechts". So folgte ich den Anweisungen und schon war ich in der zweiten Runde. Da ich nicht wusste, ob ich irgendwo vorher von der Strecke komme, fügte ich meinem Schicksal und sagte mir, ok, dann halt noch ne Runde. Da meine Getränkeflasche aber fast leer war, entschloss ich mich, beim Verpflegungsstand an der „Hohen Acht“ anzuhalten und mich erst einmal zu stärken. Was sich später auch aus sehr gute Idee herausstellte. Denn die letzten 11 km wurden die Beine schwerer und auf einmal machten die Oberschenkel dicht. Zum Glück packte ich mir ein Energiegel vom Verpflegungsstand ein, welches ich dann zu mir nahm. Dann konnte ich wieder schmerzfrei weitertreten. Unterwegs fand ich dann noch jemanden mit der gleichen Startnummernfarbe und fragte ihn erst einmal, wo ich denn von der Strecke beim Ziel hätte rausfahren müssen. Er erklärte mir dann, dass eine kleine Öffnung rechts oder links wäre. So fuhr ich langsam dem Zielbereich entgegen und suchte verzweifelt die Ausfahrt. Denn noch eine Runde würde ich „noch“ nicht schaffen. Ich hielt mich rechts und sah, dass beim Bierstand ein Gitter offen war und zwängte mich da dann durch. An unserer Parzelle angekommen, war das Gelächter erst einmal groß, als die anderen von meinem Missgeschick erfuhren. Sie meinten schon:“ ach sie fährt bestimmt noch ne Runde“. Torsten war doch schon etwas besorgt und erkundigte sich erst einmal beim Orgateam, ob mir etwas zugestoßen wäre. Leider fanden sie mich auch erst einmal nicht in der Ergebnisliste. So zeigten sie ihm die ersten Unfallfahrräder und fragten, ob meins dabei wäre. Da es zum Glück nicht dabei war, meinten sie, dann ist auch nichts passiert. Dann rief ich Torsten erst einmal an, um alle zu beruhigen. Später gab es dann doch eine Endzeit in der Ergebnisliste für mich.

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Nach diesem Erlebnis, kann ich jetzt auch die Cyclassics (60 km) am 20.08.2017 in Hamburg angreifen (mit doch etwas mehr Radkilometern Erfahrungen).

Text und Bilder: Ramona Franz, 4.8.2017

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Ausblick von der Laufstrecke zu Schloss Neuschwanstein

Heute stand die letzte, richtige Laufetappe beim DLL an. Morgen wird wohl eher gewandert bzw gekraxelt. 59KM lang und mit ca 800HM gespickt. Was Probleme machen könnte, war die Witterung - wurde aber nicht ganz so schlimm; nur die Schwüle machte einigen zu schaffen. Ich stand mit einem flauen Magengefühl am Start, konnte gar nicht so recht deuten, woher das kommt. Auch andere kämpften heute mit diesen Problemen, z.T. heftig. Stefan Daum kam noch ins Ziel, ihm ging es hinterher aber nicht gut und er wusste nicht, ob er morgen zur Zugspitze hoch starten kann. Karl Rohwedder hatte es leider heute schon erwischt! Durch Kompensation seiner Achillessehenschmerzen hatte er sich starke Rückenschmerzen zugezogen und musste heute beim VP2 aufgeben. Wirklich schade für ihn! Er hatte so lange gekämpft und durchgehalten und nun so kurz vor Schluss musste er raus. Selbst Holger kämpfte heute mächtig und kam später als erwartet ins Ziel - doch er kommt durch.

T18 2Konrad lließ sich durch nichts erschüttern, nahm sich die Zeit, die er brauchte.

Ich lief etwas verhaltener, aber es besserte sich langsam bei mir, doch richtig "durchziehen" traute ich mich auch nicht. Mit einer Zeit von paar Min unter 7 Std erreichte ich einen Tagesplatz von 10-12. Die Strecke war heute sehr abwechslungsreich. Sie führte durchs Allgäu mit vielen offenen Wiesen und Weideflächen, aber auch bewaldete Straßen, Schotterwege und kleinere Trails waren dabei. Wir überquerten und begleiteten mehrmals den Lech. Am VP hinter Unterammergau trafen wir Evi Piehlmeier samt Begleitung, die uns anfeuerte. Das Bild zeigt sie mit Konrad. Als wir in Ettal an einer Eisdiele vorbeiliefen, gönnte ich mir den Luxus und ich nahm mir zwei Eiskugeln mit auf den Weg ..... einfach lecker!

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Die letzten Kilometer durch Garmisch

Irgendwann war ich dann tatsächlich in Garmisch im Ziel direkt am Kongresszentrum. Ich freute mich, als ich beim Zieleinlauf nochmals Evi entdeckte und sprang hoch zum Zielbanner - dabei fotografierte sie mich dann.

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Das Abendessen fand gleich nebenan statt, das Briefing dauerte heute etwas länger, da die ganzen Zugspitzmodalitäten geklärt werden (z.B. notwendige Pflichtausrüstung).

Text: Roland Krauss, Fotos Roland Kraus, Evi Piehlmeier

Holgers Tagesfazit:

Finish Stage 18/19 - my toughest running day ever. But I finished - tomorrow we climb the highest point of Germany. I don't know how that should work.

Karls Tagesbericht:

Schluss, Aus, Finito! Nachdem ich gestern auf der 78km Etappe nach Füssen die letzten 50 km mit gekrümmten Rücken marschiert bin, was zu massiven Rückenschmerzen führte, bin ich heute nochmal gestartet. Aber an laufen war kaum zu denken und vom aufrechten Gang war ich meilenweit entfernt. Der ganze Rücken war Schmerz trotz dreier Ibos. Nach vier Stunden und 20 km später habe ich dann abgebrochen. Conny aber rennt und rennt...

Ausblick des Veranstalters auf die letzte Etappe:

Ab jetzt geht es nur noch Berg auf! Alle sind auf den morgigen Gipfelsturm gespannt. Um das Feld ein wenig zu entspannen, haben wir 4 Startgruppen. Um 5 Uhr, 6 Uhr, 7 Uhr und 8 Uhr wird gestartet. Heute konnten schon erste Erfahrungen für die Alpen auf dem Weg von Füssen nach Garmisch Patenkirchen gesammelt werden.

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog